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Digitale Beleuchtung


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DOCMA - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 14.09.2022

FOTOLICHT NACHTRÄGLICH ÄNDERN

Artikelbild für den Artikel "Digitale Beleuchtung" aus der Ausgabe 4/2022 von DOCMA. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: DOCMA, Ausgabe 4/2022

Ein Fotograf wird immer bestrebt sein, sein Motiv möglichst schon am Set gezielt auszuleuchten, so dass bei der Raw-Entwicklung nur noch wenige Korrekturen notwendig sind. Das ist löblich, setzt aber die Beschaffung des oft teuren Beleuchtungsequipments und kontrollierte Lichtbedingungen voraus. Bei Reisen und bei Shootings mit verfügbarem Licht (Available Light) ist auch immer etwas Glück im Spiel. Ist der Himmel langweilig? Passt das Licht eigentlich nicht, aber das Foto an sich gefällt? Oder haben Sie gar eine Bildidee, die man so genau gar nicht fotografieren kann oder für die Sie auf Stockfotos zurückgreifen müssen? Dann ist es gut, die wichtigsten Techniken der digitalen Beleuchtung zu kennen, die Ihnen dabei helfen, Ihre eigenen Visionen umzusetzen. Viel Spaß beim Entdecken der Möglichkeiten – kurz und knapp im Text und ausführlicher in den Video-Clips. ...

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Video-Clips

Olaf Giermann erläutert jeden einzelnen Tipp in einem Online-Video. Schauen Sie es sich an, falls Ihnen ein Detail unklar sein sollte! Scannen Sie dazu einfach den QR-Code mit dem Smartphone oder Tablet. Alternativ können Sie auch den angegebenen Kurzlink in die Adresszeile Ihres Browsers eingeben, um zum jeweiligen Film zu gelangen.

Die Themen im Überblick

In diesem Workshop finden Sie Tipps & Tricks zu folgenden Themenbereichen:

24 Grundlagen der digitalen Beleuchtung

26 Beleuchtung im Raw-Konverter Digitaler Aufhellblitz, mehr Bildtiefe schaffen und Hintergrund-Spotlichter setzen

28 Lichtakzente setzen Sonnenlichtflecken, Streiflichter und den Tag zur Nacht machen

30 Alternativen zum Filter Beleuchtungseffekte Da der beliebte Filter bald aus Photoshop entfernt wird, ist es Zeit, sich nach Alternativen umzusehen.

32 Gobo- und Lensflare-Effekte

34 Tiefenbasierte Beleuchtung Dank künstlicher Intelligenz lassen sich bereits aus 2D-Bildern Tiefenkarten ableiten und zur Optimierung nutzen.

Ps LrC Grundlagen der digitalen Beleuchtung

Raw-Konverter, Camera Raw-Filter oder Photoshop?

Meine generelle Empfehlung für die Foto-Optimierung ist, dass Sie alles, was möglich und nicht unnötig umständlich ist, im Raw-Konverter erledigen sollten. Die wichtigesten Vorteile:

• Sie greifen auf die volle Bittiefe und den gesamten Dynamikumfang der Raw-Datei zu.

• Alles ist non-destruktiv – selbst die aus beliebigen Werkzeugen zusammengesetzten Masken –, wobei die Dateigrößen-Änderung immer gering bleibt. Dank des neuen Maskierungssystems in Camera Raw und Lightroom ist hier „effektetechnisch“ (a) schon einiges möglich – selbst mit JPEGs (b).

DAS VIDEO ZUM TIPP FINDEN SIE UNTER: www.docma.info/22550

Ein Wechsel zu Photoshop ist immer dann notwendig, wenn umfangreiche Retuschen anstehen oder man wie bei Fotomontagen zusätzliche Bildelemente einfügen möchte. Aber auch hier kann es sinnvoll sein, den »Camera Raw-Filter« statt der herkömmlichen Photoshop-Werkzeuge zu benutzen. Er bietet zwar nicht mehr den vollen Dynamikumfang wie bei der Raw-Entwicklung, aber das Maskieren und vor allem das Hinzufügen von Korrekturen ist hier deutlich schneller, einfacher und flexibler. Für Beleuchtungseffekte ist das perfekt. Zum Freistellen und für hochpräzise Korrekturen zum Farbabgleich mehrerer Fotomontage-Elemente ist der »Camera Raw-Filter« weniger geeignet, da er keine Composit-Ansicht bietet (Sie sehen also immer nur die aktuell ausgewählte Ebene im Dialog).

