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DIGITALPIANO: CLAVIA: NORD GRAND


Keys - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 05.09.2019

@@Mit dem neuen Nord Grand visiert Clavia die Premiumklasse im Segment der Bühnenpianos an: Das aus dem Nord Piano 4 bewährte Konzept aus einfacher Bedienung und hervorragendem Klang wird nun durch eine Premiumtastatur ergänzt, die interessanterweise vom Mitbewerber Kawai stammt.

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Bildquelle: Keys, Ausgabe 10/2019

@@ Für Pianisten, die ein Bühneninstrument mit akustischen und elektrischen Pianos, einfachster Bedienung und exzellenten Sounds und Effekten suchen, hat Clavia die Nord-Piano-Serie im Programm. Diese reduziert die bewährten Elemente der Stage-Modelle sinnvoll auf eine Piano- und eine Sample- Synth-Sektion, mit großer ...

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... Bandbreite an „Brot-und-Butter“-Sounds für Layer oder Splits. Obwohl im Nord Piano 4 eine durchaus ansprechende Fatar-Klaviatur verbaut war, wollte man nunmehr auch höchste Ansprüche an Spielverhalten und Haptik in diesem Bereich zufriedenstellen. Entsprechend wird im Nord Grand die viel gelobte Responsive-Hammer-Klaviatur der Firma Kawai verbaut, die von Clavia aber noch modifiziert wird. Mit den optional erhältlichen Nord-Piano-Monitoren gibt es zudem noch maßgeschneiderte kompakte Lautsprecher, die klanglich abgestimmt aus dem Nord Grand eine Komplettlösung für den Heim- oder Studiogebrauch machen können.

@@Gewohnte Optik mit viel Retrocharme
Das Nord Grand ist deutlich höher und optisch auch wesentlich wuchtiger als das Nord Piano, ist aber mit 20,9 Kilogramm immer noch recht gut transportabel. Der hohe Aufbau ist durch die langen Waagebalken der Tastatur bedingt und rückt das Instrument auch durch die leicht angeschrägte Frontplatte mit den Bedienelementen optisch in die Nähe zu Klassikern wie Fender Rhodes oder Wurlitzer. Das rot gemaserte Trademark-Design weist aber unverkennbar auf die schwedische Herkunft hin. Die Anordnung der Bedienelemente birgt die Gefahr, beim Spielen versehentlich Einstellungen zu verändern, Abhilfe schafft in diesem Fall der Panel-Lock-Taster. Die breite Auflagefläche lässt sich hervorragend zum Abspielen längerer „Notentapeten“ verwenden und macht die optionale Notenhalterung in vielen Fällen überflüssig. Pianofunktionen stehen klar im Fokus des Geräts, Pitchbender und Modulationsregler sind daher nicht an Bord. Wie bei Bühnenpianos üblich, ist das Display eher klein, dank OLED-Technologie aber gestochen scharf und aus jeder Position gut ablesbar.

@@Konventionelle Ausstattung mit Anschlüssen
Wenig Überraschung bietet das rückseitige Anschlussfeld. Audiosignale werden per Kopfhörer oder über die beiden Klinkenausgänge ausgespielt, entweder als Stereosignal oder, getrennt nach Piano und Sample Synth, in mono. Auf symmetrische XLR-Anschlüsse, die im Stage-Piano- Segment zunehmend zur Standardausstattung werden, muss man leider verzichten. Externe Signale können per Stereo-Miniklinke eingespeist werden, allerdings ohne separaten Eingangsregler. Das mitgelieferte Nord-Triple-Pedal wird an die Sustain-Buchse angeschlossen. Es bietet Halte-, Soft- und Sostenuto-Funktionen und erlaubt es, mechanische Pedalgeräusche zu imitieren. Zudem werden Halbpedaleffekte unterstützt, die in den meisten Pianos – wenn auch nur in wenigen Stufen – gesampelt sind. Zur Steuerung von Effekten lässt sich ein Control-Pedal anschließen. Weitere Pedalanschlüsse bietet das Nord Grand nicht, man vermisst sie aber auch nicht. Immerhin handelt es sich um einen digitalen Bühnenflügel und nicht wie das Nord Stage um ein Stage-Piano. Volumen- und Sustain-Pedal lassen sich bei Bedarf per Tastendruck deaktivieren. Per USB nimmt das Nord Grand Kontakt zum Rechner auf und kann dann nicht nur per MIDI kommunizieren, sondern auch Sounds in den Gerätespeicher laden, klassische MIDI-Ein- und -Ausgänge sind aber ebenfalls vorhanden.

