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Diese kleinen Flitzer kommen groß raus


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Auto Bild reisemobil - epaper ⋅ Ausgabe 5/2022 vom 13.04.2022
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Bildquelle: Auto Bild reisemobil, Ausgabe 5/2022

Kleines Maß, großer Spaß: Kompakte E-Bikes sind vollwertige Räder ? und fahren sicher auf der Straße

"Diese Fahrräder sind vieles in einem – und gleichzeitig eines für viele.

BERNDS KOMPAKTRAD

BELASTBARER LEISETRETER

Hui, die Sitzposition auf dem Bernds ist ganz schön sportlich, lautet unser erster Eindruck. Die Ursache ist zügig gefunden: Der lange Vorbau sorgt für eine gestreckte, sportliche Haltung. Zum Glück gibt es den Rahmen, anders als bei Mitbewerbern, in vier Größen. Der große Vorteil bei Bernds ist, dass sich die Räder ganz nach Kundenwunsch individualisieren lassen – von der Schaltung bis zu den Bremsen. Unser Testrad schlug ab Werk mit Shimanos E5000-Motor auf. Der entspannte City-Antrieb entpuppte sich auf dem Prüfstand zu unserer Überraschung als weniger sparsam als vermutet. Gefallen hat uns wiederum, wie leise – ja, fast nicht wahrnehmbar – das japanische Aggregat seine Arbeit verrichtet. Die Bedienwippen mit dem miesen Druckpunkt sind dagegen aus der Zeit geraten. Beeindruckt hat ...

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... uns die Zuladung von 140 Kilogramm, womit sich der Stahlrahmen des Bernds für schwere Fahrer empfiehlt. Zur Alltagstauglichkeit fehlt eine komplette Lichtanlage. Immerhin: Per Mausklick ließe sich beim Kauf im Online-Konfigurator eine Lichtanlage bestellen. Und da wir gerade im Webshop unterwegs sind: Wir würden statt zur mechanischen immer zur hydraulischen Scheibenbremse greifen, die wertet das Rad deutlich auf.

Gewicht 22,2 Kilogramm

Abmessung (L xBx H) 154 x 61 x 109 Zentimeter

Maximale Zuladung 140 Kilogramm

Motor Shimano Steps E5000

Akku 504 Wattstunden

Schaltung Shimano Nexus, 1x 8 Gänge, Riemenantrieb

Bremsen Mechanische Scheibenbremsen von Sram, 160 Millimeter

Laufradgröße 20 Zoll

Bereifung Maxxis, 50 Millimeter

Reichweite 49 Kilometer

DORT, wo sie auftauchen, erregen sie Aufmerksamkeit. Liegt es daran, weil sie unter ausgewachsenen Radlern wie Kinderfahrräder aussehen? Vielleicht auch an den ungewöhnlichen Rahmenformen? Die Rede ist von E-Kompaktbikes, den elektrischen Königen des größtmöglichen Fahrradkompromisses. Trotz ein paar kleiner Vorbehalte, die es gegenüber den Mini-Bikes gibt, versammeln sie eine größer werdende Fangemeinde hinter sich. Im Vergleich zum Megatrend E-Mountainbike sind die Verkaufszahlen zwar gering, aber sie steigen – und das stetig.

Das Faible für den Fahrspaß auf den kompakten E-Bikes entwickelt sich beim Fahren so wie der Appetit beim Essen – schon bald muss man die kleinen Kraftprotze einfach mögen. Aber es gibt viele weitere Gründe, sich ein E-Kompaktrad zuzulegen. Der wohl häufigste für Camper lautet indes: Die E-Minis sind der ideale Begleiter auf Reisen, weil sie sich bequem verstauen lassen.

VERGLEICH ZUM E-FALTRAD

Leicht zu verwechseln sind kompakte E-Bikes mit der Gattung E-Falträder. Größter Unterschied: Letztere lassen sich mit ein paar Handgriffen auf ein noch kleineres Maß bringen. An der Verwechslung sind die Kompakten nicht ganz unschuldig, denn an vielen von ihnen lassen sich das Cockpit mitsamt der Lenkerstange werkzeuglos einklappen und die Sattelstange per Schnellspanner leicht lösen. Doch anders als beim Faltrad kann das Kompaktrad zwar baulich verkleinert werden, besitzt aber kein Gelenk, womit man es gänzlich falten könnte und kostenlos in jeder Bahn mitnehmen dürfte. Erst gegen den Kauf eines Fahrradtickets dürfen E-Kompakträder daher Bahn fahren. Eine Ausnahme bildet Bayern, wo die Mitnahme von Rädern bis zu 20 Zoll in Zügen kostenlos möglich ist.