Entwicklung für Farb- und Belichtungsanpassungen

Ein optimal belichtetes Foto nutzt die Möglichkeiten moderner Kamerasensoren voll aus. Bei komplizierten Lichtbedingungen ist eine Belichtung immer ein Kompromiss: Sie versuchen, so wenige Details wie möglich in den Tiefen und in den Lichtern zu verlieren. In der Regel ist eine Überbelichtung dabei deutlich kritischer als eine Unterbelichtung. Das Maximum an verwertbarer Information lässt sich nur im Raw-Format speichern. Die Standardentwicklung aller Raw-Konverter soll für ein ansehnliches Foto sorgen. Das ist für das Ändern der Beleuchtung nicht immer optimal. Falls Sie also vorhaben, in Photoshop größere Änderungen an Licht und Schatten vorzunehmen, sollten Sie vor der Übergabe aus Lightroom oder Camera Raw für möglichst viele Details sorgen. Das erledigen Sie mithilfe einer linearen Tonwertkurve und mit einer Tonwertkompression, indem Sie Lichter und Schatten in einen mittleren Tonwertbereich verschieben und einen hohen Kontrast vermeiden. Das Bild wirkt dadurch zwar flach und kontrastarm, bietet aber den größtmöglichen Spielraum für das Ändern der Beleuchtungssituation durch Aufhellen und Abdunkeln, oder aber auch für das finale Colorgrading nach allen anderen Optimierungen.

Hilfreich sind hier die Tonemapping-Profile des DOCMA-Raw-Systems (a), die für einen verringerten Bildkontrast sorgen (b) und eine perfekte Ausgangsbasis für die weitere Optimierung bilden (c).

Die Beschreibung des DOCMA-Raw-Systems finden Sie in Heft 86 ab Seite 20 (www.docma.info/22576). Das Preset-Paket finden Sie als registrierter Anwender unter www.docma.info/22577.

DAS VIDEO ZUM TIPP FINDEN SIE UNTER: www.docma.info/22551

Füllmethoden

Die Modi für Ebenen und für das »Pinsel«-Werkzeug sind essenziell für das Hinzufügen von Beleuchtungseffekten in Photoshop. Um diese Füllmethoden einzusetzen, müssen Sie sie nicht im Detail verstanden oder gar ihre Formeln auswendig gelernt haben. Denn zumindest im Fall der Ebenenmodi erhalten Sie eine Live-Vorschau jeder Verrechnung, indem Sie mit der Maus über die Bezeichnungen fahren. Wichtig für Beleuchtungseffekte sind drei Modi-Gruppen. Die angegebene neutrale Farbe wird im jeweiligen Modus ausgeblendet:

• Abdunkelnde (a), neutrale Farbe: Weiß (Tonwert 255),

• Aufhellende (b), neutrale Farbe: Schwarz (Tonwert 0),

• Kontraststeigernde (c), neutrale Farbe: Grau (Tonwert 128).

DAS VIDEO ZUM TIPP FINDEN SIE UNTER: www.docma.info/22552

Fläche versus Deckkraft

»Deckkraft« und »Fläche« (= Flächendeckkraft) einer Ebene wirken sich vor allem bei Ebenenstilen unterschiedlich aus. »Deckkraft« senkt die Sichtbarkeit der gesamten Ebene, während »Fläche« nur die Deckkraft des Ebeneninhalts, aber nicht die von angewandten Ebenenstilen reduziert. Das dürfte den meisten unserer Leser geläufig sein. Interessant im Zusammenhang mit Beleuchtungseffekten ist, dass es auch einen Unterschied in der Wirkung von »Deckkraft« und »Fläche« bei folgenden Ebenenmodi gibt:

• »Farbig nachbelichten«,

• »Linear nachbelichten«,

• »Farbig abwedeln«,

• »Linear abwedeln«,

• »Strahlendes Licht«,

• »Lineares Licht«,

• »Hartes Licht«,

• »Differenz«.

