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Die Wahrheit über die Löw-Abfindung


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Sport Bild - epaper ⋅ Ausgabe 45/2021 vom 10.11.2021

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Bildquelle: Sport Bild, Ausgabe 45/2021

Um seinen Weltmeister- Trainer gebührend zu verabschie-den, hat Benedikt Höwedes (33) sogar eine eigene WhatsApp-Gruppe angelegt. Darin sammelt der Ex-Schalker in seiner neuen Funktion im Teammanagement der Nationalmannschaft Zusagen für die offizielle Verabschiedung von Ex-Bundestrainer Jogi Löw (61). Rund eineinhalb Dutzend ehemalige Nationalspieler hat Höwedes bereits für die Ehrung beim WM-Qualifikationsspiel gegen Liechtenstein an diesem Donnerstag in Wolfsburg gewonnen. Weltmeister wie Per Mertesacker (37), Lukas Podolski (36) und Sami Khedira (34) werden vor dem Anpfiff für Löw auf dem Rasen Spalier stehen. Bereits zuvor war der ehemalige Bundestrainer nicht ganz leer ausgegangen – bei ...

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... seiner Vertragsauflösung mit dem DFB in diesem Sommer.

Seinen Rücktritt nach dem EM-Turnier 2021 hatte Löw bereits im März angekündigt. Nach SPORT BILD-Informationen bekam er dafür eine Abfindung von etwas mehr als einer Million Euro. Sein Gehalt soll zuvor bei rund 4,5 Millionen Euro pro Jahr gelegen haben.

Bei der letzten Verlängerung seines Vertrags bis 2022 wurde im Mai 2018 eine Klausel eingebaut. Diese sah vor, dass sich sowohl der DFB als auch der Bundestrainer nach jedem Turnier für eine Beendigung der Zusammenarbeit entscheiden können. Dafür wurde eine Abfindungssumme festgelegt.

Allerdings: Löw wollte das Turnier nicht erst abwarten, sondern frühzeitig vor der EM von sich aus bekannt geben, dass er aufhören wird. Um dieses Signal vorab setzen zu können, war er bereit, auf Geld zu verzichten. Ihm war vor allem wichtig, dass seine Co-Trainer wie Andreas Köpke (59), der mit Löw nach der EM ging, finanziell möglichst gut wegkommen. Der Bundestrainer soll dadurch weitaus weniger Geld erhalten haben, als eigentlich im Falle einer vorzeitigen Auflösung festgehalten war.

Der Vorgang zeigt, wie schwer die Last am Ende auf Löws Schultern wog. Mit seiner Rücktritts-Botschaft wollte er einen Befreiungsmoment vor der Europameisterschaft schaffen. Für die Mannschaft, die nach den verpatzten Vorstellungen bei der WM 2018 (Vorrunden-Aus) sowie in der Nations League unter Druck stand – aber auch für sich selbst.

Das vorzeitige Ausscheiden im Achtelfinale bei der EM gegen England (0:2) am 29. Juni in London konnte Löw damit jedoch nicht verhindern. Nach 198 Länderspielen erwischte ihn das Ende überraschend und unvorbereitet. Trainerstab wie Mannschaft hatten bis zuletzt einen Finaleinzug für möglich gehalten. Statt eines schillernden Abschieds stellte sich plötzlich eine große Leere ein.

Löw zog sich zurück, wollte seine 17 Jahre beim DFB allein verarbeiten. Verborgen vor der Öffentlichkeit pendelte er zwischen seinen Wohnungen in Freiburg und Berlin sowie seinem Dauer-Domizil Sardinien. Hatte er bereits nach großen Erfolgen wie dem WM-Sieg 2014 oder dem Confed-Cup- Triumph 2017, aber auch bei bitteren Pleiten wie dem EM- Halbfinal-Aus 2012 oder dem WM-Vorrunden-Debakel 2018, die Dinge auf Sardinien in der Einsamkeit verarbeitet, soll es sich diesmal für ihn anders angefühlt haben. Es dauerte fast zwei Monate, bis Löw Kraft getankt hatte und wieder auftauchte.

Löw zog sich zurück, pendelte zwischen Freiburg, Berlin und Sardinien

Als Sami Khedira seinen Weltmeister-Trainer bei dessen erstem Stadionbesuch nach dem EM-Aus beim Bundesliga-Spiel des VfB Stuttgart gegen Union Berlin (1:1) Ende Oktober auf der VIP-Tribüne traf, hatte der Ex-Spieler einen guten Eindruck von Löw. Anfangs soll dieser noch ein wenig unnahbar gewirkt, sich dann aber nach und nach geöffnet haben. Was Khedira vor allem beim Stadiontreffen registrierte, war, wie beliebt Löw noch immer bei den Fans ist. Die Menschen begegneten ihm sehr freundlich, mit viel Respekt. Dankbar für alles, was Löw für den deutschen Fußball und die Gesellschaft getan habe, berichtet Khedira.

Für seine offizielle Verabschiedung bei der Nationalmannschaft hatte sich Löw wie beim Stadionbesuch bewusst Zeit genommen. Den ursprünglichen Plan des DFB, ihn bei den Länderspielen im September in Stuttgart zu verabschieden, hatte er abgelehnt. Als Begründung dafür gab er an, dass er Nachfolger Hansi Flick (56) nicht die Show bei dessen Debüt stehlen wolle. Inzwischen hat Flick die WM-Qualifikation, bei der er Löws Team auf Tabellenplatz drei der Gruppe übernommen hatte, perfekt gemacht.

Neben Löw werden auch seine lang jährigen Wegbegleiter wie Ex-Torwarttrainer Köpke, sein einstiger Trainer-Assistent Thomas Schneider (48), Teamarzt Josef Schmitt (76) und Chefscout Urs Siegenthaler (73) verabschiedet.