i:SY E5 ZR F DI2

SIEGREICHER STADTFLITZER

TESTSIEGER

Das i:SY räumt mit einem gängigen Vorurteil auf. Kritiker der Kompaktklasse monieren nämlich gern – ausgehend von den 20-Zöllern – das flatterhafte Fahrverhalten der Räder. Nicht so beim i:SY! Geometrie und Gewichtsverteilung, Reifenwahl und Sitzposition sorgen dafür, dass der grüne Flitzer extrem sicher fährt. Interessanterweise kommt das i:SY auch ohne Federgabel und Satteldämpfer aus – und bleibt (bei niedrigem Reifendruck) stets komfortabel. Das Bike lässt sich überdies sehr gut greifen, heben und transportieren, obwohl es mittelschwere 23,6 Kilogramm auf die Waage bringt. Und das Beste: i:SY hat dem neuen 2022er-Modell Boschs stärkstes Zugpferd spendiert. Spaß, Leistung und ein hohes Drehmoment sind damit garantiert. Von hoher Güte ist daneben auch die elektronische Nabenschaltung Shimano Nexus Di2. Dass es das Kompaktbike nur als Unisex-Modell gibt, wird nicht zum Problem, da sich die Lenkerhöhe um insgesamt 20 Zentimeter variieren lässt – die zentrale und aufrechte Sitzposition bleibt dabei erhalten. Neu gegenüber dem Vorgängermodell ist der Gepäckträger zur Aufnahme von Kindersitz, Korb oder Taschen. Starker Auftritt des i:SY: Am BIKE BILD-Testsieger werden sich die Mitbewerber weiter messen lassen müssen.

Gewicht 23,6 Kilogramm

Abmessungen (L xBx H) 158 x 68 x 112 Zentimeter

Maximale Zuladung 116,4 Kilogramm

Motor Bosch Performance Line CX

Akku 500 Wattstunden

Schaltung Shimano Nexus E5 Di2, 1x 5 Gänge, Riemenantrieb

Bremsen hydraulische Scheibenbremsen von Shimano, 180 Millimeter

Laufradgröße 20 Zoll

Bereifung Schwalbe Pick-Up, 60 Millimeter

Reichweite 62,9 Kilometer

"Die E-Minis sind belastbarer als Falträder.

Klingt so, als seien E-Kompakträder Minis zweiter Klasse? Nein, im Gegenteil. Sie punkten an anderer Stelle, vor allem mit einer stabileren Fahrweise und belastbareren Rahmen, die deutlich mehr Zuladung vertragen als die Falträder. Durch die robuste Bauweise sind die Kompakten außerdem weniger anfällig für Defekte, damit langlebiger, wartungsärmer und verlässlicher im Alltag.

Gemein ist beiden Fahrradklassen das Leben auf kleinem Fuß. Das Kompaktrad rollt in der Regel auf 20-Zoll-Laufrädern zum Kunden, andere Modelle, wie die von VanMoof und Storck, sind sportliche Ausnahmeerscheinungen.

Das kleinere Laufrad hat Vorzüge: Damit lässt sich so um jede Kurve zirkeln, als würde man Gokart fahren. Allerdings sagt man den kleinen E-Bikes nach, dass sie der Flatterneigung der Räder Vorschub leisten.

Das wollten wir genauer wissen. Hierfür sind wir ein ordentliches Gefälle mit über 30 km/h runtergerollt und haben dann zuerst kurzzeitig die Hände vom Lenker genommen und diesen danach provozierend nach links und rechts gekippt. Das Ergebnis darf Sie wieder durchatmen lassen: Es kam zu keinem Unfall, und alle E-Kompakträder verhielten sich spurtreu und haben das Bergabstück gemeistert – allen voran die beiden Vorzeigeräder i:SY und Tern, die es mit dem Geradeauslauf großer Trekkingräder mühelos aufnehmen können.

