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Die Wüste lebt


Ein Herz für Tiere - epaper ⋅ Ausgabe 12/2019 vom 15.11.2019

In der kargen Landschaft der Kalahari tummeln sich viele tierische Bewohner. Kommen Sie mit auf eine spannende Foto-Safari ins südliche Afrika


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Bildquelle: Ein Herz für Tiere, Ausgabe 12/2019

ZUSAMMENHALT Erdmännchen haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten


Rote Dünen werden von der untergehenden Sonne in ein sanftes Licht getaucht. Hier und da wächst ein knorriger Kameldornbaum in dieser ansonsten kargen Landschaft. Die Kalahari ist eines der am wenigsten besiedelten Gebiete der Welt, größere Ortschaften gibt es nicht. Die San, ein nomadisches Volk aus Jägern und Sammlern, ziehen in dieser Abgeschiedenheit seit Jahrtausenden umher und leben von dem, was ...

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... die Natur ihnen schenkt – Früchte, Wurzeln, Wild.

Wo die moderne Welt draußen bleiben muss, können Tiere ungestört leben: Erdmännchen lassen sich von den letzten Sonnenstrahlen des Tages ihr Fell wärmen. Die niedlichen Vertreter aus der Familie der Mangusten leben in kleinen Gruppen zusammen. Sie verdanken ihren Namen der Tatsache, dass sie sich auf die Hinterbeine stellen, um Ausschau nach Feinden zu halten – kleine „Männchen“ eben. Entdeckt einer der Wächter einen Räuber, zum Beispiel einen Schakal oder eine Schlange, stößt er ein lautes Bellen aus. Dieses Alarmsignal ist das Zeichen für die Gruppenmitglieder, möglichst schnell in den unterirdischen Bau zu fliehen. Erdmännchen übernehmen häufig ehemalige Wohnstätten von Erdhörnchen – nur selten graben sie ihre Behausung selbst in die lockeren Sandböden der Kalahari. In trockenen, offenen Landschaften mit kurzem Grasbewuchs fühlen sie sich am wohlsten. Dieser einzigartige Lebensraum wird Savanne genannt.

Dem Löwen auf der Spur

Die Erde besteht zu etwa 18 Prozent aus Savannen. Diese Vegetationszone gehört zur subtropischen Zone. Man findet sie sowohl nördlich als auch südlich des Äquators. Das Klima der Savannen unterscheidet sich stark je nach Art, eines ist jedoch gleich: Der meiste Niederschlag fällt im Winter. Am trockensten ist es in der Dornenstrauchsavanne mit weniger als 500 Millimeter jährlichem Niederschlag, gefolgt von der Trockensavanne. Am meisten Niederschlag fällt in der Feuchtsavanne. Grundsätzlich ist der Boden in allen drei Savannentypen mit einer Krautschicht bedeckt. Wie der Name vermuten lässt, besteht die Dornenstrauchsavanne hauptsächlich aus diesen. Erst in der Trockensavanne findet man einen Baumbestand. In der Feuchtsavanne gibt es bereits geschlossene Baumgruppen. Auf dem afrikanischen Kontinent beherbergen die Savannen eine Vielzahl an faszinierenden Tieren: von putzigen Erdmännchen über majestätische Löwen bis hin zu mächtigen Elefanten und einer bunten, vielfältigen Vogelwelt.

ALLES IM BLICK Der Blassuhu macht Jagd auf Perlhühner, Mäuse und Schlangen



Nur der Fluss Okavango versorgt die Kalahari mit Wasser


MINI-GREIFVOGEL Offene Baum-und Strauchsavannen sind die Brutgebiete des Halsband-Zwergfalken


