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Doktor Aldi


ÖKO-TEST Kompass Discounter - epaper ⋅ Ausgabe 6/2009 vom 08.04.2010

Nicht nur Kaffee, Kekse, Klopapier, sondern auch Arzneimittel, Medizinprodukte und Nahrungsergänzungsmittel werden heute beim Discounter angeboten. Von 91 eingekauften Produkten schneiden mehr als die Hälfte mit „sehr gut“ oder „gut“ ab.


Artikelbild für den Artikel "Doktor Aldi" aus der Ausgabe 6/2009 von ÖKO-TEST Kompass Discounter. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Kompass Discounter, Ausgabe 6/2009

Das Angebotssortiment der Discounter ist im Laufe der Jahre gewachsen. Außer Lebensmitteln und Kosmetika haben inzwischen auch diverse Gesundheitsprodukte einen festen Platz in den Regalen gefunden, seien es Nahrungsergänzungsmittel – vor allem Vitamine und Mineralstoffe in allen möglichen Variationen – Medizinprodukte oder sogar Arzneimittel.

Hilft das? Der Nutzen von ...

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Hilft das? Der Nutzen von Nahrungsergänzungs mitteln und frei verkäuflichen Arzneimitteln ist oft zweifelhaft.


Arzneimittel, die außerhalb von Apotheken verkauft werden, bezeichnet man als nicht apothekenpflichtig oder freiverkäuflich. Die Details regelt die Verordnung über apothekenpflichtige und freiverkäufliche Arzneimittel. Hier findet sich beispielsweise eine Liste mit Pflanzen und Pflanzenteilen, welche in freiverkäuflichen Husten-, Magen- und Beruhigungsmitteln oder harntreibenden Tees enthalten sein dürfen. Unter den freiverkäuflichen Präparaten sind viele traditionelle Arzneimittel, die sich vor allem durch ihre äußerst weich formulierten Anwendungsgebiete auszeichnen. Unter anderem heißt es hier „Traditionell angewendet zur Stärkung oder Kräftigung“, „… zur Besserung des Befindens“ oder auch „… zur Vorbeugung“.

Verkaufszahlen der Discounter sind nur bedingt zugänglich. So weist der Report des Gesundheitsdienstleisters IMS Health für Husten- und Erkältungsmittel, Beruhigungs- und Schlafmittel sowie Stimmungsaufheller für 2008 einen Umsatz von 31,7 Millionen Euro aus. Die tatsächlichen Zahlen dürften um einiges höher liegen, da der Bericht keine Daten der sogenannten Hard-Discounter Aldi, Lidl und Penny erfasst.

Trotzdem scheinen die Apotheken ihre Pfründe durch die Discounter nicht bedroht zu sehen. „Die Verbraucher machen offenbar sehr gute Erfahrungen in der Apotheke ihres Vertrauens“, erklärt Heinz-Günter Wolf, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) und bezieht sich auf eine Umfrage des Marketingmagazins Horizont von 2008, welches für Verbraucher der attraktivste Ort ist, um sich mit Arzneimitteln zu versorgen. Demnach haben die Apotheken auf einer Skala von 1 (gar nicht attraktiv) bis 5 (sehr attraktiv) einen Wert von 4,2 Punkten erzielt, während Internet (2,03), Supermarkt (1,86) und Katalog (1,69) mit weitem Abstand folgen.

Doch wie steht es um die Qualität der Discounterprodukte? ÖKO-TEST hat 91 Gesundheitsprodukte – darunter 27 Arzneimittel, 55 Nahrungsergänzungsmittel und neun Medizinprodukte – unterschiedlichster Art, von Husten- und Schnupfenmitteln über Fischöle bis hin zu Multivitaminpräparaten, eingekauft und untersuchen lassen.

