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Diese 5 Frauen wollen andere warnen: Ich bin auf einen Liebes-Betrüger rein gefallen


Bild der Frau - epaper ⋅ Ausgabe 12/2019 vom 15.03.2019

Susanne, Lieselotte, Nussin, Marion und Lucy vertrauten einem Mann, der sie schamlos ausnutzte und hinterging. Leichtsinnig, naiv? Vielleicht. Aber die fünf Opfer sind sicher: „Das könnte jeder verliebten Frau passieren“


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Bildquelle: Bild der Frau, Ausgabe 12/2019

Da schien noch alles gut: Susanne mit ihrem Lebensgefährten Heiko


Susanne* (53) aus Schneeberg in Sachsen hat ein gebrochenes Herz – und 65 000 Euro Schulden. Keinen Euro davon hat sie selbst ausgegeben. Ihr Ex-Freund Heiko hat sich systematisch an ihr bereichert, inzwischen ist er untergetaucht.

2012 lernt die Mutter zweier Kinder Heiko über Facebook kennen. Sie schreiben sich ...

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... Nachrichten, tauschen sich aus. „Er klang sympathisch, hat sich sehr für mich interessiert“, erzählt Susanne. Beim ersten Date ein paar Wochen später gibt er den liebevollen, einfühlsamen Single – ein Mann zum Verlieben! Und ein erfolgreicher Manager in einem Autokonzern: Am Tag der offenen Tür organisiert er dort für die Erzieherin eine Werksführung.

Was Susanne nicht ahnt: Heiko ist in Wirklichkeit Zeitarbeiter in dem Unternehmen. Während sie auf Wolke sieben schwebt, treibt er sie in die Miesen. Eine Kreditbürgschaft für sein Auto über 18 000 Euro schließt sie noch selbst ab. Dann unterschreibt Heiko mehrere Darlehen in ihrem Namen. Heimlich. Wieso merkt sie davon lange nichts?

„Er hat an mich adressierte Rechnungen und Mahnungen verschwinden lassen, die Unterlagen versteckt“, erklärt sie. Ihre erwachsenen Kinder werden schließlich misstrauisch, forschen nach – und finden heraus, dass er Urkunden gefälscht hat. „Für mich brach eine Welt zusammen“, sagt Susanne.

Heiko ist seitdem verschwunden. „Jetzt zahle ich Monat für Monat seine Darlehen ab.“ Nur die 15 000 Euro Mietschulden, auf denen sie ebenfalls sitzen blieb, wurden ihr erlassen. Der Richter sprach sie frei: „Eigentlich müsste Ihr Lebensgefährte hier sitzen, nicht Sie.“

„Ich fühle mich benutzt“

Die 53-jährige Lieselotte aus Wiesbaden hat „ihren“ Liebesbetrüger sogar geheiratet.

Die Geschichte beginnt 2016. „Da bekam ich über Facebook eine Freundschaftsanfrage von einem jungen Tunesier, Mousebh, heute 33. Er lebe in Deutschland, würde die Sprache kaum sprechen, möchte sie aber gerne lernen. Das klang nett, ich hab geantwortet.“ Schnell schreiben sie sich täglich, skypen auch. „Ich wusste, dass er gut 20 Jahre jünger ist, deshalb war für mich klar: Freundschaft ja, Liebe auf keinen Fall.“

Der Kontakt wird intensiver, erste Treffen folgen. „Ich fand ihn wirklich sympathisch.“ Und sie will ihm, dem Asylbewerber, der angeblich keinen Kontakt zu seiner Familie mehr hat, auch helfen. „Dann gestand er mir, dass er einen großen Fehler gemacht, in Deutschland einen falschen Namen angegeben hätte.“

Lieselotte sucht eine Anwältin für ihn. „Aus Freundschaft wurde mehr. Er war immer so aufmerksam. Sagte, dass er sich in mein wunderbares Herz verliebt hätte.“ Er zieht zu ihr, macht ihr einen Antrag. „Ich schob alle Bedenken weg und sagte Ja.“

Doch gleich nach der Hochzeit entpuppt sich der Traummann als Albtraum. „Ich war für ihn plötzlich vollkommen uninteressant. Und ich entdeckte, dass er bei Facebook noch zwei weitere Accounts hat, dort mit anderen Frauen flirtete, ihnen die große Liebe schwor.“ Lieselotte stockt kurz. „Ich war so traurig, aber auch so wütend.“ Sie hat die Scheidung eingereicht und will andere warnen: „Fallt nicht auf falsche heiße Liebesschwüre rein!“

