Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 3 Min.

Diese beiden Frauen geben ein dickes Versprechen: „Wir retten Baby-Elefanten“ … und damit vielleicht die Zukunft der Dickhäuter in Afrika


Bild der Frau - epaper ⋅ Ausgabe 44/2018 vom 26.10.2018

Alle 15 Minuten wird ein Elefant getötet – weil sein Elfenbein noch immer eine begehrte Trophäe ist. Saskia Heyder und Roxy Danckwerts päppeln verwaiste und verletzte Jumbokinder auf und wildern sie wieder aus. Eine Tierschutz-Reportage aus Simbabwe


Artikelbild für den Artikel "Diese beiden Frauen geben ein dickes Versprechen: „Wir retten Baby-Elefanten“ … und damit vielleicht die Zukunft der Dickhäuter in Afrika" aus der Ausgabe 44/2018 von Bild der Frau. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Bild der Frau, Ausgabe 44/2018

Töröö! Zwei Waisen, die gerade lernen, ein wilder Elefant zu sein: „Moyo“ und ihr Freund „Kura“ (r.)


Saskia Heyder


Roxy Danckwerts
Elefanten vergessen nie, wer gut zu ihnen war


Ganz vorsichtig wagt sich „Moyo“ in den See. Nur mit den Füßen im Wasser bleibt das Elefantenmädchen stehen, sieht erst noch mal den Artgenossen zu. Die plantschen schon ausgelassen wie ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 1,09€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Bild der Frau. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 44/2018 von KOMMENTAR: Kinderarzt dringend gesucht. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
KOMMENTAR: Kinderarzt dringend gesucht
Titelbild der Ausgabe 44/2018 von Themen der Woche: GOLDENE BILD DER FRAU-NEWS: Glücksregen & Hilferuf. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Themen der Woche: GOLDENE BILD DER FRAU-NEWS: Glücksregen & Hilferuf
Titelbild der Ausgabe 44/2018 von Diskussion der Woche: Alkoholverbot für „Kampfhund“-Besitzer?. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Diskussion der Woche: Alkoholverbot für „Kampfhund“-Besitzer?
Titelbild der Ausgabe 44/2018 von Verbraucher: Wie Betrüger Senioren abzocken: „Ich fiel auf Erbschleicher rein“. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Verbraucher: Wie Betrüger Senioren abzocken: „Ich fiel auf Erbschleicher rein“
Titelbild der Ausgabe 44/2018 von Erziehungs-Diskussion der Woche: „Disney-Filme? Bei uns nicht!“. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Erziehungs-Diskussion der Woche: „Disney-Filme? Bei uns nicht!“
Titelbild der Ausgabe 44/2018 von Alle Teile unter 50 €: Top-Trends zum Mini-Preis. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Alle Teile unter 50 €: Top-Trends zum Mini-Preis
Vorheriger Artikel
Ihr Horoskop: Für die Woche mit abnehmendem Viertelmond vom …
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Doc FLECK: Mein Lieblingsrezept der Woche: Blumenkohl-Buchweizen-…
aus dieser Ausgabe

... Menschenkinder im Schlamm unter afrikanischer Sonne, suhlen sich, schwingen die kleinen Rüssel, bespritzen sich mit Wasser. Dann traut sich auch „Moyo“ – platsch!

Saskia Heyder lacht. „Ich könnte schwören, dass, Mojo‘ zu den Pflegern rübergeschaut hat“, erzählt sie, „als wollte sie sagen: ‚Seht ihr, ich habe keine Angst mehr, ich bin drin!‘ “

„Moyo“ bedeutet in der Sprache des Landes Simbabwe „Herz“. Das passt. Denn dieser Dickhäuter hat sich in das Herz aller geschlichen, die mit dem Elefantenwaisenhaus in Simbabwe zu tun haben.

„Moyo“ war sein erster Schützling, und dessen Respekt vor Wasser ist kein Zufall: „Moyo“ wäre fast ertrunken.

Waisenhaus-Gründerin Roxy Danckwerts (51) hat sie als winziges Baby am Ufer des Kariba-Sees gefunden. Mehrere Tage beobachten sie und ihre Helfer das Tier, das sich kaum noch auf den Beinen halten kann und immer schwächer wird. „Mojo“ fehlt Muttermilch – doch Elefantenmutter und Herde bleiben verschwunden. Als schon Hyänen auf Beute lauern, greift Roxy ein. Sie bringt die Kleine ins „Wild is Life“-Schutzgebiet, nahe der Hauptstadt Harare. Dort steht auch das Elefantenwaisenhaus. Viereinhalb Jahre ist das jetzt her und aus der verängstigten „Moyo“ ein freches Jumbokind geworden.

