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DOPPELTEST: MITSUBISHI ASX VS. NISSAN QASHQAI: Würdige Erben?


Off Road - epaper ⋅ Ausgabe 3/2020 vom 11.02.2020

Mitsubishi und Nissan, einst hauptsächlich bekannt für potente Offroader, steigern ihre Verkaufszahlen inzwischen mit modernen SUV. Uns interessiert: Steckt in den Bestsellern ASX und Qashqai überhaupt noch etwas von der ruhmreichen Geländekompetenz der beiden Marken?


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Bildquelle: Off Road, Ausgabe 3/2020

Ein Blick in die Geschichtsbücher der Rallye Dakar genügt, um zu wissen, welchen Herstellern das Thema „Offroad“ wirklich am Herzen liegt. Während die moderne Dakar vor allem von MINI, Toyota und Peugeot geprägt wird, sorgten in den 80ern, 90ern und 2000ern Nissan und Mitsubishi für Renn action auf den Pisten der Ur-Dakar. Vor allem ...

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Ein Blick in die Geschichtsbücher der Rallye Dakar genügt, um zu wissen, welchen Herstellern das Thema „Offroad“ wirklich am Herzen liegt. Während die moderne Dakar vor allem von MINI, Toyota und Peugeot geprägt wird, sorgten in den 80ern, 90ern und 2000ern Nissan und Mitsubishi für Renn action auf den Pisten der Ur-Dakar. Vor allem Mitsubishi kann auf eine stolze Historie mit insgesamt zwölf Gesamtsiegen zurückbli cken. Doch auch Nissan schrieb Geschichte. Mit dem knallig lackierten Patrol Fanta Limon schaffte 1987 erstmals ein dieselbetriebener Offroader den Sprung in die Top 10 der Rallye und offenbarte das Potenzial der Selbstzünder im Motorsport. Angesteckt von diesen Erfolgen und Abenteuern versorgten die beiden japanischen Unternehmen auch die breite Masse mit potenten Geländewagen. Doch diese Zeiten sind wohl oder übel passé. Patrol, Pathfinder und Pajero gehören der Vergangenheit an. Wer heute noch ab und zu die Straße verlassen will, muss zu einem Pick-up greifen - oder im SUVSegment wildern.

DNA-ANALYSE

Die berechtigte Frage potenzieller SUV-Fahrer ist heutzutage allerdings: Haben die modernen Nachfahren der Rallye-Legenden überhaupt noch irgendetwas mit Offroad am Hut? Oder sind die SUV wirklich nur für den Straßeneinsatz gebaut? Wir untersuchen dies anhand des jüngst überarbeiteten Mitsubishi ASX sowie des Nissan Qashqai. Rein optisch wirken diese zwei SUV durchaus wie Nachfolger echter Offroader. Man erkennt im Design sehr wohl noch die für Geländewagen einst typische, kantige Grundform. Hier hat der ASX mit seiner neuen, bulligen Front einen kleinen Vorteil. Ähnlich sieht es bei der wichtigen Frage nach der Bodenfreiheit aus. Mit einem Mindestabstand von 190 mm zum Dreck liegt der Mitsubishi knapp vor dem Nissan, der an der Front nur 170 mm bereithält. Das führt dazu, dass der etwas stylischer anmutende Qashqai auch in puncto vorderer Böschungswinkel schlechter dasteht als der ASX, dessen Werte zumindest noch eine Ahnung vermitteln von dem Geländetalent, das die Offroad-Ikonen der Marke einstmals auszeichnete.

DOPPELTEST MITSUBISHI ASX VS. NISSAN QASHQAI

Funktionaler Chic: Hochwertige Stoffbezüge und bequeme Polster stehen dem ASX gut.


Mitsubishi


Solide: Mindestens 190 mm Bodenfreiheit, gute Böschungswinkel und ein manuell sperrbarer Allrad lassen die Offroad-Gene von Mitsubishi erahnen.


