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DIE VOLLE VIELFALT


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auto Test - epaper ⋅ Ausgabe 9/2022 vom 31.08.2022

AUDI A3

Artikelbild für den Artikel "DIE VOLLE VIELFALT" aus der Ausgabe 9/2022 von auto Test. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: auto Test, Ausgabe 9/2022

WERBUNG IM JAHR 1996: Eine junge Frau sitzt auf einem Stuhl, Wissenschaftler messen ihre Gehirnwellen. Man zeigt ihr Videos von einem Mann: Erst thront er auf einer Jacht, dann steht er vor einer Villa. Dann sitzt er in einer Luxus-Limo. „Finden Sie den attraktiv?“ Die Frau verneint immer wieder. Bis am Ende zufällig ein Audi A3 durchs Bild fährt und sie fast einen Herzkasper erleidet. „Audi A3, die neue Extravaganz“ steht auf dem Bildschirm.

Auch wenn die Tage solcher Clips heute gezählt sein mögen: Der selbst formulierte Anspruch von Außergewöhnlichkeit ist noch immer zu spüren im Ingolstädter Kompakten. Bei der Motorauswahl zum Beispiel: Der 400 PS starke RS 3 rettet bald als letztes Audi-Modell den legendären Fünfzylinder über die Zeit. An der fast 140 Seiten dicken Preisliste allein für A3 und S3, die wir hier nur begrenzt abbilden können. Oder an den ...

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... selbstbewussten Preisen. Wer wählt welchen?

!Passé ist mittlerweile der Dreitürer – aber die Limo lebt weiter

REIN ÄUSSERLICH …

… könnte man meinen, es herrsche Eintönigkeit, seit Audi in der neuesten Generation den Dreitürer gestrichen hat. Tatsächlich aber gibt es alternativ zum Fünftürer ja noch die 800 Euro teurere Limo, die Audi mit der vorigen Generation eingeführt hatte. Sie blieb – zumindest bei uns – so selten, dass man sie allzu schnell ver-gisst. Zu Recht? Nun, rund 15 Zentimeter länger bietet sie bei aufrechter Lehne etwas mehr Laderaum (425 zu 380 Liter), allerdings weniger Kopffreiheit für die hinteren Insassen. Und – das ist ganz offensichtlich den deutschen Vorlieben geschuldet – sie verliert deutlich schneller an Wert. Die Schwacke-Werte auf Seite 15 zeigen etwa, dass der Restwert eines RS3 Sportback nach zwei Jahren und mit 20 000 Kilometern bei 76,27 Prozent liegt, jener der RS 3 Limousine bei nur 71,72 Prozent. In absoluten Zahlen bedeutet das: Die Limo verliert fast 4000 Euro mehr! Gebrauchtkäufer freut’s.

IN DER KABINE …

… gefallen beide Karosserievarianten mit guter Materialauswahl und top Verarbeitung. Ausnahme: An den Türtafeln grüßt uns zu viel Hartplastik. Die aufgesetzt wirkenden Lüftungsdüsen um den Fahrer herum sind hingegen mal was anderes. Das volldigitale, 10,25 Zoll große Virtual Cockpit kommt aufpreisfrei – aber Audi wäre nicht Audi, wenn man nicht noch draufzahlen könnte. Das Virtual Cockpit Plus (12,3 Zoll, im Bild) bietet eine höhere Auflösung, kostet 420 Euro. Wer eine Zwei-Zonen-Klima statt der manuellen Regelung will, zahlt stattliche 590 Euro drauf. Warmer Popo gefällig? 340 Euro. Smartphonekopplung per Apple CarPlay oder Android Auto? Kostet 400 Euro extra.

Im Bild: das Virtual Cockpit Plus (420 Euro). Es hat dem normalen Virtual Cockpit einen größeren Bildschirm und eine Full-HD-Auflösung (1920 x 1080) voraus. Es lassen sich digitale Anzeigen darstellen, aber auch klassische Rundinstrumente (1). Alternativ lassen die sich auch verkleiner, dann rückt die Karte groß ins Blickfeld (2). Die Satellitenbilder bezieht Audi übrigens von Google. Auch Informationen des Bordcomputers (3) werden anschaulich dargestellt.

1. Das S-line-Interieur-Paket beinhaltet für 1700 Euro: Sportsitze vorn (einzeln 360 Euro), das S-line-Lenkrad mit Multifunktion plus, farblich zur Linie passende Nähte in den Türverkleidungen, eine Alu-Dekoreinlage, beleuchtete Einstiegsleisten, einen schwarzen Dachhimmel, die Mittelarmlehne vorn, Alupedale und Velours-Fußmatten. 2. Der Totwinkelwarner kostet 530 Euro. 3. Kleine, aber feine Unterschiede: Hier ist das advanced-Modell zu sehen. Die silbernen Akzente grenzen es optisch ab. Die Waben im Kühlergrill fallen beim normalen A3 kleiner aus als beim S3 (oben zu sehen). 4. Abgedunkelte Scheiben ab der B-Säule schlagen mit 350 Euro zu Buche. 5. Hier zu sehen: Der g-tron kommt mit zweitem Tankstutzen für Gas – 17,3 Kilogramm passen rein. Wenn die leer sind, schaltet der A3 automatisch auf seine 9-Liter-Benzinreserve um.