@@Hervorragend spielbare Klaviatur
Der Zukauf der Kawai-Tastatur hat sich auf ganzer Linie gelohnt: Kaum ein Stage-Piano bietet derzeit ein authentischeres Flügelgefühl. Die Responsive-Hammerklaviatur mit Ivory Touch, also aufgerauter Oberfläche der weißen und schwarzen Tasten, bietet eine elfenbeinartige Maserung, die für stabilen Halt sorgt und schwitziges Fingergefühl vermeidet, wie es im hellen Bühnenlicht schnell aufkommen kann. Gleichzeitig wird man durch eine herrlich konkrete Rückmeldung der Druckpunktsimulation unterstützt. Das Spielverhalten ist überzeugend authentisch und nur in Nuancen vom echten Flügel entfernt. Die Gewichtung ist eher leichtgängig und ermöglicht flüssiges Spiel, kommt aber auch kraftvollen Spielern entgegen. Dabei gestattet die optische Dreifachsensorik eine exzellente Ausdrucksfähigkeit über den gesamten Dynamikbereich, natürlich immer in Abhängigkeit von den verwendeten Piano-Samples: Um in den Genuss der vollen Bandbreite zu kommen, sollte man entsprechend die besonders akribisch gesampelten XL-Flügelmodelle benutzen.

@@Die Werkbank von Nord Grand umfasst zehn Flügel, neun Uprights, zehn E-Pianos, Clavinet, Digitalpianos und mehr.


@@Frei veränderbarer Soundspeicher
Die Klänge des Nord Grand werden in zwei Sektionen mit jeweils eigenständiger Polyphonie erzeugt. Für die Pianos stehen 120 Stimmen zur Verfügung, bei den Sample Synths ist man mit 48 Stimmen ebenfalls ausreichend versorgt. Der Soundvorrat des Nord Grand ist mit gelungenen Presets vorkonfiguriert, bei Bedarf lässt sich der Speicher aber auch komplett neu bestücken, indem per USB Sounds der Nord-Piano- beziehungsweise der Nord-Sound-Library vom Computer geladen werden, die sich auf der Nord- Website übersichtlich nach Kategorien gefiltert anzeigen und vorhören lassen. Die Pianosektion unterteilt sich in sechs Kategorien für Flügel, Klaviere, elektrische und digitale Pianos, Clavinets und beliebige weitere Klänge. Auch diese Kategorien können nach Belieben neu mit Sounds belegt werden.

Das Spielverhalten ist überzeugend authentisch und nur in Nuancen vom echten Flügel entfernt.

@@Intuitiv veränderbare Pianosounds
Mit drei Presets lässt sich die Anschlagdynamik abstimmen. Zusätzlich dienen die im Nord Piano 4 noch „Piano Filter“ genannten Timbre-Presets zur schnellen und effektiven Klangveränderung: Je nach Bedarf klingt das gewählte Pianoprogramm dann betont weich oder in der Bright-Variante durchsetzungsfähiger und bissiger. Die Pianos besitzen versionsabhängig unterschiedlich viele Samples von Dynamikstufen und Artikulationen. In puncto Artikulationsvielfalt kann der Pianospeicher mit den Boliden aus dem Plug-in-Sektor aber nicht ganz konkurrieren, der Speicher von zwei GB setzt hier gewisse Limitationen. Dass das Halbpedal nur in drei Stufen aufgelöst wird, dürfte allenfalls klassische Konzertpianisten stören. Repedal, also das „Einfangen“ von Tönen mit dem Sustain-Pedal, ist möglich. Auch die Resonanz der Saiten bei getretenem Haltepedal wird überzeugend simuliert, lässt sich aber auch abschalten. Legatoeffekte lassen sich recht gut mit der Soft-Release-Funktion erzeugen, die für ein weicheres Abklingen der Töne sorgt und so weich in den nächsten Ton überblendet. Das ersetzt zwar keine dedizierten Legato-Samples, schafft aber insbesondere bei lauterem Anschlag weichere Tonübergänge. Erstaunlich ist nach wie vor, wie räumlich die Nord- Pianos auch schon ohne den Einsatz des Halleffekts klingen. Insbesondere in Verbindung mit den Nord-Piano-Monitoren erhält man so ein herrlich realistisches Klangerlebnis aus Spielerperspektive.

@@Flügelklänge für jeden Zweck
Ab Werk ist das Nord Grand mit einer Vielzahl von Flügeltypen ausgestattet, darunter dem mächtig klingenden Royal Grand 3D, dem Steinway-artig perlenden Amber Grand oder dem kleineren Studio Grand, der sich mit seinem direkten, präsenten und durchsetzungsfähigen Klang insbesondere für Pop- und Rockmusik eignet. Bösendorfer-Fans kommen schließlich mit den Grand Imperial auf ihre Kosten. Zusätzlich ist mit dem „Mozart Forte Piano“ auch ein Hammerklavier vertreten und mit dem E Grand 3 mono ein vielseitiger CP80-Sound, der auch ohne Effekte mit dem typischen Saitengeräusch gefällt.

