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Diese Lebensmittel machen glücklich


Hörzu Gesundheit - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 15.11.2019

Der neue Trend heißtHappy Food. Essen, das die Stimmung hebt und gute Laune schafft. Auch die Farbe spielt dabei eine Rolle


Artikelbild für den Artikel "Diese Lebensmittel machen glücklich" aus der Ausgabe 4/2019 von Hörzu Gesundheit. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Frischeschub für Körper und Seele. Für Obst und Gemüse gilt dabei: je bunter, desto besser


FOTOS: CLAIRE BENOIST/THELICENSINGPROJECT.COM, BANAGAN/GETTY IMAGES

Buchtipp
Niklas Ekstedt, Henrik Ennart: „Happy Food“, Südwest, 240 S., 22 €


Was macht Kinder froh und Erwachsene ebenso? Nein, wir meinen keine Gummibärchen. Möglich, dass sie einen Augenblick als Seelentröster taugen – wie alle Süßigkeiten verschaffen sie uns einen kurzen Gute- Laune-Schub; doch auf lange Sicht verpassen ...

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... sie unserer Stimmung einen Dämpfer. Davon sind der Ernährungsexperte Henrik Ennart und der Sternekoch Niklas Ekstedt überzeugt: „Zucker verursacht Stimmungsschwankungen. Wenn man mehr als 100 Gramm Süßigkeiten am Tag isst, nimmt das Depressionsrisiko zu.“ Deshalb raten die beiden Schweden von den „Glücksdieben“ ab und präsentieren in ihrem neuen Buch „Happy Food“ (siehe Buchtipp links) Nahrungsmittel, die nachweislich die Laune heben und die Lebenszufriedenheit fördern können.

Sie berufen sich dabei auf eine uralte Annahme: Was der Mensch isst, beeinflusst nicht nur seinen Körper, sondern auch seine Psyche. Schon Hippokrates, der Vater der antiken Heilkunst, forderte schließlich: „Lasst das Essen eure Medizin sein.“ Er riet zum Beispiel, bei Depressionen Eselsmilch zu trinken.

Lebensfreude beginnt im Darm

Das Glück beginnt im Darm, wissen Ennart und Ekstedt: „Neue Erkenntnisse zeigen, dass die Darmbakterien auch Einfluss darauf haben, wie wir uns fühlen und wie munter und beweglich wir im Alltag sind.“ Es gärt und brodelt – und dabei passiert Wundersames: „Im Darm werden bis zu 95 Prozent der Hormone hergestellt, die unter anderem die Glücks-, Stress-, Hunger- und Sättigungsgefühle steuern.“ Als Kommunikationskanal dienen die Nervenzellen in der Darmwand, die die Signale unter anderem über den Vagusnerv an das Gehirn leiten. Abwechslungsreiche Kost mit vielen Faserstoffen unterstützt den Prozess, weil sie für eine gesunde, vielfältige Darmflora sorgt. „Wir müssen uns auf die alten Gemüsesorten und Tierrassen besinnen, um wieder Essen zu uns nehmen zu können, das reich an Vitaminen, Mineralien, guten Fetten und Polyphenolen ist“, sind die Experten überzeugt. Und wir sollten eine farbenfrohe Auswahl treffen, weil sie Vielfalt und ganz spezifische gesunde Inhaltsstoffe garantiert. Eine Menge Nahrungsmittel, auf die das Team schwört, finden Sie auf den nächsten Seiten. Lauter Dinge, die fit und vital machen. Und dabei echtes Seelenfutter sind.

ROT: Fitmacher Tomaten & Co.

Je röter Früchte im Naturzustand sind, desto wertvoller sind sie


Wirkt anregend und belebend

„Isst man farbenprächtiges Obst und Gemüse, bringt man mit gesunden Polyphenolen Farbe in sein Inneres“, sagen die Ernährungsexperten Ekstedt und Ennart. Rote Bete etwa regt die Bildung von Mitochondrien an, die uns vitaler fühlen lassen, ihr Betanin fördert die Produktion des Glückshormons Serotonin.

EMPFEHLENSWERT

Tomaten, Chili, rote Zwiebeln, rote Äpfel, rote Paprika, Rote Bete, Rotkohl, Erdbeeren, Preiselbeeren, Cranberrys.

