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DIGITALE GERÜSTPLANUNG: GEBAUT WIE GEPLANT


Bauen Aktuell - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 03.03.2020

BIM, Digitalisierung oder Internet der Dinge: Was auch immer darüber geschrieben wurde, bei den Roh- und Ausbaugewerken haben diese Themen vor allem für Verunsicherung gesorgt. Denn selten bis gar nicht spricht man über die Voraussetzungen sowie Mittel und Wege, wie sich für Bauunternehmen und Bauhandwerker der Schritt in die neue digitale Bauwirklichkeit erleichtern könnte.


Artikelbild für den Artikel "DIGITALE GERÜSTPLANUNG: GEBAUT WIE GEPLANT" aus der Ausgabe 1/2020 von Bauen Aktuell. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Bauen Aktuell, Ausgabe 1/2020

Digitales Bauen benötigt spezifische Fachmodelle für alle am Hochbau beteiligten Roh- und Ausbaugewerke.


Ob Architekt, Planer, Bauunternehmer oder Bauhandwerker - sie alle haben mit dem wie, was und wann der Umsetzung zu kämpfen. ...

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... Tatsächlich ist es so, dass durch die Entwicklung und Vernetzung von PC, Tablet, Software, Internet und Sensortechnik fortwährend neue technische Lösungen entstehen, die aus Daten und Informationen immer schneller anwendbares Wissen bilden. Wissen, das sich für die Führung und Verwaltung eines Betriebs ebenso gut nutzen lässt wie für die Planung und Ausführung von Gerüstbauleistungen.

Die treibende Kraft hinter der Digitalisierung des Bauens ist der Bauherr. Dafür muss man nicht nur an die bundesweit bekannten Kostengräber wie Stuttgart 21 oder Flughafen Berlin denken, es reichen bereits die neuesten Zahlen des Bauherren- Schutzbund e.V. zu den Qualitätsmängeln im Neubau. Deren Studie stellt fest, dass bei 100 neugebauten Ein- und Zweifamilienhäusern im Durchschnitt 29 Baumängel entdeckt werden (siehe BSB/IfB „Bauqualität beim Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern“, 2019). Die Ursachen der Fehler liegen oft vor Baubeginn: In 99 Prozent der Fälle haben wichtige Planungsunterlagen und technische Nachweise gefehlt, ohne die eine Umsetzung und Überprüfung der vereinbarten Bauleistungen stark eingeschränkt ist.

Genau an dieser Stelle kommt die bauteilbezogene BIM-Methode ins Spiel. Sie soll dafür sorgen, dass die vom Bauherrn vorgegebenen Kosten-, Zeit- und Qualitätsziele (das so genannte Bau-Soll) in der Umsetzung durch die Architekten, Fachplaner, Bauunternehmen und Roh- sowie Ausbaugewerke am Ende möglichst 1:1 (das so genannte Bau-Ist) erfüllt werden. Für die Baubeteiligten bedeutet dies: Eine völlig neue, für alle transparente Zusammenarbeit wird auf absehbare Zeit zur Pflicht.

BIM-Fachmodell Gerüstbau

Die Anforderungen an das BIM sind nur zu erfüllen, wenn die Baubranche als Ganzes die nötigen Voraussetzungen schafft. Drei zentrale Bausteine bilden dabei die Basis:
• die Bauherren-Anforderungen (Auftraggeber- Informationsanforderungen = AIA)
• der BIM-Abwicklungsplan (Datenmodell/ Datenaustausch/Prozesse und Akteure)
• das digitale 3D-Bauwerksmodell, angereichert mit allen projektrelevanten Informationen

