Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 6 Min.

Die verschiedenen Methoden


ÖKO-TEST Spezial Kinder & Familie - epaper ⋅ Ausgabe 8/2008 vom 01.09.2008
Artikelbild für den Artikel "Die verschiedenen Methoden" aus der Ausgabe 8/2008 von ÖKO-TEST Spezial Kinder & Familie. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Spezial Kinder & Familie, Ausgabe 8/2008

Hormontherapie

Was ist das? Die Hormontherapie wird eingesetzt, um Störungen bei der Eizellenreifung beziehungsweise beim Eisprung auszugleichen. Durch Tabletten oder Spritzen mit biotechnologisch gewonnenen Hormonen wird die Eizellenreifung stimuliert. Im Anschluss kann man durch das Schwangerschaftshormon humanes Choriongonadotropin (hCG) den Eisprung auslösen. So kann der Zeitpunkt bestimmt werden, wann eine Befruchtung am wahrscheinlichsten ist. Diese Behandlung setzt eine regelmäßige Hormonkontrolle und Anpassung der Dosis voraus. Die Gabe von Hormonen ist auch Teil anderer ...

Weiterlesen
Artikel 1,14€
epaper-Einzelheft 4,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von ÖKO-TEST Spezial Kinder & Familie. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 8/2008 von 1 +1 = 3?. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
1 +1 = 3?
Titelbild der Ausgabe 8/2008 von Die Befruchtung: Der Wettlauf des Lebens. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Die Befruchtung: Der Wettlauf des Lebens
Titelbild der Ausgabe 8/2008 von Leistungen für Mütter, Väter und Kinder. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Leistungen für Mütter, Väter und Kinder
Titelbild der Ausgabe 8/2008 von Optimal vorbereitet sein. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Optimal vorbereitet sein
Titelbild der Ausgabe 8/2008 von Die fruchtbaren Tage bestimmen: Kleine Hilfestellung. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Die fruchtbaren Tage bestimmen: Kleine Hilfestellung
Titelbild der Ausgabe 8/2008 von Erektionsstörungen: Bloß kein Stress. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Erektionsstörungen: Bloß kein Stress
Vorheriger Artikel
Nachhilfe für den Klapperstorch
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Psychologische Betreuung: Achterbahn der Gefühle
aus dieser Ausgabe

Was ist das? Die Hormontherapie wird eingesetzt, um Störungen bei der Eizellenreifung beziehungsweise beim Eisprung auszugleichen. Durch Tabletten oder Spritzen mit biotechnologisch gewonnenen Hormonen wird die Eizellenreifung stimuliert. Im Anschluss kann man durch das Schwangerschaftshormon humanes Choriongonadotropin (hCG) den Eisprung auslösen. So kann der Zeitpunkt bestimmt werden, wann eine Befruchtung am wahrscheinlichsten ist. Diese Behandlung setzt eine regelmäßige Hormonkontrolle und Anpassung der Dosis voraus. Die Gabe von Hormonen ist auch Teil anderer Kinderwunsch-Behandlungsverfahren, man nutzt sie zum Beispiel zur Vorbereitung einer künstlichen Befruchtung.
Wie hoch ist die Erfolgsquote? Die Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft liegen bei bis zu zehn Prozent. Durch die Hormonbehandlung kann es außerdem zu Mehrlingsschwangerschaften kommen.
Welche Risiken gibt es? Während der Behandlung kann es zu einer Überstimulation und damit zu Übelkeit, Leib- und Kopfschmerzen kommen. Etwa zwei bis drei Prozent der Frauen sind davon betroffen. In etwa einem Prozent der Fälle kommt es zu ernsthaften Komplikationen wie Wasserbildung im Bauchraum. Dann ist ein Klinikaufenthalt erforderlich. Minimieren lassen sich die Risiken nur durch eine engmaschige ärztliche Kontrolle. Alle paar Tage muss ein Ultraschall durchgeführt werden, um festzustellen, ob sich zu viele Eizellen bilden. Eventuell sind zusätzlich Blutuntersuchungen nötig. Wird eine drohende Überstimulation festgestellt, muss die Therapie abgebrochen werden.

Intrauterine Insemination (IUI)

Was ist das? Dieses Verfahren der „künstlichen Besamung“ wird angewandt, wenn nicht genügend und/oder nur schlecht bewegliche Samenzellen vorhanden sind. Auch bei einer Immunreaktion des weiblichen Körpers gegen die Samenzellen, bei Verengung des Gebärmutterhalses oder bei Unfruchtbarkeit ohne erkennbare Gründe wird die intrauterine Insemination eingesetzt. Bevor mit der Insemination begonnen wird, kann die Eizellenreifung durch die Gabe von Hormonpräparaten gefördert werden. Dann besteht allerdings ein erhöhtes Risiko, mehr als ein Kind zu zeugen. Fast immer wird der Eisprung gezielt durch die Zufuhr des Hormons humanes Choriongonadotropin (hCG) ausgelöst.

