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Die Westküste EIN TAG AM MEER


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Spa Inside - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 03.01.2022

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Strahlend blauer Himmel und Sonnenschein. Ich sitze auf der Cata Passion, einem 15 Meter langen Katamaran, halte einen Espresso in meiner Hand und schaue aufs Meer. Wir schaukeln gemütlich Richtung offene See. Herrlich, es kann kaum schöner werden. Dann tauchen in der Ferne Delfine auf. Sie springen im Takt der Wellen aus dem Wasser. Das ganze Boot ist verzückt und ruft abwechselnd „ohhh“ und „ahhh“. Es sind nicht nur ein paar, sondern ein ganzer Schwarm der Meeressäuger, die uns hohe Sprünge darbieten und immer näher kommen. Neugierige Tümmler schwimmen sogar bis zum Boot und eine Weile neben uns her. Glücklich lege ich mich auf das Deck der Cata Passion und lasse mich von den Wellen hin und her wiegen. Wir hissen die Segel und gleiten sanft über das Meer, die Insel lange im Blick. Delfine sind hier zwar fast immer anzutreffen – und trotzdem: Was für ein großes Glück, dass wir sie gesehen haben. ...

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... Von Juli bis September kommen sogar Buckelwale aus der Antarktis hierher, um sich zu paaren und ihre Kälber auf die Welt zu bringen. Nach drei Stunden auf dem Meer sind wir tiefenentspannt. An Land laufe ich noch etwas wackelig, als hätte sich mein Gang den Wellen angepasst und müsse sich erst wieder an den Boden gewöhnen.

Die Schildkröten von Kélonia

Unsere nächste Station ist Kélonia – das Schildkröten-Observatorium in Saint-Leu. Marie Laurpt, eine Meeresbiologin, empf ängt uns. Sie führt uns durch ein kleines Schildkröten- Museum. Wir erfahren, dass der Schildkrötenbestand schon in den 1970er Jahren stark abgenommen hatte – weil viele der Tiere im Kochtopf landen. Ursprünglich war das Observatorium eine Zuchtstation, um den Bestand zu erhalten. Erst seit 1994 widmet sich die Station ganz dem Schutz der gepanzerten Meeresbewohner. Erwachsene und Kinder können sich nun hier über Schildkröten informieren und ihr Bewusstsein zum Schutz der Umwelt schärfen. Für Kinder gibt es auch besondere Aktionen, etwa die gemeinsame Reinigung des Strandes von Plastik.

Marie erklärt uns, dass hier vor allem verletzte Schildkröten landen, die wieder aufgepäppelt werden. Eine Art Schildkrö- tenkrankenhaus also. Die meisten Fischer arbeiten mit und bringen die großen Meerestiere vorbei, wenn sie an einem Angelhaken festhängen oder sich am Boot verletzt haben. Bei unserem Besuch sind 40 Schildkröten in der Krankenstation. Sie bekommen meistens die Namen ihrer Retter verliehen. Marie schwärmt, dass jede Schildkröte einen anderen Charakter und unterschiedliche Essvorlieben habe. Wenn die Tiere wieder gesund und stark genug sind, werden sie freigelassen. Besucher können die Schildkröten in den großen Wassertanks bestaunen.

Beim Mittagessen im Restaurant Lùni Vert am Strand de Trou d’Eau verstehe ich endlich, warum Saint-Gilles-les-Bains auch „das Saint Tropez von La Réunion“ genannt wird. Direkt am Strand haben wir einen Blick aufs Meer und hören Musik, die direkt von Ibiza kommen könnte. Wir beobachten wagemutige Kitesurfer, während wir in unserem Lounge-Sessel leckere Fisch-Samosas – gefüllte Teigtaschen – essen. Das Restaurant steht ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit.

Die an der Westküste vom Korallenriff umgebene Lagune erstrahlt in Türkisblau. Wir sind am weißen Sandstrand von L’Ermitage. Hier wird die Lagune breiter und tiefer. Es tummeln sich zahlreiche bunte Meeresbewohner, wie Seesterne,

Einsiedlerkrebse, Kofferfische, Demoiselles, Schmetterlings- fische, Doktorfische und Krabben. Jenseits des Korallenriffs, entlang der Riffkanten und im offenen Meer, leben Felsenbarsche, Schildkröten, Rochen, Marline und Haie. Das Riff schützt die Lagune vor Haien. Dadurch können Urlauber gefahrlos und entspannt schwimmen, schnorcheln oder Kajak fahren. Wer etwas Außergewöhnliches machen möchte, der kann sich zu einem Unterwassermalkurs anmelden. Ich aber liege zufrieden mit einem Drink auf einem der Liegestühle und blinzle in den orange-roten Sonnenuntergang.