LICHT

Drei verschiedene Scheinwerfer bieten die Ingolstädter an. Das Basis-Licht ist vorn bis auf den Blinker bereits Voll-LED, am Heck leuchtet aber noch Halogen. Die mittlere Version kommt dann vollständig in Diodentechnik und mit den charakteristischen Streifen im Tagfahrlicht sowie LED-Leuchten. Das Matrix-LED-Licht (1590 Euro) kommt mit schicken Animationen beim Auf- und Abschließen. Im RS 3 zeigt das Tagfahrlicht gar eine Zielflagge, und beim Entriegeln animiert es die Zeichen „R“, „S“ und „3“. Spektakulär!

ABMESSUNGEN A3 LIMOUSINE UND A3 SPORTBACK

WAHRE GRÖßE …

… beweist der A3 dafür mit seiner riesigen Auswahl an Antrieben. Zwar bieten die Motoren selbst kaum Überraschungen – fast alle kennen wir aus den Konzerngeschwistern –, sie präsentieren sich im Audi aber besonders gut gedämmt und smooth im Umgang. Der dreizylindrige 1.0-TSI ist eher was für den Stadtverkehr – gerade im Zusammenspiel mit dem 2000 Euro teuren DSG wirkt der Motor aber ausreichend souverän und flott.

KAROSSERIE

Die Lehne der Limousine ist umklappbar, einen Wert fürs Kofferraumvolumen gibt Audi aber nur bei aufrechter Lehne: 425 Liter gehen rein. Die Klappe lässt sich für 430 Euro per Fußkick entriegeln, geschlossen werden muss sie allerdings manuell per Hand. Der Sportback bietet 380 bis 1200 Liter Platz. Naturgemäß lässt er sich besser beladen, es entsteht eine ebene Ladefläche. Gegen ebenfalls 430 Euro tut hier eine vollelektrische Heckklappe ihren Dienst, die ebenfalls über einen Fußkick-Sensor verfügt.

FARBEN & FELGEN

Schön, dass Audi so eine große Vielfalt an Farben und Felgen bietet. Bei den Farben haben einfach mal unsere Testwagen herhalten müssen – natürlich zählen auch weiße, silberne und schwarze Töne zum Repertoire. Der Basis-A3 steht auf 16 Zoll, advanced und S line auf 17 Zoll und der S3 auf 18 Zoll. Der RS 3 fährt immer auf 19-Zöllern.

Bei Radstand und Länge unterscheiden sich Sportback und Limousine nur minimal. Am deutlichsten werden die Unterschiede in der hinteren Reihe: Dort bietet die Limo minimal mehr Bein-, aber deutlich weniger Kopffreiheit, schließlich verläuft die Dachlinie niedriger und flacht nach hinten schneller ab. Beim Kofferraum führt die Limousine (425 l) zwar gegenüber dem Sportback (380 Liter), lässt sich aber naturgemäßschlechter beladen. Den gasbetriebenen g-tron gibt’s nur als Sportback Der gasbetriebene g-tron (4000 Euro) fährt mit seinen 1,5 Liter Hubraum zwar nicht ganz so kraftvoll wie der herkömmliche 1.5-TFSI mit 150 PS (4200 Euro), er tankt aber nach wie vor zu günstigen Preisen. Beim „Compressed Natural Gas“ muss es sich nämlich nicht um – aktuell rares – Erdgas handeln. Vielmehr verkaufen die meisten Tankstellen heute Biomethan, produziert etwa aus Stroh. Wer das dünne Tankstellennetz nicht scheut, kann also beruhigt zugreifen. Bei den Benzinern folgt dann noch der Zweiliter-TFSI mit quattro-Antrieb – der wirkt allzeit souverän, rennt auf der Bahn bis zu 241 Sachen. Die Diesel sind ganz ähnlich gestaffelt: 116 (30 TDI), 150 (35 TDI) und 200 PS (40 TDI) stehen zur Wahl. Wobei selbst Letzterer samt Allrad beim WLTP-Verbrauch unter fünf Litern bleibt. Die zwei Plugin mit 204 und 245 PS (TFSI e) konnten wir nicht testen, sie sind aktuell aber auch auf unbestimmte Zeit vergriffen.

DYNAMIK

Das Standard-Fahrwerk im A3 ist top. Wer eine noch breitere Spreizung will, wählt die adaptiven Dämpfer und zahlt 760 bis 1130 Euro

\AUDI RS 3 – DIE SPEERSPITZE MIT FÜNF ZYLINDERN

Der RS 3 kostet als Sportback ab 62 000 Euro, bietet echtes Rennsport-Feeling. Im Innenraum wartet ein abgeflachtes und konturiertes Lenkrad (1) (auf Wunsch mit Alcantara-Bezug). Wer für 700 Euro das Matrix-LED-Licht dazukauft, bekommt Tagfahrlicht im Zielflaggendesign (2) und ein besonderes Schmankerl: Die Scheinwerfer animieren beim Aufschließen die Zeichen „R“, „S“ und „3“. Die Kotflügel (3) sind beim RS 3 deutlich breiter ausgeführt als bei A3 und S3.

