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Digitale Schule: Das interaktive Klassenzimmer


iPhone & iPad Life - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 12.10.2020

Derzeit hat das digitale Lernen Corona-bedingt einen Schub erhalten. Doch wie geht es nach der Krise weiter, und wie ist es um die Digitalisierung, ums E-Learning und um die technische Ausstattung an deutschen Schulen bestellt?


Artikelbild für den Artikel "Digitale Schule: Das interaktive Klassenzimmer" aus der Ausgabe 4/2020 von iPhone & iPad Life. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: iPhone & iPad Life, Ausgabe 4/2020

Elmos Dokumentenkamera L12-W findet sich an manchen deutschen Schulen.


Die Software Activinspire bietet zahlreiche Möglichkeiten für Lehrer, Schüler und Homeschooling im Allgemeinen.


Der Autor dieser Zeilen hat im Jahr 2008 einen kurzen Einblick in die Klassenzimmer einer Grundschule am Stadtrand von San Francisco erhalten. Zwar wurde schnell klar, dass die Schule zum Teil privat ...

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... finanziert wurde und somit wenig repräsentativ für das amerikanische Schulsystem war. Doch was sich dort abspielte, war dennoch höchst interessant und beeindruckend. Die Klassenzimmer strotzten vor Ergebnissen sowohl analoger als auch digitaler Arbeit.

Gemalte Bilder, gebastelte Kunstwerke, handgeschriebene Kurzgeschichten fanden sich in den bunt ausgestatteten Räumen neben einer Armada an iMacs. Mit Letzteren erstellten die Kinder ihre eigenen Videobeiträge, recherchierten Themen, suchten Hintergrundmusik aus und filmten sich mit einer Digitalkamera dabei, wie sie ihren Clip moderierten.

Es ist müßig zu erwähnen, dass sowohl die Lehrer als auch die Schüler bei dem Reigen an lebensnahen und Spaß machenden Aufgaben bis in die Haarspitzen motiviert waren. In einer durchschnittlichen (nicht privatisierten) US-Highschool und auch an vielen deutschen Schulen bietet sich leider selbst zwölf Jahre später noch ein anderes Bild.

Status quo an deutschen Schulen

Hierzulande schreitet die Digitalisierung, wie es scheint, sehr gemächlich voran. In der am 5. November 2019 vorgestellten ICILS-Studie (International Computer and Information Literacy Study) liegt Deutschland bei den digitalen Kompetenzen und Fähigkeiten lediglich im Mittelfeld. Wirft man einen Blick in die hiesigen Schulen, weiß man, warum.

Aus dem früheren Sprachlabor wurde vielerorts zwar der Computerraum, die jahrhundertealte Tafel ergänzte man in den vergangenen Jahren aber nur zögerlich und nicht flächendeckend durch ein interaktives Whiteboard, eine digitale Tafel, die mit einem Computer verbunden wird. Ein in einem Whiteboard integrierter Beamer projiziert dabei die gewünschten Inhalte auf die weiße Fläche des Boards. Mancherorts beinhaltet ein solches Gerät auch einen Touchmonitor.

Komplementär verwenden die Lehrer spezielle Whiteboard-Software mit Namen wie Activinspire, Smart oder Easiteach. Vor allem die Firma Promethean, Entwickler von Activinspire, hat hier ein sehr weit entwickeltes und vielseitiges Werkzeug für Lehrer und Schüler geschaffen.

Darüber hinaus steht den deutschen Lehrkräften zumeist ein eigenständiger Beamer zur Verfügung sowie eine sogenannte Dokumentenkamera, mit der man Buchseiten oder andere analoge Lernmittel vergrößert auf dem Whiteboard zeigen kann.

Doch schon hier beginnen die Probleme. Die Geräte sind oft veraltet, bei auftretenden Problemen ist für die Wartung der Technik nicht immer geeignetes Personal vor Ort. Und auch wenn es bereits zahlreiche Pädagogen gibt, die mit MacBooks, iMacs, iPads und iPhone agieren, spielt Apple an deutschen Schulen noch eine eher untergeordnete Rolle.

Auch die Arbeitsoberfläche einer an sich sehr nützlichen Software wie Activinspire legt die Diskrepanzen zwischen Schule und Privatbereich offen. Während die Funktionen dieses Programms sehr umfassend sind und von jungen wie älteren Lehrern gleichermaßen verstanden und bedient werden können, erinnert die Oberfläche teilweise an selige Zeiten aus den Anfängen der computerbasierten Arbeit und kann mit der visuellen Qualität etwa von Onlinespielen nicht mithalten.


