Lesezeit ca. 6 Min.

Diese Eigenschaften sollten Führungspersönlichkeiten mitbringen


Logo von Computerwoche
Computerwoche - epaper ⋅ Ausgabe 8/2022 vom 18.02.2022

Welche Eigenschaften zeichnen eine gute Führungskraft aus? Hierüber wurden schon zahlreiche Bücher geschrieben, auch auf Kongressen wird dies oft diskutiert. Zu Recht! Denn es macht einen Unterschied, ob eine Führungskraft angelernte Hilfskräfte oder hochqualifizierte Fachkräfte führt; ebenso, ob sie ein Team in Boom- oder Krisenzeiten leitet.

Dessen ungeachtet gibt es jedoch gewisse Eigenschaften, über die eine Führungskraft verfügen muss, wenn sie ein echter Leader sein möchte. Sie sollte zum Beispiel nicht nur andere Menschen, sondern auch sich selbst führen können. Denn nur dann kann sie für ihre Mitarbeiter ein Vorbild sein. Folgende Eigenschaften zeichnen eine starke, hochwirksame Führungskraft aus:

1. Echte Leader haben klare Werte

Nichts verunsichert Mitarbeiter so sehr, wie wenn sie nicht wissen, von welchen Werten sich ihr Chef leiten lässt – was ihm also wichtig ist. Denn dann ist er für ...

Artikelbild für den Artikel "Diese Eigenschaften sollten Führungspersönlichkeiten mitbringen" aus der Ausgabe 8/2022 von Computerwoche. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
Wo die Führungskraft hierarchisch steht, ist nach wie vor im Großen und Ganzen geklärt. Über welche Eigenschaften sie verfügen sollte, darüber wird seit Jahrzehnten diskutiert, aber Einigkeit gibt es schon über einige Fähigkeiten, die mitzubringen sind.
Weiterlesen
epaper-Einzelheft 10,99€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Computerwoche. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1000 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 8/2022 von Die „Employee Experience“ ist zu oft unterirdisch. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Die „Employee Experience“ ist zu oft unterirdisch
Titelbild der Ausgabe 8/2022 von Pricerunner fordert Schadensersatz – Google soll 2,1 Milliarden Euro zahlen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Pricerunner fordert Schadensersatz – Google soll 2,1 Milliarden Euro zahlen
Titelbild der Ausgabe 8/2022 von Cisco plant angeblich Übernahme von Splunk für 20 Milliarden Dollar. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Cisco plant angeblich Übernahme von Splunk für 20 Milliarden Dollar
Titelbild der Ausgabe 8/2022 von Veto der Kartellbehörden lässt Nvidias ARM-Übernahme platzen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Veto der Kartellbehörden lässt Nvidias ARM-Übernahme platzen
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
„CIO des Jahres 2022“ – Wir suchen wieder die Rolemodels der IT!
Vorheriger Artikel
„CIO des Jahres 2022“ – Wir suchen wieder die Rolemodels der IT!
Arbeitgeber unter Druck: Die Krise fordert jetzt ihren Tribut
Nächster Artikel
Arbeitgeber unter Druck: Die Krise fordert jetzt ihren Tribut
Mehr Lesetipps

... sie unberechenbar. Mal kritisiert er sie für kleine Fehler, mal schaut er großzügig über echte Fauxpas hinweg. Mal verkündet er „Nur der Umsatz zählt“, mal „Wir müssen primär auf Qua lität achten.“

3. Ein echter Chef weiß, was er kann und was andere besser können

Manche Führungskräfte sind der Auffassung „Ich kann alles besser als meine Mitarbeiter.“ Oder: „Ich muss alles besser können.“ Deshalb fällt es ihnen schwer loszulassen und zu delegieren, sodass sie unter einer permanenten Überlastung leiden. Diese Chefs haben auch oft Schwierigkeiten damit, Mitarbeiter zu loben. Stattdessen kritteln sie stets an allem herum. Das demotiviert das Team, und mit der Zeit wird die Einschätzung der Führungskraft „Ich kann alles besser und muss alles selbst machen“ zur selbsterfüllenden Prophezeiung. Weil ihnen ihr Chef nichts zutraut, trauen sich auch die Mitarbeiter immer weniger zu. Und weil sie zunehmend verunsichert sind, begehen sie mehr Fehler, was wiederum den Chef in der Auffassung bestärkt: Letztlich muss ich alles selbst machen.