Das Sperma wird durch Masturbation gewonnen und im Labor aufbereitet. Mithilfe eines Katheters wird der Samen in die Gebärmutterhöhle möglichst nahe an die Eizelle geleitet. Die Befruchtung soll dann auf natürlichem Wege erfolgen.

Wie hoch ist die Erfolgsquote? Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft liegt nur bei höchstens zehn Prozent pro Zyklus.
Welche Risiken gibt es? Das Verfahren an sich ist für die Patientin wenig belastend und birgt kaum Risiken. Nicht zu vernachlässigen ist indes das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft, wenn die Behandlung nach hormoneller Stimulation erfolgt.

In-vitro-Fertilisation (IVF)

Was ist das? Dieses Verfahren der Befruchtung außerhalb des Körpers wird angewendet, wenn die Eileiterfunktion gestört ist oder ein Eileiterverschluss diagnostiziert wurde. Auch bei Endometriose, funktionseingeschränkten Samenzellen, immunologischer Unverträglichkeit oder ungeklärten Fruchtbarkeitsstörungen greifen die Ärzte zu dieser Methode.

Bei der IVF wird zunächst durch Hormone die Eizellenreifung und anschließend der Eisprung herbeigeführt. Um Komplikationen auszuschließen, muss der Arzt die Entwicklung der Eizellen während der Hormonstimulation in Abständen von wenigen Tagen kontrollieren. Die reifen Eibläschen werden punktiert und die Eizellen daraus entnommen. Die gewonnenen Eizellen bringt man in einer Petrischale mit den Spermien des Partners zusammen. Das Sperma wurde zuvor im Labor aufbereitet, um die beweglichsten Samenzellen zu isolieren. In einem Brutschrank werden Ei- und Samenzellen 24 Stunden lang kultiviert. Wenn Ei- und Samenzelle verschmolzen sind, werden der Frau nach zwei bis drei Tagen maximal drei Embryonen übertragen.

Wie hoch ist die Erfolgsquote? Die „Baby take home“-Rate gibt das Deutsche IVF-Register mit knapp 20 Prozent an.
Welche Risiken gibt es? Es besteht das Risiko der hormonellen Überstimulation bei der Vorbereitung der Frau auf die IVF (siehe Hormontherapie). Bei der IVF können infolge des Eingriffs leichte Schmerzen auftreten. Ernsthaftere Komplikationen wie Infektionen oder Verletzungen im Beckenraum sind selten.

Die Risiken für die Gesundheit des Kindes sind bei der assistierten Zeugung etwas größer als im Normalfall. Bei IVF liegt das Risiko einer Fehlgeburt oder einer Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutterhöhle bei insgesamt 25 Prozent. Zu bedenken ist bei dieser Quote, dass bei künstlicher Befruchtung Aborte früh entdeckt werden – anders als bei einer natürlichen Befruchtung, wo die Frau von ihrer Schwangerschaft und dem gar nicht so seltenen Abgang des Embryos in einem sehr frühen Stadium vielleicht überhaupt nichts merkt. Die Statistik zeigt aber auch ein leicht erhöhtes Fehlbildungsrisiko für Kinder, die durch IVF oder ICSI (siehe unten) gezeugt wurden. Umstritten ist, ob das an der Methode der Zeugung liegt oder in erster Linie auf den genetischen und persönlichen Voraussetzungen der Eltern mit Fruchtbarkeitsstörungen beruht.

Definitiv erhöht ist die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft nach künstlicher Befruchtung. Werden nach einer In-vitro-Fertilisation drei Embryonen eingesetzt, kommt laut Statistik in 70 Prozent der Fälle ein Kind zur Welt, in bis zu 25 Prozent der Fälle entwickeln sich Zwillinge, und in drei bis fünf Prozent sind es Drillinge.

In-vitro-Maturation (IVM)

Was ist das? Dieses Verfahren ist noch neu. 2005 gab es die erste Geburt nach IVM in Deutschland. Bei IVM findet wie bei der IVF die Befruchtung außerhalb des Körpers statt. Jedoch werden bei der IVM der Frau noch unreife Eizellen entnommen und im Labor nach bebrütet. Vorteil der Methode ist, dass die Frau nur mit einer geringen Hormondosis stimuliert werden muss. Die im Labor nachgereiften Eizellen werden befruchtet und der Frau wieder eingesetzt.
Wie hoch ist die Erfolgsquote? Nachteil der Methode ist die im Vergleich zur IVF etwas geringere Erfolgsaussicht. IVM ist keine Standardleistung der gesetzlichen Krankenversicherungen.
Welche Risiken gibt es? Die Risiken während des Eingriffs sind vergleichbar mit der IVF. Allerdings ist die Gefahr einer hormonellen Überstimulation der Frau viel geringer.

Intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)

Was ist das? Dieses Verfahren kommt infrage, wenn für eine IVF-Befruchtung die Zahl funktionstüchtiger Spermien zu gering ist. Wie vor der IVF müssen auch vor der ICSI zunächst nach Hormonstimulation und durch Follikelpunktion Eizellen gewonnen werden. Unter einem speziellen Mikroskop wird ein einzelnes Spermium in eine feine hohle Glasnadel aufgesogen und direkt in die Eizelle gespritzt. Nach erfolgreicher Befruchtung und Zellteilung werden wie beim IVF-Verfahren nach einigen Tagen maximal drei Embryonen in die Gebärmutter übertragen.
Wie hoch ist die Erfolgsquote? Die „Baby take home“-Rate liegt laut IVF-Register knapp unter 20 Prozent.
Welche Risiken gibt es? Vergleichbare Risiken wie bei der IVF.

Befruchtung mit Spendersamen

Was ist das? Wenn der Mann keine oder keine funktionstüchtigen Samenzellen produziert oder unter einer Erbkrankheit leidet, kann man für die Insemination Spendersamen verwenden. Dafür gibt es keinen Erstattungsanteil der Krankenkassen. Bei der Samenspende wird auf beste „Qualität“ geachtet, damit gute Aussichten auf eine Schwangerschaft bestehen.

Kurz vor dem Eisprung wird die Insemination mit dem Sperma des Spenders durchgeführt. Natürlich kann man den Spendersamen auch für Befruchtungsverfahren wie IVF oder ICSI nutzen.

Wie hoch ist die Erfolgsquote? Die Erfolgsquote ist aufgrund der guten Spermienqualität etwas besser als bei der „normalen“ Insemination, sie wird mit zehn Prozent oder besser angegeben.
Welche Risiken gibt es? Die körperlichen Risiken sind genauso wie bei IUI. Für die Kinder kann ihre ungewöhnliche Entstehungsgeschichte möglicherweise zu einer psychischen Belastung werden.

Wenn der Partner keine zeugungsfähigen Spermien produzieren kann, kommt eine Befruchtung mit Spendersamen in Betracht.


Foto: AIR LIQUIDE Medical GmbH

Gamete Intrafallopian Transfer (GIFT)

Was ist das? Bei diesem heute nur noch sehr selten angewandten Verfahren werden Methoden der Samenübertragung und der In-vitro- Fertilisation miteinander kombiniert. Eizelle und Samenzellen werden zusammen in den Eileiter der Frau eingebracht. Dort soll dann unter möglichst natürlichen Bedingungen die Befruchtung stattfinden. Für die GIFT-Methode wird die Eizellenreifung wie bei der IVF zuvor durch eine Hormonbehandlung stimuliert.

Die Eizellen werden anschließend mittels Punktion der reifen Eibläschen entnommen. Danach werden die Eizellen zusammen mit den Spermien des Partners in den Eileiter gespült. Das geschieht in der Regel durch einen kleinen operativen Eingriff unter einer Kurznarkose. Es ist alternativ auch möglich, Ei- und Samenzellen mit einem Katheter durch den Muttermund einzubringen.

Nachteilig an der GIFT-Methode ist, dass bei einem Fehlschlag der Arzt nicht beurteilen kann, ob überhaupt eine Befruchtung zustande kam oder ob die befruchtete Eizelle sich nicht weiterentwickeln und einnisten konnte.

Wie hoch ist die Erfolgsquote? Die Erfolgsaussichten werden mit etwa 20 Prozent angegeben.
Welche Risiken gibt es? In wenigen Fällen kann es zu Komplikationen durch die Hormonstimulierung kommen sowie durch den körperlichen Eingriff und die Narkose bei der Eizellenentnahme. Es besteht zusätzlich die erhöhte Gefahr einer Eileiterschwangerschaft.

Foto: Klosterfrau Gesundheitsservice

Sanfte Methoden

Was ist das? Bei der sanften Kinderwunschbehandlung kommen Homöopathie, Naturheilkunde und Massagen zum Einsatz. Dabei sollen nicht bestimmte Symptome behandelt werden, sondern das Ziel ist, den Betroffenen wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Katharina Krogbäumker, die eine homöopathische Kinderwunschpraxis im westfälischen Warendorf betreibt, versichert, dass sich zum Beispiel Menstruations- und Hormonstörungen durch regelmäßige Massage bessern können. „Im Gegensatz zur Schulmedizin, in der die Patientinnen mittels der Hormone ‚fremd gesteuert‘ werden, regt die Homöopathie die Selbstheilungskräfte des Körpers an“, erläutert Krogbäumker.
Wie hoch ist die Erfolgsquote? Eine Erfolgsgarantie werden seriöse Heilpraktiker und Mediziner, die solche Therapien anbieten, nicht geben. Doch bei manchen Paaren können sie einen Versuch wert sein, insbesondere wenn die Ärzte keine eindeutige körperliche Ursache für die Fruchtbarkeitsstörung finden können und das Paar nicht unter Zeitdruck steht.
Welche Risiken gibt es? Keine außer möglichen Unverträglichkeiten.