Dieses digitale 3D-Bauwerksmodell ist das Ergebnis aus Architektur-, Tragwerks- und Gebäudetechnikmodell, in dem die Leistungen der 76 verschiedenen Hochbau-Gewerke (siehe STLB Dynamische BauDaten) abgebildet sind. Deshalb benötigt künftig jedes dieser Gewerke ein ausführungsbezogenes Fachmodell, das vorgibt, welche Menge und Art von Information zu bestimmten Zeitpunkten im Ablauf eines BIM-Projekts erforderlich sind. Hierzu gibt es als Vorbild das BIM-Fachmodell „Schalungstechnik“ - ein Teilmodell des Tragwerksmodells. Im Juli 2017 wurde es als Richtlinie des Güteschutzverbands Betonschalungen Europa e.V. (GSV) veröffentlicht. Beteiligt sind Bauunternehmen, der Deutsche Beton- und Bautechnik- Verein e.V., Softwarehersteller, das Institut für Baubetrieb der TU Darmstadt sowie alle namhaften Schalungshersteller im deutschen Markt. Dieses kooperative, offene Vorgehen der Schalungshersteller untereinander sollte auch Vorbild für die Gerüstbaubranche sein. Auch hier wäre eine Kooperation zwischen allen Gerüstbaubeteiligten wichtig und richtig, die sowohl die Verbände, die Hersteller und Softwareanbieter, aber auch die Aus- und Weiterbildungsstätten umfasst. So könnte jeder Gerüstbaubetrieb - unabhängig vom Hersteller seines Materials und seiner BIM-fähigen Software - die von seinem Gewerk benötigten Informationen „standardisiert“ für ein BIM-Projekt zur Verfügung stellen. Zumal es reichlich Betriebe gibt, die ihr Gerüstmaterial von unterschiedlichen Herstellern beziehen.

BIM ohne Marketing-Klimbim

Alle Vorgaben für die digitale Gerüstplanung liegen bereits im 3D-BIM-Modell vor.


Die zentrale Idee für den Informationsaustausch und die Kommunikation zwischen allen Baubeteiligten sind offene Standards, wie sie „Open BIM“ vorsieht. Heute herstellerabhängige Sonderwege anzubieten, die vorgeben, für bestimmte Gewerke sei eine ganz spezielle Softwarelösung nötig, ist nicht zielführend. Denn alle Vorgaben für die digitale Gerüstplanung liegen bei BIM bereits im 3D-Architekturmodell vor, in dem sowohl das Fassaden- und Raummodell enthalten ist, als auch das Rohbau-, Ausbau- und Bestandsmodell. Zudem greifen alle Gerüsthersteller für ihre Planungssoftware auf die heute marktgängigen Softwarelösungen zurück. Das gilt vor allem für die CAD-Programme zur 3D-Planung, die PERI seinen Kunden schon seit Mitte der 1990er-Jahre als Dienstleistung (später auch als Software) anbietet.

Entscheidend für den Gerüstbauer sind die Darstellungs- und Bemessungsfunktionen seiner Softwarelösung, um die unterschiedlichen Arten der Verwendung, Ausbildung, Ausführung oder Tragsysteme von Gerüsten abzubilden und zu berechnen. Auf dieser Basis kann man die so genannten BIM-Anwendungen durchführen: von der geometrischen Kollisionsprüfung, der Erzeugung von Material- und Stücklisten, über die Verbesserung der Bauabläufe durch 3D-Visualisierungen und animierte Ablaufsimulationen, bis hin zur Übertragung auf herkömmliche 2DPlandarstellungen für Fachplaner und Bauunternehmer.

Support nach Kundenbedarf

Die bislang im Bauwesen üblichen Arbeitsprozesse werden durch BIM wesentlich verändert. Alle beteiligten Personen müssen also hinter der gemeinschaftlichen Arbeitsweise stehen, die Dokumentations- und Kommunikationstechnologie beherrschen und die Prozesse und Standards kennen. Vor allem die Unternehmen, die das Bauwerk umsetzen sollen, stehen vor dem Problem, dass die Digitalisierung Investitionen in Tools und Technologien verlangt, deren Eignung und Wirtschaftlichkeit noch nicht eindeutig abzuschätzen sind.

Genau an dieser Stelle setzt PERI mit seinem umfangreichen und kompetenten Engineering und seinem digitalen Service an. Oft befinden sich Kunden noch im Anfangsstadium, in dem sie begrenzt auf die eigene Organisation erste Schritte unternehmen, um interne Prozesse und Technologien in Richtung BIM zu ertüchtigen.

Ebenfalls häufig trifft PERI Bauprojekte an, in denen bereits mehrere Baubeteiligte ihre bestehenden BIMKompetenzen für den koordinierten Austausch der jeweiligen Fachmodelle nutzen. Selten ist aber das kollaborative BIM, in dem alle Baubeteiligten auf einer zentralen, einheitlichen Projektmanagementstruktur einen konsistenten Kommunikations- und Informationsaustausch bedienen. Für diese verschiedenen Stadien innerhalb der Planungs- und Baupraxis hält PERI ein flexibles Programm aus Dienstleistungen, Softwarelösungen, offenen Bauteilbibliotheken und Schulungen vor.

RA


Alle Bilder: PERI GmbH