Eine echte Führungspersönlichkeit agiert anders. Sie weiß genau, was sie gut kann und was andere besser können. Und sie freut sich, wenn Mitarbeiter gewisse Aufgaben besser erledigen als sie selbst. Dann kann sie beruhigt delegieren. Deshalb versucht eine gute Führungskraft nicht, ihre Mitarbeiter klein zu halten, sondern stärkt sie in ihrem Selbstbewusstsein.

4. Ein echter Leader ist selbstdiszipliniert

„Dazu habe ich jetzt keine Lust“ – dieses Gefühl kennt jeder. Doch gute Führungskräfte handeln nicht nach dem Lustprinzip. Denn sie wissen: Die Arbeit macht nicht immer Spaß.

Trotzdem müssen gewisse Aufgaben erledigt werden. Entsprechend selbstdiszipliniert sind sie, was auch ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter registrieren.

Echte Führungspersönlichkeiten beherrschen außerdem die Kunst, sich selbst zu motivieren und ihren Gefühlshaushalt zu regulieren. Sie strahlen deshalb, auch wenn sie mal einen schlechten Tag haben, Tatkraft und eine innere Ruhe aus. Sie können das, weil sie die Ziele, die sie erreichen möchten, klar vor Augen haben.

Und im Erreichen dieser Ziele sehen sie ihren Erfolg. Das gibt ihnen Selbstsicherheit und Zuversicht. Und wenn ihres Erachtens mal etwas völlig schiefläuft? Dann haben sie stets das übergeordnete Ziel vor Augen und wissen, an welcher Stelle des Weges dorthin sie stehen.

5. Ein echter Leader reflektiert sein Verhalten

Führungskräfte erwarten von ihren Mitarbeitern, dass diese auch für kritische Rückmeldungen offen sind und im Bedarfsfall ihr Verhalten überdenken. Hierzu müssen die Chefs selbst auch bereit sein. Sie sollten sich regelmäßig fragen: Was kann ich wie besser machen? Sie sollten außerdem, wenn Mitarbeiter ihr Verhalten mal direkt oder indirekt kritisieren, nicht gleich eine Verteidigungshaltung einnehmen oder gar denken: Was maßt sich der Kollege an? Gute Manager rufen sich stattdessen in Erinnerung, dass es den meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schwerfällt, ihren Chef offen zu kritisieren – auch weil sie teilweise von ihm abhängig sind. Deshalb sind echte Führungspersönlichkeiten für offene Kritik dankbar, denn sie bietet ihnen die Chance, ihr Verhalten zu reflektieren und gegebenenfalls zu korrigieren.

6. Echte Führungskräfte sind ambitioniert und lernbereit

Gute Führungskräfte wollen eine möglichst hohe Wirkung erzielen. Deshalb hinterfragen sie regelmäßig ihr Tun und arbeiten gezielt an ihrer Persönlichkeit. Sie wissen: Eine Top- Performance – auch im Bereich Führung – erzielt auf Dauer nur, wer eine positive Ausstrahlung hat und kontinuierlich nach Verbesserung strebt. Entsprechend lern- und veränderungsbereit sind sie, insbesondere wenn sich gewisse Denk- und Verhaltensweisen im Bereich Führung nicht mehr als zielführend erweisen – zum Beispiel, weil sich die Mitarbeiterstruktur geändert hat und die jungen Mitarbeiter andere Erwartungen an ihren Chef haben als ihre älteren Kollegen.

7. Echte Leader können sich und andere motivieren

Im Unternehmensalltag gibt es immer wieder Herausforderungen, bei denen man zunächst denkt: „Das geht nicht“. Oder: „Das schaffen wir nie.“ Dann werfen gute Führungspersönlichkeiten nicht die Flinte ins Korn. Sie überlegen sich vielmehr: Wie kann man das Ziel dennoch erreichen, obwohl es im Moment unmöglich erscheint?

Diese zuversichtliche Grundhaltung vermitteln sie auch ihren Mitarbeitern und ermu­ tigen sie so, scheinbar unlösbare Aufgaben anzugehen. Dazu müssen die Mitarbeiter allerdings wissen: Wenn ich Unterstützung brauche, lässt mich mein Chef nicht im Regen stehen. Und wenn der erste Versuch scheitert, stellt er mich nicht an den Pranger. Er lobt mich vielmehr dafür, dass ich einen Versuch unternommen und daraus gelernt habe.

