Weiterlesen mit NEWS. Jetzt testen.
Lesezeit ca. 3 Min.

DOKU: DIE GEHEIMNISSE DER: Verbotenen DIE GEHEIMNISSE DER STADT


TV Digital XXL-Ausgabe - epaper ⋅ Ausgabe 15/2018 vom 13.07.2018

Der größte Palastkomplex der Welt war fast 500 Jahre lang das politische und religiöse Zentrum Chinas. Seine beeindruckenden Gebäude setzen bis heute Maßstäbe


Artikelbild für den Artikel "DOKU: DIE GEHEIMNISSE DER: Verbotenen DIE GEHEIMNISSE DER STADT" aus der Ausgabe 15/2018 von TV Digital XXL-Ausgabe. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: TV Digital XXL-Ausgabe, Ausgabe 15/2018

Tor in eine andere Welt: Blick auf die Halle der Höchsten Harmonie, einmal ohne Touristen


Symmetrie als oberstes Prinzip: Das Panoramabild der Verbotenen Stadt in Peking entstand aus 290 Meter Höhe


SA 28.7.
Die Jesuiten und die …
ARTE 20.15 UHR
DOKU … chinesische Astronomie“. Teil eins: die Verbotene Stadt

Sind es 8886 Räume – oder doch „nur“ 8707? Und gab es in Pekings Verbotener Stadt ursprünglich wirklich mal 9999,5 Zimmer? Die Quellen sind ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 1,99€
NEWS 30 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von TV Digital XXL-Ausgabe. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1000 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 15/2018 von PREVIEW: DIE NEUEN PLÄNE FÜR „GAME OF THRONES“: Droht jetzt das große STERBEN?. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
PREVIEW: DIE NEUEN PLÄNE FÜR „GAME OF THRONES“: Droht jetzt das große STERBEN?
Titelbild der Ausgabe 15/2018 von PORTRÄT: Diese Frau hat alles im Blick. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
PORTRÄT: Diese Frau hat alles im Blick
Titelbild der Ausgabe 15/2018 von SPORT: „Es riecht nach einem Titel für Vettel“. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
SPORT: „Es riecht nach einem Titel für Vettel“
Titelbild der Ausgabe 15/2018 von ENTERTAINMENT: Nichts wie raus!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
ENTERTAINMENT: Nichts wie raus!
Titelbild der Ausgabe 15/2018 von INTERVIEW: Der Verwandlungs-KÜNSTLER. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
INTERVIEW: Der Verwandlungs-KÜNSTLER
Titelbild der Ausgabe 15/2018 von TOPFILM: So cool ist der neue Blade Runner. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TOPFILM: So cool ist der neue Blade Runner
Vorheriger Artikel
INTERVIEW: Der Verwandlungs-KÜNSTLER
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel TOPFILM: So cool ist der neue Blade Runner
aus dieser Ausgabe

Sind es 8886 Räume – oder doch „nur“ 8707? Und gab es in Pekings Verbotener Stadt ursprünglich wirklich mal 9999,5 Zimmer? Die Quellen sind sich uneins, das Nachzählen ist kompliziert: Die traditionelle Zählmethode definiert einen Raum als die Fläche zwischen vier Säulen, Wände und Decken sind irrelevant. So oder so: Die Verbotene Stadt ist der größte Palastkomplex der Welt. Von 1420 bis 1911 war sie das politische und religiöse Zentrum Chinas, zugleich einer der geheimsten Orte der Welt. 14 Kaiser der Ming- und zehn der Qing-Dynastie herrschten hier und widerstanden allen Beeinflussungsversuchen, wie durch die Jesuiten im 17. Jahrhundert (s. Sendehinweis).
Errichtet wurde die Verbotene Stadt in nur 14 Jahren auf Geheiß von Yongle, dem dritten Kaiser der Ming-Dynastie, die drei Jahrzehnte zuvor die Mongolen vertrieben hatte. Um an die Macht zu gelangen, hatte er seinen Neffen gewaltsam vom Thron gestürzt. Wer sich seinen Befehlen widersetzte, wurde kurzerhand exekutiert – zugleich förderte Yongle die Bildung, er ließ etwa eine 11 000-bändige Enzyklopädie erstellen, die alle Bücher im Kaiserreich vollständig enthielt. 1402 beschloss er, Chinas Hauptstadt von Jinling (dem heutigen Nanjing) ins militärisch und strategisch vorteilhaftere Peking zu verlegen. Als Ausdruck seiner Macht ließ er ab 1406 die Verbotene Stadt erbauen. Ihr Grundriss folgt einem strengen geometrischen Prinzip: Hinter jeder rechteckigen Form verbirgt sich eine weitere. Mittelpunkt der zentralen Nord-Süd-Achse ist der Kaiserthron.

