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DORSCH: 11 Top-Tipps für Skrei


Kutter & Küste - epaper ⋅ Ausgabe 79/2019 vom 06.12.2019

Mit MICHAEL EISELE zum Großdorschangeln zu fahren ist etwa so, wie mit Christiano Ronaldo zum Bolzplatz zu gehen. Schließlich hat er den größten jemals mit einer Angelrute gefangenen Dorsch der Welt gefangen und ist offizieller Rekordinhaber bei der internationalen Anglerorganisation IGFA. Für Kutter & Küste und Autor Martin Liebetanz hat er seine Trickkiste geöffnet.


Artikelbild für den Artikel "DORSCH: 11 Top-Tipps für Skrei" aus der Ausgabe 79/2019 von Kutter & Küste. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Kutter & Küste, Ausgabe 79/2019

Wer gezielt auf echte Großdorsche gehen möchte, muss im Winter nach Nordnorwegen aufs offene Meer.


Tipp #1 ZUR RECHTEN ZEIT AM RECHTEN ORT

Beim Angeln gilt das natürlich immer, aber beim Großdorschangeln ganz besonders. Es gibt nur wenige ...

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... Wochen im Jahr, in denen die großen Skrei-Dorsche überhaupt für Angler erreichbar sind. Die größten Dorsche der Welt leben in den Tiefen der Barentssee und ziehen nur zwischen Februar und April vor die nordnorwegische Küste – nördlich der Lofoten und rund ums Nordkap sind sie dann anzutreffen und in beangelbarer Entfernung zum Ufer und in „flachem“ Wasser. Großdorschfischen gibt es somit nur im eisigen Winter ganz im Norden Norwegens.

Tipp #2 WARM HALTEN

Warme Hände, warmer Kopf:Dann kann es ja losgehen auf die eisige See!


Klar, dass es zur Großdorschfangzeit eiskalt ist. Warme Kleidung, Mütze und vor allem Handschuhe sind Pflicht, um dann fischen zu können, wenn Beißzeit ist. Bewährt haben sich gefütterte Gummihandschuhe, wie sie Berufsfischer verwenden. Am besten sind die mit echter Baumwollfüllung von Showa. Eitelkeit ist fehl am Platz – das gilt auch für die Kopfbedeckung – warm muss sie sein!

Tipp #3 RAUS AUFS MEER

Skrei-Angeln findet in größeren Tiefen statt.


Die Giganten-Dorsche verfolgen ihren Hauptbeutefisch, die Lodde, nach Norwegen. Diese ziehen nicht in die Fjorde, sondern bleiben vor der Küste auf dem offenen Meer. Genau dort muss auch geangelt werden. Tiefen ab 50 Metern bis weit über 100 Meter sind üblich beim Großdorschfischen. Seid immer bereit für die Ausfahrt. Oft stimmen die Bedingungen nur für wenige Stunden. Wer dann beginnt das Boot aufzutanken oder Vorfächer zu knüpfen, hat die Chance vertan.

Tipp #4 ZEIT EINPLANEN

Im Winter und zeitigen Frühjahr kann das Wetter im Norden bisweilen sehr ungemütlich sein.


Im Winter ist es in Nordnorwegen nicht nur kalt, sondern auch oft windig. An solchen Tagen kann nicht auf hohe See gefahren werden. Damit bei einer Reise ausreichend effektive Angeltage auf Großdorsch dabei sind, sollte mindestens eine volle Woche gebucht werden – besser etwas länger.

Tipp #5 SEEKRANKHEIT VERMEIDEN

Top gegen Übel: Scopoderm-Pflaster.


Wellen und Dünung sind treue Begleiter auf dem offenen Meer. Wer schnell seekrank wird, sollte sich entsprechend schützen. Seekrankheitspflaster von Scopoderm und hoch dosiertes Vitamin-C sind Seglers Geheimtipps, die sehr zuverlässig funktionieren. Zu viel Alkohol am Vorabend ist eher nicht ratsam für Seekrankheitsanfällige.

Tipp #6 AUSREICHEND GROSSE KÖDER

Stattliche Köder für stattliche Dorsche.


