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Digitalquellen › CD-PLAYER: A LITTLE BIT DIFFERENT


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Audio - epaper ⋅ Ausgabe 7/2020 vom 11.06.2020

Das eigenständige Design gehört genauso zur DNA von Quad wie guter Klang. Der CD-Player Artera Play steht ganz im Zeichen dieser Tradition.


EINER DER GLUTVOLLSTEN CD-PLAYER

Artikelbild für den Artikel "Digitalquellen › CD-PLAYER: A LITTLE BIT DIFFERENT" aus der Ausgabe 7/2020 von Audio. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Audio, Ausgabe 7/2020

FORMSCHÖN: Der Quad Artera Play kommt mit 32 Zentimetern Frontbreite aus. Superstylish ist seine Kombination aus Anzeige, CD-Schlitz und Druckknöpfen.


Quad gehört zu den Firmen, die schon High-End-Produkte produzierten, als noch niemand von High-End sprach. Langjährige HiFi-Fans werden sich an den ersten erfolgreichen elektrostatischen Lautsprecher ELS 57 erinnern, der von 1957 bis 1995 unverändert in UK gebaut wurde. Die ...

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... Mitteltonwiedergabe dieses 80 x 88 x 27 Zentimeter großen Lautsprechers war so sensationell, dass kein geringerer als Mark Levinson um 1980 je zweidavon in seinem HQD-System mit einem Decca-Bändchenhochtöner stapelte und mit einem 75-cm-Hartley-Bass kombinierte – und damit den ersten Superlautsprecher überhaupt schuf.

Die Quad-Elektronik aus jener Zeit nahm sich neben diesen mehr als mannshohen Riesentürmen bescheiden aus. Wer danach googelt, entdeckt kleine graue Kistchen mit abgerundeten Kanten und Ecken und mit Akzenten in Orange und Weiß. Von Beginn an waren Quad-Komponenten ungeheuer reduziert und eigenständig.

Lange Rede und eine Handbewegung: Wir holen den CD-Player Artera Play+ von Quad aus seiner Verpackung. Sofort spüren wir wieder den britischen Eigenwillen. Die Dachmarke IAG, zu der auch eine ganze Reihe anderer britischer HiFi- Hersteller gehört, hat den HiFi-Pionier Quad nicht an die Leine gelegt. Die Company darf für sich bestehen und formen. Quad bleibt kompakt, bleibt reduziert. Würden wir uns nach einem CD-Player sehnen – hier wäre eine edles Stück aus der Gegenwart. Und dennoch lohnt der Blick in die Tiefe, denn just in diesem Heft haben wir auch den Konkurrenten von Audiolab bejubelt. Der bei genauem Hinsehen nicht nur Konkurrenz ist – beide Marken gehören der gleichen Holding an.

ALLES NEU: Der Quad Artera Play+ verteilt die Anschlüsse eigenwillig, bleibt aber beim fast gleichen Aufgebot wie der Audiolab. Das Signal lässt sich auch per XLR abzapfen.


Und sehen doch so unterschiedlich aus. Hier (Audiolab) ein 43-cm-Vollformat, bei Quad hingegen eine Frontbreite von nur 32 cm. Öffnen wir die Haube, zücken wir die Lupe – dann sehen wir den gleichen Wandler-Chip mit dem Namen ES9018. Das treibt uns die Tränen in die Augen, denn dieser Chip kann weit mehr als eine CD bei 16 Bit und 44,1 Kilohertz auslesen: Er schwingt sich auf zu 32 Bit und 348 Kilohertz. Meine Güte – das ist ein unvorstellbar hoher, präziser, reicher Klangschatz. Das bekommen wir aktuell weder von einer Silberscheibe noch von einem Streamingportal. Aber der Quad hat es. Er öffnet seinen Wandler für Signale von außen. Wir können optisch hinein, per Cinch und im Luxus sogar per USB. Wie in einem Rausch reicht uns sogar die DSDWelt die Hand – hinauf bis zu DSD256. Wir könnten schwelgen.

Doch wir dürfen nicht vergessen: Alle diese Optionen sind passiv. Wir brauchen zumeist eine Steuerung, eine Quelle, einen aktiven Datenfluss. Der einfache Kontakt zu einer NAS funktioniert nicht. Die Befehlskette über einen PC, Mac oder per Smartphone muss sein. Aber immerhin: Der Artera Play+ ist nicht nur ein Silberscheiben- Rotator, sondern ein hochpotenter Digitalwandler der neuesten Generation. Packen wir ihn in den Warenkorb? An der Kasse müssten wir 1500 Euro liegen lassen. Moment – das haben wir doch schon einmal als Spielregel gehört. Genau – der 8300 CDQ von Audiolab kostet exakt genauso viel. Mehr Konkurrenz unter einem Dach geht nicht. Seltsam.

