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DOPPELT HÄLT BESSER


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connect - epaper ⋅ Ausgabe 1/2023 vom 02.12.2022

XIAOMI 12T (PRO)

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Bildquelle: connect, Ausgabe 1/2023

Mit der T-Serie bringt Xiaomi traditionell in der zweiten Jahreshälfte abgespeckte Versionen seiner Flaggschiffe heraus. In den letzten Jahren sind diese Modelle jedoch sukzessive teurer geworden und haben sich damit auch von ihrer früheren Rolle als Preisbrecher entfernt. Das Mi 9T Pro wurde 2019 für 450 Euro (UVP) verkauft, drei Generationen später stehen wir mit dem 12T Pro bei 800 Euro. Auch das 12T ist mit 600 Euro vieles, aber keine Preisrakete. Sind es deswegen überteuerte Smartphones? Oder hat Xiaomi einfach den Produktschwerpunkt stärker in Richtung Premium verändert?

Für das Design lässt sich diese Frage mit einem simplen „Ja“ beantworten, denn die schlicht-schnörkellose Optik passt sehr gut in die Oberklasse. Die Rückseite aus mattiertem Glas mit einer leicht samtigen Oberfläche fühlt sich edel an. Das Glas ist zu den Rändern hin gerundet, was die Ergonomie verbessert. ...

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... Diese Smartphones liegen gut in der Hand, jedoch sollte die Hand relativ groß sein, denn beide Phones sind sehr breit und über 200 Gramm schwer. Sie sind in drei Farben erhältlich und sehen identisch aus, sodass man sie auch auf den zweiten Blick nicht auseinanderhalten kann. Das Edeldesign kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Xiaomi doch noch den Rotstift angesetzt hat: Der Rahmen in glänzender Chromoptik besteht nur aus Kunststoff, und es fehlt eine IP-Zertifizierung, diese Phones sind also nicht wasserfest. Die recht deutlich herausstehende Kameraeinheit wollen wir ebenfalls nicht unerwähnt lassen – beim 12T steht sie 2 Millimeter hervor, beim Pro sind es sogar 3,5 Millimeter.

Die Displays sind ein Highlight

Bei den Displays liefert Xiaomi richtig gut ab. Es sind flache Panels ohne Krümmung an den Rändern, die sich sehr leuchtstark auf 6,7 Zoll ausbreiten und einen intensiven Eindruck hinterlassen. Die Auflösung ist mit 2712 x 1220 Pixeln ebenfalls überdurchschnittlich. Abgerundet wird die gute Vorstellung von einer variablen Bildwiederholrate von 120 Hertz und einer kleinen Aussparung für die Selfie-Kamera, die kaum stört.

Das 12T wird von MediaTeks Dimensity 8100 Ultra angetrieben, das 12T Pro setzt auf Qualcomms Snapdragon 8+ Gen 1. Der Prozessor liegt in Benchmarks zwar vorne, aber die Unterschiede sind nicht groß. Letztendlich gilt: Mit den beiden Top-Modellen der weltweit führenden Chip-Produzenten für Smartphones kann nicht viel schiefgehen. Auch grafisch anspruchsvolle Games und intensives Multitasking bringen den 8100er nicht an die Grenze. In beiden Smartphones setzt Xiaomi auf einen Arbeitsspeicher von 8 GB und einen schnellen UFS-3.1-Festspeicher. Während das Pro ausschließlich mit 256 GB erhältlich ist, gibt es das 12T mit 128 und 256 GB – im vorliegenden Test stand uns das 256-GB-Modell zur Verfügung. Eine Speichererweite-rung ist nicht möglich. Zwei physische Steckplätze für Nano-SIM ermöglichen den Dual-SIM-Betrieb, das 12T Pro bietet zusätzlich die Option eSIM und lässt damit die maximale Wahlfreiheit. Der neue WLAN-Standard 6E wird leider nicht unterstützt, Wi-Fi 6 muss hier reichen. Im Nahbereich fällt der Infrarotsender auf, der es zum Beispiel ermöglicht, ein TV-Gerät zu steuern. NFC und Bluetooth 5.2 sind selbstverständlich ebenfalls an Bord. HiRes-Audio kann über LDAC oder aptX HD abgespielt werden. Der Klang aus den Stereolautsprechern ist überraschend druckvoll, auch im Bassbereich.

