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DIESE POWER-FRAU SCHENKT MUT & KRAFT: OPRAH WINFREY


Herzstück - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 10.06.2020

Millionen Zuschauer schalteten in den 90ern regelmäßig den Fernseher ein, wenn es Zeit war für „The Oprah Winfrey Show“. Ihre mitfühlende, offene Art eroberte Menschen weltweit. Seitdem lässt Oprah keine Gelegenheit aus, um Menschen zu helfen, die weniger Glück hatten im Leben. Denn wie es sich anfühlt, allein im Regen zu stehen, weiß sie nur zu gut. Aber vielleicht gerade deshalb: Es pocht eine Kraft in ihr, die sie stets angetrieben und zu einer der erfolgreichsten Frauen unserer Zeit gemacht hat. Eine Frau, die inspiriert …


Artikelbild für den Artikel "DIESE POWER-FRAU SCHENKT MUT & KRAFT: OPRAH WINFREY" aus der Ausgabe 4/2020 von Herzstück. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Herzstück, Ausgabe 4/2020

Dass manche Wunden ein Leben lang brauchen, um zu heilen, weiß Oprah aus ...

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hr Garten schenkt Oprah Lebensfreude – auch in ganz schwierigen Zeiten


Kämpferin mit Herg und Seele…

Von außen betrachtet, hat Oprah wohl alles erreicht, was man sich in den kühnsten Träumen nur ausmalen kann. 25 Jahre lang moderierte sie „The Oprah Winfrey Show“, später auch nur „Oprah“ oder „O“ genannt. Über 20 Millionen Zuschauer schalteten regelmäßig ein, was sie zur erfolgreichsten Talkshow im amerikanischen Fernsehen gemacht hat. Oprah sprach wohl schon mit (fast?) jedem, der Rang und Namen hat: mit First Ladys, Präsidenten, Schauspielern. Darunter sind große Fernseh-Momente und Quoten-Erfolge, die bis heute in Erinnerung geblieben sind – zum Beispiel 1993 ein seltenes Interview mit Michael Jackson, in dem er über seine helle Hautfarbe sprach, oder 2005 der Besuch von Tom Cruise, bei dem er aus Liebe zu Katie Holmes wie von Sinnen auf die Couch hüpfte. Aber Oprahs Sendung war noch sehr viel mehr als das. Sie war ein Hafen großer Gefühle und eine Schule fürs Leben, in der die Zuschauer Hilfe fanden, um sich selbst weiterzuentwickeln. Die Moderatorin schenkte ihren Gästen immer viel Empathie. „Das starke Band, das ich zwischen mir und meinen Gesprächspartnern spüre, rührt von dem Bewusstsein her, dass wir alle den gleichen Weg gehen und uns alle nach den gleichen Dingen sehnen: nach Liebe, Freude und Anerkennung“, meinte Oprah selbst dazu und zeigte sich immer wieder ganz echt und mitunter von ihrer verletzlichen Seite. Sicher ist das auch ein Grund, warum die Zuschauer sie so sehr lieben.
Auf jeden Fall lässt sich ihr unglaublicher Erfolg nicht bestreiten: Oprah ist die erste schwarze Milliardärin überhaupt. Sie besitzt eine eigene Zeitschrift, eine eigene Produktionsfirma und seit 2011 sogar einen eigenen Kabelsender: „OWN“ – „Oprah Winfrey Network“ – widmet sie heute hauptsächlich ihre Zeit. Über die Jahrzehnte hat sie ein richtiges Imperium aufgebaut und sie ist wohl eine der wenigen Prominenten, die – wie Madonna – keinen Nachnamen brauchen. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass Oprah auf der Sonnenseite des Lebens geboren worden sein muss. Aber tatsächlich sah es nicht immer so rosig aus.