Die weltweite Pandemie hat Versäumnisse in der Digitalisierungen schonungslos offengelegt – nicht nur in Schulen, aber besonders dort.


Schwere Schritte zum digitalen Lernraum

Hört man sich in den verschiedenen Bundesländern um, ergibt sich ein sehr unterschiedliches Bild. So gibt es anscheinend sowohl Schulen, die noch komplett analog arbeiten, als auch solche, die längst damit begonnen haben, Abläufe und Lernmaterialien zu digitalisieren.

Um dem Thema mehr Aufmerksamkeit zu verleihen, zeichnet der Branchenverband der Digitalwirtschaft, Bitkom, seit ein paar Jahren Schulen als „Smart School“ aus, die sich als Vorreiter im Bereich digitale Bildung erweisen. Den Titel erhält die Einrichtung, die die Bereiche Infrastruktur, pädagogische Konzepte und Lehrerfortbildung vorbildlich zukunftsorientiert mit Leben füllt. Grundvoraussetzungen sind dabei unter anderem das Vorhandensein von WLAN im gesamten Schulgebäude, Cloud-Services, interaktive Whiteboards, mobile Endgeräte, ein individuelles Medienkonzept, innova- tive Lernmethoden, kollaborative Lernformen, eine interaktive Lernumgebung, digitale Lerninhalte, die Gründung eines „Smart School“-Gremiums sowie Workshops mit Schwerpunkt Digitalisierung.

Dass viele Schulen bei den Neuerungen sowie Neuanschaffungen im Bereich Hardware hinterherhinken, liegt nicht nur an mangelnden finanziellen Mitteln. Die Töpfe von Bund und Ländern für Technik und den Ausbau der digitalen Infrastruktur sind teilweise gut gefüllt. Leider lassen sich die Gelder jedoch oft nur von jenen Lehrkräften oder Schulleitern abrufen, die bereit sind und die Zeit haben, komplizierte administrative Wege zu beschreiten. Hier sind Medienkonzepte und Ideen vorzulegen und zahlreiche Formulare auszufüllen. Was nach schlichter Fleißarbeit klingt, verschlingt in Wahrheit unglaublich viel Zeit, die selbst der engagierteste Rektor oft nicht hat.

Der sogenannte Digitalpakt der Regierung klingt gut, dabei handelt es sich aber um ein Gewirr diverser Geldtöpfe, die sich nur mit einigem Aufwand anzapfen lassen. Zudem müssen digitale und generell moderne Methoden zu den Leitplanken der Rahmenlehrpläne passen, hier gibt es Vorgaben, wann welche Klassenarbeiten stattfinden müssen. Es besteht also nur begrenzt Spielraum für Experimente und Neues.

Dass die Schüler mehr als bereit für eine pädagogische Digitalisierung sind, zeigt das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von mehr als 500 Schülern, die Bitkom in Auftrag gegeben hat. Über 80 Prozent der Schüler sehen in der Digitalisierung eine Chance, knapp 60 Prozent im fehlenden Einsatz digitaler Medien und der schlechten Ausstattung das dringlichste Problem der Schulen. Bitkom-Präsident Achim Berg fasst das Ergebnis der Umfrage wie folgt zusammen: „Für die Schüler steht die Digitalisierung ganz oben auf der Agenda. Die starke Nachfrage nach digitalen Technologien, digitalen Konzepten und digitalen Inhalten ist ein Auftrag, den alle Schulen annehmen müssen.“

Diese Erkenntnis steht (noch) im Kontrast zu dem, was die Wübben-Stiftung im vergangenen Jahr in einer Studie unter Schulleiterinnen und Schulleitern zutage förderte. Von denen war knapp die Hälfte der Ansicht, dass der Nutzen digitaler Medien deutlich überbewertet wird.

Die Plattform Padlet bietet für Lehrer und Schüler eine breite Grundlage für digitalen Unterricht.


Der digitale Werkzeugkasten

Einen einheitlichen Technik-Werkzeugkasten für Lehrer gibt es in Deutschland nicht, jedes Bundesland, ja sogar jeder Bezirk, jede Schule kocht ihr eigenes digitales Süppchen. Das muss jedoch nichts Schlechtes sein, da es allerorten unterschiedliche Ansprüche und Herangehensweisen gibt.