DAS VIDEO ZUM TIPP FINDEN SIE UNTER: www.docma.info/22554

Bittiefe

Die Bittiefe gibt die Abstufung der Tonwerte pro Kanal in Zweierpotenzen an. Eine Bittiefe von 8 bietet demnach 28= 256 Tonwertabstufungen. Bei 16 Bit haben Sie 2 16= 65 536 Tonwerte. Pro Kanal wohlgemerkt. Wichtig ist diese Information, falls Sie starke oder eine Vielzahl von Korrekturen durchführen möchten. Dabei kommt es in 8 Bit/Kanal zu Rundungsfehlern und Tonwertabrissen. Diese erkennen Sie nicht nur im Histogramm (a), sie machen sich nämlich auch durch Tonwertabrisse im Bild bemerkbar – häufig in gleichmäßigen Flächen wie im Himmel. Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie Ihre Bilder im 16-Bit-Modus bearbeiten.

DAS VIDEO ZUM TIPP FINDEN SIE UNTER: www.docma.info/22553

In unserem Beispiel wird dem Fenster eine Ebene mit einem gelben Punkt im Modus »Farbig abwedeln« überlagert (a). Bei 70% Deckkraft (b) und 70% Fläche (c) fällt der Unterschied deutlich auf. In diesem Fall wirkt der Effekt bei gesenkter »Deckkraft« attraktiver. Bei nur geringer Senkung der »Fläche« sieht der Effekt oft gefälliger als eine stärkere Reduzierung der »Deckkraft« aus. Vergleichen Sie im Zweifel beide Parameter.

Pl LrC Beleuchtung im Raw-Konverter

Digitaler Aufhellblitz

Ohne zusätzliche Lichtquelle verliert man bei korrekter Belichtung des Gesichts oft Details im Hintergrund (a). Sollen hier etwa die dramatischen Wolken sichtbar bleiben, muss man zwangsläufig das Gesicht unterbelichten (b). Häufig wird zum Aufhellen der dunklen Bereiche nun einfach global der »Tiefen«-Regler nach rechts gezogen (d). Das wirkt jedoch meist unnatürlich wie ein HDR-Tonemapping (c). Natürlicher wird das Ergebnis mit einer Motiv-Maske, mit der Sie selektiv die Person aufhellen (e). Vermeiden Sie, hier den gleichen Fehler zu machen, und passen Sie die Porträt-Helligkeit mit einer Kombination aus »Belichtung«, »Kontrast« und »Weiß« sowie»Schwarz« an (f).

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Aufheller auf Serienbilder übertragen

Wie bei Porträts im Gegenlicht ist vor allem das typisch weiße Hochzeitskleid fotografisch eine Herausforderung. Richtig belichtet verlieren Sie keine Details, aber etwas Brillanz (a). Durch selektives Aufhellen (mit »Belichtung« und »Weiß« in einer Motiv-Maske) geben Sie dem Kleid den Glanz zurück (b). Nun müssen Sie solche Änderungen in Camera Raw oder Lightroom nicht bei jedem Bild einzeln durchführen, sondern können diese einfach durch Kopieren (c) und Einfügen (d) auf andere Bilder derselben Serie übertragen. Da sich das Motiv, also die Pose und Ausrichtung des Models von Foto zu Foto ändern kann, müssten Sie beim Einsatz des Korrekturpinsels bei jedem Bild manuell nachkorrigieren. Haben Sie jedoch die KI-Funktionen »Motiv auswählen« und »Himmel auswählen« verwendet, passt sich die Maske automatisch an.

DAS VIDEO ZUM TIPP FINDEN SIE UNTER: www.docma.info/22556

Mehr Bildtiefe schaffen

Lassen Sie Ihr Bild tiefer wirken, indem Sie den Vordergrund abdunkeln oder kontrastreicher gestalten und es zum Horizont hin aufhellen und kontrastärmer werden lassen. Das ist mit dem »Linearer Verlauf«-Werkzeug sehr einfach. Dieses hat gegenüber dem Korrekturpinsel den Vorteil, dass Sie jederzeit die Position und die Weichheit des Übergangs ändern können, ohne die gemalte Maske zu verändern. Für den Vordergrund benötigen Sie nur einen einzelnen Verlauf, den Sie von unten nach oben aufziehen (b). Nutzen Sie dann die Parameter »Belichtung« und »Kontrast«, um den Bereich abzudunkeln. Für die Horizontaufhellung legen Sie zwei Verläufe in gegensätzlicher Richtung in einer zweiten Maske an (a). Ziehen Sie den zweiten Verlauf als Schnittmenge auf, bleibt nur der Bereich in der Mitte, den Sie durch Verschieben der Verläufe variieren.

