Lesezeit ca. 5 Min.
arrow_back

DORTMUNDS 3G - PROBLEM


Logo von Sport Bild
Sport Bild - epaper ⋅ Ausgabe 43/2022 vom 26.10.2022

BUNDESLIGA

Artikelbild für den Artikel "DORTMUNDS 3G - PROBLEM" aus der Ausgabe 43/2022 von Sport Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Sport Bild, Ausgabe 43/2022

Grausam!

Bremen (2:3)

Leipzig (0:3)

Köln (2:3)

Union (0:2)

Geht so!

1860 München (3:0)

Leverkusen (1:0)

Freiburg (3:1)

Hertha (1:0)

Hoffenheim (1:0)

Manchester City (1:2)

Schalke (1:0)

Sevilla (1:1)

Hannover (2:0)

Großartig!

Kopenhagen (3:0)

Sevilla (4:1)

Bayern (2:2)

Stuttgart (5:0)

Unter 3G verstehen die meisten Menschen in Deutschland seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie die Schlagworte: getestet, geimpft oder genesen. Bei Borussia Dortmund steht das für ein anderes Phänomen. Das 3G-Problem des BVB hat man in der vergangenen Woche in drei Spielen gesehen – es lautet: mal grausam wie beim 0:2 bei Union Berlin, mal „geht so“ wie beim 2:0-Sieg im Pokal bei Zweitligist Hannover – und mal großartig wie beim 5:0 gegen den VfB Stuttgart.

Zu inkonstant. Unerklärliche Leistungseinbrüche. Stars, die plötzlich abtauchen und das Gefühl, dass der letzte Wille und die letzten Prozente für ganz oben fehlen. Es sind die ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 2,49€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Sport Bild. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 43/2022 von Neuer und Co. WM-Panik ist groß wie nie!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Neuer und Co. WM-Panik ist groß wie nie!
Titelbild der Ausgabe 43/2022 von Arrogantes Auftreten. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Arrogantes Auftreten
Titelbild der Ausgabe 43/2022 von WM-ALARM in der Bundesliga. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
WM-ALARM in der Bundesliga
Titelbild der Ausgabe 43/2022 von DER NEUE NAGELSMANN. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
DER NEUE NAGELSMANN
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
Vertrags-Entscheidung erst nach WM
Vorheriger Artikel
Vertrags-Entscheidung erst nach WM
WM-Sticker von Panini in dieser Ausgabe gratis!
Nächster Artikel
WM-Sticker von Panini in dieser Ausgabe gratis!
Mehr Lesetipps

... Gründe, die Dortmund immer wieder an Bayern und der Meisterschaft scheitern lassen.

Seit dem Abgang von Jürgen Klopp (55) 2015 kamen 70 neue Spieler für insgesamt 708,8 Millionen Euro – 71 Profis verließen den Verein für 854,7 Millionen Euro. Aber keiner der sechs Trainer – Thomas Tuchel (2015 bis 2017), Peter Bosz (2017), Peter Stöger (2017 bis 2018), Lucien Favre (2018 bis 2020), Edin Terzic (2020 bis 2021) und Marco Rose (2021 bis 2022) – schaffte es, den Klub nach den Titeln 2011 und 2012 wieder auf Platz 1 zu führen. Denn entweder waren die Bayern zu stark. Oder der BVB war einfach nicht da, wenn der Rekordmeister schwächelte. Wie in dieser Saison!

Obwohl die Münchner nur sechs von elf Spielen gewannen, liegt Dortmund drei Punkte hinter ihnen. Weil Borussia selbst in den ersten elf Partien bereits vier Niederlagen kassierte.

Das 3G-Problem in Zahlen: Von den 17 Pflichtspielen waren vier großartig, neun geht so und vier grausam. Nach der bisher letzten XXL-Enttäuschung bei Union Berlin gab es deshalb eine Krisensitzung. Trainer Terzic (39) und Manager Sebastian Kehl (42), der im Sommer von Michael Zorc (60) übernommen hat, baten am Tag darauf erst die Führungsspieler zum Einzel- Termin – sprachen danach am Trainingsgelände in Brackel zur kompletten Mannschaft.

Nach der Pleite bei Union gab es eine Krisensitzung und Einzelgespräche

Zum Einzelgespräch musste auch Mats Hummels (33). Der Abwehrstar hatte nach der Pleite bei Union zum wiederholten Mal öffentlich Kritik am Team geübt – wie zuvor bereits nach der Niederlage bei Manchester City (1:2) und dem 1:1 gegen Sevilla. Hummels sagte: „Manchmal ist der einfache 20-Meter-Rückpass die beste Lösung, auch wenn das danach nicht auf Social Media kommt.“ Ein Satz, der Richtung Karim Adeyemi (20) zielte, der mit einem verunglückten Hackentrick das 0:2 in Berlin einleitete.

SPORT BILD weiß: Terzic und Kehl teilten Hummels mit, dass sie dem Inhalt der Kritik zwar zustimmen, der Art und Weise, wie sie öffentlich geäußert wurde, aber nicht. Die Ansage: künftig bitte intern kritisieren!

Denn auch im Team herrscht Unzufriedenheit darüber. Can („Ich würde das lieber intern besprechen.“) und auch Torhüter Gregor Kobel („Wichtig ist aber auch, dass wir das in der Mannschaft ansprechen“) kritisierten Hummels’ Vorgehensweise nach dem Hannover-Spiel. Dass mit Kobel auch ein Spieler, der erst seit 2021 in Dortmund ist, seinen Unmut äußerte, kam im Team gut an.