DAS STECKT DRIN

Rote Pflanzen sind reich an Karotinoiden, Anthocyanine und auch Quercetin, das ein starker Entzündungshemmer ist und vor Depressionen schützt. Der rote Pflanzenfarbstoff Lycopin bringt Blut und Herz in Schwung und ist der beste Radikalfänger. Reife Tomaten etwa sorgen für schöne Haut.

WEISS: Von wegen blass. Die helle Freude!

Eine reinweiße „Blume“ zeigt, dass ein Blumenkohl frisch ist


Klärt und hilft dem Körper beim Entgiften

Weiß steht für Reinheit. Und genau dafür sorgen weiße Obst- und Gemüsesorten im Körper: Sie helfen beim Entschlacken und Entgiften, insbesondere Spargel wirkt entwässernd. Bei der Glücksernährung nach Farben dürfen weiße Naturprodukte nicht fehlen. „Wer sich abwechslungsreich ernährt, kann die Vielfalt der Darmflora aufrechterhalten“, sagen Niklas Ekstedt und Henrik Ennart, Ernährungsexperten und Autoren von „Happy Food“ (siehe Buchtipp S. 92). „Wenn wir die Darmbakterien gut behandeln, können sie uns helfen,stressresistenter, aufmerksamer, glücklicher und harmonischer zu werden.“

EMPFEHLENSWERT

Blumenkohl, Spargel, Zwiebeln, Weißkohl, Bananen, Knoblauch, Fenchel, Kohlrabi, Knollensellerie.

DAS STECKT DRIN

Quercetin und Kaempferol sowie nützliche Faserstoffe wie Inulin und resistente Stärke, Allicin, Eisen, Vitamin C und Beta-Carotin verbessern den mentalen und emotionalen Zustand.

SCHWARZ: Ein guter Grund fürs Lächeln

Ist für den Organismus extrem gesund

Echte schwarze Oliven enthalten mehr Nährstoffe als grüne


Die Pflanzenfarbstoffe in der Auberginenschale sind Anti-Aging-Wunder


In der Natur gibt es nur wenige blauschwarze Früchte und Pflanzen. Schade, denn Anthocyane, dunkle Farbstoffe, verweisen auf Pflanzenstoffe, die zu den kraftvollsten Antioxidanzien gehören. Ihre natürliche Power hält die Blutgefäße jung und schützt die Haut vor Alterung. Zusätzlich hat die blauschwarze Farbe einen appetitzügelnden Effekt.

EMPFEHLENSWERT

Auberginen, Oliven, Heidelbeeren, Brombeeren, schwarze Johannisbeeren, schwarzer Pfeffer und die Meeresalge Nori.

DAS STECKT DRIN

Neben den Anthocyanen enthalten Auberginen reichlich Ballaststoffe, dunkle Beeren viel Quercetin und schwarzer Pfeffer Piperin, das gut für eine reichhaltige Darmflora ist und damit depressiven Verstimmungen vorbeugt.

GELB: Die perfekten Bodyguards

Gelbe Farbstoffe in Obst und Gemüse stärken die Immunabwehr


Steigert Lebensfreude und Optimismus

Gelbes Obst und Gemüse liefern viele Vitamine, regen die Verdauung an und haben zudem einen desinfizierenden Effekt. Für die Färbung sind Karotinoide verantwortlich. In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) gelten sie als Stärkungsmittel für die Verdauung und natürliche Stimmungsaufheller.

EMPFEHLENSWERT

Apfelsinen, Möhren, Zitronen, Aprikosen, Kürbisse, gelbe Zucchini, Kurkuma, Süßkartoffeln, Mais, Ananas, Gelbe Bete.

DAS STECKT DRIN

Gelbe Sorten sind randvoll mit Antioxidanzien, Beta-Carotin, Vitamin C, Alpha- Carotin und Folsäure. Die etwa in Aprikosen reichlich enthaltene Aminosäure Tryptophan wird in das Glückshormon Serotonin umgewandelt und wirkt dadurch Tagesmüdigkeit und Verstimmungen entgegen.