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Hintergrund-Spot erzeugen

Ein typisches Studiolicht ist ein auf den Hintergrund gerichteter Strahler, der dem Porträt mehr Tiefe verleiht, während die dunklen Ränder das Model einrahmen. Möchten Sie nachträglich ein solches Spotlight setzen, ist das bereits in Camera Raw und Lightroom relativ einfach möglich. Dafür legen Sie einen radialen Verlauf an (a), mit dem Sie den gewünschten Bereich aufhellen. Damit nicht auch das Model durch diese Korrektur verändert wird, subtrahieren Sie eine Motivauswahl (b). Das funktioniert für die meisten Motive sehr gut. Sollte die Maske auffällige Fehler haben, können Sie sie durch »Hinzufügen« oder »Subtrahieren« mit dem »Pinsel« (c) verfeinern. Nutzen Sie dafür die Schaltflächen unterhalb der Maske (e). Das Schöne an diesem Setup: Der Lichtspot kann jederzeit in Größe, Weichheit und Position angepasst werden (d).

DAS VIDEO ZUM TIPP FINDEN SIE UNTER: www.docma.info/22558

Pc LrC Lichtakzente setzen

Sonnenlichtflecken

Wenn die Sonne durch einzelne Lücken in der Wolkendecke bricht, bilden sich schöne Lichtspots auf der Landschaft. Diese können Sie auch in Camera Raw und Lightroom mit »Radialer Verlauf« oder »Pinsel« erzeugen, indem Sie »Belichtung« und »Weiß« erhöhen sowie die »Temperatur« des Weißabgleichs anpassen (a). Die Lichtflecke auf der rechten Bildseite sind übrigens echt (b). Um den Effekt bei sonnenbeschienenen Flächen anzuwenden, dunkeln Sie zunächst das gesamte Bild etwa eine Blendenstufe ab und hellen es dann mit »Radialer Verlauf« oder »Pinsel« stellenweise um den gleichen Betrag wieder auf (c).

DAS VIDEO ZUM TIPP FINDEN SIE UNTER: www.docma.info/22559

Einfache Streiflichter

Mit einem kleinen Trick lassen sich Streiflichter an den Körperkonturen schon im Raw-Konverter oder auch im »Camera Raw-Filter« schnell einmalen. Erzeugen Sie zunächst eine Maske mit »Motiv auswählen« (c). Im Masken-Panel halten Sie in Camera Raw die Shift-Taste (a), in Lightroom Classic die Alt-Taste gedrückt (b), um die Schaltfläche »Schnittmenge« (d) einzublenden. Nach einem Klick darauf wählen Sie »Pinsel« (e) und malen außerhalb der Körperkontur mit einer kleinen Pinselspitze entlang der Konturen. Erhöhen Sie die »Belichtung«, um die Konturenhelligkeit einzustellen.

ACHTUNG: Stellen Sie sicher, dass beim Malen die Pinsel-Option »Automatisch maskieren« nicht aktiv ist. Anderenfalls würden Sie keine Schnittmenge bilden können, da der Pinsel immer nur den Hintergrund aufnimmt.

DAS VIDEO ZUM TIPP FINDEN SIE UNTER: www.docma.info/22560

Aufwendigere Kantenlichter

Das Malen entlang der Falten von Kleidung gelingt in Photoshop einfacher – zum einen aufgrund der besser steuerbaren Pinseldruck-Eigenschaften und zum anderen, weil Sie hier auch mit exakten Auswahlen arbeiten können. Für die Kontur bietet es sich an, mit einer Schnittmasken-Ebene zu arbeiten, die nur auf die freigestellte Person wirkt. Innere Lichtkanten auf der Kleidung oder den Gliedmaßen malen Sie entweder per Pinsel sorgfältig ein (a), oder Sie wählen die aufzuhellenden Bereiche vorher mit Zeichenstift oder Lasso und einer weichen Kante aus und füllen diese Bereiche dann. Als Ebenenmodi gut geeignet sind »Farbig/Linear abwedeln«. Zur Geltung kommen die neuen Lichtkanten erst richtig, wenn man das Hauptmotiv per »Gradationskurve« abdunkelt (b).