Allerdings: Dass Hummels inhaltlich recht hat, sehen nicht nur Kehl und Terzic so, sondern auch die Chef-Etage um Boss Hans-Joachim Watzke (63) und Berater Matthias Sammer (55). Der Verteidiger selbst weiß, dass er sich mit seinen Aussagen nicht nur Freunde macht – allerdings wollte Hummels in seiner Karriere nie der Beliebteste sein, sondern Erfolg haben.

Woran liegt es also, dass der BVB auch in dieser Saison mit den alten Problemen zu kämpfen hat?

Nach dem Abschied von Erling Haaland (22/für 75 Mio. zu Man City) holte der BVB im Sommer Niklas Süle (27/ablösefrei von Bayern), Karim Adeyemi (20/30 Mio. RB Salzburg), Nico Schlotterbeck (22/20 Mio./ Freiburg), Salih Özcan (24/5 Mio./Köln), und Sébastien Haller (28/31 Mio./Ajax). Das Ziel: mehr Tempo über außen in der Offensive, mehr Aggressivität im Mittelfeld, eine stabilere Abwehr – und eine neue Mentalität im Team. Das Problem: Die Abwehr steht zwar mit 14 Gegentoren stabiler (vergangene

Saison 17) – dafür schwächelt der Angriff mit bisher nur 18 Treffern (28 vergangene Saison). Vor allem, weil Haaland-Ersatz Haller mit einer Hodenkrebs-Erkrankung mindestens bis Jahresanfang 2023 ausfällt.

Ansage an Hummels:Künftig bitte intern kritisieren!

Weiteres Resultat: Während in der Vorsaison 63 Prozent aller Großchancen (1,97 pro Spiel) genutzt wurden, sind es aktuell nur 40 Prozent (1,82 pro Spiel). Dazu fallen nur noch 56 Prozent der Tore durch die Mitte, vergangene Saison waren es mit Haaland 64 Prozent. Klares Indiz, dass ein zentraler Stürmer fehlt.

Intern wurde die Position der Außenverteidiger als Problem ausgemacht

Intern als weitere Schwäche ausgemacht: die Position der Außenverteidiger. Auf Links sieht sich Raphaël Guerreiro (28) eher im Mittelfeld – hat Schwächen in der Defensive. Nico Schulz (29) spielt keine Rolle mehr. Auf Rechts kommt von Thomas Meunier (31) offensiv zu wenig – dazu fällt der Belgier mit Jochbeinbruch bis zur WM-Pause aus. Die Verletzungen sind ein weiterer Grund, warum es nicht richtig rundläuft. Zwar hat der BVB die über 2000 Ausfalltage vergangene Saison und auch die Muskelverletzungen reduzieren können, aktuell kommt dafür Pech hinzu: Nachwuchshoffnung Bynoe-Gittens und Abräumer Dahoud verletzten sich ohne Gegnereinwirkung schwer an der Schulter und fehlen bis 2023 – dazu der Schicksalsschlag bei Haller. Doch auch ohne den Top-Transfer konnte Dortmund in dieser Saison noch nie in Bestbesetzung spielen.

Seit Jahren ebenfalls ein großes Thema ist die Mentalität. Nach der schwachen Vorstellung in Hannover kritisierte Trainer Terzic: „Es braucht eine gewisse Form von intrinsischer Motivation(innererEinstellung;d.Red.)der Jungs, dass sie es selbst abstellen wollen.“ Der Eindruck im Klub: Einige Neuzugänge denken, dass sie es mit dem Wechsel zum BVB und einem guten Vertrag geschafft haben und auch ein Schritt weniger kein Problem ist.

Für die Bosse ist klar: Am Trainer liegt es nicht. Zu viele waren es, die scheiterten. Am nächsten dran am Titel war Dortmund 2018/19 unter dem Schweizer Favre – verspielte aber auch wegen fehlender klarer Titel-Ansage der Chef-Etage einen Neun-Punkte-Vorsprung. Mit Terzic, der 2021 den DFB-Pokal mit dem Klub holte, soll auf der Position Kontinuität einziehen. Er hat die volle Rückendeckung von Boss Watzke, trotz der Rückschläge. Die hatte der Klub zwar schon vor der Saison eingeplant, allerdings nicht in der Häufigkeit.

Gegen Bremen führte Dortmund nach 88 Minuten 2:0 und verlor noch 2:3. Beim 0:3 in Leipzig war das Team ohne Chance. Bei der 2:3-Pleite in Köln lag der BVB zur Pause 1:0 vorn – nach elf Minuten in der zweiten Hälfte stand es 1:2 (Endstand 2:3). Bei Union hatte Terzic seine Mannschaft in der Sitzung vor dem Spiel explizit darauf hingewiesen, dass sich sein Team in Berlin nicht viele Fehler erlauben dürfe. Bereits nach 21 Minuten war die Partie nach zwei haarsträubenden Fehlern von Torhüter Kobel, der ansonsten eine gute Saison spielt, und Adeyemi verloren. Trainer Terzic stellte bereits zuvor fest: „Die Jungs sind nicht doof, aber brutal vergesslich.“ Er scheint recht zu haben ...

FRANKFURT – DORTMUND

Samstag, 29. Oktober, 18.30 Uhr live bei Sky, Highlights kurz nach Abpfiff auf, Sportbild.de und in der Sport BILD-App.