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Digital vor Ort am Heizkessel


IKZ Praxis - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 11.10.2019

Moderne Abgasgeräte im Hosentaschenformat können weit mehr als nur messen


Egal in welcher Branche, über ein Thema wird viel geredet – die Digitalisierung. Schaut man in Richtung SHK-Handwerk, so ergibt sich ein besonderes Bild: Vor allem bei der Abgasmessung hat die Digitalisierung viel zur Attraktivität des Berufes beigetragen.

Artikelbild für den Artikel "Digital vor Ort am Heizkessel" aus der Ausgabe 10/2019 von IKZ Praxis. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: IKZ Praxis, Ausgabe 10/2019

Zur Datenübertragung und Aufzeichnung von Messwerten verfügt das“ ecom-EN3“ serienmäßig über eine Mini-USB Schnittstelle sowie einen SD-Karten-Schacht. Auf Wunsch wird das Gerät mit einer WLAN- oder Bluetooth-Schnittstelle ausgerüstet.


Bild: ecom

Für Heizungsbauer gehört die ...

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... Abgasmessung zum Arbeitsalltag. Verbrennungsluft- und Abgastemperatur, Sauerstoff- und Staubgehalt ermitteln die Fachleute heute mit mobilen Endgeräten, die leistungsstärker sind als frühere Großgeräte. Vor allem der Aspekt der Digitalisierung spielt bei den Smartphone-großen Helfern eine bedeutende Rolle.

Mit ihrer Hilfe kann der Monteur viele Arbeitsschritte, die zu früheren Zeiten im Nachgang erledigt werden mussten, gleich vor Ort beim Kunden durchführen. So werden die Daten beispielsweise unmittelbar nach der Erhebung per USB- und/oder Bluetooth-Schnittstelle an den PC übertragen oder in der Cloud archiviert. Gern verwendet wird während des Einsatzes auch ein mobiler Infrarot-Drucker, der es erlaubt, zusätzlich zur Datenspeicherung vor Ort Messprotokolle und Rechnungsquittungen für den Kunden auszudrucken.

Effizienz mit und ohne Bluetooth
Der „Bluelyzer ST“ zum Beispiel gilt laut Hersteller Afriso als weltweit kleinster, vollwertiger SHK-Allrounder mit TFT-Farbmonitor. Mit ihm kann der Handwerker bis zu 100 Messprotokolle auch direkt im Gerät speichern. Es hat ein vollwertiges Temperaturmessprogramm an Bord. Darüber hinaus lassen sich Differenztemperaturen wie Vorlauf/Rücklauf per Knopfdruck ermitteln.

Die Bluetooth-Schnittstelle erlaubt die Verbindung zur „EuroSoft mobile App“, die im Playstore bzw. App-Store heruntergeladen werden kann. Dadurch werden die Messergebnisse auf Wunsch live auf dem Display des Telefons oder Tablets angezeigt, etwa in Form von Linien- und Balkendiagrammen. Ebenfalls können mithilfe der App Messprotokolle per E-Mail versendet oder in sozialen Netzwerken geteilt werden.

Auch das Dräger „FG4200“ hat ein Farb-Touchscreen, das eine schnelle und leichte Bedienung ermöglicht. Außerdem erlaubt das Gerät die professionelle Dokumentation der Messergebnisse, Kunden-, Anlagen- und Prüferverwaltung in der dazugehörigen PC-Software – bei diesem Modell allerdings per USB. Für eine direkte Vor-Ort-Dokumentation lassen sich die Messergebnisse auch über einen Infrarot-Drucker ausgeben.

Das Schwestergerät „FG7000“ bietet zudem eine steckbare Gasaufbereitungspatrone, ein neues Sondensystem und einen Kombi-Stecker, um Messungen schneller und leichter durchführen zu können. Das Gerät verbindet sich, wie alle neuen Abgas- und Leckmessgeräte des Herstellers, mit der Dräger „mCon App“. Damit werden aktuelle Messdaten online angezeigt und können sofort in ein Messprotokoll übernommen werden. Das Protokoll lässt sich mit Kundendaten, Kommentaren und Fotos komplettieren.

BImSchV und KÜO

Die 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung (1. BImSchV) schreibt die regelmäßige Überwachung von häuslichen Feuerungsanlagen vor. Sie gibt die Grenzwerte für den Abgasverlust, den CO-Gehalt sowie für die Rußzahl der Abgase vor.

CO-Grenzwerte für Öl- und Gasfeuerstätten sind zudem in der Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO) festgelegt. Die Messart ist abhängig vom jeweiligen Brennstoff:
• Gas: Abgasverlustmessung, Druckdifferenz-Messung
• Öl: Abgasverlustmessung, Druckdifferenz-Messung, COMessung, Ölderivate, Rußzahl
• Feste Brennstoffe: Staubmessung, CO-Messung.

