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Die „zwölf Glorreichen: Die interessantesten amerikanischen Fahrzeuge in der Geschichte


Gasoline - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 16.05.2019

US-Car-Liebhaber werden oft aufgefordert: „Na dann nenn doch mal die drei deiner Meinung nach interessantesten Autos, die in den Vereinigten Staaten gebaut wurden.“ Hm, nur drei zu erwähnen, wäre ein Affront gegenüber Dutzenden anderer faszinierender und innovativer Konstruktion

Gehen wir doch einen Kompromiss ein – die Aufgabe lautet: „Nenne ein Dutzend der bahnbrechendsten amerikanischen Autos und begründe kurz, warum du diese gewählt hast.“ Nun, das ist keine leichte Aufgabe … Wir müssen gleich darauf hinweisen, dass – egal, wem man diese Frage stellt – immer ein paar „Stammgäste“ auf der Liste der ...

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Gehen wir doch einen Kompromiss ein – die Aufgabe lautet: „Nenne ein Dutzend der bahnbrechendsten amerikanischen Autos und begründe kurz, warum du diese gewählt hast.“ Nun, das ist keine leichte Aufgabe … Wir müssen gleich darauf hinweisen, dass – egal, wem man diese Frage stellt – immer ein paar „Stammgäste“ auf der Liste der „zwölf Glorreichen“ zu finden sein werden, aber andererseits mindestens die Hälfte dieser Wagen heftige Diskussionen auslösen wird. Es ist schwer zu entscheiden, was man stärker berücksichtigen sollte: die Ansammlung revolutionärer Technologien oder vielleicht eine wunderschöne Karosserie, die eher unter die Kategorie „Kunst“ fällt. Sollte man vielleicht fortschrittliche Produktionsmethoden oder die Auswirkungen eines bestimmten Modells auf die Gesellschaft und die Populärkultur in Betracht ziehen?
Gleich am Anfang muss man sagen, dass das Auto in den USA zwar nicht erfunden, aber schnell an die spezifischen Bedürfnisse dieses riesigen Landes angepasst wurde. Gerade diese großen Entfernungen führten dazu, dass die Entwicklung der Fahrzeuge anders als auf dem alten Kontinent verlief.
Bereits 1904 führten die Vereinigten Staaten sowohl in der Verkaufs- als auch der Produktionsstatistik der Automobile. Im Jahr 1908 gab es 253 amerikanische Fahrzeughersteller, und viele von ihnen verdienen es, als wahre Pioniere in verschiedenen Bereichen bezeichnet zu werden. Das Entwicklungstempo war wirklich erstaunlich, und diese Zahl muss sehr zu denken geben: 1913 entstanden 80 Prozent aller weltweit produzierten Autos in den USA! Die Amerikaner führten nicht nur bei der absoluten Anzahl gebauter Fahrzeuge, hier stellte man auch viele bahnbrechende Konstruktionen her, welche die Besonderheiten des Landes perfekt widerspiegelten.
Man sollte nicht vergessen: Selbst wenn viele fortschrittliche Lösungen nicht in den USA debütierten, fanden sie dort jedoch zumindest breite Anwendung. Beispielsweise Elektroanlasser, die Serienproduktion der V8-Motoren und ein nahezu allgemeiner Einsatz von Automatikgetrieben.
Amerikanische Autos boten gute Fahrleistungen, Luxus, interessante technische Lösungen und niedrige Preise. Natürlich nicht alle diese Eigenschaften auf einmal, aber manchmal deren interessante Kombination.
Aerodynamische Karosserien („Streamliner“) im Art-déco-Stil der 1930er-Jahre waren ein Zeichen des Optimismus während der großen Krise, in den 1950er-Jahren verkörperten Straßenkreuzer den Wohlstand der Nachkriegszeit und Muscle Cars aus den 1960er-Jahren spiegelten die Dynamik der jungen Generation wider. Jede dieser Arten hatte einen großen Einfluss auf die Entwicklungsrichtung der Automobilindustrie, und zwar nicht nur in den USA, sondern auf der ganzen Welt.
Die Geschichte bewies mehrfach, dass ein Fahrzeug keinen Markterfolg haben muss, um die Automobillandschaft zu verändern und zu einer Ikone zu werden.BMit welchem Wagen fangen wir an? Selbstverständlich mit dem Modell T.

Ford Modell T

Er wurde 19 Jahre lang (1908–1927) hergestellt. In dieser Zeit verließ eine schwindelerregende Anzahl von fast 15 Millionen die Fabrik. Mit der Verbesserung des Serienproduktionsverfahrens durch Henry Ford fielen die Preise von 825 auf 260 Dollar im Jahr 1925.
Viele Menschen sagen, dass das Modell T war mehr als nur ein Auto. Und sie haben recht. Es machte die Amerikaner mobil und änderte radikal ihre Lebensweise. Ihm ist es zu verdanken, dass Einkaufszentren, Motels, relativ billige Häuser in den Vororten und gut bezahlte Arbeitsplätze in der Industrie entstanden.