RIESE & MÜLLER TINKER VARIO

VERLÄSSLICHE KOMFORTKUTSCHE

Der Fahrrad-Wohlfühlfaktor von E-Bikes kann nicht hoch genug bewertet werden. Beim Riese & Müller tritt dies besonders deutlich zu Tage: Die Sitzposition findet ein gutes Mittel aus Komfort und Agilität, die gefederte Sattelstütze von Cane Creek – nur per Aufpreis erhältlich – würde jedem City-Bike gut zu Gesicht stehen, und die ergonomischen Griffe schmeicheln geradezu den Handflächen. Und dann ist da noch der segensreiche Federweg von 80 Millimetern. All das und die Möglichkeit, die Lenkerneigung in drei Stufen und die Lenkerhöhe in fünf Stufen einzustellen, führen dazu, dass viele Menschen, weiblich wie männlich, mit dem Rad glücklich werden. Mit der kleinen Ausnahme des etwas in die Jahre gekommenen Performance-Line-Motors von Bosch ist beim Tinker technisch alles auf der Höhe der Zeit: stufenlose Nabenschaltung mit Drehgriff, zupackende Tektro-Bremskolben, verschleißarmer Riemenantrieb und eine starke Lichtanlage von Busch und Müller. Wir fanden an unserem Testbike zudem den aufpreispflichtigen RX-Chip. Damit lässt sich beispielsweise der Akku-Status über die dazugehörige App abfragen. Das Tinker empfiehlt sich für vieles, auch für die Reise – so ist die Lenkerstange mit wenigen Handgriffen einklappbar.

Gewicht 24,8 Kilogramm

Abmessungen (L xBx H)

157 x 62 x 119 Zentimeter

Maximale Zuladung 110,2 Kilogramm

Motor Bosch Performance Line

Akku 500 Wattstunden

Schaltung Enviolo 380, stufenlose Nabenschaltung, Riemen

Bremsen hydraulische Scheibenbremsen von Tektro, 160 Millimeter

Laufradgröße 20 Zoll

Bereifung Schwalbe Big Ben, 55 Millimeter

Reichweite 71,2 Kilometer

KOMPAKT – ABER SCHWER

Werfen wir noch einen Blick auf die Maße. Im Vergleich zum herkömmlichen Fahrrad fehlen 20 Zentimeter und mehr in der Länge.

Klingt nach wenig, macht in der Praxis aber einen erheblichen Unterschied, wenn Sie das Rad durch ein enges Treppenhaus wuchten. Oder wenn Sie im Keller oder Fahrradabteil der Bahn Ihr Velo platzsparend verstauen müssen. Dann zählt jeder Zentimeter. Machen Sie sich bitte trotzdem keine falschen Hoffnungen: Die Räder eine Treppe hochzutragen, ist trotz kompakter Maße ein Kraftakt. Die Testmuster – der 15 Kilogramm leichte Carbonexot von Storck außen vor – sind spürbar schwerer als ihre motorlosen Geschwister. Im Mittel wiegen die sechs Testbikes 22,5 Kilogramm, womit man nicht so weit entfernt liegt von einem herkömmlichen E-Tourer. Offenkundig setzen Motor und Akku den Bikes ordentlich zu, bringen auf der anderen Seite Reichweite und Rückenwind. Selbst mit kompakten E-Bikes kann man am Ende nicht alles haben – und wird letztlich Kompromisse eingehen müssen. Umso erfreulicher ist, dass es beim Transport nicht nur aufs Gewicht ankommt, sondern auch auf die Griffposition. Vorbildlich gibt sich auch hier wieder Testsieger i:SY. Das Rad lässt sich super greifen und am Rahmen halten dank des zentralen Schwerpunkts.

"Sie sind auch im Alltag verlässlich.

STORCK NAME:2 XT 1X11 TRISPOKE

SPORTLICHER CARBONBOLIDE

Manchmal sollte man aus der Reihe tanzen. Ein Fahrrad, das dieses Motto kultiviert, ist das Storck mit dem sperrigen Namen. Wir wollten es dennoch gern im Testfeld haben, um zu demonstrieren, wie vielfältig der Markt der E-Kompakträder sein kann. Radsportler mit einem Faible für Carbon, für die eigentlich nichts kleiner als 28 Zoll infrage käme, könnten sich mit Sicherheit für das Storck, die 24-Zöller und Trispoke-Laufräder aus Carbon erwärmen. Das Rad würde es ihnen, obwohl es für ein Kompaktrad lediglich rekordverdächtige 15 Kilogramm auf die Waage bringt, dennoch nicht zu leicht machen. Schuld daran ist der Fazuas-Evation-Antrieb, der mithin nicht nur in E-Rennrädern mit Rückenwind prahlen kann statt Turbomodus. Ungleich mehr Drehmoment als 55 Newtonmeter braucht der Carbonbolide nicht, so stark sind dessen Beschleunigungswerte. Aber, werden Allwetterfahrer und Pendler einwenden, am Storck fehlen doch Schutzbleche, Lichtanlage und ein belastbarer Gepäckträger! Ja, stimmt, spielt bei diesem Kompaktrad-Konzept aber keine Rolle und würde nur das Gewicht nach oben treiben. Sorgen macht uns vielmehr, dass das Rad im Alltag umfallen könnte und dabei das feine Carbon zu Bruch ginge – der Fahrspaß wäre dann vorbei.

