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Digital Leader Award zeigt: Deutschland ist besser als sein Ruf


Computerwoche - epaper ⋅ Ausgabe 42/2020 vom 02.10.2020

Gemeinsam mit der NTT Gruppe hat die COMPUTERWOCHE zum fünften Mal die Digital Leader Awards für die besten Projekte und Initiativen rund um den digitalen Wandel vergeben. Hier sind die Gewinner!


Artikelbild für den Artikel "Digital Leader Award zeigt: Deutschland ist besser als sein Ruf" aus der Ausgabe 42/2020 von Computerwoche. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Computerwoche, Ausgabe 42/2020

Sie möchten mehr wissen?

→ Alle Informationen über Wettbewerb, Gewinner und Platzierte, Jury und die Konditionen für eine Bewerbung 2021 finden Sie unter digital-leader-award.de

→ Gewinner und Platzierte stellen wir vor unter www.cowo.de/a/3549722

→ Für jeden Finalisten gibt es ein ausführliches Porträt auf computerwoche.de. Geben Sie einfach den jeweiligen Firmennamen ins Suchfeld ein.

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... Award-Verleihung, mit zugeschalteten Gästen und Gewinnern - das ist ungewöhnlich. Doch der Digital Leader Award (DLA) 2020 geriet trotz der räumlichen Distanz zu einem stimmungsvollen Ereignis, weil Gewinner und Platzierte mit ihren Teams auch in dieser Ausnahmesituation ihrer Freude freien Lauf ließen. Tijen Onaran, CEO von Global Digital Women sowie Moderatorin und inzwischen auch Bestseller-Autorin, führte gemeinsam mit COMPUTERWOCHE-Chefredakteur Heinrich Vaske durch eine digitale Show, in deren Rahmen 15 Sieger und Platzierte ausgezeichnet wurden.

Initiiert haben den Wettbewerb nun bereits zum fünften Mal der IDG-Verlag und die NTT Gruppe. Mit wachsender Begeisterung: NTT-Deutschland-Chef Kai Grunwitz zeigte sich ebenso wie IDG-Manager Stefan Huegel begeistert von der Qualität der eingereichten Projekte. Die Einsendungen gäben ein Spiegelbild dessen ab, was sich im digitalen Deutschland gerade abspiele. Und das ist - allen Unkenrufen zum Trotz - eine Menge.

In den vergangenen fünf Jahren erreichten die Jury über 450 Einsendungen. Gewinner aus DAX-Unternehmen, aber auch von innovativen Mittelständlern, aus Behörden und öffentlichen Einrichtungen sowie aus Startups konnten die begehrten Trophäen mit nach Hause nehmen. Wichtig dabei war und ist die Unterstützung der Partner aus der IT-Industrie. Cisco steht dem Wettbewerb seit mehreren Jahren treu zur Seite, in diesem Jahr kamen ServiceNow und die IT-Sicherheitsspezialisten Check Point und Checkmarx hinzu.

Wer hat denn nun gewonnen?

Die DLA-Preise wurden in den vier Kategorien „Culture“, „Strategy“, „Project“ und „Society“ vergeben. „Culture“ würdigt Initiativen, die den kulturellen Wandel im Unternehmen vorantreiben. Die digitale Transformation führt oft zu veränderten Arbeits-, Team- und Führungsstrukturen. Agile Projektmethoden sind heute selbstverständlich, immer öfter auch der Umgang mit Automatisierungs-Tools, Robotics und Software-Bots. Für solch tiefe Einschnitte ins Arbeitsleben braucht es eine gute Kultur und das Vertrauen der Mitarbeiter.

Kategorie „Culture“

Sieger in der Kategorie Culture wurde die Ergo Versicherung, genauer gesagt das Robotics Competence Center bei der Ergo Digital Ventures AG. Schon 2017 hatte der Vorstand der Ergo Group beschlossen, Robotic Process Automation (RPA) als digitales Innovationsthema voranzutreiben. Seitdem läuft die Bot-Maschine, 2019 brachte das Robotics-Team jeden Monat zwei neue Bots in Produktion. Dem Unternehmen gelang es durch Aufklärungsarbeit und Beteiligung, das Vertrauen der Mitarbeiter zu gewinnen und Akzeptanz herzustellen. Anfängliche Skepsis verwandelte sich erst in Neugier, dann tatsächlich in Begeisterung.

Platz zwei sicherte sich RWE Renewables (vormals Innogy) mit „The Power of People“. Auch diesem Unternehmen ging es darum, den digitalen Wandel in die richtigen Bahnen zu lenken und das Buy-in der Mitarbeiter zu bekommen. Der Energieversorger etablierte eine offene Kultur, die von einem abteilungsübergreifend zusammengesetzten Digital-Transformation-Team gefördert wird. Eine digitale Community greift Probleme auf und sorgt dafür, dass Agilität im Konzern gelebt wird.