Duesenberg Modell SJ

Die Herstellung des Duesenberg Modell SJ begann 1932. Er war eine Art Antithese zu günstigen und beliebten Fords oder Chevrolets. Ein Großteil der Amerikaner hatte mit den Auswirkungen der großen Krise zu kämpfen, aber es gab auch diejenigen, für die der Slogan galt: „Geld spielt keine Rolle.“ Nur solche Menschen aus der Oberschicht konnten die unglaubliche Dynamik des Reihen-Achtzylindermotors mit zwei obenliegenden Nockenwellen, vier Ventilen pro Zylinder und einem Kompressor genießen. Zwischen 1932 und 1935 entstanden lediglich 36 Exemplare dieses ungewöhnlichen Wagens.

Ford Modell 18

Der 1932 eingeführte Ford Modell 18 war das weltweit erste Serienauto mit einem V8-Motor. Er schuf das bis heute gültige Paradigma amerikanischer Autos und wurde wegen seiner hohen Verarbeitungsqualität sehr geschätzt. John Dillinger – ein bekannter Gangster – schrieb sogar einen Dankesbrief an Henry Ford.
Nach dem Zweiten Weltkrieg bildeten diese Fahrzeuge den Kern der aufkommenden Hot-Rod-Bewegung, da sie billig und in großer Anzahl verfügbar waren. Außerdem konnte man sie leicht modifizieren, um eine hohe Leistung zu erhalten. 1932er Fords sind nach wie vor die begehrtesten aller Autos, die man zu Hot Rods umbauen kann. Seit über 80 Jahren ist der Ford Modell 18 eine Ikone der Popkultur.

Tucker 48

Die überwiegende Mehrheit der unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg produzierten Modelle waren nur geringfügig „aufgewärmte“ Vorkriegsversionen. Unter ihnen musste der im Juni 1947 vorgestellte Tucker (noch als Prototyp) wie ein Fahrzeug aus der Zukunft ausgesehen haben. Viele seiner Lösungen waren in der Tat wegweisend, beispielsweise die verstärkte Fahrgastzelle zur Verbesserung der Sicherheit und ein dritter Scheinwerfer, der als Kurvenlicht diente. Preston Tucker gelang es, 51 Autos zu bauen, für die nächsten ging ihm das Geld aus. Vielleicht ist das Ergebnis auf der Auktion bei RM Sotheby’s im August 2014 eine teilweise Ehrenrettung dieser Konstruktion: Ein Tucker 48 wechselte für 1,56 Millionen Dollar den Besitzer. Aufgrund ihrer Seltenheit und historischen Bedeutung gehören sie nun zu den wertvollsten amerikanischen Autos, die je gebaut wurden.

Cadillac Eldorado

Es gab in der Vergangenheit viele gelungene Cadillacs, aber keiner von ihnen war so hervorragend wie der Eldorado. Seine erste Generation kam 1953 auf den Markt, und er war eines der besten und exklusivsten Flaggschiffe, das solche Kunden wie Präsident Eisenhower oder Elvis Presley anzog. Der viertürige 1957er Eldorado Brougham kostete mehr als der Rolls-Royce Silver Cloud und wurde als eines der elegantesten Autos der Welt angesehen. Dieser Cadillac hatte ein Dach aus rostfreiem Stahl, eine selbstnivellierende Luftfederung, einen Tempomat, eine selbstlösende Feststellbremse und eine elektrisch verstellbare Sitzbank, die sich an ihre vorherige Position „erinnern“ konnte. Und das alles vor über 60 Jahren!

Willys – Jeep MB

„Der Jeep, das Flugzeug Dakota und die effektive Landung der Truppen waren die drei Werkzeuge, die den Krieg gewannen“, sagte Dwight D. Eisenhower, Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte während des Zweiten Weltkriegs. Mehr als 700.000 Jeeps wurden bis zum Ende des Krie-ges gebaut, was den Alliierten einen überwältigenden Vorteil verschaffte. Die Nachkriegsmodelle hatten bereits als Freizeitfahrzeuge eine friedlichere Karriere. Ihre gemeinsamen Merkma-le sind die hervorragende Gelände-gängigkeit, Stil und Funktionalität. Nach wie vor sind diese Eigenschaf-ten für die Beliebtheit der Jeeps ver-antwortlich.

Oldsmobile Rocket 88

Der Rock ‚n’ Roll begann mit einem Song über das Auto. Elvis Presley fuhr noch beruflich einen Pick-up, als 1951 der 19-jährige Ike Turner Sam Phillips‘ winziges Aufnahmestudio in Memphis betrat und den Song „Rocket 88“ aufnahm, welcher ein Loblied auf die damals schnellste amerikanische Limousine war. Ein 135 PS starker „Rocket V8“ diente dem Oldsmobile 88 als Antrieb.
Manche Automobilhistoriker behaupten, dass dieses 1949 auf den Markt gebrachte Modell das erste Muscle Car war. Seit 1951 beherrschte er Stock-Car-Rennen.
Das Album „Rocket 88“ wurde zu einem unerwarteten Erfolg, und die Lizenzgebühren erlaubten es Phillips, das Studio Sun Records zu gründen, das solchen Musikern wie BB King, Jerry Lee Lewis, Johnny Cash und natürlich Elvis Presley den Start ihrer Karrieren ermöglichte.