Einheitlich wird es immerhin im Detail bei Schulmaterial-Anbietern wie dem zur Westermann Gruppe gehörenden Verlag Diesterweg. Dieser zeigt erste Ansätze, wie man interaktiv lernen kann: Schüler können mit ihrer Smartphone-Kamera und mithilfe einer App Bilder im Schulbuch für das Fach Englisch ins Visier nehmen und erhalten automatisch animierte Übungen, Grammatikerklärungen oder Dialoge im Audioformat.

Jenseits solcher nützlichen Ansätze, die momentan kaum mehr sind als digitale Spielereien, taucht in so manchem Rahmenlehrplan für Lehrer der Begriff Medienbildung auf. Der Umgang mit Medien soll Schülern vermittelt werden, wie die einzelnen Lehrkräfte das jedoch umsetzen, bleibt jedem selbst überlassen. Und so stürzen sich Deutschlands Pädagogen nach eigenem Dafürhalten mit mehr oder weniger Verve auf den virtuellen Werkzeugkasten, den sie im Internet vorfinden.

Eine der am meisten genutzten Seiten im Netz ist Padlet. Auf der digitalen Online-Pinnwand, einer Mischung aus Powerpoint, Slack und Pinterest, können Lehrer Pläne, Material, Neuigkeiten, Anregungen oder gleich ein virtuelles Klassenzimmer hochladen, an dem die Schüler ohne großen Aufwand, lediglich mit einem Internetzugang und einem Browser, teilnehmen können. Es gibt auch eine Padlet-App, technisches Vorwissen ist nicht vonnöten. Die Teilnehmer wählen sich über einen vom Lehrer vergebenen Link oder einen QR-Code ein. Die Lehrer können entsprechende Seiten mit einem Passwort schützen, sie können Kommentare zulassen und auch, dass Schüler Inhalte hochladen. Weiterführende Links lassen sich ebenso einbinden.

Vorreiter Südkorea

Nicht nur bei den gesundheitstechnischen Vorsichtsmaßnahmen in der Coronakrise ist Südkorea so etwas wie der Klassenprimus.

Auch was die Digitalisierung von Schulformen angeht, gehen die Koreaner strammen Schrittes voran. Bereits im Jahr 2007 entwickelte das Land den Plan, sich von gedruckten Schulbüchern zu verabschieden und nur noch mit digitalen Unterrichtsmaterialien zu arbeiten. Dieser Schritt, so erklärte die Regierung, würde die Schüler mehr motivieren, individuelles Lernen ließe sich besser fördern, die Rucksäcke würden spürbar leichter, man spare Druckkosten und könne letztlich überall lernen, sei also nicht mehr an das Schulgebäude gebunden.

Das „Smart Education“ getaufte Projekt sollte ursprünglich 2015 abgeschlossen sein, jedoch ruderte die Regierung nach den ersten Erkenntnissen ein wenig zurück. Zwar kamen die vom staatlichen Institut Keris (Korea Education and Research Information Service) entwickelten E-Books mit ihren Multimedia-Inhalten und Lernressourcen wie Wörterbüchern und Hyperlinks gut an, doch vor allem die jüngeren Schüler arbeiten inzwischen weiter mit haptischen Büchern. Denn auch wenn der ganzheitliche Ansatz mit einem zusätzlichen Lern-Management-System und Beurteilungs-, Messaging- und Feedback-Tool gut funktionierte, kamen Forscherinnen des Landes zu dem Schluss, dass eine gesunde Mischung aus Alt und Neu die besten Resultate bringt.

Wir sprachen mit dem Deutsch- und Mathelehrer Marc Engel über Lehren aus der Krise.

Marc Engel ist Lehrer und so freundlich, uns Rede und Antwort zu stehen.