Das Testergebnis

• Licht und Schatten: Es tummeln sich fast genauso viele „sehr gute“ (nämlich 20) wie „ungenügende“ (19) Produkte in den Regalen. Die Mehrzahl (36 Produkte) schneidet mit „gut“ ab, der Rest liegt mit den Urteilen „befriedigend“ oder „ausreichend“ im Mittelfeld.
• Die meisten „sehr guten“ und „guten“ Gesundheitsprodukte gibt es relativ gesehen bei Netto: sieben von acht. Allerdings sind acht Produkte auch nur die Hälfte des Sortiments, das bei den anderen Anbietern verfügbar ist. Absolut gesehen bringen es Lidl und Aldi Süd mit insgesamt jeweils fünf auf die meisten „sehr guten“ Produkte. Lediglich bei Aldi Nord steht kein einziges „sehr gutes“ Gesundheitsprodukt im Regal. Dafür gibt es dort die meisten Ausreißer (fünf) nach unten.
• Bei weit mehr als der Hälfte der untersuchten Produkte handelt es sich um Nahrungsergänzungsmittel. Vor allem Vitamine und Mineralstoffe werden wie Sand am Meer angeboten – in zum Teil haarsträubenden Dosierungen. Für besonders unterversorgt scheinen die Anbieter die Generation 50+ zu halten: Die fünf getesteten Multivitaminpräparate für diese Altersgruppe schneiden mit „ungenügend“ ab, da sie etliche der Vitalstoffe – unter anderem Niacin, Vitamin A, Eisen, Kupfer, Mangan und Zink – in Mengen enthalten, die über die Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) hinausgehen. Das bessere Abschneiden der Multivitamin- Brausetabletten gegenüber den A–Z-Präparaten liegt schlicht an den nicht zugesetzten Mineralstoffen und Spurenelementen. Den Vogel schießen dieProLife A–Z Vitamin- und Mineral Depot, Kapseln von Plus ab. Hier wird so ziemlich alles ausgelobt, was drinsteckt: Eisen, Kupfer und Mangan, die nach den BfR-Empfehlungen gar nicht drin sein sollten, aber auch die äußerst geringen Mengen Calcium, Magnesium und Phosphor, für die konsequenterweise denn auch „eine zusätzliche Zufuhr empfohlen!“ wird.
• Breite Streuungen hinsichtlich der Mengen an eingesetzten Vitaminen und Mineralstoffen gibt es auch bei den einfacher zuammengesetzten Nahrungsergänzungsmitteln. So stecken in einer Tagesdosis der Calcium-plus-Vitamin-DProdukte zwischen 400 und 1.000 mg Calcium, in den Magnesiumpräparaten zwischen 200 und 350 mg Magnesium, in den Vitamin-C-plus-Zink-Präparaten meist 300 mg Vitamin C und 5 mg Zink (BfR-Empfehlungen: maximal 500 mg Calcium, 250 mg Magnesium, 225 mg Vitamin C, 2,25 mg Zink). Bei vielen Produkten fehlt zudem ein Hinweis, dass das Präparat aufgrund des Zinkgehaltes nicht von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren eingenommen werden sollte. Dafür wird gerne auf die Stärkung der Abwehrkräfte oder des Immunsystems durch Vitamin C hingewiesen, wofür es allerdings an Belegen mangelt.

Zu viel kann schaden. Vitamin- und Mineralstoffpräparate sind häufig überdosiert.


• Die Qualität der Fischölkapseln unterscheidet sich bei den verschiedenen Discountern nur wenig, einmal abgesehen davon, dass die Produkte von Lidl und Penny unnötig viel Vitamin E enthalten.
• Dass Nahrungsergänzungsmittel den Gelenken nutzen können, dafür gibt es keine Belege. Entsprechend schlecht schneiden die Gelenkkapseln von Aldi Süd und Penny im Test ab.
• Bei den angebotenen Arzneimitteln handelt es sich um Hustenmittel, Schlafmittel und Blasen- und Nierentees. Die Blasen- und Nierentees schneiden allesamt mit „gut“ ab. Sie sind ähnlich zusammengesetzt und eignen sich zur unterstützenden Behandlung bei Harnwegsinfektionen, da sie zwar nicht die Infektion als solche bekämpfen, aber dazu beitragen, die Harnmenge zu erhöhen. Die drei Schlafmittel auf Baldrianbasis enthalten einen gleichartig hergestellten Extrakt in einer Dosierung, in der Baldrian tatsächlich helfen kann, Schlafstörungen auf sanfte Weise zu verbessern. Alle sechs Discounter haben einen Spitzwegerich Hustensirup oder -saft im Sortiment, der Hustenreiz lindern kann. Aber auch Schleimlöser wie Fenchelhonig sowie eukalyptushaltige Tropfen und Kapseln werden verkauft. Da sie bestenfalls unterstützend wirken, kommen sie über ein „gut“ nicht hinaus.
• Als Medizinprodukte werden Schnupfensprays und Hustenpastillen angeboten. Während es sich bei den Nasensprays um einfache, befeuchtend wirkende Salzlösungen handelt, stecken in den Schnupfensprays weitere Zusätze wie Eukalyptusöl oder Sanddorn-Fruchtfleischextrakt, die aber den Schnupfen nicht verkürzen.

