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Die Zukunft des Auto -Business hängt an der Software


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Computerwoche - epaper ⋅ Ausgabe 39/2021 vom 20.09.2021

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Das sollten die Autobauer tun:

→ Softwareorientierte Vision und Strategie entwickeln;

→ Tools und agile Methoden nutzen, um die Zusammen arbeit zwischen den Organisationseinheiten zu verbessern;

→ strategische Partnerschaften mit Software-, Technologieund Serviceanbietern rund um wichtige Softwaretrends aufbauen;

→ Softwareexperten entwickeln und binden, um Softwareexzellenz zu ermöglichen;

→ Daten nutzen, um intelligente Fahrzeuge, Produktionsprozesse und Dienste umzusetzen;

→ einen Fahrplan für eine standardisierte Fahrzeug-Softwarearchitektur der nächsten Generation schaffen.

Summ, statt brumm“, schrieb der Nachrichtensender „ntv“ anlässlich der Automesse IAA Mobility, die sich nicht nur in den Münchner Messehallen, sondern auch in Teilen der Altstadt abspielte. Gemeint war der leise Sound der Elektromotoren, der das Dröhnen der PS-starken Benzin- und DieselBoliden ablösen wird. Doch der Antrieb der Zukunft war in der Bayern-Metropole nur eines der Themen. Ein anderes, vielleicht noch wichtigeres, war die Software – im Fahrzeug und in den entsprechenden Ökosystemen.

In der Studie „Softwaregetriebene Transformation wird für Automobilhersteller zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor“ bringen die IT-Berater von Capgemini auf den Punkt, wo rum es in dieser Branche künftig geht:

Softwarebasierende Funktionen und Dienste werden zum differenzierenden Merkmal. Die Autobauer könnten in den kommenden fünf Jahren allein damit Produktivitätssteigerungen um bis zu 40 Prozent, Kostensenkungen um 37 Prozent und eine Verbesserung der Kundenzufriedenheit um 23 Prozent erzielen, heißt es in der Analyse. Erstaunlich ist, dass trotzdem 45 Prozent der OEMs weltweit noch keine vernetzten Dienste anbieten. Nur 13 Prozent monetarisieren laut Studie solche Services aus eigener Kraft.

Zum Glück werden die Manager der Autobranche noch nicht von Selbstzweifeln geplagt:

Immerhin die Hälfte erwartet, in den nächsten fünf bis zehn Jahren Softwarefunktionen erfolgreich bereitstellen zu können. Gearbeitet wird an fortgeschrittenen Fahrerassistenz-Systemen, am autonomen Fahren, an Konnektivität sowie an vielfältigen Services. Diese Aspekte sollen zu einem ähnlich wichtigen Wettbewerbsfaktor werden wie der Automobilbau selbst. Momentan ist der Reifegrad in Schlüsselbereichen allerdings immer noch gering. Die meisten OEMs – 71 Prozent der globalen sowie 53 Prozent der deutschen Autobauer – befinden sich laut Studie noch in der Anfangsphase ihrer softwaregetriebenen Transformation. Sie haben bis dato gerade mal die Anwendungsbereiche identifiziert. Nur 28 Prozent haben ein Pilotprojekt oder einen Proof of Concept implementiert, um die Transformation in bestimmten Bereichen voranzutreiben. Immerhin liegen die deutschen Hersteller hier mit 41 Prozent ganz gut im Rennen, wenngleich die chinesischen Player mit einer Quote von 63 Prozent schon ein wenig enteilt sind.

Legacy-Strukturen bereiten Sorgen

Die Studie bezeichnet 15 Prozent der OEMs als Vorreiter bei der Transformation. Sie könnten den notwendigen Reifegrad zur Implementierung einer softwaregetriebenen Transformation vorweisen. Diese Konzerne hätten klare Ziele vorgegeben, und sie beherrschten die technologischen Trends. Im Jahr 2031 hoffen die Manager dieser Elite bis zu 28 Prozent ihrer Einnahmen mit Software zu erzielen.