Chevrolet Corvette

Anfang der 1950er-Jahre entstand in den USA ein Markt für zweisitzige Sportwagen. Nur war es ein Problem, dass kein amerikanischer Hersteller solche Autos anbot. Chevrolet wagte diesen Schritt und führte 1953 die Corvette ein, die zwar sehr schön war, aber mit einem Sechszylinder-Motor nicht die Leistung bot, die sie mit ihrer faszinierenden Form versprach. Im Jahr 1955 wurde dieser Schwachpunkt beseitigt, indem man einen V8 unter der Haube platzierte. Seitdem ist die Corvette als „America’s Sports Car“ bekannt und hat eine Vielzahl treuer Fans. Die bisher teuerste Corvette ist die extrem seltene „L88“, die in einer Anzahl von 20 Exemplaren entstanden ist. Bei einer Auktion erreichte ihr Preis 3,85 Millionen Dollar. Rennstrecken waren der eigentliche Bestimmungsort dieser Modelle, die weder Radio noch Heizung haben. Es wurden eine spezielle Nockenwelle, Alu-Zylinderköpfe und ein Vierfachvergaser ohne Choke angewendet, das Verdichtungsverhältnis beträgt 12,5:1. Offiziell gab GM die Leistung mit 430 PS an. Vor einiger Zeit testete man eines dieser Fahrzeuge auf einem Prüfstand. Das Ergebnis? 560 PS.

Chevrolets von 1955–1957

Heute ist es schwer vorstellbar, wie innovativ diese Chevrolets gewesen sind, als sie 1955 auf den Markt kamen. So sah einfach die Zukunft aus. Damals waren sie revolutionär, und heute sind sie Kult. Zu den wichtigsten Merkmalen gehörte der atemberaubende V8 mit 265 ci (4.340 cm³), einem relativ kurzen Kolbenhub und hoher Verdichtung. Dieser Motor blieb über Jahrzehnte in verschiedenen Versionen in Produktion.
In den Vereinigten Staaten werden diese Chevrolet-Modelle als „Tri-Five“ bezeichnet. Zu ihnen gehören: Bel Air, 150, 210 und Nomad. „Tri“ bezieht sich auf drei Produktionsjahre, „Five“ kommt davon, dass sie in den 1950er-Jahren entstanden sind und das erste das 1955er-Modell war. Heute sind sowohl originale als auch auf verschiedenste Weisen umgebaute Exemplare beliebter denn je.

Ford Mustang

Man muss zugeben, dass es vor dem Mustang erschwingliche Sportwagen gab, aber keiner kann sein Erfolgsniveau und seinen zeitlosen Charme übertreffen. Das 1964 eingeführte Modell nutzte perfekt den aufstrebenden starken Markt, den junge Menschen bildeten. In den ersten 36 Monaten wurden 1,7 Millionen Exemplare verkauft. 1967 bekam er starke Wettbewerber in Form von Chevrolet Camaro, Pontiac Firebird, Plymouth Barracuda und AMC Javelin, aber es war der Mustang, welcher das Segment „Pony Car“ gründete und weiterhin definierte.

Shelby Cobra

Carroll Shelbys am meisten bekanntes Werk ist der zwischen 1965 und 1967 gebaute Cobra 427, der als geniale Kombination aus einem leichten britischen AC-Roadster und einem leistungsstarken amerikanischen Ford-V8 entstand. Mit seinen verbreiterten Kotflügeln und den charakteristischen Seitenauspuffrohren ist er zweifellos die Quintessenz der Sportwagen der 1960er-Jahre. Obwohl er damals keinen Markterfolg verzeichnete, sind Sammler heutzutage bereit, fast jede beliebige Summe für ihn auszugeben. Beispiel? Der 1967er Cobra „Semi-Competition“ wurde auf einer RM-Sotheby‘s-Auktion für über 2,1 Millionen Dollar verkauft.

Plymouth Roadrunner Superbird

Ein solches Auto konnte nur in den USA entstehen! Der Plymouth Roadrunner Superbird (zusammen mit dem fast identischen Dodge Daytona) war ein aerodynamisch optimiertes Modell, das die Homologation für NASCAR-Rennen in der Saison 1970 erhielt. Während sein spitzer „Schnabel“ und sein grotesk großer Heckspoiler es ihm erlaubten, auf der Strecke sicher 180 mph (290 km/h) zu erreichen, machte ihn dieses polarisierende Aussehen in den Autohäusern zum Ladenhüter. Weniger als 3.000 Autos wurden gebaut, und sie können als Höhepunkt der Muscle-Car-Ära angesehen werden. Vor ein paar Jahren wechselte bei der Barrett-Jackson-Auktion ein 1970er Plymouth Hemi Superbird für eine halbe Million Dollar den Besitzer.


Fotos: Archiv