• Als traditionelle Arzneimittel sind unter anderem die beiden Johanniskrautpräparate von Aldi Nord und Netto im Verkehr. Beide beanspruchen als Anwendungsgebiet die „Besserung des Befindens bei nervlicher Belastung“. Verglichen mit entsprechenden apothekenpflichtigen Arzneimitteln zur Behandlung leichter vorübergehender depressiver Störungen liefern die freiverkäuflichen Präparate aber viel weniger Johanniskrautextrakt in einer Tagesdosis. Obgleich die Hersteller argumentieren, ihre Präparate könnten nur aufgrund der niedrigen Dosierung freiverkäuflich sein, da so Nebenwirkungen praktisch ausgeschlossen seien, stufen wir die Präparate als „unterdosiert“ ein, da sie zum einen von den Kunden häufig gekauft werden, um Symptome im Zusammenhang mit einer nicht diagnostizierten Depression zu lindern, und zum anderen bei nicht mehr vorhandenen Nebenwirkungen auch keine Wirkung mehr zu erwarten ist.

So reagierten die Hersteller

Von der Firma Krüger erhielten wir zwei Schreiben, wie sie nicht unterschiedlicher hätten sein können. Zu den bei Aldi Süd vertriebenen Multinorm- Produkten heißt es darin, zurzeit befänden sich einige in einer Phase der Rezepturumstellung: „Die betroffenen Rezepturen wurden an die BfREmpfehlungen zu Obergrenzen in Nahrungsergänzungsmitteln angepasst.“

Ganz anders sieht die Sache hingegen bei den von Aldi Nord vertriebenen Vitalis-Produkten aus. Zwar hätten die BfR-Empfehlungen zu Obergrenzen von Vitaminen und Mineralstoffen in Nahrungsergänzungsmitteln „sicherlich ihre Berechtigung bei der Bewertung der verschiedenen Brausetabletten. Wir möchen jedoch einwenden, dass einige der empfohlenen Obergrenzen noch diskussionswürdig sind“, schreibt man uns. Daher halte man sich „bis zum Vorliegen einer europäischen Regelung an die Vorschläge des BgVV (das frühere Bundesamt für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin, Anm. d. Red.) zu Maximalgehalten von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen in Nahrungsergänzungsmitteln von September 1998“.

Der Grund für die krass gegensätzlichen Schreiben? Es seien halt unterschiedliche Konzepte, die die Anbieter verfolgen, hieß es dazu von Krüger.

Tatsächlich ist auf europäischer Ebene das Verfahren zur Festsetzung von Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Lebensmitteln immer noch nicht abgeschlossen. Ein Zeitpunkt für die Veröffentlichung von Höchstmengen wurde laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) bisher nicht bekannt gegeben.

Fett gedruckt sind Mängel.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie unterwww.oekotest.de
Anmerkungen: 1) Laut Anbieter gibt es einen Druckfehler in der Zutatenliste. Anstelle von Magnesium 100 mg sei versehentlich Magnesium 1.000 mg pro Tablette aufgedruckt worden. 2) Laut Anbieter werden bei der nächsten Auflage der Packmittel die Warnhinweise um den Hinweis „nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren“ ergänzt. 3) Laut Anbieter wird bei der nächsten Auflage der Packmittel der zusätzliche Hinweis „nicht für Kinder unter 4 Jahren“ mit aufgenommen. 4) Laut Anbieter wird das Produkt seit Februar 2008 nicht mehr produziert. 5) Laut Anbieter wird das Produkt seit März 2008 nicht mehr produziert. 6) Laut Anbieter befindet sich das Produkt nicht mehr im Sortiment. 7) Laut Anbieter wird Paraffin als Befilmung eingesetzt, um ein Verkleben der Pastillen zu vermeiden. Aktuell fänden Testversuche mit alternativen Beschichtungen statt. 8) Laut Anbieter ist in den Produktauflagen ab März 2009 die Angabe einer Altersempfehlung vorgesehen. 9) Laut Anbieter ist das Produkt nur für eine Aktion im September 2008 an Aldi Nord geliefert worden. 10) Laut Anbieter gehen neue Verpackungen mit einem Hinweis zur Altersbeschränkung ab März 2009 in die Filialen. 11) Laut Anbieter wird bei der bevorstehenden Nachauflage der neue Text „Nicht geeignet für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren“ eingefügt. 12) Laut Anbieter sind in der Formulierung die Inhaltsstoffe Vitamin A auf 400 μg, Niacin auf 17 mg und Zink auf 2,25 mg Zink pro Tablette reduziert worden. Eisen, Kupfer und Mangan seien aus der Formulierung entfernt worden. Voraussichtliche Erstauslieferung: 10. Kalenderwoche 2009. 13) Laut Anbieter wird das Produkt ersetzt durch Multinorm 1 x täglich 21 Filmtabletten. Diese sollen 400 μg Vitamin A, 17 mg Niacin und 2,25 mg Zink pro Tablette enthalten, Eisen, Kupfer und Mangan seien aus der Formulierung entfernt worden. Zusätzlich sei der Warnhinweis „Nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren“ aufgenommen worden. Voraussichtliche Erstauslieferung: 10. Kalenderwoche 2009.

Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Aufgeführt sind jeweils die Abwertungen und dazugehörigen Testmethoden.
Erstveröffentlichung: ÖKO-TEST-Magazin 03/2009, in Auszügen im ÖKO-TEST-Magazin 05/2009. Aktualisierung von Testergebnissen/Angaben, sofern die Hersteller Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat. Preisberechnung basiert auf kleinstem Produktangebot. Preisangaben beruhen auf den Produktpreisen zum Zeitpunkt des Einkaufs, Preise können sich mittlerweile geändert haben.
Test Blasen- und Nierentees: Unter dem Testergebnis Pharmakologische Begutachtung führt zur Abwertung um eine Note: eine nur unterstützende Wirksamkeit bei Harnwegsinfektionen. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um eine Note: PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe in der Verpackung.

Testmethoden: PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe: Beilsteinprobe oder Röntgenfluoreszenzanalyse.
Test Calciumpräparate: Keine Abwertungen.
Test Calcium-plus-Vitamin-D-Präparate: Unter dem Testergebnis Maßgebliche Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um eine Note: mehr als 500 mg Calcium pro höchste empfohlene Tagesdosis (in der Tabelle „erhöht“).
Test Fischöle: Unter dem Testergebnis Maßgebliche Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) Lachsöl, Fischöl und/oder entsprechende Konzentrate in Nahrungsergänzungsmitteln; b) fehlende Angabe des Omega-3-Fettsäure- Gehaltes; c) eine Tagesdosis von mehr als 15 mg Vitamin E in Nahrungsergänzungsmitteln (in der Tabelle „erhöht“). Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um eine Note: PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe in der Verpackung.
Testmethoden: PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe: Röntgenfluoreszenzanalyse.
Test Gelenkkapseln: Unter dem Testergebnis maßgebliche Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um vier Noten: fehlende Nutzenbelege für das konkrete Produkt. Zur Abwertung um zwei Noten führt: ein fehlender Hinweis zur Nichtanwendung bei Kindern und Jugendlichen bei Zusatz von Zink. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) mehr als 15 mg Vitamin E pro höchste empfohlene Tagesdosis. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um eine Note: PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe in der Verpackung.

Testmethoden: PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe: Röntgenfluoreszenzanalyse.
Test Hustenmittel: Unter dem Testergebnis Pharmakologische Begutachtung führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) eine nur unterstützende Wirksamkeit bei Hustenmitteln, die schleimlösend wirken; b) Deklarationsmangel: fehlende oder ungenaue Altersangabe zur Anwendung bei Kindern.
Unter dem Testergebnis Hilfsstoffe führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) 1 Vol.-% oder mehr Alkohol, wenn das Medikament auch Kindern gegeben werden darf; b) Paraffine/ Erdölprodukte/Silikone. Zur Abwertung um eine Note führen: mehr als 5 Vol.-% Alkohol in Saft bzw. mehr als 10 Vol.-% in Tropfen, wenn nicht bereits wegen eines Anwendungshinweises zu Kindern abgewertet wurde.
Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um eine Note: PVC/PVDC/ chlorierte Kunststoffe in der Verpackung.
Testmethoden: PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe: Beilsteinprobe oder Röntgenfluoreszenzanalyse.
Test Johanniskrautpräparate: Unter dem Testergebnis Pharmakologische Begutachtung führen zur Abwertung um vier Noten: eine nicht ausreichend dosierte Menge Johanniskrauttrockenextrakt. Zur Abwertung um eine Note führen: Deklarationsmängel wie lückenhafte Angaben zu Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln (Digoxin, Theophyllin) und/oder zur Anwendung bei Kindern. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um eine Note: PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe in der Verpackung.
Testmethoden: PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe: Beilsteinprobe oder Röntgenfluoreszenzanalyse.
Test Magnesiumpräparate: Unter dem Testergebnis Maßgebliche Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um zwei Noten: Formulierungen auf der Verpackung oder dem Beipackzettel, die sich auf die Abwehrkräfte, das Immunsystem, Erkältungen oder auf die Gesundheitsvorsorge beziehen. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) mehr als 250 mg Magnesium pro höchste empfohlene Tagesdosis (in der Tabelle „erhöht“); b) ein fehlender Hinweis „nicht für Kinder unter 4 Jahren“.
Test Mittel gegen Wechseljahresbeschwerden: Unter dem Testergebnis Pharmakologische Begutachtung führt zur Abwertung um zwei Noten: Sojaextrakt in Nahrungsergänzungsmitteln. Zur Abwertung um eine Note führt: eine Tagesdosis von mehr als 500 mg Calcium in Nahrungsergänzungsmitteln (in der Tabelle „erhöht“). Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um eine Note: PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe in der Verpackung.
Testmethoden: PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe: Beilsteinprobe oder Röntgenfluoreszenzanalyse.

