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Doppeltes Spiel


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Gong - epaper ⋅ Ausgabe 52/2021 vom 24.12.2021

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Bildquelle: Gong, Ausgabe 52/2021

ZWILLINGE Schwestern, bei der Geburt getrennt: Christine (l.) aus der DDR und Marlene aus der BRD, gespielt von Svenja Jung

Vorhang auf! Für zwei selbstbewusste Zwillingsschwestern aus der DDR und der BRD, die heimlich ihre Rollen tauschen. Für ihre schicksalhaft miteinander verbundenen Familien. Für farbenfrohe Revuen auf der Bühne des berühmten Friedrichstadt-Palasts – und ebenso furiose Intrigen hinter seinen Kulissen. Vorhang auf für jede Menge Top-Stars wie Heino Ferch und Anja Kling!

Nach der Ausstrahlung des ZDF-Dreiteilers „Der Palast“ (siehe TV-Tipp) werden es jedoch nicht Ferch oder Kling sein, die den meisten Applaus bekommen. Denn die Miniserie ist, so die Prognose unserer Redaktion, der große Durchbruch für Svenja Jung („Unter uns“, „Deutschland 89“). Bislang hat die 28-Jährige noch nie allein eine Produktion getragen, doch in Uli Edels Werk meistert sie souverän eine Hauptrolle, die zugleich eine Doppelrolle ist.

Die Handlung: Berlin 1988/89. Im Unterhaltungstempel ...

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... Friedrichstadt-Palast dreht sich alles um die große Show „Jubiläum“ anlässlich des 40. Jahrestags der DDR. Das begehrte Solo in der berühmten „Girl Line“ der Tänzerinnen ergattert die ehrgeizige Christine (Svenja Jung), eine alleinerziehende Mutter. Die junge Frau ahnt nicht, dass ihre bisher unbekannte westdeutsche Zwillingsschwester Marlene (gleichfalls

Svenja Jung) bei der Premiere im Publikum sitzt und sich über die frappierende Ähnlichkeit wundert. Die Unternehmertochter aus Bamberg und die ostdeutsche Tänzerin stellen fest, dass sie bei der Geburt getrennt wurden. Sie tauschen die Pässe, um in den Familien der jeweils anderen nach der Wahrheit zu suchen.

Doch weder Christines Mutter Rosa (Anja Kling) noch Marlenes Vater Roland (Heino Ferch) will über die Vergangenheit sprechen. Und zu allem Überfluss kommt Christine auch noch zu spät zurück in die DDR. Mit fatalen Folgen: Bei einer unangekündigten Probe blamiert sich Marlene an ihrer Stelle derart, dass Christine das Solo entzogen wird – sehr zur Freude ihrer Rivalin Bettina Wilke (Luise Befort).

„Eine Doppelrolle ist das größte Geschenk für eine Schauspielerin!“

SVENJA JUNG, SCHAUSPIELERIN

„Eine Doppelrolle ist das schönste Geschenk, das man als Schauspielerin bekommen kann“, resümiert Svenja Jung in unserem Gespräch mit ihr, „weil man sich viele Details erarbeitet, die die Figuren unterscheiden.“ Alle Szenen, in denen die Schwestern zusammen auftreten, wurden mittels Motion-Control-Fotografie gedreht, bei der ein Computer für die exakte Wiederholung der Kamerabewegungen sorgt. Sie habe, so Svenja Jung, zuerst als Schwester Nummer eins agiert und sich Schwester Nummer zwei nur vorgestellt: „Anschließend wurde ich umgestylt und musste die Szene noch mal aus der anderen Perspektive spielen, wobei sich im Bild kein Detail ändern durfte. Für mich waren diese Doppelgängerszenen die größte Herausforderung.“ Die 28-Jährige, die den Weg zum Star ohne Schauspielschule

schaffte, kam bei den Tanzszenen ohne Double aus: „Ich habe schon immer viel getanzt und bis zum Alter von 19 Jahren sogar Wettkämpfe auf Turnierebene betrieben. Anschließend war ich in einem Jugendtheater, habe mir eine Agentur gesucht, meine ersten, gut bezahlten Rollen in Krimiformaten bekommen – und meine Gage in Coaches reinvestiert. Seitdem drehe ich regelmäßig.“ Haben ihr die Oben-ohne- Szenen in „Der Palast“ im Vorfeld Angst gemacht? „Kein bisschen“, verrät Svenja Jung. „Der Dreh im Corona-bedingt menschenleeren Friedrichstadt- Palast, wo wir oft abends von 19 Uhr bis morgens um 8 Uhr gearbeitet haben, hat ja ohne Publikum stattgefunden – das wurde erst später gefilmt. Außerdem hat mir die Figur der Christine, die diese selbstverständliche Weiblichkeit hat, wie sie typisch für viele Ostfrauen ist, eine riesige Freiheit gegeben. Ich fühlte mich sehr sicher am Set.“ Was aber nicht heißt, so Svenja Jung, dass sie sich deshalb auch für den „Playboy“ ausziehen würde. Drei Fernsehabende lohnt „Der Palast“ allemal. Uli Edel inszeniert die Geschichte eines familiären Heilungsprozesses fesselnd und verknüpft sie grandios mit der Perspektive sozialistischer Künstler auf die zerfallende DDR. Einen heimlichen Star hat der Dreiteiler auch: den legendären Friedrichstadt-Palast.

MIKE POWELZ

MO 3.1. TV-TIPP

20.15 DER PALAST

ZDF DRAMA Zwei Schwestern zwischen Ost und West. Teil 2 am 4.1., Teil 3 am 5.1.

Der Friedrichstadt-Palast im Wandel der Zeit

Theater, Theater! 1873 wurde Berlins erste Markthalle zum „Markthallen-Circus“ ausgebaut: der Beginn einer wechselvollen Geschichte. In den Folgejahren hieß das Varieté „Großes Schauspielhaus“ (ab 1919), „Theater des Volkes“ (ab 1934) und später „Palast Varieté“ (1945). Den Titel „Friedrichstadt-Palast“ trägt das „Las Vegas des Ostens“ seit 1947.

Zu DDR-Zeiten waren hier Showkarrieren mit relativer Freiheit möglich. Der aktuelle Neubau mit 1895 Sitzplätzen und der größten Theaterbühne der Welt wurde 1984 fertiggestellt. Die TV-Doku „Der Palast“ (3.1., 19.25 Uhr, ZDF) beleuchtet die bewegte Geschichte des Gebäudes von der Weimarer Repu blik bis in die Gegenwart

POELZIG/ARCHITEKTURMUSEUM DER TECHNISCHEN UNIVERSITÄT BERLIN, EASTBLOCKWORLD.COM