Ein holpriger Start ins Leben

Am 29. Januar 1954 kam sie in Kosciusko im US-Bundesstaat Mississippi zur Welt – zu jener Zeit galt noch die Rassentrennung. Oprah war ein „Unfall“, ein uneheliches Kind minderjähriger Eltern, deshalb verbrachte sie ihre ersten sechs Lebensjahre bei ihrer ärmlichen Großmutter auf einer Schweinefarm. Zeitweise musste Oprah Kartoffelsäcke statt Kleidung tragen – man kann sich vorstellen, was das für einen Menschen bedeuten muss, geschweige denn für ein Kind. Ihre Oma brachte ihr schon früh das Lesen bei – eine Leidenschaft, der sie auch heute noch liebend gerne nachgeht. „Das Lesen verschafft uns einen Zugang zu allem, was unser Geist aufzunehmen bereit ist“, schwärmt die heute 66-Jährige über ihr liebstes Hobby. „Und was ich am schönsten daran finde: Es verleiht uns die Fähigkeit, eine höhere Stufe zu erklimmen – und immer weiter nach oben zu streben.“ Mit sechs Jahren zog Oprah dann zu ihrer Mutter nach Milwaukee, eine neue Lebensphase begann. Aber leichter wurde es nicht. Im Alter von neun Jahren wurde sie von einem Cousin sexuell missbraucht, zwischen ihrem 10. und 14. Lebensjahr dann immer wieder von einem Onkel und einem Freund der Familie. Als Reaktion darauf lebte sie rebellisch und sexuell freizügig, so dass sie mit 14 ungewollt schwanger wurde. Aus Scham versteckte sie ihr wachsendes Bäuchlein und das noch junge Leben in ihr. 1968 entband sie, doch das Kind starb wenige Wochen später im Krankenhaus.
„Ich ging danach weiter zur Schule und erzählte niemandem davon“, so Oprah. „Ich fürchtete, von der Schule zu fliegen, wenn es herauskäme. Also trug ich dieses Geheimnis mit mir herum, immer in der Furcht, dass jeder, der davon erführe, sich von mir abwenden würde.“ Nachdem sie einmal von zuhause weggelaufen war, zog sie zu ihrem Vater nach Nashville. Ihr Vater war sehr streng und diszipliniert, gab Oprah Struktur und erwartete nur die besten Schulnoten von ihr. Als sie zur Highschool ging, fing sie als Nachrichtensprecherin beim Radio an, was sie während des Colleges schließlich zum Lokalfernsehen brachte.

Glück teilen und anderen helfen

Ihre große Offenheit und ihr Mitgefühl waren jedoch bei den Nachrichten eine Schwäche: Auf Terminen konnte sie sich nicht ausreichend abgrenzen, nahm zu sehr Anteil am Schicksal anderer – etwa, wenn es gebrannt hatte oder Menschen Angehörige verloren hatten. Sie respektierte deren Bedürfnisse, wollte sie nicht bedrängen, um an Informationen zu kommen – nur kam sie so natürlich ohne News zurück in die Redaktion. Zum Glück aber hat Oprah ihre wahre Berufung als Moderatorin gefunden. Ihren Einfluss und ihr großes Netzwerk nutzt sie bis heute dazu, um Menschen zu unterstützen, die es am nötigsten haben. Jedes Jahr spendet sie Millionenbeträge für verschiedenste Projekte. So hat sie zum Beispiel diesen April erst angekündigt, zehn Millionen Dollar für Corona-Hilfsmaßnahmen bereitzustellen. Auf ihrer Homepage www.oprah.com und auf ihrem Kabelsender finden Zuschauer ermutigende Beiträge, um durch diese schwierige Zeit zu kommen, Hoffnung zu schöpfen und sich nicht allein zu fühlen. Genau das ist Oprah: In ihrer Welt zählt – der Mensch.

Als Jugendliche in Nashville (linkes Bild) spürte Oprah, dass sie Großes erreichen kann, wenn sie sich nur anstrengt. Sie legte sich ins Zeug und schuf schließlich ein Milliarden-Imperium …


FOTOS: ANNIE LEIBOVITZ/TRUNK ARCHIVE (2), HGM-PRESS, RUNWAY MANHATTEN, PR (8)