Was eine Top-Führungskraft auszeichnet

Bei Führungskräften, die erfolgreiche Leader sind, stellt man immer wieder folgende Eigenschaften fest, die sich in ihrem Verhalten manifestieren:

→ Eigenverantwortlichkeit

Das umfasst unter anderem: sich selbst herausfordernde Ziele setzen; Unternehmensziele nachhaltig umsetzen; Gestaltungsräume entwickeln; Prioritäten aufzeigen; Absichten konsequent und klar vermitteln; Lösungen generieren und umsetzen; Realitäten schaffen.

→ Selbstorientierung

Das umfasst unter anderem: sich seiner selbst bewusst sein; sich im Umfeld behaupten; Standpunkt auch zu heiklen Themen beziehen; selbstbewusst mit Neuem und Unbekanntem umgehen; ein breites und flexibles Handlungsrepertoire für differenzierte Situationen haben und ein klar ausgeprägtes persönliches Wertebewusstsein mitbringen.

→ Unternehmerische Initiative

Das umfasst unter anderem: das Geschäft entwickeln und vorantreiben; Wille zum Erfolg zeigen; Sensibilität für Marktsignale und frühes Erkennen von Geschäftsmöglichkeiten; Produkte, Abläufe und Verhaltensweisen konsequent vom Kunden her durchdenken und steuern; die Fähigkeit und den Mut, neue Wege zu gehen.

→ Fähigkeit, Sinn zu bilden und Verhalten zu bewirken

Das umfasst unter anderem: Sinn stiften und Verständnis erzeugen; glaubwürdig und authentisch kommunizieren; Leistungsbereitschaft mobilisieren; ermutigend auf andere wirken; Gespür für die Wirkkräfte im Organisationsgefüge und Erkennen der entscheidenden Hebelkräfte; klare Verantwortungen und transparente Aufgabenstrukturen schaffen, um andere erfolgreich zu machen.

→ Erfolgreiches Beziehungsmanagement

Das umfasst unter anderem: ein überzeugendes Auftreten und offenes Zugehen auf andere; die Fähigkeit, Beziehungen kooperativ zu gestalten und Schnittstellen förderlich zu entwickeln; Netzwerke knüpfen und mit heterogenen Interessen umgehen sowie sich wirksam im sozialen Organisationsgefüge bewegen.

→ Emotionale Stabilität

Das umfasst unter anderem: Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten; in Stresssituationen gelassen und verlässlich bleiben; eigene und fremde Gefühle verstehen und darauf eingehen können; mit Enttäuschungen umgehen können und dabei handlungsfähig bleiben; angemessenes Konfliktlösungsverhalten zeigen.

→ Lern- und Entwicklungsbereitschaft

Das umfasst unter anderem: Aus Erfahrungen lernen; herausfordernde Situationen annehmen und darin liegende Chancen ergreifen; Feedback über die eigene Wirkung einholen und verarbeiten; zukunftsorientiert handeln; Pioniergeist entwickeln; Förderung von Talenten und Entwicklung von Mitarbeitern durch Toleranz bei Fehlern; Unterstützung bei Schwierigkeiten (Coaching), aber Konsequenz bei mangelnder Leistungsbereitschaft.

8. Echte Leader achten auf ihre Gesundheit

Top-Führungskräfte wissen: Das Erreichen herausfordernder Ziele erfordert einen langen Atem. Nur wer körperlich fit ist, kann auf Dauer volle Leistungskraft bringen. Deshalb achten gute Chefs auf ihre Gesundheit – zum Beispiel indem sie regelmäßig Sport treiben und sich gut ernähren. Zudem haben gute Führungskräfte auch die Gesundheit ihrer Teams im Blick. Sie achten darauf, dass ihre Mitarbeiter zwar brennen, aber nicht ausbrennen. Das heißt, sie bürden ihnen nicht permanent zusätzliche Aufgaben auf, ohne für einen Ausgleich zu sorgen, wenn diese bereits am Limit arbeiten. Außerdem vereinbaren sie mit ihnen herausfordernde, aber realistische Ziele.

9. Echte Leader sorgen für die nötige Lebensbalance

Im Unternehmens- und Führungsalltag gibt es immer wieder Stressphasen. Also brauchen Führungskräfte Oasen, wo sie ihre Batterien auftanken. Deshalb achten Führungspersönlichkeiten sorgsam darauf, dass in ihrem privaten Umfeld möglichst alles im Reinen ist. Sie vernachlässigen ihre Familie und Freunde nicht und achten darauf, dass sie am kulturellen und sozialen Leben teilhaben. Denn sie wissen: Ich brauche einen Ausgleich. Sonst schlägt mein „Gefordert-Sein“ schnell in ein „Überfordert-Sein“ um.

(hk)