@@Lebendige Klavierklänge mit Charakter
In der Kategorie der Upright-Pianos finden sich Klaviere in diversen Größen und Klangcharakteren. Die Kategorie ist gelungen kuratiert und bedient verschiedenste Stile und Einsatzzwecke, ob als Honky-Tonk- oder Saloon-Variante, für Retroballaden, Jazz der 20er- und 30er- Jahre bis hin zum typischen Beatles-Piano oder Coldplay-artigen Popklavier. Typisch ist immer der im Gegensatz zu den Flügeln etwas kantigere Klang und auch das lebendige bis teils deutlich verstimmte Tuning, typischerweise im Bassbereich und Diskant. Die Bandbreite reicht dabei vom lebendigen Amber Upright über das kantige Bambino, das geradezu idealtypisch perlende, mit Reißnägeln bespickte Honky Tonk, ein stimmungsvolles Western-Piano bis zu Romantic Upright oder Mellow Upright, die sich beide auch für Balladen anbieten, ohne dabei ins Kitschige oder Süßliche zu verfallen.

@@An der Rückseite befinden sich zwei Eingänge für Pedale, ein USB-Ansschluss, MIDI-in/out, ein Monitor-in, Audioausgang L/R und ein Kopfhöreranschluss.


@@Ausdrucksstarke Rhodes- und Wurlitzer-Sounds
Fender-Rhodes-Modelle finden sich vom supernaturalistischen EP1 mit „Ideal Timbre“ über mit Verstärker und Lautsprecher gesampelte Modelle für erdigere Musikrichtungen, mit betontem Glockengeräusch wie beim EP5. Über den Timbre-Schalter lassen sich zwei Dyno- Rhodes-Effekte mit typisch metallischem Klangcharakter zuschalten. Insbesondere das eher saubere und nüchterne „Nefertiti“-Programm klingt damit ganz ausgezeichnet. Ganz groß spielen die Rhodes-Modelle natürlich mit passenden Effekten wie Autopan, Chorus, Phaser und Delay auf.
Klein, aber fein ist dagegen das Wurlitzer- Segment ausgestattet. Die Modelle sind sehr dynamisch spielbar und klingen auf Wunsch in Richtung Ray Charles, Donnie Hathaway oder Supertramp, können aber auch im piano noch überzeugen und sind somit nicht nur auf bestimmte Klangklischees reduziert. Der Tonumfang reicht hier über die vollen 88 Tasten der Klaviatur. Schließlich finden sich das Hohner-Clavinet in vier realistischen Pick-up-Positionen, ein Cembalo sowie DX7-artige E-Pianos in der Digitalkategorie.

@@Sample Synths: Mehr als nur Brot und Butter
Die üppig ausgestattete Sample-Synth-Einheit lässt sich per Kategorien-Tastatur komfortabel durchforsten und bietet ein weites Spektrum typischer Layer-Sounds – von verschiedenen Streich-Ensembles mit natürlichem Klangeindruck und geschmackvollen Pads über erstaunlich vielseitige chromatische Percussion, softe und aggressive Bläsersektionen von Jazz bis Pop bis hin zu Solo-Synthesizern und diversen Saiteninstrumenten. Die Synth-Sounds lassen sich mit einem Attack- und einem kombinierten Decay-/Release-Regler schnell und effektiv formen – einigen Synth-Sounds tut eine etwas verlängerte Abklingphase gut. Lebendig klingen die Sample-Synth-Sounds insbesondere, wenn man das Filter und/oder die Lautstärke per Knopfdruck durch die Anschlagdynamik steuert.

@@Komfortable Programmverwaltung
Das Nord Grand bietet Platz für 400 Programme, bestehend aus einer oder beiden Sektionen. Splits und Layer sind einfach zu erstellen: Das Instrument bietet dazu sieben vorgegebene Splitpunkte, die per LED angezeigt werden, was in Bühnensituationen enorm hilfreich sein kann. Die Splitzonen können per Crossfade-Funktion in drei Stufen weich überblendet werden, nützlich etwa bei der Kombination tiefer und hoher Streicher. Die Zonenlautstärken werden durch die individuellen Pegelregler eingestellt. Bei der Programm auswahl ist die wählbare Listenansicht hilfreich. Zusätzliche Organisationsfunktionen machen es einfach, Programme zu verschieben oder zwischen Bänken auszutauschen. Fünf der bewährten Live-Speicher dienen für oft benötigte Programme und werden automatisch gesichert.

