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Die Zander-Flüsterin


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Blinker - epaper ⋅ Ausgabe 120/2022 vom 11.11.2022

GUIDING IN HAMBURG

Artikelbild für den Artikel "Die Zander-Flüsterin" aus der Ausgabe 120/2022 von Blinker. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
Als Guide weiß Natsch, wo man die Chance hat, solche Fische an den Haken zu bekommen.

Blinker: Hi Natsch! Die erste Frage: Wie bist Du zum Angeln gekommen?

Natsch: Ich habe vor ca. 18 Jahren Andreas, meinen Partner, kennengelernt und habe ihn immer zum Angeln begleitet. Zur damaligen Zeit war er wieder vom Ansitzangler zum aktiven Raubfischangler geworden, wodurch ich einen Einblick in das Spinnfischen bekam. Nur neben der Rute zu sitzen und zu warten, macht mir persönlich keinen Spaß. In meinen Anfängen habe ich dann auch mal selbst auswerfen dürfen, wurde fachkundig in die Raubfischangelei eingewiesen und machte bald den Angelschein. Da ich schnell erfolgreich gefangen habe, ist bei mir das Angelfieber ausgebrochen – es hat mich direkt gepackt!

Ab wann hast Du dich ganz dem Raubfischangeln verschrieben?

Von Beginn an war das Raubfischangeln meine Leidenschaft. Anfänglich auf Barsch im Mittellandkanal, dann ging es direkt an die Küste auf Meerforellen und Dorsche. ...

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... Die Zanderangelei in Hamburg folgte erst später.

Welche Angelart bevorzugst Du beim Raubfischangeln?

Ich liebe die Angelei auf Barsche, sei es mit leichten Ködern an feinem Gerät, von Land, oder vom Boot aus. Ich mag Frequenzangeln, das ist beim Barschangeln in der Regel mehr gegeben als beim Zanderangeln. Aber auch das Dorschangeln mit leichtem Gerät hat mir immer sehr viel Spaß gemacht.

Was macht für dich den Reiz des Angelns aus?

Es ist dieses „auf die Jagd“ gehen. Mit Kunstködern zu fischen und damit den Endgegner zu überlisten. Das in Kombination mit der Freiheit und Ruhe – das muss nicht immer der total abgelegene See sein, um mental zu entspannen und dem Alltag zu entfliehen. Es kann auch die laute Metropole sein, direkt neben Kränen und Containern.

Hast Du einen Lieblingsfisch?

Das ist ohne Wenn und Aber der Barsch. Ich finde, dass dieser Fisch in unseren Gefilden der schönste Fisch ist, der auf sehr unterschiedliche Art und Weise beangelt werden kann. Je größer die Barsche werden, desto mehr Freude machen sie an der Angelrute. Da muss sich ein Ü-40er Barsch nicht hinter einem Ü-80er Zander verstecken!

Was sind deine bislang größten Fänge?

Zander 1,01 m, Hecht 1,01 m, Meerforelle 82 cm, Barsch genau 50 cm. Bei den Rapfen weiß ich es nicht genau – irgendwas über 70 cm. An der Mosel hatte ich mal einen Riesen-Rapfen dran, der dann leider ausgestiegen ist. Dieser Fisch war definitiv weit über 80 cm lang.

Wie beurteilst Du den steigenden Angeldruck an der Elbe? Ist der aktuelle Zanderrückgang auch auf die vielen Angler zurückzuführen?

In den letzten Jahren – auch coronabedingt – ist der Angeldruck an der Elbe stark gestiegen. Nicht nur von Land aus, auch vom Boot. Die Angelplätze standen lange Zeit unter Dauerbeschuss! Da ist es nicht verwunderlich, dass sich die Räuber neue Aufenthaltsorte suchen. Ich denke aber nicht, dass nur der Angeldruck für den Zanderrückgang verantwortlich ist. Die Elbe verändert sich von Jahr zu Jahr, der Klimawandel kommt dazu und eines der größten Probleme ist wahrscheinlich der Rückgang der Stinte und anderer Nahrungsquellen, um nur ein paar Faktoren zu nennen.

Viele Guides kommen und gehen. Du guidest ununterbrochen seit über 12 Jahren. Was ist das Geheimnis deines Erfolgs?

„Pro Guiding“ besteht nicht nur aus mir. Andreas und Tim sind meine Kollegen, die ich sehr schätze und ohne die wir sicherlich nicht so weit gekommen wären!

Wir sind ein starkes Team, das sich in jeder Lebenslage aufeinander verlassen kann. Wir ergänzen uns und tauschen uns sehr viel aus. Ein anderer Punkt ist vielleicht aber auch, dass wir uns von Anfang an alles selbst erarbeitet haben. Der Zander ist ein launischer Fisch und die Tide macht das Angeln an der Elbe zu einer anspruchsvollen Angelegenheit. Wir sind sehr viel angeln gegangen und haben viel Zeit aufgewendet und noch mehr ausprobiert, bevor wir unser Guiding-Unternehmen gegründet haben. Wir vermitteln Authentizität und ahmen nichts nach.

Angeln ist leider immer noch eine Männerdomäne. Hattest Du in deiner ersten Zeit als Guide Schwierigkeiten, als Frau ernst genommen zu werden?

Schwierigkeiten hatte ich nie. Ich weiß, was ich kann. Mein Gefühl sagt mir, dass meine Gäste meine Fähigkeiten und meine Expertise schätzen und gerne wieder buchen. Zu unseren Anfangszeiten habe ich mir selbst den Druck gemacht, unsere Gäste erfolgreich zum Fisch zu führen. Diesen Ehrgeiz habe ich bis heute nicht verloren. Einen Zusammenhang zu meinem Geschlecht sehe ich nicht, und so etwas sollte es in der heutigen Zeit auch nicht mehr geben.