Gewicht 15,2 Kilogramm

Abmessung (L xBx H) ca. 168 x 76 x 9 Zentimeter

Maximale Zuladung 84,8 Kilogramm

Motor Fazua Evation

Akku 252 Wattstunden

Schaltung Shimano XT, 1x 11 Gänge, Kettenschaltung

Bremsen Hydraulische Scheibenbremsen von Magura, 160 Millimeter

Laufradgröße 24 Zoll

Bereifung Schwalbe Big Ben, 40 Millimeter

Reichweite 45,8 Kilometer

TERN HSD S+

VIELSEITIGES FAMILIENFAHRZEUG

Fast dürfte das Tern HSD unseren Testpiloten zweimal tragen, so hoch ist die maximale Zuladung: spitzenmäßige 142 Kilogramm. Allen Tern-Modellen ist dieses Transport-Gen gemein, dafür feiern Familien und Lastenradler die Marke. Ein Umstand, der sich beim Blick auf das mannigfaltige Zubehör auf der Hersteller-Webseite abermals bestätigt. Vom Kindersitz bis zum Regenschutz und der Transportbox bis zum Gepäckträgergestell – im Shop findet jeder Radler, was er für seinen Alltag braucht. So viele Möglichkeiten und die robuste Bauweise des Rades fordern ihren Tribut: Das HSD ist nicht nur sperriger als die Konkurrenz, sondern auch so schwer wie ein 28-Zoll-Tiefeinsteiger. Wenig überraschend, dass es sich dank des längeren Radstands auch wie ein herkömmliches Pedelec fährt. Eine dicke Lanze müssen wir für die vollautomatische Enviolo-Schaltung brechen: Einmal im Menü die Trittfrequenz eingestellt, gehört Schalten endlich der Vergangenheit an. Man muss sich kurz dran gewöhnen, dann aber gleitet man einfach sorglos seines Weges. Die hochwertige Ausstattung – Magura-Bremsen, Riemen, Cane-Creek-Sattelstütze und Federgabel – hat ihren Preis. Das von uns getestete HSD schlägt ein 5699 Euro tiefes Loch in den Geldbeutel potenzieller Interessenten.

Gewicht 27,8 Kilogramm

Abmessung (L xBx H) 166 x 68 x 117 Zentimeter

Maximale Zuladung 142,2 Kilogramm

Motor Bosch Performance Line

Akku 500 Wattstunden

Schaltung Enviolo AutomatiQ, Nabenschaltung, Riemen

Bremsen Hydraulische Scheibenbremsen von Magura, 180 Millimeter

Laufradgröße 20 Zoll

Bereifung Schwalbe Big Ben, 55 Millimeter

Reichweite 66,6 Kilometer

"Gefahren auf dem Prüfstand und im Alltag.

So haben wir getestet

BIKE BILD vertraut beim großen Vergleichstest auf einen zweistufigen Aufbau: Zunächst ermitteln die Experten des renommierten Prüfinstituts DEKRA in Stuttgart die Reichweite mit einer simulierten Fahrt nach dem genormten R200-Reichweitentest. Das einheitliche Verfahren schafft Vergleichbarkeit und verhindert Manipulationen. Die maximale Unterstützung wird ebenso in diesem Verfahren ermittelt. Sie gibt an, mit wie viel Watt der Motor in einem kurzen Zeitintervall unterstützt, wenn fahrerseitig 250 Watt in die Pedale gegeben werden. Damit wird simuliert, wie leicht oder schwer sich kurze, steile Anstiege bewältigen lassen. Mit einer simulierten Fingerkaft von 70 Newtonmetern wird die nötige Bremskraft bei Nässe und Trockenheit simuliert. Wenn diese Werte erhoben wurden, machen wir die Probe aufs Exempel – unser Team fährt die E-Räder vor Ort Probe. Mit den kompakten E-Bikes führte der Testparcours über Asphalt und Schotterwege. Das wechselnde Terrain ist wichtig, um die Räder aus ihrer Komfortzone zu locken. Wir haben ebenso die Flatterneigung überprüft. Alles, was uns auffällt, fließt in den Bewertungspunkt Fahrspaß ein. Mit den E-Kompaktbikes haben wir zudem getestet, wie gut sie sich eine Treppe hinauftragen lassen, und auch, wie leicht sich Klemmungen, etwa um die Lenkerstange einzuklappen, lösen lassen. Anschließend führten wir im gesamten Team eine lebhafte Diskussion über das Design der Testkandidaten. Bei diesem Test haben wir die Ausstattung benotet. Hier fließt unter anderem ein, wie alltagstauglich das Fahrrad ausgestattet ist, ob und inwieweit hochwertige Komponenten verwendet wurden, wie die allgemeine Verarbeitungsqualität ist, wie hoch die maximale Zuladekapazität ausfällt und vieles mehr. Da E-Kompaktbikes von den Herstellern häufig damit beworben werden, besonders handlich zu sein, wollten wir zu guter Letzt auch das Gewicht in Relation setzen. Für 20 Kilogramm oder weniger haben wir die volle Punktzahl vergeben, für jedes abweichende Kilogramm einen Punkt in der Bewertungstabelle addiert respektive subtrahiert.