DAS VIDEO ZUM TIPP FINDEN SIE UNTER: www.docma.info/22561

Vom Tag zur Nacht

Bei einigen Fotos funktioniert das Umwandeln von Tag zu Nacht schon im Raw-Konverter. Schneller und genauer geht es in Photoshop. Hier können Sie mit »Himmel austauschen« einen der mitgelieferten Sternhimmel einsetzen (a). Der Dialog liefert auch gleich die passenden Stellschrauben für die Farbkorrektur des Vordergrunds mit (b). Im »Camera Raw-Filter« setzen Sie auf einer neuen zusammengefassten Ebene mit dem »Radialen Verlauf« im Maskenbereich (c) die mystisch wirkenden Lichtpünktchen ein, indem Sie für die jeweilige Maske den Wert für »Belichtung« und »Weiß« auf 100 und den Weißabgleich auf Gelb setzen. Die blaue Farbtonung der Nacht kennen Sie aus Hollywood-Filmen (die sogenannte „ Day-for-Night “-Technik oder „ Amerikanische Nacht “. Diese erzielen Sie im »Color-Grading«-Panel mit dem globalen Farbrad (d). Stimmen Sie mit »Luminanz« (e) die gewünschte Helligkeit für die Szene ab.

DAS VIDEO ZUM TIPP FINDEN SIE UNTER: www.docma.info/22562

Ps Alternativen zu „ Beleuchtungseffekte“ 

ENTFERNTE FUNKTIONEN

Adobe beabsichtigt, alle 3D-Funktionen aus Photoshop zu entfernen. Diese Entscheidung wirkt sich aber nicht nur auf die offensichtlichen 3D-Elemente wie etwa Extrusionen, Volume-Meshes, Normal- und Bumpmap-Filter sowie den 3D-Druck aus. Betroffen sind ebenfalls auf 3D basierende Funktionen wie etwa die Anzeige und Bearbeitung von Kugelpanoramen und eben auch der Renderfilter »Beleuchtungseffekte«. Letzterer ist auf aktuellen M1-Macs bereits unbenutzbar.

Mehr Infos: www.docma.info/22578

Alternativen?

Manche Effekte kann man leicht nachstellen. Andere wie die Textur-Option sind schwieriger – vor allem aufgrund der fehlenden Live-Vorschau des Filters »Beleuchtungseffekte«. Am einfachsten machen Sie sich das Leben, indem Sie Zusatzsoftware wie Boris Optix oder auch Affinity Photo nutzen.

Textur-Relief

Die Textur-Option (a) brauchen die meisten Anwender wohl eher selten. Aber Sie war bisher eine gute Möglichkeit, die Details einer beleuchteten Oberfläche plastischer zu gestalten (b). Das ist ohne den Filter »Beleuchtungseffekte« schwieriger. Zwar lassen sich mit den Filtern »Relief« und »Basrelief« ähnliche Effekte erzeugen (c). Aber dazu müssen Sie diese auf eine Ebenen- oder Kanalkopie anwenden, die passende Richtung und Stärke durch Ausprobieren herausfinden sowie den Ebenenmodus ändern. Das Anlegen des Lichteffekts kommt noch hinzu – all das, ohne sofort das Resultat sehen zu können.

DAS VIDEO ZUM TIPP FINDEN SIE UNTER: www.docma.info/22563

Auswahlen, Kurven und Masken

Lichtkegel erzeugen Sie in Photoshop mit Auswahlen und Gradationskurven. Für einen Lichtspot ziehen Sie eine elliptische Auswahl auf, erzeugen eine Einstellungsebene vom Typ »Gradationskurve« und erhöhen die Helligkeit für den Lichtbereich (a). Transformieren Sie bei Bedarf die Ebenenmaske, um Größe, Drehung und Position des maskierten Bereichs zu optimieren (b). Duplizieren Sie die Ebene, kehren Sie die Ebenenmaske um und reduzieren Sie die Helligkeit der Außenbereiche. Die »Weichheit« der Maske steuern Sie non-destruktiv über den gleichnamigen Regler in den Masken-Eigenschaften (c). Um einen Lichtabfall zu simulieren, ziehen Sie einen linearen Schwarz-Weiß-Verlauf im Modus »Multiplizieren« oder »Negativ multiplizieren« in der Ebenenmaske der Kurvenebenen auf (d).

