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Die Zukunft? Ist schon längst da!


Bild der Frau - epaper ⋅ Ausgabe 25/2018 vom 15.06.2018

Das Navi im Auto, der selbstfahrende Bus, jede App auf dem Smartphone – das alles ist schon das Werk von Künstlicher Intelligenz (KI). Bestseller-Autor Frank Schätzing und KI-Experte Jörg Bienert erklären Chancen und Risiken


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Bildquelle: Bild der Frau, Ausgabe 25/2018

Gegen ein elektronisches Superhirn eine Partie Schach zu gewinnen ist heute schon aussichtslos


Frank Schätzing Der Kölner ist Deutschlands führender Wissenschaftsthrillerautor

BILD der FRAU: Herr Schätzing, was genau ist Künstliche Intelligenz eigentlich?
Frank Schätzing: Eine Maschine, die durch selbstständiges Lernen intelligentes Verhalten entwickelt. Sie kann zum Beispiel riesige ...

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BILD der FRAU: Herr Schätzing, was genau ist Künstliche Intelligenz eigentlich?
Frank Schätzing: Eine Maschine, die durch selbstständiges Lernen intelligentes Verhalten entwickelt. Sie kann zum Beispiel riesige Datenmengen auswerten, die ein Mensch alleine nie bewältigen könnte.
Wie funktioniert denn KI?
Im Grunde wie ein Kind, das in die Schule geht. Nach der Basisprogrammierung beginnt sie die reale Welt eigenständig zu studieren und Rückschlüsse zu ziehen. Dieser Lernvorgang erfolgt irre schnell. Einzelne KI-Systeme erleichtern unser Leben schon seit Jahren.
Erzählen Sie mal.
Das Navi im Auto, das voraussieht, wo sich Staus bilden, ist eine KI. Medizinische Programme, die bei der Aufspürung von Hautkrebs, Alzheimer etc. höhere Trefferquoten erzielen als Menschen, sind KIs. Handy-Apps sind KIs. Wenn Sie eine Google-Suche im Netz starten, um Ihre Garderobe aufzuhübschen, liefert Ihnen das System passende Schminktipps mit.
Werden wir dadurch gläsern?
Kommt drauf an. Wir können ja selbst entscheiden, welche Informationen wir im Netz preisgeben und welche nicht. Google weiß schließlich nur, was uns gefällt, weil es sich gemerkt hat, was wir in der Vergangenheit dort gesucht haben. Sprich, je mehr wir der KI über uns verraten, desto besser kennt sie uns – welche Klamotten und Musik wir mögen, welche Filme, welches Essen, welche Urlaubsorte.
Thema Haushalt: Wird der Kühlschrank sich künftig eigenständig auffüllen?
Geschieht schon. Der Kühlschrank lernt unsere Vorlieben kennen und bestellt selbstständig nach, was fehlt. KI und Robotik werden Hausfrauen jede Menge mühsame Arbeit abnehmen. Was ja erst mal toll ist, weil Sie dadurch Zeit gewinnen. Zeit, einem Job nachzugehen, einem Hobby.
Was halten Sie von Robotern in der Altenpflege? Die sind ja nicht gerade einfühlsam.
Sind denn unsere hoffnungslos überforderten und schlecht bezahlten Pfleger immer empathisch? Wenn mir eine Maschine fachgerecht einen Port legt und darüber hinaus für mein Unterhaltungsprogramm sorgt, bin ich allemal besser versorgt als in den Händen irgendeiner russischen Pflegemafia.
Stimmt. Sollten Kinder heute das Programmieren lernen?

Spannendes Gespräch: Reporterin Erika Krüger traf Frank Schätzing in Köln


Definitiv. Programmiersprache muss ein ganz normales Schulfach wie Englisch werden. Die digitale Revolution vollzieht sich in einem Ausmaß, das uns noch gar nicht bewusst ist. Am Ende steht die Verschmelzung von Mensch und Maschine.
Wie bitte?
Kein Grund zur Panik. Hat auch schon begonnen. Wer heute einen Herzschrittmacher trägt, ist zu Teilen eine Maschine. Und froh darüber. Angenommen, es gäbe demnächst ein intelligentes neuronales Implantat gegen Alzheimer, würden Sie sich das nicht einpflanzen lassen, wenn Sie gefährdet wären?
Bin ich dann ein halber Roboter?
Ach wo! Immer noch ein Mensch. Aber rund zehn Prozent der Menschen tragen bereits Ma - schinenteile in sich. Wir müssen Technologie kritisch hinterfragen. Allerdings auch endlich mal diesen unsinnigen Grusel davor überwinden.
Gut. Aber wird KI eines Tages den Menschen ersetzen?
Nein. Wir wissen, dass Maschinen um die Mitte des Jahrhunderts die meisten Jobs besser ausüben werden als wir. Also sollten wir auch einen Plan parat haben, wie wir Arbeitslose in Zukunft absichern. Etwa, indem wir die Gewinne aus dem durch KI gestiegenen Wirtschaftswachstum gerecht verteilen. Und wir sollten aufhören, uns einzig über Produktivität zu definieren, und erkennen, dass mehr Sinn in unserem Dasein liegt. Es kann ja sogar erstrebenswert sein, in einer Welt zu leben, in der Ma - schinen die meiste Arbeit übernehmen. Dann hätten wir endlich genug Zeit für Mitmenschlichkeit.

BUCH-TIPP

Frank Schätzing. Die Tyrannei des Schmetterlings Kiepenheuer & Witsch, 26 Euro

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