Der aktive Vulkan

Wir sind auf dem Weg zum Vulkan „Piton de la Fournaise“ und wundern uns über den Wechsel der Landschaften. Regenwald, Tannenwald, dann eine Wachholder-Buschlandschaft. Und plötzlich sieht es aus wie in den Alpen ... Ein Hochplateau, auf dem Kühe weiden. Das hätte ich nicht erwartet. Der Boden hier ist fruchtbar, es wachsen Gemüse und Obst wie in Europa: Äpfel, Salat, Kartoffeln. Dagegen prägen an der Küste Ananas, Mango und Papaya das Bild.

Logenplatz gefällig? An Bord eines Katamaran lässt es sich super relaxen

DA MUSS ICH HIN!

Le grand bleu Hier können Urlauber Ausflüge mit dem Segelboot oder einem Katamaran buchen. Fast immer sieht man Delfine. In Saint-Gilles-les-Bains neben dem Aquarium. www.grandbleu.re

Kélonia Das Pflegezentrum für verletzte oder kranke Schildkröten organisiert für Besucher fünf Führungen am Tag (10, 11.30, 14, 15.15, 16.30 Uhr). www.museesreunion.fr

L’uni vert Bar und Tapas-Restaurant in einem mit gesunder Küche. Das gemütliche Lokal liegt gleich am Strand in La Seline les Bains. Meeresbrise inklusive. www.l-univert.re

La Cité du Volcan Keine Angst vor heißer Lava: Im Vulkan-Museum in Plaine des Cafres erfahren Gäste, wie es zu einem Ausbruch kommen kann – und wie Vulkane entstehen. Und das aus sicherer Entfernung. www.museesreunion.fr

An den Quellen der Schönheit

Gepflegt mit Wasser aus Cilaos Beliebtes Mitbringsel bei Gästen nicht nur aus fernen Ländern sind Produkte der Kosmetikmarke Cilaos – die so heißt wie der Ort, aus dem sie stammt. Das Wasser der hiesigen Thermalquellen ist Grundlage für diese exklusive Pflegemarke. Die Bio-Kosmetik wurde von Forschern speziell für die Bedürfnisse empfindlicher Haut entwickelt. Mineralien und Spurenelemente, die von Natur aus im Thermalwasser enthalten sind, tragen zum Gleichgewicht des Hautgewebes bei und fördern dessen Regeneration. Auch Pflanzen der Region leisten ihren Beitrag in den Produkten von Cilaos. Natürliche Extrakte sollen Abwehrkräfte stärken und zugleich den Alterungsprozess der Haut verzögern. www.cilaos-cosmetics.com

Wir fahren weiter. Nach einer Kurve erstreckt sich eine Mondlandschaft vor uns. Wir erblicken den Vulkan. Er gilt als einer der aktivsten der Welt. Intenationale Experten kommen hierher und studieren die Lage. Zwei-, dreimal im Jahr bricht er aus. Das Magma hat sich jetzt zwar gesammelt, aber einen Ausbruch soll es nicht geben, hören wir. Wir steigen am Parkplatz am Rande der Caldera aus, einem acht Kilometer langen Sicherheitsgürtel, der bei einem Ausbruch davor schützt, dass Lava den Berg herunter fließt. Wir befinden uns 150 Meter über dem Krater und blicken ehrfürchtig hinein. Es riecht nach Schwefel. Von hier aus können wir eine Wanderung unternehmen – oder einen Ausritt mit den Pferden. Der ältere Vulkan, der Piton de la Neige (3070 m), nimmt drei Viertel der Insel ein. Er ist der höchste Berg im Indischen Ozean. Der Piton de la Fournaise misst 2623 Metern.

