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DOSSIER: So geht Corona-Turnier


St.GEORG - epaper ⋅ Ausgabe 70/2020 vom 15.06.2020

Das TURNIERLEBEN ist wieder zum Leben erwacht – für Profis wie für Amateure. Was Vereine bedenken sollten, wenn sie ein Turnier veranstalten möchten. Ein Fahrplan


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Ungewöhnlich, aber ein wichtiges Zeichen: Turniere in Zeiten von Corona.


Foto: Gottmann

Corona stellt uns immer noch fast wöchentlich vor neue, wechselnde Herausforderungen. Nichtsdestotrotz gibt es immer mehr Vereine und Veranstalter, die wieder Turniere für Profis, aber auch für Amateure auf die Beine stellen. Die Veranstaltungen sind zwar weit entfernt von Normalität, doch sie ermutigen und motivieren, positiv nach vorne zu schauen – gemeinsam ...

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... schaffen wir das! Alles entscheidend ist das richtige Konzept. Denn auch auf Turnieren gelten die Kontaktbeschränkungen, Hygiene- und Infektionsschutzregeln des jeweiligen Bundeslandes. Wer sich nicht daran hält, kann nicht nur vom Turnier ausgeschlossen und gesperrt werden, sondern auch Bußgelder zahlen müssen.

Wer ein Turnier plant oder ein geplantes Event verschieben möchte, sollte sich so früh wie möglich mit dem zuständigen Ordnungsamt in Verbindung setzen, evtl. wird man an das Gesundheitsamt verwiesen. Helfen kann auch, Kontakt zu Stadt, Bürgermeister und/oder Landrat aufzunehmen. Unbedingt einkalkulieren: Es kann sein, dass vorgelegte Konzepte nachgebessert werden müssen. Häufig kommt das Go erst wenige Tage vor der Veranstaltung – ein Stresstest. Mit unangemeldeten Kontrollen des Ordnungsamtes während der Turniertage muss man rechnen. An der Spitze des Hygienekonzepts steht der zu benennende Hygienebeauftragte, der alle Maßnahmen koordiniert und überwacht. Soll Verpflegung angeboten werden, muss das separat mit eigenem Hygienekonzept beantragt werden, ansonsten ist Selbstverpflegung angesagt. Um die Finanzierung sicherzustellen, können Sponsoren oder Spenden helfen. Laut LPO § 25 besteht die Möglichkeit, Geldpreise nur anteilig oder überhaupt nicht auszuzahlen, und nach Rücksprache mit der Landeskommission (LK) kann auch eine Corona-Sondergebühr berechnet werden, bisher waren das meistens fünf Euro. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) unterstützt außerdem Turnierveranstalter mit einer Initiative (s. Kasten unten) und hat einen Leitfaden erarbeitet: s.

PLANUNGEN IM VORFELD

Der Nennungsschluss kann auf bis zu fünf Tage vor Beginn verkürzt werden. Außerdem können in 2020 auch Turniere mit mehr als acht Prüfungen und Events, die länger dauern als nur einen Tag, als Late-Entrys ausgeschrieben werden – sofern die LK zustimmt. Die Zeiteintei-lung muss so gestaltet sein, dass die Reiter den Mindestabstand auf dem Vorbereitungsplatz zu jeder Zeit einhalten und sich trotzdem angemessen auf die Prüfung vorbereiten können. Deshalb empfiehlt es sich, Disziplinen zu trennen, z. B. einen Dressur- und einen Springtag zu veranstalten, die Teilnehmerzahl pro Prüfungen zu begrenzen, Startergruppen voneinander zu trennen oder festzulegen, dass die Reiter in nicht mehr als zwei Prüfungen pro Tag starten dürfen, die ggf. direkt aufeinander folgen müssen. So verhindert man, dass zu viele Reiter gleichzeitig auf dem Gelände sind. Denkbar ist auch die Kombination aus Turnierprüfungen und Trainingsmöglichkeiten. Der Schwierigkeitsgrad der angebotenen Prüfungen sollte aufeinander aufbauen, um die Verweildauer der Teilnehmer auf ein Minimum zu reduzieren. Wichtig: Die Vorschriften der medizinischen Notfallvorsorge müssen weiterhin erfüllt werden.