Ausflug! Begleitet von ihren Pflegern, erkunden die Elefanten täglich den angrenzenden Busch


Als Baby wäre „Moyo“ fast ertrunken. Jetzt traut sie sich wieder ins Wasser


Roxy Danckwerts hat das Heim – die „Zimbabwe Elephant Nursery“ (kurz ZEN genannt) – Ende 2013 als Antwort auf die Wilderei-Krise in ihrem Land gegründet. „Unsere Aufzucht ist ein erster Schritt, um diese hochintelligenten Tiere zu retten“, erklärt sie. „Wir ziehen verwaiste, verletzte und verlassene Elefantenbabys von Hand auf und bereiten sie auf die Rückkehr in die Wildnis vor.“


„Hier werden sie stark und fit für die Wildnis“


Hilfe gibt’s dabei auch aus Deutschland: Saskia Heyder gehört zum Vorstand des Vereins „Rettet die Elefanten“, der Roxys Projekt mit Spenden und Besuchen in Simbabwe unterstützt. „Es berührt mich, wie liebevoll sich Roxy und ihr Team Tag und Nacht um die kleine Herde kümmern“, sagt die 46-Jährige aus Bonn. „Nicht alle Babys schaffen es – einige sind zu geschwächt oder traumatisiert. Doch trotz vieler Tränen gibt keiner im Waisenhaus auf, alle kämpfen jeden Tag aufs Neue für die Elefanten.“

Einsatz, der sich lohnt: Im Mai wurden die ersten sechs geretteten Elefanten mithilfe von IFAW (*) zur Auswilderungsstation gebracht: „Matabele“, „Anabelle“, „Sizi“, „Tulku“, „Mfana“ und „Nora“ leben jetzt im „Panda Masuie“-Waldgebiet, das zu einer wichtigen Elefanten-Wanderroute gehört. So stehen die Chancen gut, dass die Elefantenwaisen auf wilde Artgenossen treffen. Saskia Heyder ist zuversichtlich: „Die Waisen haben schon Kontakt mit zwei Bullen, ein Riesenerfolg!“

„Moyo“ ist nicht bei dieser ersten Auswilderungsherde dabei, sie steht noch nicht sicher genug auf eigenen Elefantenbeinen. Aber einsam ist sie nicht: Drei weitere Minijumbos und der verletzte Jungbulle „Kura“ sind auch noch im Heim. Und „Moyo“ und „Kura“ längst dicke Freunde: „Sie schlafen nachts Seite an Seite. Berühren sich ständig mit ihren Rüsseln.“

Alle Elefanten werden von Hand aufgezogen und jahrelang mit Milch gefüttert – erst in der Auswilderung werden sie nach und nach von der Flasche entwöhnt


Auswilderungsstation: Tagsüber sind die Tiere im Busch und abends im Stall – bis sie sich einer wilden Herde anschließen


Eine kleine Elefanten-Lovestory? Roxy und Saskia lächeln. „Wir möchten ein geschütztes Gebiet finden, wo die beiden mit anderen gehandikapten Elefanten ihre eigene Herde aufbauen können.“ Denn das ist der größte Wunsch der beiden Elefantenretterinnen, wenn sie an „Moyo“ denken: Sie, die mit der Flasche von Menschen aufgezogen wurde, soll mal Elefantenmutter werden – stolz, wild und frei.

Fakten-Check

► 2016 wurden in 18 Ländern Afrikas nur noch 352271 Elefanten gezählt – ein Rückgang von 30 Prozent seit 2007.

► Durch Wilderei werden es geschätzte weitere 8 Prozent pro Jahr weniger.

► Ändert sich nichts, ist der Afrikanische Elefant in 20–25 Jahren ausgestorben.

Anfangs wollte Baby „Moyo“ nicht allein schlafen, kuschelte sich zu ihrem Pfleger


So können Sie helfen

Wer die „Zimbabwe Elephant Nursery“ unterstützen möchte, kann über den deutschen Verein spenden:
Rettet die Elefanten Afrikas e. V., Stichwort „ZEN“, Hypo-Vereinsbank, IBAN: DE30 2003 0000 0621 9182 83, SWIFT/BIC: HYVEDEMM300

INFO

Mehr Infos beim Verein unter www.reaev.de oder beim ZEN-Projekt: www.zimbabweelephantnursery.com

* International Fund for Animal Welfare


Fotos: Saskia Heyder