Xiaomi 12T Pro im Kameratest

200 Megapixel sind derzeit die höchste Auflösung, die es im Smartphonebereich gibt. Diese Pixeldichte führt zu Bilddateien um die 50 MB, die etwa zehnmal so viel Speicherplatz belegen wie 12-MP-Fotos. Bei viel Licht gibt es dafür gute Gründe. Die 200-MP-Bilder (1) fangen die Motive mit größerer Detailtreue ein als Aufnahmen mit 12 Megapixeln (2), die an sich aber auch sehr gut sind. Leider sind die 200-MP-Fotos aber zu aggressiv abgestimmt. Bei wenig Licht lohnt es sich nicht mehr, mit der hohen Auflösung zu fotografieren. Beim Zweifachzoom (3) treibt Xiaomi die „Optimierungen“ zu weit: Die Bilder zeigen störende Artefakte und wirken zu künstlich. Das Superweitwinkelmodul ist bei viel Licht brauchbar (4). Bei wenig Licht überzeugt es weniger, ebenso wie das Zweifachzoom.

Das Xiaomi 12T Pro ist nach dem Motorola Edge 30 Ultra das zweite Smartphone mit einer 200-Megapixel-Hauptkamera.

Die Weitwinkelkamera

Xiaomi nutzt das Potenzial des 200-MP-Sensors viel effektiver als Motorola. In Summe ist die Hauptkamera bei maximaler Auflösung ein Tick besser als das 12-MP-Modul, in beiden Fällen ist sie „sehr gut“. Bei viel Licht erreichen die 200-MP-Fotos die Stufe „überragend“: Sie zeigen mehr Details, fallen aber zugleich durch ihre zu aggressive Abstimmung auf, die plakativ wirkt. Bei wenig Licht lohnt sich das Pixel-Binnig: 12-MP-Bilder verlieren wenig an Qualität und geben die feineren Strukturen besser wieder. In der Dunkelheit sind sie die etwas bessere, wenn auch nur eine „befriedigende“ Option.

Das Zweifachzoom

Als Zweifachzoom holt die Hauptkamera bei viel Licht ein „sehr gut“ dank hoher Auflösung. Doch erneut missfällt uns die absolut überzogene Signalabstimmung. Bei wenig Licht nehmen ihre negativen Auswirkungen sogar zu. Viele Bildbereiche werden regelrecht kaputtgerechnet. Trotz des nur um einen Punkt verfehlten „gut“ als Gesamtwertung sollte man nur bei viel Licht zoomen.

Das Superweitwinkelmodul

Das 12T Pro hat ein anderes 8-MP-Superweitwinkelmodul als das Schwestermodell 12T. Bei viel Licht ist es fast „gut“ und nutzbar. Doch schon bei wenig Licht fehlt es den Fotos an Feinzeichnung, und störende Artefakte nehmen zu. Schon hier sollte man die Kamera wechseln.

Fazit

Die Weitwinkelkamera arbeitet sehr gut, bei viel Licht und maximaler Auflösung sogar „überragend“. Die Konkurrenz kann sie trotz ihrer 200 Megapixel nicht überflügeln, aber eine gute Position in der Bestenliste einfahren. Was uns nicht gefällt, ist die hemmungslose „Optimierung“, die teilweise mehr schadet als nutzt. Das gilt noch mehr für das Zweifachzoom. Das 8-MP-Superweitwinkelmodul ist bei viel Licht brauchbar. whe