UNBEZAHLBAR?

Die Finanzierung eines Turniers in Corona-Zeiten ist nicht einfach, die Corona-Pauschale kann helfen. Trotzdem sollten die Kosten für einen Turnierstart weiterhin moderat bleiben. 25 Euro Corona-Hygienepauschale und zusätzliche 9 Euro „Mediagroschen“, 10 Euro Organisationsbeitrag, 20 Euro Anlagennutzung, 20 Euro Parkplatzgebühren, 1 Euro LK-Abgabe und 46,50 Euro Startgebühr für eine Springpferdeprüfung Klasse A, also insgesamt 131,50 Euro – Wucher? Gesehen in der Ausschreibung beim Springturnier Herbergen-Essen auf der Reitanlage Sprehe in Verbindung mit Escon Marketing. Veranstalter Holger Wulschner sagt dazu: „Da habe ich meinem Unmut dem Veranstalter Kaspar Funke gegenüber Luft gemacht. Ich habe schon viel erlebt, aber das so auszunutzen, fand ich schon gruselig. Und traurig fand ich auch, dass die FN so eine Ausschreibung überhaupt genehmigt hat. Die meisten Bereiter leben doch von der Hand in den Mund. Wenn Kaspar Funke mir dann erzählen will, dass die Reiter Pferde zwischen 500.000 und fünf Millionen Euro veräußern können und ihnen eine etwas höhere Startgebühr dann auch nicht wehtut, dann verkennt er, dass diese Reiter einen Bruchteil der Reiterschaft ausmachen! Für die große Mehrheit der Reiter stellt eine solche Startgebühr eine enorme Belastung dar.“

FN-INITIATIVE: #ENDLICHWIEDERTURNIER

Um die Turnierlandschaft schnellstmöglich wieder zu beleben, hat die FN gemeinsam u.a. mit ClipMyHorse.TV, Effol und Waldhausen die Verlosung #endlichwiederturnier für Veranstalter ins Leben gerufen. Im #endlichwiederturnier-Paket enthalten sind eine Live-Übertragung des Haupt-Turnierplatzes durch ClipMyHorse.TV sowie Ehrenpreise. Teilnahmevoraussetzungen, Bewerbungsunterlagen und weitere Informationen gibt es unter s. Bewerbungsschluss: 21. Juni. 50 Vereine können gewinnen (Losverfahren).

DIE WICHTIGSTEN MASSNAHMEN FÜR DIE TURNIERTAGE

● oberste Regel: Abstand halten
● Einlasskontrolle und Zutritt nur mit Anwesenheitsnachweis (Download: www.nennung-online.de)
● Zugang nur für Personen ohne typische Corona-Krankheitssymptome
● Nur Reiter und ein Begleiter pro zwei Pferde zulassen, keine Zuschauer oder Gäste
● auf dem Parkplatz genügend Abstand halten (fünf bis zehn Meter)
● das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, evtl. auf dem ganzen Turniergelände (außer beim Reiten), aber vor allem in geschlossenen Räumen bzw. dort, wo der Mindestabstand nur schwer einzuhalten ist
● die Wege zum Einritt und zurück zum Anhänger genau vorgeben und kontrollieren
● Parcoursabgehen zu Pferd, Starterzahl begrenzen, die zeitgleich im Parcours bzw. auf dem Abreiteplatz sind (max. 8 Reiter auf 20 × 60 Meter)
● auf Siegerehrungen und Schleifen verzichten, Gewinngeld wird überwiesen
● fest installierte Sanitäranlagen, damit sie vernünftig gereinigt werden können, regelmäßig desinfizieren
● unnötige Aufenthalte am Turnierplatz und auf dem Turniergelände vermeiden
● Kontrolle durch Security-Mitarbeiter (nicht unbedingt Vorgabe des Ordnungsamtes)
● Die Meldestelle nur online erreichbar, die Abrechnung erfolgt kontaktlos
● Im Richterhäuschen muss der Mindestabstand eingehalten werden können
● (Plexi-)Glasscheiben zur räumlichen Trennung von Personen (z. B. auf Richterturm)
● Ausreichende Möglichkeiten, um Hände mit Seife zu waschen