"Sogar Treppensteigen gehört zum Test.

VANMOOF X3

SMARTER PREISBRECHER

PREIS-LEISTUNGS-SIEGER

Tja, wer sagt denn, dass Mini-Fahrräder alle gleich aussehen? Wer das meint, sollte sich das VanMoof X3 anschauen! Neben seiner coolen Optik vereint es zudem zahlreiche Talente auf sich – es ist beispielsweise so vielseitig, dass es nicht nur in der Klasse der E-Kompakträder mitfahren kann, sondern genauso mühelos in einem City-E-Bike-Test mitspielt. Sowohl auf dem Prüfstand als auch in der Praxis legen die Niederländer ihre Reifeprüfung ab. Abstriche haben wir allerdings bei der Ausstattung und der Bewertung der Bremsen machen müssen. Da zeigt sich ein bekanntes Problem: Die Scheibenbremsen Marke Eigenbau können eben doch nicht mit denen der Spezialisten von Magura, Shimano und Tektro mithalten. Weiteres Manko: Auch die Güte der Materialien dürfte ruhig höher ausfallen. Andererseits: Was man als Kunde für 2200 Euro erhält, kann sich sehen lassen. Kein Wunder also, dass sich der stylishe Drahtesel zum Verkaufsschlager gemausert hat. Allem voran sprechen die smarten Funktionen wie GPS-Tracking und Diebstahlschutz viele Abnehmer an. Licht, Schutzbleche und Frontgepäckträger runden zudem die Alltagstauglichkeit ab. Nur bei der individuellen Anpassung hapert es leider. Denn lediglich die Sattelhöhe ist einstellbar.

Gewicht 21,1 Kilogramm

Abmessung (L xBx H) 163 x 65 x 100 Zentimeter

Maximale Zuladung 98,8 Kilogramm

Motor VanMoof, Frontnabenmotor

Akku 504 Wattstunden

Schaltung Elektronische Viergang-Automatikschaltung, Kette

Bremsen Hydraulische Scheibenbremsen von VanMoof, 160 Millimeter

Laufradgröße 24 Zoll

Bereifung Schwalbe Big Apple, 50 Millimeter

Reichweite 57,5 Kilometer

EIN RAD FÜR DIE REISE

Angesagt sind E-Kompaktbikes bei Städtern, klar. Aber längst sind auch viele Reisemobilisten auf den Geschmack gekommen. Die Räder finden locker in den großen Wohnmobilgaragen Platz, sodass einer Tour vom Campingplatz aus nichts entgegensteht. Auch für Fahrer von Mittelklassekombis sind sie eine Alternative. Passen sie doch, ohne Teile zu demontieren, meist in den erweiterten Kofferraum.

Einen weiteren Vorzug ließen wir bislang unerwähnt. E-Kompakträder sind Räder für die ganze Familie, für Mama und Papa und Kinder, sofern sie groß genug sind. Anders als bei Bernds, wo es unterschiedliche Rahmengrößen gibt, werden viele E-Kompaktbikes in Einheitsgröße ausgeliefert. Sehr gut daher, dass sich die Sitzposi­ tion der Modelle von Riese & Müller, i:SY und Tern individualisieren lässt. Hierzu muss man einfach die Lenkerneigung und die Lenkerhöhe neu arretieren.

Fazit

Es fällt schwer, sich nicht für E-Kompaktbikes zu begeistern. Die Minis machen Laune, haben Power und müssen sich in puncto Fahrverhalten nicht vor anderen Rädern verstecken.

Daniel Eilers

"E-Kompaktbikes machen einfach Laune.