MIUI 13 auf Android 12

Xiaomis Benutzeroberfläche MIUI hat mit dem Look and Feel von Android nur wenig gemeinsam, die Icons, Schriften und Symbole sind allesamt stark modifiziert. MIUI trifft mit seiner verspielt-bunten Optik nicht jeden Geschmack. Aber unabhängig davon bietet die Oberfläche eine überwältigende Vielfalt von Anpassungsmöglichkeiten und zahlreiche Extras, die von Xiaomi entwickelt wurden. Allein für das Always-on-Display (AoD) gibt es eine Fülle an Einstellungen. Damit steht MIUI im Kontrast zu Googles Pixel-Smartphones mit ihrer schlichten Oberfläche, die keine Einstellungen für das AoD vorsieht – man kann es entweder ein- oder ausschalten.

Xiaomi 12T im Kameratest

Die Hauptkamera kann sowohl mit 12-MP- als auch mit 108-MP-Auflösung fotografieren. Bei viel Licht sind die 12-MP-Fotos viel zu hart abgestimmt (2), erreichen aber ein sehr gutes Detailniveau. Die 108-MP-Aufnahmen (1) wirken natürlicher und geben feine Strukturen noch besser wieder. Mit nachlassendem Licht lässt ihre Bildqualität allerdings auch schneller nach. Das Zoomen mit der Hauptkamera ist die einzige Tele-Option, aber keine gute. Schon unter optimalen Lichtbedingungen und nur als Zweifachzoom verlieren die Bilder deutlich an Feinzeichnung (3). Wir raten, auf Zoomen zu verzichten. Das Superweitwinkelmodul (4) kann hingegen trotz des 8-MP-Sensors bei gutem Licht durchaus überzeugen. Trotz gewisser Schwächen ist die Kamera nutzbar. Leider baut sie mit nachlassendem Licht schnell ab.

Die Kameraausstattung des Xiaomi 12T umfasst ein Weitwinkelmodul mit 108-MP-Sensor und ein Superweitwinkelmodul mit nur 8 Megapixeln.

Die Weitwinkelkamera

In Summe über die drei Lichtstufen erreichen sowohl 12-MP- als auch 108-MP-Fotos die Wertung „gut“, Letztere haben dabei einen Punkt Vorsprung. Bei viel Licht machen sich in den 108-MP-Bildern Auflösungsvorteile gegenüber den 12-MP-Fotos bemerkbar. Allerdings kommt die Kamera nicht mit jeder Struktur gleich gut zurecht, manche gibt sie verfremdet wieder. Mit nachlassendem Licht können die 12-MP-Fotos das Niveau gut halten und sind weniger hart abgestimmt. Die 108-MP-Bilder verzeichnen klare Detailverluste. Im Dunkeln sinkt die Bildqualität sichtbar, und man hat die Wahl zwischen zwei nicht überzeugenden Optionen: Die 108-MP-Fotos sind etwas detailreicher, die mit 12 Megapixeln wirken natürlicher abgestimmt und belegen weniger Speicher.

Das Zweifachzoom

Als Zweifachzoom holt das Xiaomi keine Sterne vom Himmel und ist nur „ausreichend“. Bei viel und bei wenig Licht erreicht es die Wertung „befriedigend“, fällt in Dunkelheit aber deutlich ab. Wir empfehlen, auf das Zoomen mit der Hauptkamera zu verzichten.

Das Superweitwinkelmodul

Trotz niedriger Sensorauflösung liefert das Modul bei viel Licht gute Aufnahmen. Bei wenig Licht kommen Rauschen und Artefakte ins Bild, feine Strukturen verlieren an Zeichnung. Hier ist es nur noch eingeschränkt nutzbar, in der Dunkelheit gar nicht.