Schwacke...

WERTENTWICKLUNG

Selten fällt der Unterschied zwischen zwei Karosserievarianten so deutlich aus wie hier: Der Restwert des Sportback ist dem der Limousine immer um rund fünf Prozent voraus – ob als RS 3, S3 oder normaler A3. Generell rangieren die potenten Modelle ganz oben: 76,27 Prozent Werterhalt nach zwei Jahren für den 400-PS-Fünfzylinder sind beachtlich und beweisen den Kultstatus. Der Erdgas-A3 g-tron macht aber auch keine schlechte Figur. Ganz hinten rangieren der kleine Diesel und der kleine Benziner. Wer eine Stange Geld für den A3 ausgibt, möchte anscheinend anständig motorisiert sein. Ob Automatik oder nicht, wirkt sich hingegen kaum auf die Restwerte aus.

Wer Spaß will, bleibt klar bei Audis Sportabteilung. Beide Modelle kommen immer mit quattro und Siebengang-Doppelkupplung. Schon der S3 schießt aus dem Stand wie am Gummiband gezogen: 4,8 Sekunden auf Landstraßentempo, Schluss bei Tempo 250. Was der RS 3 auch querdynamisch abliefert, ist schlicht spektakulär. Und klingt herrlich schrill. Und kostet ab 62 000 Euro.

Bleibt uns nur noch, ein paar Tipps zu Trimms und Extras auszusprechen. Also: Der Basis-A3 wirkt etwas trist, 1000 Euro extra für den advanced sind fair. Dafür gibt es dann 17- statt 16-Zöller, silberne Akzente um die angedeuteten Lufteinlässe herum und Ähnliches. Letztere wachsen beim S line (2450 Euro) noch einmal, auch die etwas eigenwilligen Plastikakzente am Heck werden dann größer. Dazu gesellen sich sportliche Einstiegsleisten und solche Sachen – Sline eben.

Egal wer das Herzblatt sein soll: Bei der kleinteiligen Preisgestaltung des A3 gilt es, kein wichtiges Kreuz zu vergessen. Zwei-Zonen-Klima, Sitzheizung und Smartphonespiegelung haben wir bereits erwähnt. Dazu unbedingt Beim A3 kostet jede Kleinigkeit extra. Selbst in einem 30 TFSI lassen sich schnell 40 000 Euro versenken einen der beiden Tempomaten nehmen (normal 300 Euro, adaptiv 580 Euro) und mindestens auf die mittleren LED-Scheinwerfer upgraden (890 Euro). Die schärfen den Blick und bringen auch den zeitgemäßen Dioden-Look fürs Heck mit. Außerdem muss das Sportlenkrad mit Multifunktion Plus (235 Euro) sein, sonst fallen viele Funktionen des Virtual Cockpits einfach weg. Fair sind die empfehlenswerten Sportsitze eingepreist (360 Euro). Wer dann noch Parkpiepser rundum (800 Euro) ordert, hat das Wichtigste an Bord. Nur die beworbene Extravaganz, die kostet noch einmal extra.

FAZIT

JONAS UHLIG

Der A3 ist ein Premium-Kompakter, wie er im Buche steht: solide verarbeitet, breit aufgestellt, teuer. In Deutschland empfiehlt sich der Griff zum Sportback allein wegen des geringeren Wertverlustes. Automatik ist bei den Topmotoren eh Pflicht, wir empfehlen das DSG aber in dieser Preisklasse auch Wenigfahrern. Nervig: die mickrige Serienausstattung. Klimaautomatik und einen simplen Tempomaten extra bezahlen zu müssen, macht schnell schlechte Laune. Auf der anderen Seite bietet die Preisliste aber auch tolle Extras wie etwa eine Individuallackierung.

AUTO TEST TIPP !

Der Wenigfahrer …

… begnügt sich mit dem 30 TFSI. Weil die Automatik die kleine Anfahrschwäche des Dreizylinders gut kaschiert, ist sie auch hier eine Empfehlung. Wer mehr Leistungsreserven benötigt, greift zum 35 TFSI.

Empfehlung: 30 TFSI DSG (110 PS)

ab 31 450 Euro

Der Vielfahrer …

… gönnt sich den großen Diesel mit quattro und DSG, der 243 km/h Spitze rennt. Verbräuche mit einer Fünf vorm Komma sind trotzdem kein Problem. Advanced oder lieber S line nehmen? Geschmackssache.

Empfehlung: 40 TDI quattro DSG advanced (200 PS)

ab 42 250 Euro

Der sportliche Fahrer …

… hat die Qual der Wahl zwischen S3 und RS 3. Wer den ständig präsenten Fünfzylinder schätzt und den hohen Verbrauch (über zehn Liter) nicht scheut, wird mit den 400 PS glücklich. Allen anderen reicht auch der potente S3 mit 310 PS.

Empfehlung: RS 3 quattro DSG (400 PS)

ab 62 000 Euro