BRUCKNER AUF SPEED

Zugleich ergibt sich hier eine journalistische Herausforderung. Es liegt an uns, dem geneigten Leser die Hand zu reichen und seinen Geldfluss zu steuern. Audiolab oder Quad?

Hören wir dazu tiefer in den Quad hinein. Im Mai des Jahres 2005 tat sich ein Wunder in der Royal Albert Hall zu London auf: Cream feierte seine Wiederauferstehung. Das kann man verklären, aber tatsächlich brauchte Ginger Baker das Geld, Jack Bruce brauchte die Aufmerksamkeit und Eric Clapton war einfach nur freundlich. Drei Weltstars – und wir waren tatsächlich bei einem der vier Konzerte zugegen. Davon erzählen wir unseren Kindern. Weil es ungeheuer groß klang – wie ein Bruckner-Orchester auf Speed. Und doch standen da nur drei Engländer auf der Bühne, Gitarre, Bass und Schlagzeug. Aber welches Hoch-amt! „Sunshine Of Your Love“ haben wir nie ehrlicher, nie wuchtiger erlebt. Ach, könnte es doch nur noch einmal geschehen. Ach, würde sich das Label doch endlich einmal zu einer HiRes-Version durchringen. Egal – wir versinken im Rausch der Trommelfelle und der Saiten. Super, was der Quad uns da anbietet. Ganz laut aufdrehen. Selbst beim Hyperpegel spüren wir nicht die Grenzen der CD. Der Altera beamte die Musik an unsere Ohren wie von einer eleganten Vinyl-Scheibe. Mehr, noch mehr davon – wir waren im Rausch. Der ging auf dem Quad so richtig schön ab. Weil es gerade so schön tönte, blieben wir beim selben Song. „Sunshine Of Your Love“ – diesmal aus dem Gedächtniskonzert für Jack Bruce. Das ist dick und fett, zwei Keyboards links und rechts, aber noch immer der stramme Bass als Rhythmus- und Klanggeber. Und uns wurde klar: Das war einer der glutvollsten Player und Wandler, der uns seit langem begegnet ist.

MESSLABOR

Der Quad rauscht und klirrt kaum (100/115 dB analog/digital, 0,002% THD+N), die digitalen (oben, 192/96/44,1 kHz Abtastrate) und analogen Frequenzgänge verlaufen in allen Filtereinstellungen sauber. Einzige Ausnahme: Das Narrow-Filter (grün) eignet sich nur für Abtastraten ab 88 kHz, da es es sonst die Höhen zu früh beschneidet. Die Ausgänge liefern bei digitaler Vollaussteuerung 3 bzw. 6 V (RCA/XLR).

SO SIEHT FAMILIE AUS: Der Quad Artera Play+ passt ideal zur Endstufe Artera Stereo. Die Lautstärke regelt man dann am CD-Player.


AUS DER MITTE KOMMT DIE KRAFT: Zentral liegt der Ringkerntrafo, an der Front werden die Silberscheiben eingezogen. Die Kühlrippen braucht es eigentlich nicht.

Zurück zu unserer Frage: Raten wir nun zum Audiolab 8300 CDQ oder zum Quad Artera Play+?

Der Audiolab ist der bessere CD-Player und CD-Wandler. Er wirkt eleganter, fülliger, reifer – gerade bei der freien Wahl der möglichen Filter. Doch umgekehrt ist der Quad zielgenauer, er wirkt schärfer – im positiven Sinn, er spitzte im Hörtest die innere Harmonik und den dynamischen Drive zu. Sagen wir es so: Wer Röhren und Harmonie liebt, entscheidet sich eher für den Audiolab, wer hingegen das große Drive-Gedeck mit Transistoren aufgebaut hat, wird den Quad für seinen Punch umarmen. Beide besitzen große Qualitäten.

FAZIT

Andreas Günther Audio -Mitarbeiter


Wir sind verwirrt. Der Audiolab und der Quad in diesem Heft sind nahe Verwandte, entstanden unter dem Dach der IA G. Und dennoch bietet der Quad seine eigene Bauweise, bedient sein eigenes Klangideal: Der Artera Play+ hat mehr Drive und mehr Direktheit, der 8300 CDQ bringt mehr Samt ein. Die Unterschiede in der Konstruktion dominieren die Gemeinsamkeiten beim Wandlerchip. In beiden Fällen fasziniert der Preis – das ist elegant und günstig.