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Die Wahrheit über Honig


HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 27/2021 vom 02.07.2021

REPORT

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Bildquelle: HÖRZU, Ausgabe 27/2021

1Kilo HONIG wird in Deutschland pro Kopf jährlich verzehrt

Flüssig oder cremig, fruchtig oder würzig, aufs Brot oder in den Tee, zum Süßen oder um den Geschmack zu intensivieren: Für uns Deutsche ist Honig ein fester Bestandteil des Speiseplans: Im Schnitt verzehrt jeder und jede von uns jährlich rund 1,1 Kilogramm Honig. Damit liegen wir weltweit an der Spitze.

Von Blütenhonig über Tannenhonig oder Waldhonig bis hin zu Lavendelhonig oder dem exklusiven Manukahonig: Die Auswahl ist riesig. Zudem müssen sich Konsumenten zwischen konventioneller und biologischer Herstellung entscheiden. Doch wo besteht hier eigentlich der große Unterschied? Ist denn nicht jeder Honig automatisch ein biologisches ...

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... Naturprodukt? Keinesfalls! Damit eine Honigsorte das Biosiegel erhält, müssen die seit August 2000 geltenden EU-Richtlinien für ökologische Bienenhaltung befolgt werden. Dennoch: Der Abstand zwischen den Bioprodukten und der konventionellen Ware ist im Bereich der Imkerei nicht ganz so groß wie beispielsweise in vielen anderen Bereichen der Tierhaltung.

Das süße Gold erzeugen die Bienen aus dem Nektar von Blüten oder den zuckerhaltigen Ausscheidungsprodukten diverser Insekten, dem sogenannten Honigtau. Beim Sammeln sind die Honigbienen oft in einem durchschnittlichen Flugradius von bis zu fünf Kilometern unterwegs. Für eine 20-Gramm-Portion Honig auf dem Brötchen legen sie rund 3000 Kilometer zurück.

KRITERIEN FÜR BIO

Bio-Imker und -Imkerinnen können die Nahrungssuche ihrer Tierchen daher nicht wirklich beeinflussen. Jedoch muss der Standort der Bienenstöcke so gewählt werden, dass ringsum im Wesentlichen nicht bewirtschaftete oder ökologisch bewirtschaftete Flächen vorhanden sind. Neben der Umgebung der Bienenstöcke sind es aber vor allem äußere Rahmenbedingungen, die als Standard für Biohonig gefordert werden. Der Bienenkasten besteht beispielsweise nicht aus Kunststoff, sondern aus Holz. Die Holzschutzanstriche dürfen wiederum nicht auf den Honig übergehen und dort mögliche Rückstände produzieren. Auch bei der Behandlung von Bienenkrankheiten gelten bestimmte Vorschriften. Wesentlich ist auch die Fütterung: Egal, ob selbst angemischt oder als Fertigprodukt eingekauft, in jedem Fall müssen die Futtermittel aus biologischem Anbau stammen. Bei der Erzeugung des Biohonigs wird nicht nur auf die Qualität des Lebensmittels, sondern auch auf das Wohlergehen der Bienen geachtet. So ist es den Bio-Imkerinnen und -Imkern beispielsweise verboten, den Königinnen die Flügel zu stutzen und sie so am Verlassen des Stocks zu hindern.

HONIGE IM TEST

Biohonig ist in aller Regel teurer als konventionell gewonnener. Aus diesem Grund wird er in Tests mitunter besonders genau unter die Lupe genommen. Stiftung Warentest hat 36 Honigprodukte getestet – unter anderem sechs mit Biosiegel. Wider Erwarten erreichte von ihnen nur der Rewe Bio-Akazienhonig das Qualitätsurteil „gut“. Die anderen fünf – allesamt Aka­ zienhonige – bekamen nur das Urteil „mangelhaft“. Ein verbreiteter Mangel ist laut Stiftung Warentest, dass die Honige wärmegeschädigt sind, was den Richtlinien widerspricht: Denn dabei werden die hitzeempfindlichen Enzyme des Honigs stark oder vollständig inaktiviert. So etwas passiert zum Beispiel durch zu viel Wärme bei Verarbeitung, Transport und Lagerung. Einige Honige enthielten zu wenige sortentypische Pollen – bei Akazienhonig etwa sollten es mindestens 20 Prozent sein. Darüber hinaus konnte auch der Geschmack der Lebensmittel oft nicht überzeugen.

HEILSAMES MITTEL

Das süße Gold ist nicht nur lecker auf dem Frühstücksbrötchen, sondern auch unglaublich gesund. Denn obwohl Honig zu 80 Prozent aus Zucker besteht, enthält er geschätzte weitere 200 Substanzen, allen voran Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren, Flavonoide und spezielle Enzyme. Der besondere Mix macht ihn zu einem medizinischen Hilfsmittel, das einen antibakteriellen und entzündungshemmenden Effekt hat, Stoffwechsel und Verdauung unterstützt sowie Herz und Gefäße schützt.

Eine Sorte gilt dabei als supergesund: Manukahonig aus Neuseeland. Dank seines sehr hohen Methylglyoxalgehalts wirkt er stark antibakteriell. Hinweisen zufolge soll er Halsentzündungen vorbeugen und bei Mageninfektionen helfen. Selbst bei schlecht heilenden Wunden wirkt der süße Alleskönner: Schon mehr als zwei Dutzend deutsche Kliniken setzen den Medizinalhonig zur Versorgung von OP- und Problemwunden oder auch bei Neurodermitis ein. Egal, ob bio oder konventionell: Honig leistet einen wertvollen Beitrag für unsere Gesundheit.

CLAUDIA BROCK