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DOKU: DIE EROBERUNG DES MONDES


TV Digital Sky Kabel Ausgabe - epaper ⋅ Ausgabe 14/2019 vom 28.06.2019

Mission in unbekannte Welten: 1969 betritt der erste Mensch den Mond. Kurz vor dem fernen Ziel kommt es fast zur Katastrophe


Artikelbild für den Artikel "DOKU: DIE EROBERUNG DES MONDES" aus der Ausgabe 14/2019 von TV Digital Sky Kabel Ausgabe. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: TV Digital Sky Kabel Ausgabe, Ausgabe 14/2019

SPUREN:Buzz Aldrin, der zweite Mann auf dem Mond, fotografiert 1969 die Fußabdrücke, die er dort hinterlässt


Die Aussicht hier ist wirklich wunderbar. Eine großartige Einöde.FUNKSPRUCH VON BUZZ ALDRIN


Neil Armstrong schreibt Geschichte: Am 21. Juli 1969 um 3.56 Uhr mitteleuropäischer Zeit setzt er als erster Mensch einen Fuß auf den Mond. 600 Millionen Zuschauer sind in diesem Moment an den Fernsehern dabei – und halten kollektiv den Atem an. Schier unvorstellbar, dass rund ...

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... 380.000 Kilometer entfernt gerade ein 38-jähriger Ameri kaner über den Erdtrabanten spaziert. Als Armstrong von der Leiter der Landefähre „Eagle” steigt und die Oberfläche des Mondes betritt, herrscht nicht nur im Kontrollzentrum in Houston Feier stimmung. Dann spricht Arm strong die legendären Worte: „Es ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit.” Er wirbelt Staub auf, der seit Milliarden von Jahren den Mond bedeckt. Es ist der Höhepunkt der aufregendsten Weltraummission der Geschichte.

Ihren Anfang nimmt sie zwölf Jahre zuvor, am 4. Oktober 1957 auf dem kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur. An diesem Tag sorgt die Sowjetunion für Panik in der westlichen Welt. Das kommunis- tische Land bringt den ersten künstlichen Satelliten überhaupt in den Weltraum. Sein Name: „Sputnik 1”. Im Westen ist bald darauf vom „Sputnikschock” die Rede. Es ist die Zeit des Kalten Krieges, die Weltmächte USA und Sowjetunion rüsten auf, beide Seiten wollen das All erobern.

TV TIPP

Apollo: Missionen zum MondDOKU Von Emmy-Sieger Tom Jennings SO 7.7. 21.00 NATIONAL GEOGRAPHIC

FORSCHUNG:Charles Moss Duke („Apollo 16) entnimmt 1972 Gesteinsproben am Plum-Krater. Im Hintergrund ist das Mondauto zu sehen


START:Am 16. Juli 1969 hob die „Apollo 11- Mission in Cape Canaveral ab


ANKUNFT:Buzz Aldrin verlässt die Landefähre und betritt als zweiter Mensch den Mond


EROBERER:„Apollo 11-Astronaut Buzz Aldrin neben der amerikanischen Nationalflagge


AUFBRUCHSSTIMMUNG UND TÖDLICHE FEHLER

Am 29. Juli 1958 wird in den USA eine Behörde für alle nicht militärischen Weltraumaktivitäten gegründet: die National Aeronautics and Space Administration, kurz NASA. Derweil behält die Sowjetunion die Nase vorn: Am 12. April 1961 schicken die Sowjets den ersten Menschen in den Weltraum. Kosmonaut Juri Gagarin umrundet mit „Wostok 1” einmal die Erde. Präsident John F. Kennedy rüttelt das Land auf, hält am 25. Mai 1961 vor dem US-Kongress eine leidenschaftliche Rede: „Ich glaube, dass dieses Land sich dem Ziel widmen sollte, noch vor Ende dieses Jahrzehnts einen Menschen auf dem Mond landen zu lassen und ihn wieder sicher zur Erde zurückzubringen.” Kennedys Ansprache gilt als Startschuss zum „Apollo”- Programm, das bis 1972 lief. 23,9 Milliarden Dollar (nach heutigen Maßstäben 120 Milliarden Dollar) stellte die Regierung dafür bereit, bis zu 400.000 Menschen arbeiteten an der Verwirklichung des großen Ziels. Doch am 27. Januar 1967 gibt es einen herben Rückschlag. Bei einem Test für die erste bemannte Mission bricht bei einer simulierten Startvorbereitung Feuer in der Kapsel aus. Die drei Astronauten Gus Grissom, Roger Chaffee und Edward White kommen ums Leben. Anschließend aber verläuft das „Apollo”-Projekt fast reibungslos. Bei jeder weiteren Mission werden bestimmte Be reiche erprobt – vom Raketenantrieb bis zur Kommunikationstechnologie. Und dann endlich kann die Planung für die Mission starten, die alles überragen soll: „Apollo 11”. Am Morgen des 16. Juli 1969 steht für die Astronauten Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins am Kennedy Space Center in Florida die „Saturn V”-Rakete samt Raumschiff und Mondlandefähre „Eagle” (dt. Adler) bereit. Um 9.32 Uhr Ortszeit hebt die „Saturn V” ab. Nach zwölf Minuten erreicht sie die Erdumlaufbahn, nach eineinhalb Erdumrundungen bringt sie das Raumschiff auf Mondkurs. Dann trennt sich das Kommandomodul von der Raketenstufe und koppelt sich an die Landefähre an. Diese Einheit schwenkt nach 76 Stunden Flug in den Mondorbit ein. Armstrong und Aldrin klettern in die enge „Eagle”. Collins bleibt im Mutterschiff zurück und fliegt Warteschleifen.