GRÜN: Vitamine gegen Trübsinn

Bringt Energie zurück

Avocados und Brokkoli sind wahre Vitaminbomben


„Zu jeder Mahlzeit am besten grünes Blattgemüse essen“, empfehlen die Experten Ekstedt und Ennart. Das steigere das Wohlbefinden. So verraten etwa auch die dunkelgrünen Blätter von Mangold, dass er über zahlreiche Vitamine wie A, B 6 und C sowie Magnesium verfügt, zudem über Antioxidanzien, darunter Quercetin, das einem Stoff entgegenwirkt, den unser Gehirn bei zu viel Stress ausschüttet.

EMPFEHLENSWERT

Salat, Spinat, Mangold, Avocados, Zucchini, Brokkoli, Grünkohl und Kräuter wie Basilikum, Petersilie, Kresse.

DAS STECKT DRIN

In chlorophyllreichen Obst- und Gemüsesorten stecken viel Kalzium, Folsäure, Vitamin C, Flavonoide, Antioxidanzien. Sie wirken reinigend und entgiften, haben also einen „Detox- Effekt“. Zudem regen sie die Bildung neuer Blutzellen an.

ANTI-DEPRESSIONS-DIÄT

in 10Schritten

Die Experten Henrik Ennart und Niklas Ekstedt gebenEsstipps für ein besseres Wohlbefinden.

1 Essen Sie zu jeder Mahlzeit Gemüse, am besten jeden Tag grünes Blattgemüse und Tomaten, jedoch maximal nur eine Kartoffel täglich.

2 Nehmen Sie täglich Vollkorn zu sich. Die Menge richtet sich danach, wie oft und wie lange Sie körperlich aktiv sind.

3 Stellen Sie drei- bis viermal pro Woche Hülsenfrüchte auf Ihren Speiseplan. Das kann zum Beispiel auch jegliche Art von Hummus sein.

4 Greifen Sie bei Zwischenmahlzeiten zu Obst, Gemüse und Nüssen. Täglich drei Stück Obst sowie 50 Gramm ungesalzene Nüsse oder Samen sind optimal. Auch sieben Oliven sind empfehlenswert.

5 Verzehren Sie mindestens zweimal pro Woche fetten Fisch und fast jeden Tag Eier, maximal sechs in der Woche.

6 Essen Sie drei- bis viermal pro Woche mageres Fleisch. Sie sollten die Menge jedoch auf maximal 100 Gramm pro Portion reduzieren.

7 Nehmen Sie zwei- bis dreimal täglich Milchprodukte zu sich, etwa Fetakäse, Hartkäse, Ricotta und Naturjoghurt.

8 Verwenden Sie als Standardfett kalt gepresstes natives Olivenöl, schon ein Esslöffel (20 Milliliter) am Tag tut gut.

9Verzichten Sie bitte weitgehend auf Süßigkeiten. Diese sollten nur ausnahmsweise mal erlaubt sein.

10 Trinken Sie viel Wasser. Es ist das Lebenselixier. Zwischen 1,5 und zwei Liter sind an normalen Tagen ideal. Es macht vitaler, aktiver – und auch dadurch zufriedener.

DAS SIND DIE GLÜCKSDIEBE

ZUCKER enthält keinerlei Nährstoffe. Er führt jedoch zu Stimmungsschwankungen bis hin zur Depression. Süßigkeiten machen erst kurzfristig gute Laune – dann häufig schlechte.

RAFFINIERTES WEISSMEHL enthält keine Faserstoffe. Es wird im Dünndarm von Enzymen in Zucker umgewandelt und lässt die Darmflora verkümmern.

CHEMISCHE ZUSÄTZE wie E 433 (etwa in Eis, Suppen, Milchprodukten) und E 466 (etwa in Tiefkühl-Pommes-frites und Käse) schädigen Darmflora und Darmschleimhaut und können Entzündungen auslösen.

OMEGA-6-FETTSÄUREN fördern Entzündungen. Sie kommen beispielsweise in Mais- und Sonnenblumenöl vor.

ZU VIEL ALKOHOL erhöht das Risiko für Depressionen. Als „moderat“ gilt pro Tag ein Glas Wein für Frauen, zwei Gläser für Männer. Physische Aktivität scheint die schädlichen Effekte von Alkohol zu neutralisieren.

Weißer Zucker ist ungesund und schlecht für die Stimmung


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