Das heilende Wasser aus der Tiefe

Cilaos kommt vom madagassischen Wort „Tsilaosa“ – der Ort, den man nicht verlässt. Dafür müssen wir aber erst einmal hinkommen. Von St. Denis schlängeln sich satte 420 Kurven auf das Hochplateau, dass 1200 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Nach jeder Kurve werden wir belohnt mit einem spektakulären Bergpanorama. Manchmal erinnern EU-Schilder am Wegesrand daran, dass die Insel Teil Europas ist, da sie eine Überseeregion Frankreichs ist. Und das mit langer, wechselvoller Geschichte. Es gibt eine Buslinie und Haltestellen auf dem Weg. Die Regierung wollte sichergehen, dass sich die Bergbewohner nicht abgeschnitten fühlen. Außerdem können Wanderer so entscheiden, wie weit sie laufen möchten. Und den Rest der Strecke auf Wunsch mit dem Bus zurücklegen. Das war nicht immer so. Einst war Cilaos der Zufluchtsort der „entlaufenen Sklaven“. Die „Maroons“ (freie Sklaven) waren die ersten Einwohner von Cilaos, genauso wie in den anderen Dörfern der Talkesseln. Später mischten sich Siedler unter sie und es entstand die für die Berge typische Bevölkerung der Mestizen. 1815 wurden die ersten Thermalquellen entdeckt, ab 1939 wurde das Wasser für ein Thermalbad genutzt. Die heilenden Quellen und das kühlere Klima zogen viele Touristen an. Bis 1936 erfolgte der Aufstieg zu Fuß. Träger mussten Wohlhabende in einem Tagesmarsch auf den Berg bringen. Heute werden zwei von drei Thermalquellen genutzt. Aus der Quelle mit dem Namen „Veronique“ wird das Mineralwasser „Cilaos“ gewonnen. „Irene“ wiederum wird für das Thermalbad „Les Thermes de Cilaos“ verwendet. Vormittags kommen Gäste, die sich Rahmen einer Kur auch mit den Wohltaten dieses Wassers regenerieren möchten. Das mehr als 30 Grad Celsius warme magnesium- und kalziumhaltige Wasser wird zur Be-handlung von Haut- oder Magenproblemen und bei Rheuma eingesetzt. Bei der Ankunft in Cilaos merken wir, dass das Klima hier trockener und auch sonniger ist als in Salazie oder Mafate. Mit 5492 Einwohnern ist der Ort auch deutlich größer. Trotzdem ist Cilaos sehr charmant mit seinen kleinen Straßen und bunten kreolischen Häusern, drumherum die beeindruckende Bergkulisse. Wer gerne wandert oder Mountainbike fahren will oder auch ein Faible fürs Klettern hat, der ist goldrichtig. Der Nachmittag ist offen für alle, die sich eine Spa-Behandlung mit „Irene“ gönnen wollen. Es gibt Unterwassermassagen, Algenbehandlungen oder Saunagänge. Bis 2023 soll das Thermalbad modernisiert werden.

Für uns wird es Zeit, einen Gebirgswein zu probieren. Wir treffen Kellermeister Gianny Payet. Seit 2004 dürfen die roten, rosé, trockenen weißen und Primeur-Weine die Be- zeichnung „Vin de Pays“ tragen – damit wird der Weinbaubetrieb von Cilaos zum ersten europäischen in der südlichen Hemisphäre. Der Weißwein Chai de Cilaos ist ein Cuvée aus Malbec und Pinot Noir. Es werden auch Rotweine, leichte Sommerweine mit zitronigen Aromen und Rosé produziert. Noch müssen die Winzer herausfinden, welche Sorte optimal auf dem Vulkanboden und in dieser Höhe von 600 bis 1000 Metern gedeiht. So kreuzen sie verschiedene Rebsorten, testen die Ergebnisse und probieren weiter. Gianny, ruhig, unaufgeregt und entspannt wie alle Bewohner auf der Insel, ist da ganz Optimist.

Am Ende verstehe ich Caroline, eine vom Festland zugezogene Französin, die uns erzählte: „Je länger man auf La Réunion bleibt, desto schwerer f ällt es, zu gehen.“ Mit jedem Tag habe ich mich mehr in die Insel verliebt. Eines ist ganz sicher: Ich komme wieder. •

Sandra Weller

ZAHLEN & FAKTEN

La Réunion

Saint-Denis ist die Hauptstadt von La Réunion und liegt im Norden am Meer

Auf der Insel leben rund

850 000 Einwohner

So groß wie das Saarland ist La Réunion – es misst etwa 2500 Quadratkilometer

Réunion gehört mit den Nachbarn Madagaskar, Mauritius und Rodrigues zur Inselgruppe der Maskaren

KOSTPROBE GEFÄLLIG?

Gianny Payet kredenzt als Kellermeister Wein auf La Réunion