Angeln Frauen anders als Männer?

Ja, Frauen sind meistens lockerer bei der Sache! Wir nehmen den Sport nicht so sehr als Wettkampf wahr. Sind Pärchen an Bord, spürt man häufig den Drang des Mannes, vor seiner Frau nicht versagen zu wollen, oder gar schlechter fangen zu wollen. Den meisten Frauen, mit denen ich unterwegs war, war es auch nicht so wichtig, ob sie etwas fangen, geschweige denn wie groß der Fang war. Frauen hören auch besser zu. Wenn ich erkläre, wie wir fischen sollten, um erfolgreich auf Zander oder Rapfen zu angeln, dann befolgen Frauen das direkt und setzen es genauso um. Männer weichen viel öfter davon ab – machen ihr eigenes Ding – und sind daher nicht immer gleich erfolgreich.

Wie müsste sich die Angelszene ändern, damit mehr Frauen vom „ Angelvirus“ infiziert werden?

Ich kann nur sagen, dass sich wahrscheinlich eher die Männer ändern müssten. Es sind nämlich die Männer, die aus dem Angelsport einen Männersport machen. Es geht beim Angeln nämlich nicht immer um Muskelkraft. Angeln ist ein gefühlvolles Hobby, was Frauen sehr gut beherrschen. Daher sollten einfach mehr Frauen zeigen, dass sie erfolgreich angeln – was man in den sozialen Medien aber auch schon beobachten kann!

Die Elbe um Hamburg ist dein Revier. Was hat sich deiner Erfahrung nach in den letzten Jahren am Fluss geändert?

Dadurch, dass wir seit einigen Jahren die Maßnahmen der Elbvertiefung haben, hat sich auf jeden Fall Folgendes geändert: Die Strömung. Der Fluss ist schneller geworden. Die Uferstrukturen haben sich stark zum Negativen verändert. Die Elbe verlandet mehr und mehr. Und dann die Wassertrübung, das ist auch ein riesiges Problem. Der Zander mag es zwar trüb, aber die stark sedimentreiche Elbe ist wirklich kein schöner Aufenthaltsort für unsere schwimmenden Freunde. Man muss sich vorstellen, dass sie das alles einatmen müssen! Außerdem gibt es diverse Baumaßnahmen, die die Elbe im Hafen verändert haben.

Jedes Jahr kommt es im Sommer zu vermehrtem Sauerstoffmangel, dem viele Fische zum Opfer fallen. Was, denkst Du, ist der Grund?

Du hast es richtig gesagt: Jedes Jahr! Diese Situation kennen wir, seit wir die Elbe befischen. Es hat mit folgenden Faktoren zu tun: Die Verschlickung ist sicher ein Problem, wodurch der Fluss auch immer trüber wird. Das verursacht eine Aneinanderreihung von Problemen, die die Sauerstoffproduktion im Fluss beeinflusst. Wenig Licht gelangt zum Grund, Algen verbrauchen den übrig gebliebenen Sauerstoff und so weiter. Aber das sind alles Fragen, die ich nicht sicher beantworten kann. Ich bin in dem biologischen Themengebiet keine Fachfrau.

Gibt es für dich ein Leben nach dem Angeln?

Momentan kann ich mir ein Leben ohne Angeln einfach nicht vorstellen, ganz ehrlich. Ich liebe es, mit Menschen angeln zu gehen und bin daher froh, dass ich das jeden Tag aufs Neue mit vielen tollen und vor allem völlig verschiedenen Menschen tun darf ! Es sind nämlich über das Jahr verteilt sehr viele unterschiedliche Charaktere und Typen bei mir an Bord. Und wir haben und hatten alle nur ein Ziel: Einen tollen Tag auf der Elbe zu verbringen! Daher kann ich sagen: Ich liebe meinen Job!

Was ich aber neben dem Angeln noch sehr gerne mache, ist Sport zu treiben. Vor 3 Jahren wieder angetrieben von meiner jüngeren Schwester, die Fifa-Schiedsrichterin ist, ist das Laufen und Radfahren eine weitere, inzwischen nicht mehr wegzudenkende Leidenschaft von mir.

„Es sind die Männer, die den Angelsport zu einem Männersport machen!“

Angeln mit Pro Guiding in Hamburg

Natsch hat mit ihrem Partner Andreas Panten vor ca. 12 Jahren den Angel-Service „Pro Guiding“ gegründet. In all den Jahren haben die beiden unzählige Gäste zum Zander, aber auch zur Meerforelle (in den Wintermonaten) geführt. Auch Sie können bei Natsch und Andreas einen Angeltrip buchen.

• Telefon: 040-27160669.

• Weitere Infos:

Welche bekannten Angler haben in den letzten Jahren schon einmal eure Guidings in Anspruch genommen?

Horst Hrubesch war wohl der bekannteste Angler bei mir an Bord. Darüber hinaus waren noch Heinz Galling und Horst Hennings zu Gast, die mich im Rahmen von der NDR-Fernsehsendung „Rute raus, der Spaß beginnt“ gleich zweimal begleitet haben. Dann hatte ich Jörg Strehlow, einen der wohl bekanntesten Zanderangler Deutschlands und Matthias Fuhrmann vom Team Bodden-Angeln ebenfalls mehrfach bei mir zu Gast. Den zuletzt Genannten kennen wir schon viele Jahre und waren auch schon öfter bei ihm und seinem Team auf Rügen!