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DOCMA AKADEMIE: Studioaufnahmen perfekt retuschieren


DOCMA - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 06.06.2019

Lightroom Classic CC bietet inzwischen viele Bearbeitungsmöglichkeiten, für die Sie nicht mehr extra zu Photoshop wechseln müssen.Christian Thieme zeigt, wie Sie gängige Korrekturen in Lightroom umsetzen können.


Artikelbild für den Artikel "DOCMA AKADEMIE: Studioaufnahmen perfekt retuschieren" aus der Ausgabe 4/2019 von DOCMA. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Fotos: Christian Thieme/ Model: Nadine Tröndle

Für die Anwender der Adobe-Produkte
ist der erste Anlaufpunkt nach einem Fotoshooting in der Regel Lightroom, um die Fotos von der Speicherkarte auf die Festplatte zu kopieren und zu sortieren, zu bewerten sowie Einstellungen vorzunehmen, die als Grundlage für die weitere Bearbeitung in Photoshop dienen.

Lightroom bietet von Haus aus aber schon ...

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... viele Möglichkeiten, eine zeitintensive Bildretusche in Photoshop einzusparen. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen fünf wertvolle Tipps, mit denen Sie Studioaufnahmen in Lightroom optimieren und damit deutlich Zeit sparen können.

In der Studiofotografie haben Sie die volle Kontrolle über die Aufnahmebedingungen, so dass Sie die optimale Bildqualität erhalten. Trotzdem gibt es einige Unwägbarkeiten, die auftreten können. Beispielsweise kann es bei der optimalen Ausleuchtung zu Problemen kommen, wenn sich das Model bewegt, oder es entstehen Augenreizungen durch zu viel Licht, wie im hier gezeigten Shooting. LED-Dauerlicht mit entsprechenden Lichtformern verursachte die im ersten Tipp besprochenen Rötungen.

Gerade bei Serien mit vielen Bildern sollte der Fokus auf einer zügigen Bildbearbeitung liegen. Versuchen Sie daher immer, eine enge Favoritenauswahl zu treffen. Eine aufwendige Retusche sparen Sie sich am besten für das Top-Motiv auf. Dabei lautet das Motto: Qualität vor Quantität.

Lightroom hat den Vorteil, dass alle Arbeitsschritte nicht-destruktiv durchgeführt werden, und somit jederzeit rückgängig gemacht oder angepasst werden können. Wer sich bei der Bearbeitung unsicher ist, kann vom Original eine oder mehrere virtuelle Kopien anlegen und verschiedene Bearbeitungsparameter ausprobieren, die im Anschluss auf die gesamte Serie anwendbar sind.

EINHEITLICHER LOOK

Insbesondere bei einer Studioserie kommt es im Nachgang darauf an, einen einheitlichen Bildlook zu kreieren. Stehen auf einer Webseite mehrere Bilder der Serie nebeneinander, fallen Unterschiede direkt ins Auge.

Mit wenigen Schritten können Sie Ihren Workflow optimieren, um ein einheitliches Gesamtkonzept zu entwickeln. Reduzieren Sie die Motivauswahl zunächst auf ein Minimum

Wählen Sie für das Finden eines geeigneten Looks ein Bild aus, und legen sie mehrere virtuelle Kopien an und passen Sie die Kopien unterschiedlich an. Spielen Sie mit dem Weißabgleich, den Farbwerten oder unterschiedlichen Entwicklungsvorgaben. Alternativ können Sie auch fertige Presets verwenden.

Entscheiden Sie sich schließlich für einen Look und übernehmen Sie ihn für die gesamte Serie.

Gerötete Augen korrigieren

01 Ausgangslage
Nach mehreren Stunden im Dauerlicht waren die Augen des Models sichtlich gerötet. Das wird hier durch die frontale Ausleuchtung mithilfe eines Ringlichts deutlich sichtbar. Dieser Umstand bedeutet zugleich mehr Retuscheaufwand in der Postproduktion, der aber schnell und einfach in Lightroom erledigt werden kann.