Test Multivitaminpräparate: Unter dem Testergebnis Maßgebliche Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) Kupfer; b) Mangan; c) Eisen; d) mehr als 0,4 mg Vitamin A pro höchste empfohlene Tagesdosis; e) ein fehlender Hinweis zur Nichtanwendung bei Kindern und Jugendlichen bei Zusatz von Zink; f) Formulierungen auf der Verpackung oder dem Beipackzettel, die sich auf die Abwehrkräfte, das Immunsystem, Erkältungen oder auf die Gesundheitsvorsorge beziehen. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) mehr als 17 mg Niacin pro höchste empfohlene Tagesdosis (in der Tabelle „erhöht“); b) mehr als 180 μg Biotin pro höchste empfohlene Tagesdosis (in der Tabelle „erhöht“); c) mehr als 2,25 mg Zink pro höchste empfohlene Tagesdosis, wenn nicht bereits der Zusatz von Zink bei fehlendem Hinweis zur Nichtanwendung bei Kindern und Jugendlichen abgewertet wurde; d) auffällig niedrige Zusätze von Calcium oder Magnesium oder Phosphor, die weniger als 15 Prozent der in der Nährwertkennzeichnungsverordnung genannten empfohlenen Tagesdosis betragen; e) ein fehlender Hinweis zur Nichtanwendung bei Kindern bis 10 Jahren beim Zusatz von Molybdän und/oder ein fehlender Hinweis zur Nichtanwendung bei Kindern bis 4 Jahren beim Zusatz von Magnesium, falls nicht bereits der fehlende Hinweis zur Nichtanwendung bei Kindern und Jugendlichen beim Zusatz von Zink abgewertet wurde.
Test Multivitaminpräparate 50+: Unter dem Testergebnis Maßgebliche Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) Kupfer; b) Mangan; c) Eisen; d) mehr als 0,4 mg Vitamin A pro höchste empfohlene Tagesdosis; e) mehr als 5 μg Vitamin D pro höchste empfohlene Tagesdosis; f) mehr als 2,25 mg Zink pro höchste empfohlene Tagesdosis. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) mehr als 17 mg Niacin pro höchste empfohlene Tagesdosis; b) mehr als 15 mg Vitamin E pro höchste empfohlene Tagesdosis.
Test Schlafmittel, pflanzlich: Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um eine Note: PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe in der Verpackung.
Testmethoden: PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe: Beilsteinprobe oder Röntgenfluoreszenzanalyse.
Test Schnupfenmittel: Unter dem Testergebnis Pharmakologische Begutachtung führen zur Abwertung um eine Note: Zusätze ohne Wirksamkeitsnachweis wie Eukalyptusöl, Minzöl und/oder Sanddornfruchtfleischöl.
Test Vitamin-B-Präparate: Unter dem Testergebnis Maßgebliche Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) mehr als 17 mg Niacin pro höchste empfohlene Tagesdosis; b) mehr als 4 mg Vitamin B1 pro höchste empfohlene Tagesdosis; c) mehr als 4,5 mg Vitamin B2 pro höchste empfohlene Tagesdosis; d) mehr als 5,4 mg Vitamin B6 pro höchste empfohlene Tagesdosis; e) mehr als 180 μg Biotin pro höchste empfohlene Tagesdosis; f) mehr als 400 μg Folsäure pro höchste empfohlene Tagesdosis.
Test Vitamin-C-Präparate: Keine Abwertung.
Test Vitamin-C-plus-Zink-Präparate: Unter dem Testergebnis Maßgebliche Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) Formulierungen auf der Verpackung oder dem Beipackzettel, die sich auf die Abwehrkräfte, das Immunsystem, Erkältungen oder auf die Gesundheitsvorsorge beziehen; b) ein fehlender Hinweis, dass das Produkt nicht von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren eingenommen werden sollte, da es Zink enthält. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) mehr als 2,25 mg Zink pro höchste empfohlene Tagesdosis, falls nicht bereits abgewertet wurde wegen des fehlenden Hinweises, dass das Produkt nicht von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren eingenommen werden sollte; b) mehr als 225 mg Vitamin C pro höchste empfohlene Tagesdosis. Unter dem Testergebnis Weitere Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um zwei Noten: Farbstoff Tartrazin. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um eine Note: PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe in der Verpackung.