DAS VIDEO ZUM TIPP FINDEN SIE UNTER: www.docma.info/22564

Camera Raw-Filter

Etwas intuitiver geht das selektive Aufhellen und Abdunkeln durch Kombination der Maskenwerkzeuge in Camera Raw, Lightroom oder im »Camera Raw-Filter«. Voraussetzung dafür ist, dass die zu beleuchtende Fläche Zeichnung aufweist. Anders als mit dem Filter »Beleuchtungseffekte« können Sie mit einer einzigen Maske keine rein schwarzen Bereiche auf einer weißen Oberfläche erzeugen. Dafür wäre eine »Gradationskurve« als Teil der Maskenkorrekturen notwendig. Als Workaround duplizieren Sie eine abdunkelnde Maske mehrfach. Auch das Aufhellen und Abdunkeln ist nicht so direkt wie beim »Beleuchtungseffekte«-Filter möglich. Empfehlenswert ist es, vorher global die Belichtung etwas abzusenken und dann mit den Maskenwerkzeugen (a) die gewünschten Bereiche wieder aufzuhellen und, falls gewünscht, zu färben (b).

DAS VIDEO ZUM TIPP FINDEN SIE UNTER: www.docma.info/22565

Alternative Software

Wenn Sie vor allem Lichteffekte wie die hier vorgestellten erzeugen möchten, wird Sie der Wegfall des Filters »Beleuchtungseffekte« vielleicht hart treffen. Statt auf einen Ersatz zu warten und lange nach entsprechenden Plug-ins zu suchen, empfehle ich Ihnen Affinity Photo – nicht unbedingt als Ersatz, aber als Ergänzung zu Photoshop. Affinity Photo kostet regulär 55 Euro und ist im Rahmen von Aktionen gelegentlich auch günstiger zu bekommen. Dafür erhalten Sie unter anderem einen leistungsfähigen Filter namens »Ausleuchtung«. Dieser ist non-destruktiv als Live-Filter anwendbar – und anders als der uns verlassende Photoshop-Filter auch bei 16-Bit-Bildern anwendbar. Er bietet Spot-, Punkt- und direktionale Lichter (a). Eine Bump-Map lässt sich als »Textur« (b) laden. Die Effekte fallen aber leicht anders als in Photoshop aus. Testen Sie die Software am besten vor dem Kauf.

DAS VIDEO ZUM TIPP FINDEN SIE UNTER: www.docma.info/22566

Ps LrC Gobo- und Lensflare-Effekte 

Lichtspiele im Raw-Konverter simulieren

Ein Gobo ist eine Schablone oder eine Maske, die vor eine Lichtquelle gehalten wird, um ein bestimmtes Lichtmuster auf eine Oberfläche zu projizieren. Blätterdächer, durch die Sonnenlicht scheint, sind so gesehen auch nichts weiter als ein Gobo. In Camera Raw oder Lightroom können Sie ähnliche Lichteffekte einmalen. Ich würde Ihnen dafür aber nicht den Korrekturpinsel empfehlen, sondern den »Radialen Verlauf«, mit dem Sie viele kleine, mal mehr ovale, mal mehr kreisrunde Pünktchen im Bild aufziehen. Das Prinzip dabei kennen Sie schon: Erst dunkeln Sie das Bild global ab (etwa 2 Belichtungsstufen), dann hellen Sie es selektiv mit Radialverläufen wieder auf.

DAS VIDEO ZUM TIPP FINDEN SIE UNTER: www.docma.info/22567

TIPP:

Mit der Taste »J« erzeugen Sie eine neue Maskenebene mit Radialverlauf, mit »Shift-J« einen neuen Verlauf auf derselben Ebene. Mit »V« blenden Sie die Bearbeitungspins vorübergehend aus, um das (Zwischen-) Ergebnis beurteilen zu können.

