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Die Wagn Regeln


Sport Bild - epaper ⋅ Ausgabe 24/2019 vom 12.06.2019

So tickt der neue Schalke-Trainer. Sein Auftrag: den abgestürzten Revier-Klub wieder nach oben führen


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Bildquelle: Sport Bild, Ausgabe 24/2019

Wagner war bis Januar Huddersfield-Trainer, nun unterschrieb er auf Schalke bis 2022


Aktuell befindet sich David Wagner (47) im Urlaub. Doch von Ausspannen keine Spur, der Trainer bereitet sich intensiv auf den FC Schalke 04 vor. Schließlich ist er der nächste königsblaue Hoffnungsträger, der den abgestürzten Klub wieder nach oben führen soll. SPORT BILD erklärt, wie Wagner arbeitet.

Löwe (r.) spielte in Huddersfield und bei Dortmund II unter Trainer Wagner


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* Plumpsklo fur den Zusammenhalt!

Dass seine Mannschaft wie eine Einheit auftritt, ist für Wagner die Grundvoraussetzung für Erfolg. Darum kann es gut sein, dass Schalkes Profis in der Vorbereitung ein Team-Building-Camp absolvieren. Darauf setzte Wagner 2016 bereits während seines ersten Sommer-Trainingslagers mit Huddersfield Town. „Das Team steht bei David Wagner über allem“, sagt Chris Löwe (30), der unter dem Coach beim BVB II und in England spielte. „Damit wir in Huddersfield schnell eine Einheit wurden, gingen wir für drei Tage nach Schweden ins Survival Camp.“


Beim Team-Building-Camp musste jeder sein Handy für drei Tage abgeben.


Jeder Spieler musste für diese Zeit sein Handy abgeben. Für viele sei das schon eine große Herausforderung gewesen, berichtet Löwe. „Wir übernachteten in Zwei-Mann-Zelten, jeden Tag mit einem anderen Mitspieler. Es gab keinen Strom, es wurde auf einem Gaskocher gekocht. Und die Toilette war ein Plumpsklo. Wir paddelten die Tage von einer kleinen Insel zur nächsten.“

Diese ungewöhnliche Maßnahme führte dazu, dass man schnell eine Einheit wurde. Löwe: „Es war ein Schlüssel für unseren sensationellen Aufstieg.“ Ein Paddel wurde als Andenken mitgenommen, es stand in Huddersfield in der Kabine und sollte die Spieler stets daran erinnern: Nur als Team hat man Erfolg.

* Pressen, immer pressen!

Wagners Spielstil ist einfach zu beschreiben: volle Attacke gegen den Gegner. Löwe: „Wer bei David Wagner spielen will, der muss die Art und Weise des Spielstils mitmachen. Dieses laufintensive Spiel mit Gegenpressing. Wer Nicht von der ersten Sekunde an mitzieht, kriegt ein Prob

* Mehr Training!

Wagner legt viel Wert auf Fitness. Darum waren die Spieler in Huddersfield irritiert, als der Coach einmal in der Woche eine Doppel-Trainings-Schicht einführte. Löwe: „Das kannte man dort nicht. Aufgrund der langen Saison wird in England grundsätzlich nur einmal täglich trainiert.“

* Weniger redden!

Wagner hält keine langen Monologe. Löwe erinnert sich: „Wenn um 15 Uhr Anstoß war, stand im Hotel auf dem Flipchart folgender Ablauf: 12.50 Uhr Besprechung, 12.55 Uhr Abfahrt. Seine Ansprawaren klar und kurz.“ Und voller Emotionen. Löwe: „Er hat ein Talent dafür, eine Mannschaft so heißzumachen, dass sie rausgeht und ab der ersten Sekundealles raushaut.“


Einen einzelnen Spieler in der Kabine kritisieren – bei Wagner undenkbar!


* Alkohol ist erlaubt!

Wagner setzt auf Disziplin, doch er übertreibt es nicht mit Strafen und Kontrollen. In Huddersfield gab es nur einen kleinen Strafen-Katalog. Ina.: Für fünf Minuten Zuspätkommen wurden 50 Euro fällig. Ab einer halbenStunde musste sich der Übeltäter vor den Bossen verantworten, die über die Höhe der Strafe entschieden. Wagner agierte in Huddersfield nicht verbissen. Beispiel: An Spieltagen gab er ein Zeitfenster für das Frühstück vor, an das sich jeder Spieler halten musste. Aber dass alle zur selben Zeit erscheinen mussten, war nicht der Fall. Kontrollen von Wagner gab es nicht. Er wies seine Spieler zwar darauf hin, dass Alkohol oder Nikotin schädlich sind. Ein Verbot gab es nicht.

* Kumpel-Typ!

In England nannten die Spieler ihren Trainer immer Boss. „Doch David Wagner ist ein Kumpel-Typ. Zwar kann er in der Kabine laut werden, aber ein richtig gutes Verhältnis zu den Spielern ist ihm wichtig“, sagt Löwe. Einen Spieler vor versammelter Mannschaft zu kritisieren, das gibt es bei ihm nicht. Löwe: „Das Wichtigste für ihn ist: Es zählt die Menschlichkeit.“ Das sorgt für Vertrauen bei den Spielern. In Huddersfield sprach Wagner im Mannschaftskreis auch nur eine Sprache: Englisch. „Lediglich im Vier-Augen-Gespräch wurde auch mal Deutsch gesprochen“, sagt Löwe.

* Es gibt keine Limits!

Wagners Regel für die Saison: Es gibt keine Limits. Löwe: „Er hat nie ein Saisonziel formuliert, er sagte immer: ‚Wir haben keine Limits. Nach oben gibt es keine Grenzen‘. Die Überschrift von allem. So haben wir mit Huddersfield das Unmögliche geschafft.“ Den Aufstieg in die Premier League 2017, den Klassenerhalt 2018. Jetzt will Wagner mit Schalke Erfolgsgeschichten schreiben.