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DIGITALES: Traumjob per App


Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 29/2019 vom 18.07.2019

Gurken oder Gefahrgut, Andalusien oder Altstadt – den perfekten Arbeitgeber zu finden, fällt Lkw-Fahrern ebenso schwer wie der Spedition die Suche nach passendem Personal. DasStart-up Truck-Jobs.com will jetzt beiden Seiten mit einer neuenApp helfen


Artikelbild für den Artikel "DIGITALES: Traumjob per App" aus der Ausgabe 29/2019 von Auto Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Auto Bild, Ausgabe 29/2019

Der Clou sind die weichen Faktoren: Truck-Jobs fragt nicht nur nach Gehalt und Arbeitszeit, sondern auch nach Betriebsklima (oben) und Charakterzügen


FAHRER VERZWEIFELT GESUCHT! 45000 offene Stellen für Berufskraftfahrer listet die Bundesagentur für Arbeit derzeit. Eigentlich eine gute Zeit für alle, die unzufrieden sind und in einen besseren Job ...

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FAHRER VERZWEIFELT GESUCHT! 45000 offene Stellen für Berufskraftfahrer listet die Bundesagentur für Arbeit derzeit. Eigentlich eine gute Zeit für alle, die unzufrieden sind und in einen besseren Job wechseln wollen. Doch den zu finden, ist nicht so einfach. Vor allem im Fernverkehr sind Bewerbungen nicht mal eben geschrieben und verschickt. Und wer weiß schon, was einen in einer der Tausenden Speditionen tatsächlich für ein Klima und Vorgesetzte erwarten? Gleiches gilt für die Arbeitgeber: Ist der Neue auch wirklich der Richtige, um Gefahrguttransporte zu übernehmen?


„Durch Zufall stieß ich bei der Jobsuche auf das Angebot von Truck-Jobs.com. Meine Daten hatte ich um 2.30 Uhr morgens eingegeben. Um neun Uhr klingelte dann das Telefon”
Jasmin Wobbe (33), Berufskraftfahrerin aus Hamburg


Die Macher des Hamburger Start-ups Truck-Jobs.com glauben, der langwierigen und oft erfolglosen Suche auf die Sprünge helfen zu können. Das Prinzip: Fahrer wie Spedition registrieren sich über das Internet oder per App und beantworten Fragen. Zum einen zu harten Fakten wie Gehaltswunsch oder bevorzugtem Einsatzort. Zum anderen aber auch zur Persönlichkeit, inneren Einstellung und der Unternehmenskultur. „Das ist vergleichbar mit einer Online-Partnerbörse“, erklärt Daniel Stancke, einer der Gründer von Truck-Jobs. com. Wer beispielsweise Tierfutter zum Kunden fährt, „sollte auch Lust auf den Klönschnack beim Landwirt haben“.


„Wir wollen unsere Zielgruppe verstehen. Darum haben wir Tausende Gespräche mit Fahrern und Mitarbeitern von Speditionen geführt”
Daniel Stancke, Gründer von Truck-Jobs.com


Wie finden Sie das? Mitarbeiter von Truck-Jobs befragen Fahrerinnen und Fahrer zu ihrer App – für die Macher des Hamburger Start-ups ein sehr wertvolles Feedback für die weitere Produktentwicklung


Speditionen müssen 23 Fragen beantworten, Fahrer 19. Entworfen wurden die von Psychologen. Unmittelbar nach der Eingabe bekommen Speditionen geeignete Fahrer und Jobsuchende passende Arbeitgeber genannt, die aktuell freie Stellen haben. Passt es aus der Sicht des Computerprogramms, spricht Stancke von einem „Matching. Das heißt, wir empfehlen, dass sich beide Seiten mal kennenlernen.“ Das umständliche Verfassen von Anschreiben und immer wieder geänderten Lebensläufen fällt weg.
Klingt fast zu einfach, um wahr zu sein. Im Falle von Jasmin Wobbe (33) aber hat es auf Anhieb funktioniert. Sie stieß durch Zufall bei der Jobsuche im Internet auf das Angebot und entschied sich spontan, es auszuprobieren. Mit umgehendem Erfolg: „Morgens um 2.30 Uhr hatte ich alle Daten eingegeben, um neun Uhr klingelte das Telefon“, erinnert sie sich. Seitdem ist sie bei der Spedition Johs. Martens in Hamburg glücklich unter Vertrag. Sie betont, dass jeder Fahrer andere Präferenzen bei der Jobwahl habe. Sie etwa motiviere bei der Arbeit „ein eigener Wagen, der die eigene Wertigkeit hebt“. Auch fahre sie am liebsten nachts und am frühen Morgen, „weil die Straßen dann noch schön frei sind“. Natürlich spielt auch Geld eine Rolle. Im neuen Job verdient Wobbe mehr, bei geringerer Arbeitszeit.
Laut Gründer Stancke profitieren viele Fahrerinnen und Fahrer finanziell, die das kostenlose Angebot nutzten. Die Gehälter seiner gewerblichen Kundschaft lägen über dem Bundesdurchschnitt. Insbesondere in den neuen Bundesländern, wo das Lohnplus zwischen 11 und 24 Prozent betrage. Wobbes neuer Arbeitgeber war der erste, der sich bei Stancke registriert hat. Inzwischen sind es 500, von denen derzeit mehr als 200 mindestens eine offene Stelle besetzen wollen. Jede Spedition zahlt pauschal 429 Euro im Monat, also unabhängig davon, wie viele Fahrer gerade gesucht werden. Das ist gut kalkulierbar, und es gibt keinen Unmut über Vermittlungsprovisionen für Fälle, die sich nach kurzer Zeit als unpassend herausstellen. Laut Stancke überzeugt das Konzept: „90 Prozent der Arbeitgeber, die uns ausprobieren, bleiben dabei.“ 2700 Jobs habe man bereits vermittelt.
Um die tatsächlichen Bedürfnisse der Zielgruppen erfassen zu können, führten Stancke und sein Team „Tausende Gespräche mit Fahrern und Speditionen“, erzählt er. Auch heute noch interviewen sie immer wieder regelmäßig Trucker auf Rastplätzen oder holen sich Feedback aus den Speditionen.
Ziel des Gründers ist die Schaffung eines transparenten europäischen Arbeitsmarktes für LkwFahrer. Die App ist darum auch schon in Österreich verfügbar, Polen soll in Kürze folgen.


FOTOS: OLAF TAMM, SVEN KRIEGER, TRUCK-JOBS.COM