Auch DB Systel gelang der Sprung aufs Treppchen: Platz drei gab es für das Strategieprogramm „Code Zukunft“, in dessen Rahmen sich die Bahn-Tochter vom klassischen Dienstleister und IT-Provider zum Innovationstreiber und Enabler der Digitalisierung wandelt. Dabei ging es nicht zuletzt darum, die Mitarbeiter zu erreichen und Themen wie Selbstorganisation und Eigenverantwortung voranzutreiben.

Kategorie „Strategy“

Eine digitale Strategie hat inzwischen nahezu jedes Unternehmen formuliert, doch in der Konsequenz der Umsetzung und der Ausgestaltung gibt es große Unterschiede. Den besten und visionärsten Fahrplan im Wettbewerb reichte der Chemiekonzern Boehringer Ingelheim ein. Die IT-Organisation hat ihr gewohntes Fahrwasser verlassen und sich in die Pflicht genommen, digitale Produkte und Services nicht nur zu entwickeln, sondern auch zu kommerzialisieren und zu betreiben. Bei Boehringer läuft die digitale Transformation auf Hochtouren, und die IT-Organisation steht voll in der Verantwortung und hält die Fäden in der Hand. Das hat der Jury gefallen.

Großen Eindruck machte auch die auf Medizin- und Pflegeprodukte spezialisierte Hartmann Group. Das Unternehmen hatte sich schon 2017 das Ziel gesetzt, zum „Digital Solution Leader“ in den Bereichen Desinfektion, Wund- und Inkontinenzmanagement zu werden. Auf der Basis einer Cloud-Plattform ist Hartmann heute in der Lage, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen digitale Produkte anzubieten, die deren Arbeitsprozesse verkürzen und mehr Effizienz ermöglichen.

Der E-Commerce-Riese Otto konnte die Auszeichnung für Platz drei in der Kategorie Strategy feiern. Die Hamburger sind dabei, sich zu einem digitalen Realtime-Unternehmen zu wandeln. Der Konzern arbeitet an einer Plattform, auf der Tausende von Händlern ihre Produkte anbieten sollen. Kern der Bewerbung ist die „Otto-BI“: Ein Team von rund 200 Mitarbeitern tüftelt heute an Technologien und Produkten, mit denen Mitarbeiter und Partner anhand von Daten besser entscheiden sollen.

Kategorie „Project“

Unter den Einreichern digitaler Leuchtturmprojekte ragt Infineon heraus: Beim Chiphersteller ist die Fehleranalyse in mikroskopisch kleinen Leiterbahnen eine gewaltige Herausforderung, schon kleinste Staubkörner können Halbleiter unbrauchbar machen. Mit der Anwendung „IFAME“ entwickelte ein Projektteam eine Lösung für das Qualitätsmanagement, die den Münchnern bei der Fehleranalyse eine Zeitersparnis von bis zu 80 Prozent und eine Treffergenauigkeit von über 90 Prozent bringt.

Platz zwei holte erneut die Ergo Gruppe für ihre Nutzung von digitalen Assistenten in der Kundenbetreuung. Das Unternehmen hatte festgestellt, dass die mit Siri, Alexa und Cortana vertrauten Kunden durchaus bereit sind, mit einem Chatbot zu sprechen, um etwa einen Schaden zu melden, einen Bearbeitungsstand zu erfragen oder einen Termin mit einem Berater zu vereinbaren. Zehn Sprachassistenten für unterschiedliche Versicherungssparten gibt es inzwischen, sogar eine erste (Reise-)Versicherung lässt sich auf diesem Weg abschließen. Auch von der drittplatzierten CATCH.direct GmbH, die von Ebner Industrieöfen, AIT Austrian Institute of Technology und der X-Net Holding gemeinsam betrieben wird, zeigte sich die Jury begeistert. Gemeinsam schufen die Anlagenbauer eine „M2M-Dating-Plattform“, die für eine optimale Verteilung von Aufträgen, Auslastung von Maschinen und Auftragsabwicklung entlang der Supply Chain sorgen soll.

Kategorie „Society“

Digitale Initiativen mit einem hohen gesellschaftlichen Nutzen wurden in der Kategorie Society prämiert. Hier sammelten sich zahlreiche Bewerbungen von öffentlichen Einrichtungen, Bildungsinstitutionen, aber auch Non-Profit-Organisationen. Den Sieg trug die Bundesagentur für Arbeit davon, die ihre IT-Strategie um eine „Express-Digitalisierung durch Covid-19“ erweiterte. Die Jury honorierte die Bewältigung der Mehrfachbelastung, Zigtausende von Mitarbeitern ins Home Office zu schicken, den laufenden Betrieb aufrechtzuerhalten und dabei in Höchstgeschwindigkeit Tausende von Kurzarbeitsanträgen zu bearbeiten sowie Hilfen für Selbstständige und Kleinstbetriebe zu bewilligen.

