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Doom Eternal


Play5 - epaper ⋅ Ausgabe 3/2020 vom 05.02.2020

Hölle auf Erden: Wir haben die heiß erwartete Shooter-Fortsetzung drei Stunden lang gespielt! Mit im Gepäck: viele frische Eindrücke, Bilder und neue Infos.


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Bildquelle: Play5, Ausgabe 3/2020

Hinweis: Nur dieses Bild stammt von id Software. Alle anderen Screenshots in diesem Artikel haben wir mit einer fast fertigen PC-Version selbst erstellt!


EGO-SHOOTER „Reiße und zerfetze, bis es vollbracht ist!“ Es sind treffende Worte, mit denen uns das Intro von Doom Eternal begrüßt - und wir konnten es gar nicht mehr erwarten, endlich loszulegen! Schließlich hat id Software schon mit seinem Doom-Reboot von 2016 ein brachiales Comeback hingelegt. ...

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... Grandioses Gunplay, starkes Gegnerdesign und eimerweise Blut - die meisten Fans waren glücklich und verlangten nach mehr. Trotzdem ließ man sich für den Nachfolger Zeit, ganze vier Jahre hat id Software an der Fortsetzung gewerkelt. Ob sich die Mühe gelohnt hat? Davon konnten wir uns nun selbst überzeugen: Auf einem Presse-Event durften wir Doom Eternal drei Stunden lang anspielen.

Noch mehr Story, noch mehr Lore

Natürlich will der Nachfolger das Rad nicht neu erfinden, doch das heißt nicht, dass sich die Entwickler auf alten Erfolgen ausruhen. Das fängt schon bei der Story an, denn die scheint diesmal deutlich umfangreicher und ambitionierter auszufallen. Die Einzelspielerkampagne soll laut id Software doppelt so lang werden wie im Vorgänger, mehr als 20 Stunden sind geplant. Der Plot setzt eine ganze Weile nach dem letzten Doom ein und lässt den Mars als Schauplatz hinter sich. Das Gemetzel geht diesmal auf der Erde weiter, wo eine Dämoneninvasion bereits mehr als die Hälfte der Bevölkerung ausgerottet hat. Ihr schlüpft erneut in die Haut der stummen Hauptfigur, im Spiel schlicht der „Slayer“ genannt. Diesmal erfahrt ihr aber viel mehr Hintergründe zum Helden und dem mysteriösen Wächterorden, der schon im ersten Teil angedeutet wurde und der diesmal eine weitaus größere Rolle spielt. Zum Beispiel bereist ihr brandneue Schauplätze wie die schicke Wächterstadt Exultia, in der ihr jede Menge neue Lore-Schnipsel zum Doom-Universum aufschnappt. Vieles davon erfahrt ihr in sammelbaren Textnotizen, aber es gibt auch längere Ingame-Cutscenes mit allem Drum und Dran. Schade allerdings: Das offene Ende des Vorgängers wird in den ersten drei Levels noch nicht so richtig erklärt. Es ist aber gut möglich, dass es noch im späteren Spielverlauf aufgegriffen wird.

Schon das letzte Doom von 2016 bot unerwartet viel Handlung und Lore. Der Nachfolger legt in dieser Hinsicht noch ein paar Schippen drauf.


Die Kettensäge kommt deutlich öfter zum Einsatz als im Vorgängerspiel. Wenn ihr mit ihr einen Gegner erledigt, wirft er eine Riesenladung Munition ab.


Den neuen Schulter-Flammenwerfer aktiviert man flott per Knopfdruck. Sein kurzer Flammenstoß setzt Feinde in Brand, wodurch sie wichtige Rüstungspunkte droppen.


Zwischen Missionen kehrt ihr auf euer Raumschiff namens Fortress of Doom zurück. Dort könnt ihr Räume und Upgrades freischalten und in alte Levels zurückreisen.


Die brutalen Glory Kills sehen gewohnt fanastisch aus, sparen euch kostbare Munition und werfen obendrein zuverlässig eine Ladung Lebenspunkte ab.


In Doom Eternal wimmelt es nur so vor Upgade-Systemen. Wie im letzten Teil dürft ihr für jede Waffe zwei Schussmodi freischalten und danach weiter verbessern.