» Unter dem Hashtag „3weeks2learn“ hat man auf Twitter zu einer Blogparade aufgerufen. Hier findet man viele lehrreiche Erlebnisberichte.«
MARC ENGEL


Mac Life: Nach Wochen der Krise und des Homeschooling: Welche positiven Erkenntnisse haben Sie gewonnen?
Marc Engel: Viele Schulen haben sich auf den Weg gemacht, und die Kolleginnen und Kollegen suchen die Webinare und Plattformen auf und sind hungrig nach Fortbildungen. So kann man es als positives Zeichen deuten, dass viele digitale Angebote mit ihren Serverkapazitäten zu kämpfen hatten und teilweise darum gebeten haben, auf die Nachmittagszeit auszuweichen. Auch im Rahmen meiner Fortbildungstätigkeit und in den direkten Gesprächen mit meinen Kollegen ist immer wieder zu hören, wie viel man gerade lernt und ausprobiert. Unter dem Hashtag „3weeks2learn“ hat man auf Twitter zu einer Blogparade aufgerufen und gefragt: Was hat in den letzten Wochen (nicht) funktioniert? Was kann man davon lernen? Hier findet man viele lehrreiche Erlebnisberichte.

Was würden Sie sich für die Zukunft wünschen?
Es geht vor allem um ein Lernen und Lehren unter den Bedingungen der Digitalisierung und dass wir mit unserem Bildungssystem und den pädagogischen Konzepten im 21. Jahrhundert ankommen. Das meiste stammt ja noch aus den vorigen Jahrhunderten.

Wie könnte ein Schulalltag mit digitalen Medien aussehen, ganz außerhalb der Schule oder mit wenigen Präsenztagen?
Leider sind die Schulen derzeit so sehr mit der aktuellen Situation beund ausgelastet, dass dieser Punkt in den Hintergrund rückt. Aber viele Schulen haben bereits die Osterferien dazu genutzt, um sich weiterzuentwickeln. Genauso sollte man einen Teil der Sommerferien dazu nutzen, einen Hybrid aus Präsenz- und Fernunterricht zu entwickeln. Unter dem Hashtag Twitterlehrerzimmer gibt es bereits einen regen Austausch über mögliche Hybridformen, es gibt Blogartikel und sogar einen 44-minütigen Screencast bei Youtube zu dem Thema.

Wie schätzen Sie die Lage bei den Lehrern ein? Die Schüler sind Digital Natives, die Lehrkräfte sind zum Teil noch „analog“ geprägt.
Die rasante Entwicklung von digitalen Angeboten wartet nicht auf Lehrerhandreichungen und Fortbildungsprogramme. Daher ist es aus meiner Sicht entscheidend, dass sich Schüler und Lehrer auf Augenhöhe begegnen und gemeinsam als Lerner verstehen. Das erfordert eine veränderte Lehrerrolle: weg vom Wissensvermittler und hin zum Lernbegleiter, der selbst noch lernt. Für mich ist das Twitterlehrerzimmer zu einem ständigen Begleiter geworden und die Fortbildungsplattform Nummer eins. Es wäre aber ein Fehler, die Leitmedien der Jugend nicht ernst zu nehmen. Sie sind Teil ihrer Lebenswirklichkeit und haben somit ihren Platz im schulischen Lernen. Dass eine generelle Handlungsnotwendigkeit besteht, zeigt sich auch in den Ergebnissen der ICILS-Studie. Frau Professor Eickelmann von der Universität Paderborn erklärt, dass 33,2 Prozent der Jugendlichen nur über sehr rudimentäre und basale computer- und informationsbezogene Kompetenzen verfügen. Diese Schüler könnten Informationen, die sie online finden, weder richtig einordnen noch kritisch hinterfragen und seien damit anfällig für Fake News.

Alles, was recht ist

Ein Problem, das Lehrer beim Einsatz von Materialien haben, die nicht aus dem Schulbuch stammen, ist ein rechtliches. In einer immer digitaleren Welt, in der das Internet alle nur erdenklichen Inhalte bietet, dürfen auch Lehrer nicht einfach frei sammeln und einsetzen, was sie finden. Gunnar Berndorff, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht, fasst die Lage wie folgt zusammen: „Nach Urheberrechtsgesetz (UrhG) darf man Bilder, Videos, Texte oder Musik grundsätzlich nie ohne Zustimmung des Rechteinhabers benutzen, außer es wird ausdrücklich erlaubt.“ Eine vereinfachte juristische Formel, die urheberrechtliche Grauzonen und ungewollte Delikte vermeidet, sieht er dennoch. „Speziell für Unterrichtszwecke hat der Gesetzgeber die sogenannte Urheberrechtsschranke im Paragraf 52a eingeführt. Handelt es sich um Werke geringen Umfangs oder Teile von Werken, dürfen diese einem abgegrenzten Kreis an Unterrichtsteilnehmern unter Angabe der Quelle angegeben werden.“


Foto: DaniloAndjus/E+/Getty Images