Der Turnus für die Messungen ist vom Alter der jeweiligen Anlage abhängig:
• Jedes dritte Kalenderjahr bei Heizungsanlagen, deren Inbetriebnahme oder wesentliche Änderung 12 Jahre und weniger zurückliegt.
• Jedes zweite Kalenderjahr bei Heizungsanlagen, deren Inbetriebnahme oder wesentliche Änderung mehr als 12 Jahre zurückliegt.
• Jedes fünfte Kalenderjahr bei Heizungsanlagen mit selbst kalibrierender kontinuierlicher Regelung der Verbrennung.

Die Messfristen der 1. BImSchV unterscheiden sich von denen der Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO), die beispielsweise für Öl- und Gasfeuerungsanlagen eine jährliche Überprüfung vorschreibt.

Zum Start der Heizsaison 2019 ergänzt der Messtechnik-Experte Testo seine Familie der Abgasmessgeräte mit dem „testo 300“. Es ist einsatzbar für alle Brennstoffe.


Bild: Testo

Höhere Reichweite und Schutz der Sensoren bei Festbrennstoffen
Bereits seit 2015 sind die kabellosen und per App bedienbaren Messgeräte des Herstellers Testo auf dem Markt. Die kürzlich vorgestellte neue Generation der bekannten „Smart Probes“ hat nun eine Bluetooth-Reichweite von bis zu 100 m. Dies komme vor allem dann Technikern zugute, wenn größere Entfernungen zur Messstelle vorlägen, so das Unternehmen.

Ein spezielles Schimmel-Set lässt auch Schimmelgefahren mithilfe der App frühzeitig erkennen und bewertet dieses mit Ampelfarben. Auch hier bildet die eigene „Smart Probes“-App die Messdatenzentrale und das externe Bedienelement der Bluetooth-Messgeräte. Zu den Funktionen zählen neben dem Ablesen der Messwerte die Verlaufsanzeige als Graph oder Tabelle. Die mit Bildmaterial erweiterbaren Protokolle lassen sich nach der Datenerhebung als PDF oder Excel-Datei versenden.

Die Abgasmessgeräte von ecom erlauben die Kontrolle und Einstellung von Heizungsanlagen, u. a. durch die Messung des Abgasverlustes, des Luftüberschusses, des Kaminzugs sowie der Rußmessung. Auch die Berechnung des Sauerstoffs (O2) und des Kohlenmonoxid-Gehaltes (CO) sowie die Berechnung des Kohlendioxids (CO2) im Abgas ermöglicht die Technik. Zudem messen die ecom-Geräte den Stickstoff-Monoxid-(NO) und Stickstoff-Dioxid-Gehalt (NO2). Die App „ecomMander“ erkennt automatisch, welches der Messgeräte gerade drahtlos angeschlossen wurde.

Für die drahtlose Messung von Feuerungsanlagen mit festen Brennstoffen steht zudem ein umfangreiches Zubehör parat, um vor allem den Schutz der Sensoren zu gewährleisten. Denn problematisch sind in diesem Zusammenhang vor allem die organischen Verbindungen solcher Brennstoffe sowie die erhöhte Staubbelastung.

Hersteller Wöhler empfiehlt das Kompaktgerät „A 450“. Auch hier erleichtert ein berührungsempfindliches Farbdisplay den Blick auf die Messwerte. Bei der Bedienung entfällt das lästige Scrollen des Bildschirms, da das Menü, wie bei einem Smartphone, mit Icons aufgebaut ist. So kann der Techniker die einzelnen Menüpunkte durch Tippen auf das Display aufrufen.

1000 Speicherplätze erlauben die kundenspezifische Ablage der Messwerte im Gerät selbst. Der Ausdruck der Protokolle kann vor Ort per Infrarot über einen portablen Thermoschnelldrucker erfolgen, etwa den Wöhler „TD 100“. Das Gerät schickt die Messdaten zudem bei Bedarf per WLAN auf ein mobiles Endgerät der Wahl, z. B. an das Smartphone, das Tablet oder das Notebook. Der Clou: Das Messgerät baut selbst eine WLAN-Verbindung zum ausgewählten Endgerät auf. Der teilweise unsichere Zugriff auf ein WLAN-Netz eines externen Routers entfällt somit. Ansonsten funktioniert auch hier alles so wie bei den drahtlosen Lösungen der Mitbewerber.

Kabellose Kommunikation
Fast alle Abgasmessgeräte der Hersteller bieten heute eine drahtlose Verbindung via WLAN, Bluetooth und ggf. Infrarot für den Druck vor Ort. Dank der Digitalisierung der Lösungen aus Hardund Software kann der Heizungstechniker heute die Daten vor Ort verarbeiten, ohne Kabel drucken, per E-Mail versenden und an die PC-Software oder die Cloud seiner Wahl übertragen.

Autor: Peter Laaks

Scrollen nicht mehr erforderlich: Das Abgasmessgerät „A 450“ von Wöhler zeigt alle Messwerte auf einen Blick.


Bild: Wöhler

Die Messdaten können bei modernen Geräten – wie hier von Wöhler – per WLAN auf ein mobiles Endgerät übertragen werden.


Bild: Wöhler