DAS LANDEMANÖVER WIRD ZUM DRAMA

Armstrong und Aldrin nähern sich mit der „Eagle” dem Mond, doch der Landeanflug verläuft unerwartet chaotisch. Etwa 1,5 Kilometer über der Mondoberfläche sendet das Navigationsgerät Alarmmeldungen, weil der Bordcomputer überlastet ist. Und durch einen unbemerkten Fehler beim Abkoppeln von der Kommandokapsel verschieben sich ihre Zielkoordinaten um 4,5 Kilometer nach Westen. Aldrin und Armstrong hätten das erkennen können, sind aber durch die Fehlermeldungen des Computers abgelenkt. Deshalb nehmen sie Kurs auf einen Krater, der mit Felsen übersät ist. Armstrong behält die Nerven, schaltet den Autopiloten aus, übernimmt die Handsteuerung und landet die „Eagle” 60 Meter weiter westlich. Eine Punktlandung – der Treibstoff hätte nur noch für 25 Sekunden gereicht. Weil zunächst keine Meldung von den Astronauten kommt, ist im Kontrollzentrum in Houston die Anspannung groß. Nach einer endlos scheinenden Zeit meldet sich Armstrong: „Houston, hier ist Tranquility Base. Der Adler ist gelandet.” Der Jubel auf der Erde ist grenzenlos. Dann ist Geduld gefragt, denn Armstrong kann die Landefähre nicht sofort verlassen. Der Rückflug muss vorbereitet, die Raumanzüge müssen angelegt werden. Erst sechseinhalb Stunden nach der Landung steigt Armstrong die Leiter der „Eagle” hinab und spricht die berühmten Worte. Danach beschreibt er dem Kontrollzentrum seine Eindrücke: „Die Oberfläche ist fein und pulverig. Ich kann sie leicht mit meiner Fußspitze aufwirbeln.” 20 Minuten später betritt Aldrin den Mond. „Die Aussicht hier ist wirklich wunderbar”, sagt er. „Eine großartige Einöde.” Zwei Stunden und 31 Minuten verbringen die Männer auf dem Mond. Sie hissen die US-Flagge und führen Experimente durch. Unter anderem sammeln sie 21,55 Kilo gramm Gesteinsund Bodenproben ein. Vor dem Rückflug ruhen sie sich in der „Eagle” aus. Nach 21 Stunden und 36 Minuten auf dem Mond hebt die Fähre wieder ab und dockt bald an der Kommandokapsel von Collins an. Am 24. Juli dann wassert die „ Apollo”-Kapsel im Pazifik, per Heli kopter werden die Astronauten zum Bergungsschiff „USS Hornet” gebracht. Danach müssen sie 17 Tage in einer Quarantäne station bleiben. Erst am 13. August 1969 steigt eine Party: Arm strong, Aldrin und Collins werden im offenen Wagen durch New York gefahren. Vier Millionen Menschen jubeln den Helden zu, die den Mond erobert haben.
SVEN SAKOWITZ

DIE CREW DER „APOLLO 11”:Neil Armstrong, Michael Collins, Buzz Aldrin (v.l.)


ERKUNDUNG:Der Geologe Harrison Schmitt („Apollo 17) bei Untersuchungen am Hang des Nordmassivs 1972


Die Wahrscheinlichkeit einer Landung bei diesem ersten Versuch lag bei 50 Prozent.NEIL ARMSTRONG


WEITERE TV-HIGHLIGHTS

„Countdown to ApolloAchtteilige Doku über das „Apollo-Programm, die in jeder Episode einen Schwerpunkt setzt. Mit dem faszinierendsten Video- und Audiomaterial geht es los. Später dann rücken die wichtigsten Missionen, die Astronauten und weitere Themen in den Mittelpunkt. (Ab 9.7., 20.15 Uhr, History, in Doppelfolgen)

„Die größten Missionen der NASAIn sechs Folgen bietet diese Doku einen Einblick in die Geschichte der amerikanischen Raumfahrt: vom Mercury-Programm in den 50er-Jahren über die Mondlandung bis zum Weltraumteleskop Hubble. (Ab 14.7., 22.35 Uhr, Discovery Channel)

„Die Eroberung des MondesDokumentarfilmer Robert Stone (1988 oscarnominiert) schildert in drei packenden Episoden den Wettlauf zum Mond. (Ab 16. Juli, 20.15 Uhr, Arte)

„Mission MondlandungMit Interviews, Originalaufnahmen und Animationen würdigt der Zweiteiler die unbekannten Helden des „Apollo-Programms, allen voran die Wissenschaftler in den Labors und Kontrollzentren. (18.und 25.7., 22.15 Uhr, Dmax)

Neu im Kino: „Apollo 11siehe Kinokritik Seite 28


„Aufbruch zum Mond” mit Ryan Gosling als Neil Armstrong.Ab 15.7. Sky on Demand


FOTOS S. 22–23: NASA (2); S. 24–25: NASA (5)