Die ursprünglich angestrebte Zahl von 9999,5 Räumen erklärt sich so: Der Himmelspalast der chinesischen Mythologie hatte 10 000 Räume, der Kaiser als Sohn des Himmels und Bindeglied zwischen Kosmos und Erde beschied sich mit einem halben Zimmer weniger. Zudem hat die Neun besondere Symbolik: Als höchste Einzelziffer stand sie für Kaiser, kaiserliche Ordnung, Männlichund Langlebigkeit. Neunmal neun übergroße goldene Nagelköpfe zieren die Palasttore. Nur der Kaiser, seine Familie, seine Konkubinen, sein Hofstaat und Staatsgäste hatten Zugang zu dem Areal. Ansonsten galt: Wer sich dem Schutzgraben auch nur näherte, konnte verhaftet oder erschossen werden. Diese Entrücktheit, das Verbergen hinter zehn Meter hohen Mauern, verstärkte Macht und Mythos des Kaisers noch. Als höchster irdischer Herrscher war er für gewöhnliche Sterbliche schlicht unantastbar. Kaum ein Zeitgenosse dürfte es je gewagt haben, diese „göttliche Ordnung“ infrage zu stellen.
Einsam waren die Kaiser dennoch nicht: Einige Regenten hatten nur eine Handvoll Ehefrauen, Hofdamen und Konkubinen, die meisten aber einige Hundert. Bei Kaiser Xuanzong (regierte 1821–50) sollen es 40 000 gewesen sein. Auch die Anzahl der Palastbediensteten, ausschließlich Eunuchen, variierte und lag bei bis zu 70 000. Am Hof des letzten Kaisers, Puyi, waren es noch 1500 Entmannte. Etwa eine Million Arbeiter wurden für den Bau zwangsrekrutiert, hinzu kamen 100 000 Kunsthandwerker. Das Baumaterial kam aus dem ganzen Reich: Marmor, Tigerauge, Granit, Backsteine und Bodenziegel wurden vorzugsweise im Winternach Peking geschafft. Brunnen wurden gebohrt, Wege geflutet und Eisbahnen darauf angelegt. Viele Tausend Männer transportierten das Material auf Schlitten so über Hunderte von Kilometern – weit effektiver als dies im Sommer auf Rollhölzern möglich gewesen wäre. Das Meisterstück: die zwischen 200 und 270 Tonnen schwere Steinplatte vor der Halle der Höchsten Harmonie, die ebenfalls über vereiste Wege geschoben wurde.

Rund 100 000 Baumstämme wurden aus bis zu 1800 Kilometer Entfernung aus Chinas Westen herangeschafft, allein dort wuchsen die Nanmu-Bäume mit ihren kerzengeraden, glatten Stämmen, die für die Gebäudepfeiler verwendet wurden. Nur 800 bis 1000 Jahre alte Nanmus kamen für den Bau infrage. Die Verbotene Stadt ist die weltgrößte Anlage in reiner Holzbauweise.

Erst 1924 musste Puyi, der letzte Kaiser, ausziehen. Die Reste des Hofstaats wurden aufgelöst und die Verbotene Stadt geöffnet. Nach aufwendigen Restaurierungen ist sie heute zu drei Vierteln öffentlich zugänglich: ein einzigartiges Palastmuseum mit etwa 1,5 Millionen Kunstwerken und Jahr für Jahr 16 Millionen Besuchern.


FOTOS: ZHAO JIAN KANG/SHUTTERSTOCK (GR.), AIRPANO; INFOGRAFIK: BRUCE MORSER/ NATIONAL GEOGRAPHIC CREATIVE