Fazit

Die Weitwinkelkamera erzielt ein gutes Qualitätsniveau, doch missfällt uns die teilweise überzogen aggressive Signalverarbeitung. Bei viel Licht lohnt die maximale Auflösung, bei wenig nicht und in der Dunkelheit kaum. Die Weitwinkelkamera dient auch als Zoom, doch die Resultate sprechen dagegen. Das Superweitwinkelmodul ist bei viel Licht okay, baut aber dann schnell ab. whe

Beim Software-Support liegen die beiden Hersteller aber wieder dicht beieinander, denn Xiaomi verspricht für die 12T-Serie drei neue Android-Versionen und vier Jahre lang Sicherheitsupdates, was für diese Preisklasse ein sehr langer Zeitraum ist. Die Modelle werden also auf jeden Fall noch Android 15 erhalten, Die Akkulaufzeit schließt nahtlos mit Bestwerten an. Wir haben 14:05 Stunden (12T Pro) beziehungsweise 12:55 Stunden gemessen, beide Phones halten bei moderater Nutzung also auch mal zwei Tage ohne Steckdose durch. Nachgeladen wird über das 125-Watt-Netzteil in einem rekordverdächtigen Tempo: Nach nur 7 Minuten steht der Akku wieder bei 50 Prozent, nach 20 Minuten sind die Phones voll geladen. Für einen Dämpfer sorgt allerdings der Verzicht auf eine Qi-Ladespule, sodass kabelloses Aufladen nicht möglich ist. Funk und Akustik bewegen sich bei beiden Modellen auf einem guten bis sehr guten Niveau, wobei das 12T bei den Funkeigenschaften, das Pro bei der Akustik die Nase vorn hat. Beide Phones liegen auch in der Gesamtwertung dicht beieinander, das Pro sichert sich mit einem knappen „sehr gut“ den ersten Platz. Das enge Abschneiden bedeutet allerdings auch, dass der Aufpreis für das Pro zu hoch ist. Als eigentlicher Gewinner vom Platz geht das 12T mit einem überragenden Preis-Leistungs-Verhältnis.

Qualcomm-Konkurrent Mediatek drängt in den Vordergrund

MediaTek führt nach Stückzahlen, Qualcomm bei den Preisen – noch.

Der taiwanische Chipproduzent Mediatek stand lange Zeit im Schatten von Qualcomm und galt als zweite Wahl hinter den Snapdragon-SoCs des US-Konkurrenten. Das lag auch in der Unternehmensstrategie begründet: Während Qualcomm von Anfang an auf das Premium-Segment gesetzt hat, steckt Mediatek vor allem in Einsteiger-Smartphones und zum Beispiel in TV-Geräten. Amazon setzt bei seinen Fire-TV-Sticks ebenfalls auf Mediatek. Nach Marktanteilen ist Mediatek schon seit Längerem der weltgrößte Smartphone-Ausrüster und lag im zweiten Quartal 2022 mit 39 Prozent deutlich vor Qualcomm (29 Prozent). Seit der Umstellung auf 5G-Technologie hat Mediatek seine Billigstrategie aufgegeben und drängt zunehmend auch in die Oberklasse. Die SoCs der Dimensity-Serie können es bei Performance und Effizienz gut mit ihren Qualcomm-Pendants aufnehmen. Das aktuelle Spitzenprodukt ist der Dimensity 9200, der 2023 in direkte Konkurrenz zu Qualcomms Snapdragon 8 Gen 2 treten wird.

Andreas Seeger

Displaymessung Xiaomi 12T Pro

Xiaomi baut ein Panel der Spitzenklasse ein, mit einer sehr hohen Blickwinkelstabilität und einer hohen Leuchtkraft, die auch bei Tageslicht noch eine sehr gute Kontrastausbeute sichert. Der Boost ist mit 818 cd/m2nicht ganz auf der Höhe von einer Samsung oder Google.

Displaymessung Xiaomi 12T

Das OLED des günstigeren Modells legt messtechnisch sogar noch eine Schippe drauf und empfiehlt sich damit als eines der besten Panels, die man in dieser Preisklasse kaufen kann. Die Ablesbarkeit bei Tageslicht ist exzellent, beim Boost werden wie beim Pro gute 800 cd/m2erreicht.