SAMTPFOTE Als nachtaktive Jägerin döst die Afrikanische Wildkatze tagsüber


Unterwegs im Nationalpark

Die Kalahari ist eine Dornenstrauch-und auch eine Trockensavanne auf einer Fläche von über einer Million Quadratkilometern. Aufgrund des vorherrschenden Sandes wird sie aber dennoch umgangssprachlich oft als „Wüste“ bezeichnet. Der größte Teil der Kalahari liegt in Botswana und Namibia, gefolgt von Südafrika. Es gibt nur einen wasserführenden Fluss: den Okavango. Dieser entspringt in Angola und fächert sich im gleichnamigen Delta in der Kalahari auf. Die meisten Teile der Kalahari sind Naturschutzgebiete – so auch der Kgalagadi-Transfrontier-Nationalpark. Er liegt im Dreiländereck Namibia, Südafrika und Botswana. Dieser Park gilt als einer der besten zur Beobachtung von Großkatzen. Ein Grund mehr, diesen Park etwas genauer zu betrachten: Der Kgalagadi-Transfrontier-Nationalpark ist Heimat vieler unterschiedlicher Tierarten, darunter verschiedene große Katzenarten wie Löwen, Leoparden und Geparden. Daneben kann man Giraffen, Schakale, Afrikanische Wildkatzen, Oryxantilopen, Springböcke, Erdmännchen und einige mehr hautnah erleben. Neben den Säugetieren gibt es eine einzigartige Vogelwelt zu entdecken. Um nur einige Highlights zu benennen: Gabelracken, Lannerfalken, Gaukler, Gleitaare, Zwergfalken und Savannenadler können Hobby-Ornithologen hier vor die Linse bekommen. In den Restcamps gibt es gute Möglichkeiten, unterschiedliche Eulenarten zu sehen, unter anderem Südbüscheleulen, Schleiereulen, Sperlingskauze und Blassuhus. Bei Touristen beliebt sind Foto-Safaris, bei denen man im Geländewagen die Savanne erkundet. Es kann Pirschfahrten geben,bei denen man nicht viele Tiere zu Gesicht bekommt. Dafür entschädigen andere Ausfahrten, bei denen sich viele faszinierende Arten zeigen. In dem Park darf man nur auf ausgewiesenen Rastplätzen aus dem Auto steigen. Somit kann es sein, dass man nicht die perfekte Position zum Fotografieren der Tiere einnehmen kann. Besonders bekannt ist der Park für zahlreiche und vielfältige Greifvögel. Über 40 Arten wurden bereits nachgewiesen, darunter Schlangenadler, Bengalengeier, Savannenadler oder der ausdrucksstarke Gaukler mit seinem außergewöhlichen Gefieder am Kopf. Entlang der Wege kann man öfter den Halsband-Zwergfalken oder auch den Lannerfalken und den Rotfußfalken entdecken. Tipp: Die beste Zeit zur Vogelbeobachtung ist von November bis April. In dieser Zeit sind auch viele Zugvögel vor Ort. Doch leider macht sich auch in der Kalahari der Klimawandel bemerkbar. Es ist zu erwarten, dass das Gebiet im südlichen Afrika in Zukunft deutlich trockener und wärmer wird. Die Menschen und Tiere hätten dann mit steigenden Sommertemperaturen und sinkenden bzw. schwankenden Niederschlagsmengen zu kämpfen. Auch Jahre, in denen kaum oder gar kein Regen fällt, könnten immer mehr zum Normalfall werden. Das Brandrisiko würde sich erhöhen. Dies könnte die Menschen und Tiere zwingen, in nördlichere Gebiete abzuwandern.

HOCH OBEN Die Giraffen im Nationalpark sind kaum zu übersehen



Von April bis November finden sich hier viele Zugvögel ein


Auf Pirschfahrt

Der Kgalagadi-Transfrontier-Nationalpark bietet drei große Camps, in denen Touristen übernachten können. Sowohl Campingplätze als auch kleine Bungalows stehen zur Verfügung. Da der Park schier endlos ist und das Tempolimit bei 50 Stundenkilometern liegt, sollten Besucher mindestens vier Tage, besser eine ganze Woche für ihren Aufenthalt einplanen. Allein die Fahrt vom Eingangscamp Twee Rivieren in Südafrika nach Nossob kann gerne mal acht Stunden dauern. Beobachtungsfahrten sollten am frühen Morgen oder gegen Abend unternommen werden, da man zu dieser Zeit die größte Chance hat, viele spannende Tiere zu sehen.

KOMISCHER VOGEL Der Südliche Gelbschnabeltoko trägt den Spitznamen „Flying Banana“


WÜSTENBEWOHNER Die Oryxantilope ist das Wappentier Namibias


MÜDE GEPARDEN Auch das schnellste Landtier der Erde macht mal Pause



Morgens und abends zeigen sich die meisten Tiere den Besuchern


Bedrohte Schönheit

Im nordöstlichen Camp Mata-Mata gibt es Wasserstellen, die von einem Ansitz im Camp aus bis in die Nacht hinein beobachtet werden können. Optimal ist es, die erste Nacht in Twee Rivieren zu verbringen und am nächsten Morgen zeitig Richtung Mata-Mata aufzubrechen; dort zwei bis drei Nächte bleiben und dann weiter über die Querverbindung vom Auob-über das trockene Nossob-Flussbett ins Nossob-Camp. Dort verbringt man wiederum zwei bis drei Nächte und fährt dann zurück nach Twee Rivieren oder weiter Richtung Botswana. Diese Route bietet die Möglichkeit, die meisten Tierarten – vom Geparden über den Blassuhu bis zur Giraffe – zu Gesicht zu bekommen. So können Besucher die Schönheit der Kalahari in voller Pracht genießen – bevor der Klimawandel ihr Gesicht möglicherweise für immer verändert.

Kgalagadi-Transfrontier-Nationalpark

Hintergrund-Infos

Der Ursprung des Parks reicht bis ins Jahr 1931 zurück. Er ist bekannt für seine orangeroten Dünenketten und die großen Tierherden, die hier umherwandern. Teile des Parks gehören zur Khomani-Kulturlandschaft, die seit der Steinzeit besiedelt ist und zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt. Mehr dazu: www.sanparks.org.


Fotos: Falko Düsterhöft