02 Korrekturpinsel
Mit dem»Korrekturpinsel « können Sie die Reizung leicht „lindern“. Nach der Werkzeugwahl ist darauf zu achten, dass alle Korrektur-Regler auf Null stehen. Zoomen Sie in die 1:1-Ansicht und malen Sie mit einer möglichst kleinen Pinselspitze eine Maske auf das Augenweiß. Um die Maske einzublenden, wählen Sie»Überlagerung für ausgewählte Maske anzeigen « aus.

03 Sättigung veringern
Um die Rötung(a) zu entfernen, veringern Sie die»Sättigung « bis zum gewünschten Ergebnis(b) . In diesem Fall wurde ein Wert von»-100 « verwendet und damit der Bereich komplett entsättigt. Lediglich die immer vorhandenen Äderchen lassen sich auf diesem Wege nicht entfernen, was im Normalfall auch nicht notwendig ist.

04 Ergebnis
Nach der Bearbeitung ist die Reizung nicht mehr so auffällig. Das Retuschieren von Augen muss mit Bedacht durchgeführt werden. Achten Sie darauf, nicht die Helligkeit des Augapfels zu verändern. Die Augen wirken dann schnell künstlich. Passen Sie das Foto besser global an, damit eine gleichmäßige Darstellung gewährleistet ist

Störende Objekte entfernen

05 Ausgangslage
Auch in einem großen Studio kann es passieren, dass durch die Verringerung der Brennweite plötzlich Lichtformer oder Teile des Studios sichtbar werden. Sollten Sie, wie in diesem Beispiel, genug Platz um das Motiv gelassen haben, können Sie die Retusche schnell und einfach in Lightroom bewältigen.

06 Bereichsreparatur
Mit dem Werkzeug»Bereichsreparatur « ist es möglich Bereiche zu markieren. Malen Sie mit einem großen Pinsel(a) das unerwünschte Areal(b) aus. Achten Sie darauf, in den Randbereichen(c) überlappend zu arbeiten, damit das Werkzeug richtig funktionieren kann. Nach der Markierung des Bereichs, wird eine Auswahl angezeigt, die Sie verschieben können.

07 Auswahl verschieben
Durch den gleichmäßigen Studiohintergrund kann die Auswahl in diesem Schritt verschoben werden, ohne dass es zu auffälligen Retuschefehlern kommt. Die Auswahl(a) markiert den Inhalt, der in den gewählten Bereich(b) hineingerechnet wird. Das Ergebnis ist sofort sichtbar. Achten Sie darauf, dass sich beide Bereiche nicht überschneiden.

08 Ergebnis
Mit wenigen Klicks haben Sie den störenden Bereich entfernt. Nicht alle Motive lassen diese Art der Korrektur zu, insbesondere bei unruhigen Hintergründen stößt das Werkzeug schnell an seine Grenzen. Gegenüber dem Export zu Photoshop sparen Sie in diesem Fall aber Zeit.

Dodge & Burn

09 Ausgangslage
Zum Standard-Workflow bei einer Porträt-Retusche gehört auch das Aufhellen und Nachbelichten (Dodge & Burn). In Photoshop lässt sich dies einfach über eine Einstellungsebene realisieren. Sie können dieses Verfahren aber auch mit den Bordmitteln von Lightroom anwenden.

10 Abdunkeln
Wählen Sie den»Korrekturpinsel « und achten Sie darauf, dass alle Werte auf Null stehen. Stellen Sie nun die Belichtung auf einen Wert von etwa»-0,25 « und beginnen Sie, die gewünschten Stellen mit dem Pinsel abzufahren (hier dunkler dargestellt). Später können Sie mit dem Regler»Belichtung « die Intensität nachjustieren.

11 Aufhellen
Ähnlich der Abdunklung kann mit einem positiven Wert eine Aufhellung der Motivbereiche erzeugt werden. Legen Sie einen neuen»Korrekturpinsel «-Pin an und stellen Sie einen Wert von etwa»+0,25 « bei der»Belichtung « ein. Malen Sie wieder über die Bereiche, die korrigiert werden sollen. Das Endergebnis ist sofort sichtbar und kann präzise nachgeregelt werden.