Natürlich wirkende Lichtflecken erzeugen

Eine bei langweiligem Licht aufgenommene Waldszene (a) kann durch das Hinzufügen von Lichtflecken viel interessanter wirken (b). Zwar könnten Sie auch hier mit Korrekturpinsel und Radial-Filter in Camera Raw oder Lightroom arbeiten. Etwas natürlichere Variationen erhalten Sie so: Sie benötigen ein Foto eines Walddaches mit Stellen, an denen der Himmel hell durchscheint (c). Konvertieren Sie das Bild in ein kontrastreiches Schwarzweiß (d) und wenden Sie bei Bedarf den Filter »Helle Bereiche vergrößern an«. Laden Sie die Luminanz der Ebene mit »Strg/Cmd-Alt-1« und erzeugen Sie eine Einstellungsebene vom Typ »Gradationskurve«. Die kräftige Aufhellung (e) wirkt sich durch die so erzeugte Maske nur in deren hellen Bereichen aus und erzeugt Flecken. Transformieren und soften Sie die Maske, so dass die Lichtflecken zu Ihrem Motiv passen.

DAS VIDEO ZUM TIPP FINDEN SIE UNTER: www.docma.info/22568

Gobo-Effekte per Plug-in

Ein unglaublich umfangreiches, wenn auch mit circa 100 US-Dollar etwas teures Effekte-Plug-in ist Optics 2022 von Boris FX. Neben Blitzen, Partikel-Effekten, Lensflares und vielen anderen kreativen Anwendungen gibt es hier auch eine Funktion für das Erzeugen von Licht- und Schatten-Würfen. Als Gobos dienen eine Reihe von Vorgaben von Vegetationsformen und Unterwasser-Brechungseffekten bis hin zu den hier gezeigten Lamellenschatten (a). Diese lassen sich in der Arbeitsfläche perspektivisch transformieren (b). Der Clou ist, dass Sie hier auch ein »Displacement« anwenden können (c). Dadurch werden die Konturen von Licht und Schatten an kleinere oder größere Bodenunebenheiten wie etwa die Fugen – oder hier auch die Katze – angepasst. Auch wenn das im Detail nicht immer korrekt ist, wirken die damit platzierten Schatten meist realistisch (d).

DAS VIDEO ZUM TIPP FINDEN SIE UNTER: www.docma.info/22569

Lensflares & Light-Leaks

Blendenflecke und Licht-Lecks können Sie mit etwas Übung selbst mit dem Pinsel malen. Dafür bieten sich die Ebenenmodi »Negativ multiplizieren« und »Farbig abwedeln« an. Komplexere Lichteffekte, wie sie echte Objektiv-Reflexionen erzeugen, wären auf diesem Wege aber zu aufwendig. Einfacher ist es, tatsächlich fotografierte Lensflares & Light-Leaks einzusetzen. Solche finden Sie beispielsweise kostenlos bei Krolop und Gerst unter dem Link www.docma.info/22579.

Ziehen Sie eine Textur ins Bild, passen Sie die Größe per Transformieren an und ändern Sie die Füllmethode in »Negativ multiplizieren«. Auch Kombinationen mehrerer Texturen sind auf diese Weise möglich. Sollten die dunklen Bildstellen nicht ganz schwarz sein, helfen Sie mit einer »Tonwertkorrektur« nach, um diese auszublenden.

DAS VIDEO ZUM TIPP FINDEN SIE UNTER: www.docma.info/22570

Plug-ins für Lichteffekte

Stockfotos für Lichteffekte haben einen Nachteil – sie sind nicht dynamisch anpassbar. Mitunter müssen Sie eine ganze Weile in einer Datenbank nach passenden Flares suchen. Schneller und gezielter erzeugen Sie Lichteffekte mit Plug-ins. Light-Leaks finden Sie zum Beispiel in Analog Efex Pro der DxO Nik Collection (siehe Screenshot). Für Lichteffekte nutze ich auf dem Mac noch das günstige LensFlareStudio, bei dem ich leider vermute, dass es nicht weiterentwickelt wird. Platzhirsch ist auch hier Boris FX Optics mit den weitaus meisten Möglichkeiten und einstellbaren Parametern.