Mit den bisherigen Tipps kommt ihr sicher dahin, wo die Dickdorsche sind. Dort angelangt, müssen sie dann auch zum Biss überredet werden. Skreidorsche stehen auf Lodden, die bis 25 Zentimeter groß werden. Etwa diese Größe sollte auch unser Köder haben. Große Gummifische mit ausreichend schweren Köpfen ab 200 Gramm haben sich bewährt. Sehr schwere Pilker kommen zum Einsatz, wenn die Dorsche tiefer als 100 Meter stehen und starke Drift herrscht. Gewichte um 500 Gramm sind dann angesagt. Bei der Köderführung ist eine ruhige Hand oft besser als schnelle Bewegungen.

Tipp #7 AN DEN KLEINEN VORBEI

Top: mit großem Köderfisch auf Skrei.


Sollten die üblichen Köder vor allem die oft zahlreich vorhandenen kleineren Dorsche verführen, helfen große Köderfische. Dazu wird ein halbstarker Dorsch oder Seelachs an einem Köderfischsystem montiert und angeboten. Ich bevorzuge sogenannte Kutscher-Systeme mit speziellen Bleien und Doppelhakenmontagen. Ein 50-Zentimeter- Dorsch findet dann nur noch einen wirklich großen Abnehmer.

Tipp #8 OHNE GRUND

Skreis im Mittelwasser bei über 100 Meter Wassertiefe.


Die kapitalen Skrei-Dorsche stehen nicht am Grund, sondern im Mittelwasser. Die größten Exemplare befinden sich dabei meistens über dem Großdorschschwarm als Wächter. Sind also die ersten Skreis gefangen, ruhig noch mindestens zehn Meter flacher fischen für die Größten!

Tipp #9 KEINE SCHWACHSTELLEN

Fürs winterliche Großdorschangeln kommt nur Top-Gerät an Bord.


Großdorsche haben ein erhebliches Gewicht und durch ihr Leben als Wanderfische dazu sehr viel Kraft. Schwachstellen in der Ausrüstung werden sofort aufgedeckt. Rolle, Schnur, Knoten und Wirbel und natürlich die verwendeten Haken müssen allerbeste Qualität haben, damit auch Fische jenseits der 30 Kilogramm sicher im Boot landen.

Tipp #11 VOLLE KONZENTRATION

Ohne Konzentration beim Angeln und Drillen wird's nix mit dem Großfisch.


Die größten Skreis sind Einzelgänger oder Wächter über dem Schwarm der „Halbstarken“ um 20 Kilogramm. Es kann sein – so war es auch bei meinem Weltrekorddorsch – dass den ganzen Tag absolut nichts passiert. Der Moment der Momente kann dennoch jederzeit kommen. Wer in dieser Sekunde nicht konzentriert ist, verpasst die Chance seines Lebens. Entweder reißt der Großdorsch die Rute aus der Hand oder ihr verpasst den Moment des Anschlags und ein neuer Weltrekordfisch schwimmt weiter durch das kalte Wasser Nordnorwegens.

Tipp #10 AN DIE LANDUNG DENKEN

Um solche Brocken sicher zu landen, müssen die Landehilfen entsprechend stark sein.


Ein Gewicht von einem halben Zentner ins Boot zu holen, erfordert Kraft und mindestens ein sehr stabiles Gaff. Prüft vor Abfahrt, ob eure Landehilfen ausreichen. Gaffen muss immer eine zusätzliche Person, besser zwei Personen.

DER EXPERTE

Michael Eisele mit seinem Weltrekorddorsch aus 2013 von 47,03 Kilo bei 1,60 Meter.


Michael Eisele, Jahrgang 1968, konnte gar nicht anders, als zu angeln. Sein Vater, Dieter Eisele, ist einer der Pioniere des modernen Meeresangelns und baute früh seine legendäre Pilkerschmiede auf. Michael angelt seit seiner Jugend im Meer und leitet Eisele Sea-Fishing seit 2004 als Geschäftsführer. www.sea-fishing.de


Fotos: M. Liebetanz-Vahldiek

Foto: R. Korn