Mit dem zweiten Platz wurde die Initiative „expedition d“ der Baden-Württemberg-Stiftung geehrt. Deren Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler für eine berufliche Ausbildung oder ein Studium in technisch-mathematischen Fächern zu begeistern. Mit dem „Erlebnis-Lern-Truck“ und der Webseite www.expedition.digital werden digitale Problemlösungsansätze greifbar gemacht. Pro Jahr erreicht die Initiative inzwischen 12.000 Jugendliche, die kooperierenden Schulen sind begeistert. In der laufenden Pandemie ersetzen Online-Workshops die Präsenzveranstaltungen - auch diese Umstellung war ein voller Erfolg.

Auch die drittplatzierte Hacker School e.V. verschafft jungen Menschen Einblicke in die Welt der IT sowie erste Programmierkenntnisse. Aufgrund der Pandemie entschieden die Organisatoren im März kurzfristig, alle Präsenzveranstaltungen abzusagen und erst einmal ausschließlich digitale Formate in Form der „Hacker School @home“ anzubieten. Das gelang schon nach wenigen Tagen, mit überwältigendem Feedback. Das digitale Angebot wird nun weiter ausgebaut, und die Kids lernen zu programmieren, Webseiten zu erstellen und sogar kleinere KI-Vorhaben anzugehen.

Die Expertenjury des Digital Leader Award

→ Roger Kehl, bis vor kurzem CIO von Festo, inzwischen im Management von Atos

→ Sylvia List, General Manager Go-to-Market Solutions, NTT Germany

→ Tijen Onaran, CEO von Global Digital Women, Autorin und Moderatorin

→ Harald Rudolph, Director Daimler Strategy, Daimler AG

→ Harald Schirmer, Manager Digital Transformation and Change, Continental AG

→ Prof. Dr. Christian Schlereth, Lehrstuhl für Digitales Marketing, WHU - Otto Beisheim School of Management

→ Tobias Schlottke Co-Founder der Digital-Marketing-Plattform omr.com

→ Lynn-Kristin Thorenz, Associate Vice President Research & Consulting Germany & Switzerland, IDC

→ Heinrich Vaske, Editorial Director COMPUTERWOCHE und CIO, IDG Germany

Drei Sonderpreise für drei großartige Initiativen

→ Sonderpreis: Cybersecurity

Ohne Cyber- und IT-Sicherheit ist die digitale Transformation nicht möglich. Daher war es den Veranstaltern wichtig, auch hier die besten Einsendungen auszuzeichnen. Den Sonderpreis Cybersecurity gewann die Lanxess AG, die sich etwas Ungewöhnliches einfallen ließ, um den Mitarbeitern die Bedrohungslage zu verdeutlichen. Betriebsrat, Personalabteilung und vor allem CEO Matthias Zachert waren im Boot, als die rund 14.000 Mitarbeiter im Rahmen einer fingierten Phishing-Kampagne im Namen des Chefs getäuscht wurden und sogar zu einem Gutteil bereit waren, ihre Windows-Passwörter freizugeben. Der Lerneffekt war gewaltig, von nun an ließen sich Sicherheitsrichtlinien und -trainings viel leichter durchsetzen.

→ Sonderpreis: Social Purpose

Über den Sonderpreis Social Purpose konnte sich die AfB gemeinnützige GmbH freuen. „Social & green IT“ ist das Motto des Unternehmens, das Menschen mit teils schweren Behinderungen gebrauchte Endgeräte reparieren und einer Zweitverwertung zuführen lässt.

Gelungene Inklusion mit einem nachhaltigen Geschäftszweck - das gefiel der Jury, zumal das Unternehmen auch noch profitabel wirtschaftet. Wie geht das? Indem man Menschen so einsetzt, dass ihre Stärken zur Geltung kommen und sie Freude haben. Bei AfB reicht das Aufgabenspektrum von Datenlöschung über Aufarbeitung und Versand bis eCommerce und Kundenservice. Für jeden ist etwas dabei.

→ Sonderpreis: Digital Science

Gleich acht Zentren der Helmholtz-Gemeinschaft haben sich mit dem 2018 ins Leben gerufenen Projekt „Digital Earth“ den Sonderpreis Digital Science redlich verdient. Über 90 Natur- und Datenwissenschaftler aus dem Forschungsbereich Erde und Umwelt arbeiten heute gemeinsam daran, mittels Data Science Prozesse im Erdsystem besser zu verstehen. Vor allem gilt es, aus den unzähligen gewonnen Daten - von Sensoren im Feld, Analysen im Labor oder Satelliten im All - Erkenntnisse über den Zustand unseres Planeten abzuleiten. Um digital voranzukommen, galt es, wissenschaftliche Silos aufzubrechen und die interdisziplinäre Kooperation zu suchen. Das sei in vorbildlicher Weise gelungen, urteilte die Jury.


Fotos: Festo AG & Co. KG; NTT Germany; startup affairs & Global Digital Women; Daimler AG; Continental AG, WHU- Otto Beisheim School of Management; omr.com; IDC; IDG Germany

Fotos: Lanxess AG; AfB gemeinnützige GmbH; Helmholtz-Gemeinschaft