Heute wünscht sich Lieselotte nur noch „möglichst schnell die Scheidung!“


Für sie war es große Liebe: Lieselotte heiratet Mousebh


Nussin steht mit leeren Händen da. Ihr Erbe ist weg, die Schulden sind hoch


Fotos: Katharina Hummel, Ulrike Schacht, Privat (3)

„Hätte ich bloß nie diese Bürgschaft unterschrieben“

Es gab Momente, da wollte Nussin Armbrust nicht mehr leben. Weil sie nicht wusste, wovon sie am nächsten Tag Essen für sich und ihren Sohn Leon* (10) kaufen sollte. Nussin hat sich für ihren Ex-Mann Thomas* hochverschuldet. „Als ich schwanger war, unterschrieb ich eine Bürgschaft für seine Firma, weil meine Schufa-Auskunft sauber war. Und ich gab ihm mein vorzeitig ausgezahltes Erbe von 80 000 Euro.“ „Eine Investition in unsere Zukunft“, redet er ihr gut zu. „Aber jetzt“, sagt Nussin (43), „ist alles weg.“ Die gebürtige Thailänderin wuchs bei ihrer Adoptivmutter in Celle auf. Mit Mitte 20 verliebt sie sich in den coolen DJ und Eventmanager Thomas. „Ich war so verliebt“, sagt Nussin. Sie arbeitet damals als Assistentin einer Filmproduktionsfirma, verdient gutes Geld. „Thomas hatte schon Schulden, gab das auch zu. Ich sah mich als seine Retterin.“

Nussin, die immer allen gefallen will, kümmert sich von nun an um ihren Liebsten. Sie öffnet seine Post, schreibt Schuldner an, bezahlt in den folgenden Jahren die Raten ab. Nach wenigen Monaten zieht er zu ihr nach Hamburg. Sie heiraten, Nussin wird schwanger. Thomas will eine neue Eventagentur gründen, Festivals organisieren. Als er dafür einen Kredit über 40 000 Euro braucht, unterschreibt Nussin bei der Bank die Bürgschaft. Außerdem steckt sie ihr vorzeitig ausgezahltes Erbe von 80 000 Euro in die Firma. „Freunde und Familie warnten mich. Aber ich fühlte mich sicher, weil ich einen Darlehensvertrag mit seiner Firma abgeschlossen hatte.“ Ein Fehler, wie sich herausstellen wird. Denn Anfang 2014 trennt sich Nussin von ihrem Mann. „Wir hatten uns auseinandergelebt. Ich dachte, wir schaffen es, das Finanzielle zu regeln.“ Im November dann das Desaster: Die Firma ihres Ex-Mannes meldet Insolvenz an. Ihr Ex taucht ab, meldet sich nicht mehr. Von den 80 000 Euro sieht sie keinen Cent. Mehr noch. „Die Bank wollte auch die aufgenommenen 40 000 Euro von mir zurück.“

Nussin gerät in die Schuldenspirale, wird zwischendurch arbeitslos, zieht mit ihrem Kind in eine Sozialwohnung. Aktuell muss sie sich entscheiden, in die Privatinsolvenz zu gehen oder der Bank ein Vergleichsangebot zu machen. Heute kann sie über sich selbst nur den Kopf schütteln: „Ich war so naiv! Ich kann allen Frauen nur raten, niemals eine Bürgschaft für den Mann zu unterschreiben.“

DER FINANZ-EXPERTE

Kann man Liebes-Abzocker vor Gericht bringen?

Maik Heitmann, Volkswirt: Ein solcher Schwindel kann nach dem Strafgesetzbuch als „Betrug“ gewertet werden. Aber es hängt vom Einzelfall ab: Unter welchen Umständen wurde die Bürgschaft „erschlichen“, um was für eine Bürgschaft handelt es sich?

Was passiert bei Darlehen mit gefälschter Unterschrift?
Das ist Urkundenfälschung. Und weil sich der Fälscher mit dem Dokument „einen Vermögensvorteil verschafft“ und das Vermögen der geprellten Frau „durch Täuschung beschädigt“, kann auch das als Betrug verfolgt werden.

Welche Strafe droht?
Je nach Schwere Geldstrafe oder bis zu fünf Jahre Gefängnis. In besonders schweren Fällen, etwa wenn der Liebesbetrug bandenmäßig durchgeführt wird, kann es bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe geben.


Namen von der Redaktion geändert