12 Ergebnis
Bei einer Porträt-Retusche sollten Sie»Dodge & Burn « behutsam anwenden. Achten Sie darauf, im Bereich der Augen nicht zu sehr mit dieser Technik aufzuhellen. Nutzen Sie besser die globalen Einstellungen für einen einheitlichen Look. Oben sehen Sie das Ausgangsbild(a) , unten die dezente Anpassung mit Dodge & Burn(b) .

Lichtakzente setzen

13 Ausgangslage
Bei Beauty-Shoots sollen auch die Accessoires des Models im richtigen Glanz erstrahlen. Je nach Ausleuchtung kann Schmuck(a) aber einen Großteil seiner Wirkung verlieren. So wirkt der Schmuck hier durch das weiche Licht der Softbox flach. In Schmuckgeschäften werden die edlen Stücke daher mit Strahlern punktgenau in Szene gesetzt, um den Käufer zu überzeugen.

14 Goldschmuck
optimieren Bei großen Lichtformern tendiert Gold schnell dazu, intensiven Gelbton zu verlieren. Mit dem»Korrekturpinsel « kann in diesem Beispiel der Ohrring ausgewählt und angepasst werden. Regeln Sie die Farbtemperatur leicht in den positiven Bereich,»+20 «(a) , und erhöhen Sie danach etwas die Belichtung(b) die Lichter(c) . Der Ohrring wirkt nun deutlich strahlender.

15 Akzente
bei Silberschmuck Auch silberne Ringe können je nach Lichteinfall an Ausdruck verlieren. Ähnlich wie beim Gold schafft auch hier der»Korrekturpinsel « Abhilfe. Maskieren Sie den Ring mit einer kleinen Pinselspitze und ziehen Sie die Werte für»Lichter «(a) und»Weiß «(b) dezent in den positiven Bereich.

16 Ergebnis
Mithilfe der feinen Korrekturen bei den Effekteinstellungen erhalten Sie als Resultat deutlich mehr Strahlkraft bei den Schmuckstücken. Nutzen Sie diese Bearbeitung, wenn Sie den Blick des Betrachters auf die Schmuckstücke lenken möchten, achten Sie aber darauf, nur Akzente zu setzen und es nicht mit der Intensität zu übertreiben.

Kleine Tattoos entfernen

17 Ausgangslage
Tattoos sind modern und schmücken mittlerweile viele Körper. In einem Foto kann ein Tattoo aber auch ungewollt den Blick des Betrachters ablenken oder das Gesamtkonzept des Motivs beeinträchtigen. Bei kleineren Tattoos lohnt sich oft der Make-up-Aufwand beim Shooting nicht, da sie schnell in Lightroom entfernt werden können.

18 Auswahl erstellen
Kleine Tattoos, die von viel Haut umgeben sind, stellen in Lightroom kein Problem dar. Mit dem»Bereichsreparatur-Werkzeug « und einer mittleren Pinselgröße kann der gewünschte Hautbereich maskiert werden. Achten Sie darauf, etwas Haut rund um das Tattoo mit auszuwählen.

19 Maske verschieben
Verschieben Sie den ausgewählten Bereich(a) in einen angrenzenden Hautbereich(b) ohne Tätowierung. Für ein gutes Ergebnis sollten Hautstruktur und Belichtung annähernd gleich sein. Beachten Sie, dass auch vorhandene Muttermale, wie in diesem Beispiel, kopiert werden. Retuschieren Sie solche auffälligen Wiederholungen im Anschluss.

20 Ergebnis
Das Resultat kann sich sehen lassen. Vom Tattoo am Arm ist nichts mehr zu erkennen. Mit dieser Methode lassen sich aber leider keine Motive in Randbereichen, wie am Handgelenk(a) , entfernen. Hier ist Photoshop immer noch die erste Wahl. Trotzdem verschaffen Sie sich einen Zeitvorteil, wenn Sie mögliche Retuschen bereits in Lightroom durchführen.