Turnen für Fortgeschrittene

Eine der auffälligsten Neuerungen von Doom Eternal: Eure Bewegungsmöglichkeiten wurden stark erweitert! Neben dem bekannten Doppelsprung, der gleich von Anfang an verfügbar ist, könnt ihr nun auch an Stangen entlangschwingen, um so weiter entfernte Ebenen zu erreichen. Zusätzlich erhaltet ihr schon früh einen zweifachen Dash, mit dem ihr nicht nur blitzschnell Angriffen ausweichen, sondern auch mitten im Sprung nach vorne preschen und so weitere Distanzen überbrücken könnt. Dadurch seid ihr viel mobiler unterwegs als im ersten Teil! Außerdem hat der Slayer gelernt, sich an manchen Oberflächen festzukrallen und daran entlangzuklettern, was den Leveldesignern mehr Freiheiten gibt, um das Erkunden interessanter zu gestalten und natürlich jede Menge Secrets zu verstecken. Kein Wunder also, dass es schon in den ersten Stunden wesentlich mehr Turneinlagen gibt als im Vorgänger. Die spielen sich zwar wunderbar präzise und haben uns dank fairer Checkpoints auch nie frustriert, allerdings bleibt abzuwarten, ob id Software damit wirklich den Nerv der Doom-Fangemeinde treffen wird.

Sägen, ballern und zerfetzen

Was aber natürlich nicht heißen soll, die Action würde zu kurz kommen, ganz im Gegenteil! Die Ballereien sind diesmal noch schneller, noch heftiger, noch brutaler als im Vorgänger - und das will schon was heißen. Mehr als doppelt so viele Gegnertypen bringen frischen Wind in die Gefechte, aber auch viele der alten Ekelpakete wurden überarbeitet und sorgen nun für mehr Herausforderung und Taktik. Ja, richtig gelesen. Taktik! Denn die fantastisch animierten Gegner sind diesmal noch flotter und aggressiver unterwegs, man muss ständig in Bewegung bleiben, blitzschnell reagieren und dabei das richtige Werkzeug zum Einsatz bringen. Viele Gegner haben diesmal auch Schwachstellen: Einem flinken Arachnotron können wir beispielsweise das Geschütz vom Rücken pusten, das zwingt das Spinnenvieh in den Nahkampf und nimmt ihm seinen Schrecken. Dämonen-Soldaten rücken wir dagegen am besten mit der Plasmakanone zu Leibe, um ihre Energieschilde zu zerfetzen. Und einem fliegenden Cacodemon feuern wir gezielt eine Granate ins Maul, dadurch ist das Vieh sofort reif für einen Todesstoß. Im Eifer des Gefechts allerdings leichter gesagt als getan!

Die Granate lässt sich nun auch taktischer gegen manche Gegner einsetzen und lädt sich zügig wieder von alleine auf.


Eines der sechs verschlossenen Slayer-Tore, die im Spiel versteckt sind. Dahinter warten besonders heftige Arenen, in denen ihr all euer Können einsetzen müsst.


Heftig: Gegner werden im Kampf nun sichtbar verletzt, unsere Waffen feuern ihnen Haut und Fleischbrocken von den Knochen. Die neue id Tech 7 macht’s möglich.


Nur mit sechs erbeuteten Himmelsschlüsseln können wir auf unserer Fortress of Doom eine besondere Waffe freischalten: die mächtige Unmaykr.


Blutrausch mit Köpfchen

Laut id Software sollen sich die Kämpfe noch stärker als früher wie eine Art Puzzle anfühlen. Das liegt diesmal auch an den spärlich verteilten Power-ups: Rüstung, Lebenskraft und Munition liegen nun etwas seltener in den Levels rum, wir müssen uns das Zeug daher von den Gegnern beschaffen. Hier kommen auch wieder die bekannten Glory Kills zum Einsatz: Fast besiegte Gegner leuchten wie im Vorgängerspiel auf, dann dürfen wir sie in einer wundervoll derben Animation zur Strecke bringen, wodurch sie zuverlässig Lebenspunkte droppen. Die brauchen wir diesmal dringender als im letzten Doom, denn schon auf dem normalen Schwierigkeitsgrad fällt unsere Anspiel-Version deutlich knackiger aus! Ebenso wichtig sind auch unsere Rüstungspunkte: Um die aufzufüllen, müssen wir nun den neuen Flammenspeier zum Einsatz bringen, ein auf der Schulter montierter Mini-Flammenwerfer, der Gegner mit einem kurzen Feuerstoß in Brand setzt. Erst dadurch werfen sie nun die seltenen Rüstungsteile ab, was den Flammenspeier zu einem der wichtigsten Neuzugänge im ganzen Spiel machen dürfte.