Testmethoden: PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe: Beilsteinprobe oder Röntgenfluoreszenzanalyse.
Gesamturteil Nahrungsergänzungsmittel: Die Testergebnisse Maßgebliche Inhaltsstoffe, Weitere Inhaltsstoffe und Weitere Mängel werden zunächst getrennt bewertet. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Maßgebliche Inhaltsstoffe und dem Testergebnis Weitere Inhaltsstoffe. Es kann nicht besser sein als das schlechteste Einzelergebnis. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ ist oder schlechter, verschlechtert das Testergebnis Weitere Inhaltsstoffe um eine Note.
Gesamturteil Arzneimittel, Medizinprodukte: Die Testergebnisse Pharmakologische Begutachtung, Hilfsstoffe und Weitere Mängel werden zunächst getrennt bewertet. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Pharmakologische Begutachtung und dem Testergebnis Hilfsstoffe. Es kann nicht besser sein als das schlechteste Einzelergebnis. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ ist oder schlechter, verschlechtert das Testergebnis Hilfs stoffe um eine Note.
Anbieterverzeichnis: siehewww.oekotest.de
Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlages dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

Unsere Empfehlungen

• Beratung zu den Präparaten gibt es beim Discounter nicht. Bei Fragen zu Risiken und Nebenwirkungen, Verträglichkeit oder der gleichzeitigen Einnahme anderer Medikamente ist die Apotheke Einkaufsort der Wahl – auch wenn die Beratungsleistung der Apotheker immer wieder zu wünschen übrig lässt.
• Freiverkäufliche Arzneimittel richten sich häufig gegen Alltagsbeschwerden wie Husten oder Schnupfen, deren Verlauf sie günstig beeinflussen können. Andererseits fehlen bei freiverkäuflichen Präparaten zur traditionellen Anwendung häufig Studien zum Wirksamkeitsnachweis und ein Nutzen ist selbst bei schwammig formulierten Anwendungsgebieten mehr als fraglich.
• Die Unterschiede der von den einzelnen Discountern angebotenen Arzneimittel sind gering. Die Produkte schneiden praktisch gleich ab, da sie sehr ähnlich oder gleichartig zusammengesetzt sind.

Kompakt

Vitamine mal wieder ohne Nutzen
Die vorbeugende Einnahme von antioxidativ wirksamen Vitaminen hat sich in einer neuen großen Studie wieder einmal als nutzlos erwiesen. Weder gab es in der Vitamingruppe weniger Krebsfälle noch unterschied sich die Krebssterblichkeit von der der Placebogruppe, berichtet ein Autorenteam um Jennifer Lin im Fachblatt Journal of the National Cancer Institute. 7.627 Frauen mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf- Erkrankungen hatten durchschnittlich mehr als neun Jahre lang die Vitamine C, E und das Provitamin Betacarotin – allein oder in Kombination – eingenommen.

Discountapotheke
Die als Versandapotheke gestartete Easy-Apotheke hat mittlerweile 30 Filialen eröffnet (siehe ), in diesem Jahr sollen es 100 Standorte werden. Der Schwerpunkt des Geschäftes liegt auf rezeptfreien Arzneimitteln und Vitaminpillen. Das Discountprinzip soll den Kunden „Preisreduzierungen von bis zu 50 Prozent im rezeptfreien Bereich“ ermöglichen. Während traditionelle Apotheken vier Fünftel ihrer Erlöse mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln erzielen, die preisgebunden sind, will man bei Easy-Apotheke diesen Anteil auf 20 Prozent beschränken.


Foto: Ullrich Böhnke

Foto: BrandX

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