4X4 IST PFLICHT

Modern ausgelegt ist auch der Antrieb. Vorbei die Tage zweistufiger Verteilergetriebe und großvolumiger Aggregate. Im ASX arbeitet seit dem jüngsten Facelift ein 150 PS starker Zweiliter-Saugbenziner, der sein maximales Drehmoment von 195 Nm primär an die Vorderachse schickt. Allerdings hat Mitsubishi das optional verfügbare Allradsystem so abgestimmt, dass im Modus „4WD Auto“ die Hinterachse permanent mit mindestens zwei Prozent der Kraft bedacht wird. Maximal ermöglicht das Lamellenpaket eine faire Verteilung von 50:50 zwischen beiden Achsen - diese steht im manuell anwählbaren Modus „4WD Lock“ bei niedrigen Geschwindigkeiten dauerhaft zur Verfügung. Auch Nissan bietet beim aktuellen Qashqai noch die Chance an, den Allrad zu sperren - im heutigen SUV-Segment schon längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Generell versucht der Japaner auch im Allradmodus, die Hinterachse erst bei Schlupf an der Vorderachse zuzuschalten und so im Alltag Sprit zu sparen. Wobei es in puncto Sparsamkeit bei Nissan kein großes Problem gibt. Denn während Mitsubishi beim ASX gar keinen Diesel mehr anbietet, gibt es den Qashqai samt Zuschalt-Allrad (vielleicht um an die Dakar-Zeiten zu erinnern) ausschließlich mit einem 150 PS starken und 1,7 Liter großen Selbstzünder. Das daraus resultierende Drehmoment von 340 Nm hilft dem Qashqai in tiefem Geläuf und bei Steigungen natürlich enorm weiter. Beim Getriebe machen die beiden Japaner wieder gemeinsame Sache und setzen auf einen CVT-Automaten. Die Frage, wer die Gelände-Gene der Marke am konsequentesten in die Moderne gerettet hat, ist schwer zu beantworten. Denn während der Qashqai abseits des Asphalts vor allem dank der höheren Kraft des Diesels punktet, bremsen ihn die schlechteren Karosseriewinkel sowie die geringere Bodenfreiheit aus. Genau mit diesen beiden Faktoren versucht der ASX offroad den nicht so durchzugsstarken Benziner zu kompensieren.

MITSUBISHI ASX

Nissan


Diesel-Luxus: Im Nissan gibt es einen 1,7- Liter-Selbstzünder und eine Lederausstattung.


NISSAN QASHQAI

Sanfter Ausflug: Trotz sperrbarem 4x4-System und ausreichender Bodenfreiheit kann die fehlende Plastikbeplankung schnell zu Lackkratzern führen.


DOPPELTEST MITSUBISHI ASX VS. NISSAN QASHQAI

Asiatisches Meeting: Nissan und Mitsubishi versuchen, den schwierigen Spagat zwischen Straßenkomfort und Offroad-Ambitionen zu meistern.


AUF AUGENHÖHE

Und so kommt es auf losem, aber nicht allzu forderndem Untergrund schnell zu einem Patt zwischen ASX und Qashqai. Jedes der Modelle garniert seine hohe Alltagstauglichkeit mit speziellen Vorzügen, die der Konkurrent nicht ganz so ausgeprägt besitzt. Erfreulich ist, dass sich sowohl der ASX als auch der Qashqai im Gelände angenehm und präzise um und über Hindernisse manövrieren lassen und so dem Fahrer nicht nur auf der Straße ein hohes Sicherheitsgefühl geben. Der größte Vorteil der beiden Japaner gegenüber vielen anderen SUV im Segment ist und bleibt aber die Möglichkeit des Eingriffs in das Allradsystem. Und vielleicht ist das auch einer der wichtigsten Punkte, die die Ingenieure aus der Offroad-Historie gelernt und in die moderne SUV-Welt weitergereicht haben. Ein echter Ersatz für Patrol, Pajero und Co. sind die Kompakt-SUV freilich dennoch nicht. Wer sich einen gebrauchten Geländewagen aber nicht mehr leisten kann oder will, hat mit ASX und Qashqai zumindest die moderne Chance, ab und zu die Straße zu verlassen.

2 TESTER MEINUNGEN

Egal ob offroad oder auf der Langstrecke: Für mich macht nur ein Diesel Sinn. Deshalb greife ich natürlich zum Nissan Qash qai und genieße das hohe Drehmoment.

Dr. Björn Schulz

Wenn es schon kein echter Geländewagen wird, dann möchte ich wenigstens sparen. Der günstigere Mitsubishi ASX ist hier ganz klar der richtige Ansprechpartner.

Bastian Hambalgo


Markus Kehl