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Die ZUKUNFT des FLIEGENS


HÖRZU Wissen - epaper ⋅ Ausgabe 5/2021 vom 23.09.2021

Artikelbild für den Artikel "Die ZUKUNFT des FLIEGENS" aus der Ausgabe 5/2021 von HÖRZU Wissen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: HÖRZU Wissen, Ausgabe 5/2021

GROSSER AUFTRITT Das Überschallflugzeug Overture von Boom Supersonic

2100 km/h beträgt die Höchstgeschwindigkeit der Overture

Von London nach New York in nur dreieinhalb statt sieben Stunden, von Los Angeles nach Sydney in achteinhalb statt 15 Stunden. Mit dem Überschallflugzeug Overture könnte die Welt schon bald ein wenig mehr zusammenwachsen und sich die Reisedauer auf Langstrecken mehr als halbieren. Schon Ende dieses Jahrzehnts soll der Flieger des US-Start-ups Boom Supersonic die ersten Passagiere befördern – mit mehr als 2100 Stundenkilometern! Die erste Bestellung einer der größten Airlines der Welt erreichte das erst 2014 gegründete Unternehmen im Frühjahr dieses Jahres: United Airlines orderte 15 Maschinen – mit Option auf 35 weitere.

Spätestens ab diesem Zeitpunkt war klar, dass die Overture keine Luftnummer ist, sondern ein großer Schritt in die ...

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... Zukunft des kommerziellen Überschallf lugverkehrs. Den hatte es schon einmal gegeben: Zwischen 1969 und 2003 verband die Concorde vor allem London und Paris mit New York. Doch schon lange vor dem verheerenden Absturz einer Maschine im Jahr 2000, bei dem 113 Menschen starben, galt der Überschallflieger mit der beweglichen Nase als finanzieller Flop. Mit einem Treibstoffverbrauch von 25,7 Tonnen pro Stunde war er zudem ein echter Luftverpester, mit seinem Lärm ein Ärgernis für Anwohner in der Nähe von Flughäfen. Für das britisch-französische Prestigeprojekt drückten die Luftfahrtbehörden damals jedoch beide Augen zu.

STRENGE UMWELTAUFLAGEN

„Die neue Generation von Überschalljets wird sich an den konventionellen Flugzeugen messen lassen müssen“, sagt Prof. Lars Enghardt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Dort arbeitet er am EU-Projekt SENECA, dessen Ziel es ist, Lärm und Schadstoffausstoß neuer Überschallflieger zu reduzieren. Das Problem dabei: Um mit Überschallgeschwindigkeit unterwegs sein zu können, müssen die Flieger extrem schmal gebaut sein. Große Tragf lächen sind tabu. Das verringert jedoch die Segeleigenschaften, sodass beim Abheben und bei der Landung deutlich mehr Schub benötigt wird. Die Folge sind mehr Lärm und dreckigere Luft in Flughafennähe. Durch Anpassung in der Antriebstechnik und Feinjustierung der Flugbahnen wollen die Forscher die Umwelteinwirkungen reduzieren. Ihre Daten bilden später auch die Grundlage, auf der Behörden über neue Grenzwerte entscheiden. Und die sind dann auch für die neu entwickelte Overture verbindlich.

Doch bereits aus eigenem Interesse liegt Boom Supersonic viel an einemmöglichst umweltfreundlichen Flieger. „Gemeinsam mit Triebwerkhersteller Rolls-Royce hat man sich das Ziel gesetzt, CO 2 -neutrale Antriebskonzepte zu entwickeln. Etwa mit alternativen Treibstoffen wie aus der Atmosphäre genommenem CO oder Wasserstoffantrieben“, sagt Dr. Robert Jaron vom DLR gegenüber HÖRZU WISSEN. Erste Tests seien vielversprechend, doch Jaron und Enghardt versuchen weiter, die aktuellen Triebwerke effizienter zu machen.

Die zweite Hürde bei der Zulassung für supersonische Jets ist ihr Lärm: Wenn wir das Durchbrechen der Schallmauer als einen einzelnen bis zu 120 dB lauten Knall wahrnehmen, handelt es sich in Wahrheit um einen dauerhaften Schallkegel, den das Flugzeug hinter sich herzieht (siehe Grafik oben). Zivile Flüge mit Überschall waren darum bisher nur über dem Meer erlaubt. Derzeit tüftelt die NASA gemeinsam mit dem US-Rüstungskonzern Lockheed Martin daran, den ohrenbetäubenden Knall abzudämpfen. Ihr neu entwickelter, ultraschlanker Jet X-59 ist so designt, dass er im Überschallflug auf dem Boden kaum noch gehört werden kann.

GEHT’S EIN BISSCHEN LEISER?

Das Geheimnis liegt in der Platzierung des Triebwerks. Es liegt oberhalb der Tragf lächen, die seine Schallwellen Richtung Erde abschirmen. Am Boden soll man den Knall nur noch in der Lautstärke einer zugeworfenen Autotür wahrnehmen. In den kommenden Monaten erfolgen die ersten Tests über Land. Anschließend werden Anwohner der betroffenen Gebiete befragt, wie störend sie das Geräusch empfinden.

DLR-Mitarbeiter Robert Jaron sieht diese Low-Boom-Technologie als möglichen Durchbruch für den Überschallflugverkehr: „Inwieweit sie sich auf Passagierf lugzeuge mit mehr als einem Triebwerk anwenden lässt, ist allerdings noch offen. Es werden noch ein bis zwei Jahrzehnte vergehen, bis Überschallflüge über Land erlaubt sein werden.“ Ob sie dann tatsächlich stattfinden, wird die Nachfrage entscheiden. Die neuen Überschallf lieger würden zunächst nur auf Vielf liegerrouten abheben, auf denen Passagiere bereit sind, einen höheren Ticketpreis zu zahlen.

HENDRIK THIES