Mit dem Sekundärfeuer der Plasmakanone feuern wir einen durchgängigen Strahl ab, der auch dicke Ziele wie diesen Arachnotron effektreich zum Platzen bringt.


Aber auch Munition war in unserer Spielzeit häufig knapp bemessen. Umso besser, dass die bewährte Kettensäge wieder mit an Bord ist! Die aktivieren wir nun direkt mit einem Tastendruck, dadurch werden kleinere Gegner auf einen Schlag … besiegt. Und dabei droppen sie einen ganzen Berg an Munition. Prima: Weil sich ein Tank der Kettensäge nun mit der Zeit von alleine wieder auffüllt, können wir die brutale Nahkampfwaffe deutlich häufiger verwenden als im letzten Doom.

Trotz vertrauter Mechaniken dürften auch Kenner des Vorgängerspiels ein paar Minuten brauchen, bis sie sich an den neuen „Flow“ von Doom Eternal gewöhnt haben. Wer aber seine Ressourcen im Blick behält und die Schwachstellen der Feinde sinnvoll ausnutzt, erlebt ihn wieder: Diesen grandiosen Kampfrausch, den wir schon aus dem Vorgänger kennen, der uns in einem Affenzahn durch die Gegnerhorden mähen lässt und der uns wirklich das Gefühl gibt, ein dämonenjagender Superheld zu sein. Was für ein Spaß! Und wer dabei doch mal ins Gras beißt, wird in Doom Eternal nicht gleich an einen früheren Checkpoint verfrachtet. Diesmal dürft ihr in den Levels nämlich hin und wieder auch altmodische Extraleben einsammeln, dadurch werdet ihr nach einem tödlichen Treffer wiederbelebt und dürft einfach weiterkämpfen.

Upgrades im Überfluss

Alle Waffen verfügen wieder über zwei sekundäre Feuermodi. Die Plasmawumme verschießt dann entweder einen durchgängigen Strahl oder haut leichte Gegner mit Druckwellen aus den Latschen. Und das schwe- re Maschinengewehr mutiert entweder zum Mini-Raketenwerfer oder zur eleganten Präzisionswaffe. Zunächst müssen wir die Feuermodi aber mit gefundenen Waffenmods freischalten und anschließend mit Waffenpunkten verbessern. Neue Punkte bekommt man in erster Linie über geschaffte Kampfbegegnungen, also kleine, heftige Scharmützel in Doom-typischen Arenen, wie man sie schon aus dem Vorgängerspiel kennt. Manche dieser Kämpfe sind allerdings gut versteckt! Nur wer aufmerksam sucht, kann bis zu zehn Waffenpunkte pro Level verdienen und damit sein Arsenal aufmotzen.

Viele Gegner haben nun Schwachstellen. Dem Mancubus können wir die Armkanonen abschießen, das macht den Fleischberg deutlich ungefährlicher.


Mit gesammelten Wächterkristallen verbessert ihr die Grundwerte Gesundheit, Rüstung und Munition. Nebenbei schaltet ihr sechs passive Boni frei.


Mindestens so wichtig sind auch die sammelbaren Wächterkristalle: Mit denen hebt ihr Gesundheit, Rüstung und Munitionsvorrat in vier Stufen an, außerdem schalten sie nebenbei noch sechs nützliche Boni frei. Doch das ist noch nicht alles, denn von Upgrades kann id Software scheinbar gar nicht genug be- kommen: Zusätzlich findet ihr auch Runen, die ihr für Bonuseffekte in drei Slots einsetzen dürft. Und es gibt Prätorenpunkte, mit denen ihr weitere passive Vorteile freischalten könnt!