Die Studie

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Der Mini Urbanaut, ein auf der IAA präsentiertes Konzeptfahrzeug der BMW-Tochter Mini, lässt erahnen, wie wichtig Software im Auto wird.

Das Capgemini Research Institute beruft sich in der Studie auf die Angaben von weltweit 572 Führungskräften aus dem Automotive- Sektor (OEMs). Der größte Anteil der Befragten kommt aus den USA (18 Prozent), Großbritannien (16 Prozent), Deutschland (elf Prozent) und China (neun Prozent).

Die Befragten gehören 148 Automobilunternehmen an, von denen elf Prozent in Deutschland ansässig sind, 14 Prozent in den USA, 13 Prozent in China und elf Prozent in Großbritannien.

Capgemini stellt fest, dass Autobauer, die sich mittels Software einen Wettbewerbsvorteil verschaffen wollen, ihre Legacy-Architekturen hinter sich lassen müssen. Derzeit nutzten beispielsweise noch 93 Prozent eine traditio nelle Fahrzeugarchitektur, nur 13 Prozent planten, die integrierte Bereitstellung von Hardware und Software zu entkoppeln.

Damit aber würden Verfahren für die Nutzung von Softwareupdates Over-the-Air (OTA) ineffizient, wodurch sich das Innovationstempo der OEMs verlangsame.

Laut Studie erwarten die Manager, dass sich der Anteil neuer Fahrzeuge, die vernetzte Dienste und OTA-Upda tes unterstützen, in den nächsten fünf Jahren von elf auf 36 Prozent mehr als verdreifachen wird. Derzeit bieten aber nur vier von 100 Autobauern OTA-Updates an. Laut Capgemini muss noch eine Menge passieren, damit diese Hersteller vom Wachstumstrend profitieren können.

Wichtig sei, dass die Autobauer strategische Partnerschaften mit Software- und Technologiedienstleistern eingingen, um einen Mehrwert entlang der Wertschöpfungskette von Automobilsoftware zu schaffen. Dazu benötigten sie eine klare Strategie für ihre jeweiligen Ökosysteme. Die Berater empfehlen, die Standardisierung der Architektur voranzutreiben, ebenso das Erfassen, Nutzen und Verarbeiten von Fahrzeug- und Verbraucherdaten.

Auf dem Weg zur Software Company

Dabei bleiben das Dateneigentum und die Cybersicherheit die kritischsten Punkte: Rund die Hälfte der OEMs kämpft derzeit damit, Daten zu sammeln und daraus verwertbare Erkenntnisse abzuleiten. Weniger als zehn Prozent glauben, dass sie gut vorbereitet sind, um Cybersicherheitsmaßnahmen umzusetzen, und 60 Prozent wissen nicht recht, wie sie sicherstellen können, dass die Produkte von Zulieferern ihren Sicherheits- und Cybersicherheitsvorschriften genügen. Mit bestimmten Daten ließe sich der automobilen Wertschöp-fungskette „Intelligenz“ hinzufügen – doch nahezu die Hälfte der Anbieter (47 Prozent) sammelt oder analysiert keine Fahrzeugdaten.

Die Autohersteller müssen sich zumindest in Teilen zu Softwarehäusern transformieren, doch es fehlt an allen Ecken und Enden an Entwicklern und Experten mit dem entsprechenden Methodenwissen. Laut Capgemini müssen die OEMs zurzeit mit einer „Kompetenzlücke von 40 bis 60 Prozent in Bereichen wie Softwarearchitektur, Expertise im Cloud Management und Cybersicherheit“ fertig werden.

Nahezu alle befragten Führungskräfte (97 Prozent) glauben, dass innerhalb der kommenden fünf Jahre bis zu 40 Prozent ihrer Talente über die erforderlichen Fähigkeiten verfügen sollten, um eine softwaregetriebene Transformation durchzuführen. Um hier voranzukommen, werden sich die Autobauer fundamental verändern müssen. Dabei geht es nicht nur um technische Kompetenzen, sondern auch darum, die bestehende Kultur abzustreifen und die Prozesse rund um Software neu zu definieren.

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