DAS VIDEO ZUM TIPP FINDEN SIE UNTER: www.docma.info/22571

Ps LrCTiefenbasierte Beleuchtung 

Tiefenkarte per KI

Mit dem »Neuralfilter >Tiefenunschärfe« (a), der sich aktuell noch im Beta-Stadium befindet, lässt sich automatisch eine Tiefenkarte aus einem Bild ableiten (c), indem Sie die Option »Nur Ausgabe Tiefen-Map« aktivieren (b). Ändern Sie den Modus der erzeugten Ebene in »Negativ multiplizieren« (d), um einen tiefenabhängigen Nebeleffekt zu erzeugen. Dieser lässt sich mit einer auf die Tiefen-Map-Ebene angewandten »Gradationskurve« abschwächen (e) oder verstärken (f).

DAS VIDEO ZUM TIPP FINDEN SIE UNTER: www.docma.info/22572

KI-Tiefenmap als Maske

Foto: anekoho – Adobe Stock #94626711

Die aus dem Foto (a) mit dem Neuralfilter »Tiefenunschärfe« erzeugte Tiefen-Karte (b) können Sie mit einem Strg/Cmd-Klick auf einen der Kanäle in der »Kanäle«-Palette als Auswahl laden und so für Bildkorrekturen nutzen. Erzeugen Sie eine Einstellungsebene vom Typ »Gradationskurve«, wird die Auswahl als Maske hinzugefügt. Je heller die Maske an einer bestimmten Stelle ist, umso stärker wirkt sich die Korrektur dort aus. In einem ersten Schritt wurde hier mit einer Gradationskurve (c) der Hintergrund aufgehellt und das kräftige Gelb durch Verschieben des Weißpunkts im Blaukanal reduziert. Um für mehr Tiefe den Vordergrund abzudunkeln, duplizieren Sie die Einstellungsebene, setzen sie zurück und kehren die Maske mit »Strg/Cmd-I« um. Bewegen Sie die Kurve nach unten, wirkt sich diese Korrektur aufgrund der Maske nur auf den Vordergrund aus (d).

DAS VIDEO ZUM TIPP FINDEN SIE UNTER: www.docma.info/22573

Von der Bildtiefe abhängige Bearbeitung in Luminar Neo 

Luminar Neo hat die tiefenabhängige Beleuchtungsänderung schon eingebaut. Sie nennt sich »Neubelichtung«. Hier haben Sie die Möglichkeit, die Helligkeit des Vordergrunds (a) und die des Hintergrunds (b) getrennt voneinander einzustellen. Mit dem Schieberegler »Tiefe« (c) legen Sie fest, wo die Trennlinie zwischen beiden liegen soll. Falls Sie unschöne Säume feststellen sollten, können Sie versuchen, diese im Bereich »Erweiterte Einstellungen« (d) mit dem Regler »Halo entfernen« zu reduzieren. Darunter finden Sie noch zwei Regler zur getrennten Einstellung der »Farbtemperatur« für den Nah- und den Fernbereich. Anders als in Photoshop bekommen Sie hier die Tiefenkarte nicht zu Gesicht. Das macht die Anwendung einfach, mindert aber auch die Kontrolle über das Ergebnis.

DAS VIDEO ZUM TIPP FINDEN SIE UNTER: www.docma.info/22574

Mobile Apps

Moderne Smartphones zeigen, wohin die Reise der Bildbearbeitung geht. Schon mit der Standard-iOS-Fotos-App können Sie bei im »Porträt«-Modus (a) aufgenommenen Fotos nachträglich die virtuelle Blende ändern. In den Fotos ist ein Tiefenkarten-Kanal gespeichert, anhand dessen das Foto weichgezeichnet wird. Bei „Blende“ 16 (b) gar nicht, bei „Blende“ 1.4 maximal (c). Auch der Beleuchtungsmodus lässt sich ändern und so zum Beispiel bei einer Schwarzweiß-Konvertierung der Hintergrund aufhellen (d). Weit mehr kreative Möglichkeiten bietet die Focos-App (e). Hier können Sie exakt den zu bearbeitenden Tiefenbereich wählen und für diesen nicht nur den Grad der Weichzeichnung und die Bokeh-Art wählen, sondern auch tiefenabhängig die Helligkeit verändern. Diese Funktionen hätte ich gerne alle am Desktoprechner in noch besserer Qualität zur Verfügung.

DAS VIDEO ZUM TIPP FINDEN SIE UNTER: www.docma.info/22575