@@Intuitiv bedienbare Effekte
Zwei intuitiv zugängliche Effektblöcke würzen die Sounds mit passenden Effekten, deren hervorragende Klangqualität man schon aus diversen anderen Clavia-Keyboards kennt. Block 1 bietet zwei Panner-Effekte und Tremolos für E-Pianos, ebenso wie Wah für Clavinets oder Ringmodulation. Per Tastendruck lässt sich das Control-Pedal für die Effektsteuerung aktivieren. Um Modulationseffekte von Chorus über Flanger und Phaser bis zum interessanten, leicht verstimmenden Vibe-Effekt kümmert sich Block 2, der ohne Pedalsteuerung auskommt, auf Wunsch aber per Deep-Mode-Schalter auf intensivere Effekt-Varianten umschaltet. Leider sind auch der halbparametrische Equalizer, die Amp-/Compression-Einheit und das Delay nur alternativ für die beiden Sektionen nutzbar. Schade auch, dass das Delay auf die in anderen Modellen enthaltene Analogvariante verzichten muss. Der Hall mit den drei Presets Room, Stage und Hall bietet einen zusätzlichen Bright-Modus für silbrige Hallfahnen und wirkt immer auf beide Sektionen. Nicht mehr ganz zeitgemäß erscheint mir persönlich, dass weder Delay noch Hall als Send-Effekte variabel durch beide Sektionen genutzt werden können. Unverzichtbar ist natürlich weiterhin der Tap-Tempo-Taster für das Delay.

Ab Werk ist das Nord Grand mit einer Vielzahl von Flügeltypen ausgestattet.

FAZIT

@@Das Nord Grand ist zwar in puncto Klangerzeugung, Soundauswahl und -Speicher dem Nord Piano 4 sehr ähnlich, spielt aber vor allem durch die deutlich bessere Klaviatur in einer anderen Liga. Die Ausstattung ist zwar ausreichend, echte Luxusmerkmale wie integrierte XLR-Ausgänge sucht man aber vergeblich. Eher ins Gewicht fallen aber auf der Habenseite der wie üblich frei konfigurierbare Speicher und die üppige Ausstattung mit Sample-Synth-Klängen, die auch qualitativ für Stage-Piano-Verhältnisse viel bieten. Wer das Nord Grand mit Pianomonitor und Montagehalterung als heimischen Pianoersatz wählt, erhält ein gelungenes Komplettpaket, das optisch gleichermaßen futuristisch wie klassisch anmutet und mit einem konventionellen Digitalpiano nur wenig gemein hat. Die unverbindliche Preisempfehlung von 3800 Euro ist durchaus sportlich angesetzt, ohne Boxen und Halterungen. Das ist ein stolzer Preis, für den man auch andere hochwertige Stage- oder Home- Pianos aus dem Digital- oder Hybridsegment erhält. Dann allerdings nicht mit einer dermaßen zugänglichen Bedienung und den erstklassigen und austauschbaren Sounds, die große Auswahl vielseitiger und charakterstarker Synthesizer-Klänge eingeschlossen. In puncto Spielgefühl positioniert sich das Nord Grand durch die exzellente Klaviatur und die ideal darauf abgestimmten Sounds aber zweifelsohne an der Pole-Position der Stage- und Digitalpianos.

@@Das Nord Grand ist mit einer Kawai-Hammer-Action-Tastatur mit 88 Tasten ausgestattet.


KEYS INFO: MASSGESCHNEIDERTE LAUTSPRECHER ALS OPTION

@@Die Nord-Piano-Monitore entstanden in Kooperation mit dem schwedischen Boxenhersteller Pro Audio und sind natürlich in das typische Clavia-Rot getaucht. Sie passen aber nicht nur optisch, sondern auch akustisch ideal zum Nord Grand: So können die kleinen mit rückwärtigen Bassreflexöffnungen versehenen Würfel mit zweimal 40 Watt Dauerleistung kräftig Dampf machen. Sie sind aber eben auch klanglich gefällig und damit bestens auf den Sound des Nord Grand und insbesondere auf dessen Piano-Library abgestimmt. Der Bassbereich wird dabei völlig ausreichend abgedeckt und erstaunt angesichts der recht geringen Abmessungen des Tieftöners. Wer mehr Tiefenschub braucht, kann per Cinch-Ausgang einen aktiven Subwoofer ergänzen.
Mit einem für je 99 Euro optional erhältlichen Befestigungs-Kit lassen sich die Boxen an das Nord Grand oder aber auch das Nord Piano 4 schrauben. Stellt man die Boxen auf die Auflagefläche des Nord Grand, ist das zwar einfacher, man sitzt aber nicht ideal im typischen Nahfelddreieck. Natürlich lassen sich die Boxen auch auf Universalboxenhalter stellen, bei der Montage am Nord Grand sind die Monitore immer schon perfekt für die Spielerposition angewinkelt.