Viel zu entdecken

All das ist gemeinsam mit anderen sammelbaren Secrets gut in den Levels versteckt - es lohnt sich also, zwischen den Kämpfen wieder die Augen offen zu halten. Zum Levelende erhaltet ihr eine Übersicht über eure Fundstücke, allerdings müsst ihr euch diesmal keine Sorgen machen, wenn ihr mal etwas verpasst habt: Vor dem Ausgang wird jetzt ein Schnellreisesystem aktiviert, mit dem ihr in frühere Abschnitte springen könnt, außerdem dürft ihr zwischen Missionen auch in alte Levels zurückkehren, um verpasste Secrets oder optionale Herausforderungen nachzuholen. Dazu zählen auch die sechs Slayer Tore: Die sind zunächst verschlossen und ihr müsst erst mal den passenden Schlüssel in der Umgebung finden. Habt ihr das Tor geöffnet, wartet dahinter eine besonders heftige Arena, in der ihr zig Monsterwellen ausknipsen müsst.

Als Belohnungen winken nicht nur drei Waffenpunkte, sondern auch sogenannte Himmelsschlüssel, die ihr auf die Fortress of Doom bringen müsst. So heißt euer neues Raumschiff, eine Art fliegende Festung, in die ihr zwischen den Levels immer wieder zurückkehrt. In den Tiefen der Station findet ihr verschiedene Räume, etwa eine Übungsarena oder eine Waffenkammer. Dort müsst ihr alle sechs Himmelsschlüssel abliefern, um eine besondere Waffe - die sogenannte Unmaykr - freizuschalten. Außerdem könnt ihr noch weitere Räume aktivieren, wenn ihr zuvor seltene Wächterbatterien in den Levels gefunden habt. In unserer Spielzeit erhielten wir dadurch bereits ein neues Upgrade, eine nützliche Eisgranate, die Gegner einfriert.

Doom Eternal erscheint in drei Fassungen. Die 230 Euro teure Collector’s Edition enthält einen tragbaren Doom-Slayer-Helm und einen Year-One-Pass für zwei DLCs.


Brutal schick

Unsere PC-Version lief beim Anspielen butterweich und sah grandios aus: Von den tollen Levelpanoramen über das starke Monsterdesign bis hin zu den mordsbrutalen Verletzungseffekten der Gegner (ein neues Gimmick der id Tech 7 Grafikengine) zeigt sich Doom Eternal technisch in Topform. Dass auch der ohrenbetäubende Soundtrack wieder von Mick Gordon stammt, versteht sich von selbst. Schließlich haben die Fans seit dem letzten Teil gewaltige Erwartungen an das neue Doom - und die will id Software nicht einfach nur erfüllen, sondern übertreffen. Könnte klappen!

„Alle Zeichen stehen auf Hit: id Software packt überall eine Schippe drauf!“ Felix Schütz Redakteur


Auch wenn ich den Doom-Reboot von 2016 schon ziemlich großartig fand, nutzte er sich in den letzten Stunden doch ein wenig ab. Hier will Doom Eternal besser dastehen und die ersten drei Levels zeigen, dass id Software wirklich in die Vollen geht: Jede Menge Story und Lore-Einträge, abwechslungsreiche Schauplätze, massenhaft Upgrades, tolles Design - und natürlich wieder fantastisch-brachiale Kämpfe, die noch fordernder, härter und schneller ausfallen als im Vorgänger. Die neuen Gegnertypen samt Schwachstellen und die ungewohnte Ressourcenknappheit verleihen dem Gemetzel sogar einen Hauch von Taktik, klasse! Ich habe zwar meine Zweifel, dass die häufigen Turneinlagen (klettern, schwingen usw. …) bei allen Fans gut ankommen werden, mich persönlich haben sie aber überhaupt nicht gestört. Darum bleibe ich dabei: Wenn dem Spiel nicht auf halber Strecke die Puste ausgeht, steht uns ein echtes Ballerfest ins Haus!

Darauf basiert unsere Meinung:

Wir spielten die ersten drei Levels einer fast fertigen deutschen PC-Version und erkundeten dabei auch Teile der Fortress of Doom.