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Dr. Wolfgang Hegener: Erkundungen im »inneren Ausland«


Tattva Viveka - epaper ⋅ Ausgabe 81/2019 vom 01.12.2019

Die Freud’sche Konzeption des Unbewussten


Sigmund Freud prägte wie kein anderer Psychoanalytiker unser Verständnis des Unbewussten. An diesem Nicht-Ort innerhalb jedes Menschen lokalisierte er das Triebhafte, das Verdrängte und Verdrängende sowie die verschiedenen Ich-Instanzen jenseits des bewussten Ich. Diese verschiedenen Konzeptionen wurden sukzessiv, je nachdem, welchen Aspekt er stärker in den Fokus setzte, entwickelt und abgewandelt. Gleichzeitig lassen sich seine Konzeptionen über das Unbewusste auch in gewissen philosophischen Traditionslinien verorten über die Aufklärung bis zur ...

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... Willensphilosophie von Schopenhauer und Nietzsche.

Vor nunmehr fast 120 Jahren stellte Sigmund Freud (1856–1939) in derTraumdeutung (Freud, 1900a) seine erste ausgearbeitete psychoanalytische Konzeption des »Unbewussten« vor. In der Folgezeit entwickelte sich das Unbewusste zudem Zentralbegriff der Psychoanalyse schlechthin. Es ist allerdings alles andere als leicht, Freuds Konzeption durchsichtig zu machen, zumal er sie selbst gleich mehrfach abgewandelt hat. Als er in den 1920er-Jahren die Instanzentheorie von »Es«, »Ich« und »Über-Ich« einführte, wies er auf die »vieldeutige Qualität« (Freud, 1923b, S. 245) des Unbewussten hin. Dies gilt erst recht, wenn man sich dessen Bedeutungsvielfalt im Rahmen der verschiedenen tiefenpsychologischen Schulen und auch ihrer Weiterentwicklungen in der Freud’schen Psychoanalyse vor Augen führt. Bevor wir uns eingehender mit den beiden zentralen Ausformulierungen einer Theorie des Unbewussten in den Schriften Freuds, dem früheren topologischen Modell sowie der späteren Strukturtheorie, auseinandersetzen wollen, soll doch zuerst daran erinnert werden, was für die Leser*innen dieser Zeitschrift von besonderem Interesse sein dürfte, wie sich Freuds theoretischer Einsatz innerhalb der Philosophiegeschichte verorten lässt.

Traditionslinien des Unbewussten

In der »Philosophie des Unbewussten« unterscheidet Günter Gödde in seiner grundlegenden ArbeitTraditionslinien des »Unbewußten«. Schopenhauer – Nietzsche – Freud (Gödde, 1999; vgl. auch Gödde & Buchholz, 2011) drei große geschichtliche Strömungen, die hier zuerst kurz resümiert und sodann auf das Freud’sche Werk bezogen werden sollen:

Dieerste Traditionslinie, die Denktradition deskognitiven Unbewussten, die aus der Ära des Rationalismus stammt, geht auf Gottfried Wilhelm Leibniz (1646–1716) zurück und wurde von Immanuel Kant (1724–1804), Johann Friedrich Herbart (1776–1841), Gustav Theodor Fechner (1801–1887), Hermann von Helmholtz (1821– 1894), Eduard von Hartmann (1842–1906) u. v. a. weitergeführt. In seinen 1704 geschriebenenNeuen Abhandlungen über den menschlichen Verstand schrieb Leibniz, dass wir in jedem Augenblick unendlich viele solcher »unmerklichen Vorstellungen« besitzen, die uns nicht bewusst werden, weil sie »entweder zu schwach und zu zahlreich oder zu gleichförmig sind« (Leibniz, 1765, S. 24). Nach dieser berühmten Lehre von den »petites perceptions« hat jede auch noch so unklare und dunkle Kognition vielfältige Wirkungen auf die Wahrnehmung, das Denken, den Geschmack oder die Gewohnheiten. Der kognitiven Traditionslinie liegt die Erfahrung eines schwer zu erklärenden Widerspruchs zwischen der hochgradigen Wirksamkeit und der fehlenden Erkennbarkeit unbewusster psychischer Prozesse zugrunde.

© Adobe Photostock


Der Begriff des »Unbewussten« taucht erstmals im Jahre 1800 in Schellings »System des transzendentalen Idealismus« auf.


Diezweite Traditionslinie, die Konzeption einesvitalen Unbewussten, die der Romantik nahesteht, entwickelte sich aus der Befürchtung, dass die Aufklärung in einem flachen Rationalismus erstarren würde, wenn nicht das Gefühlsmäßige und Irrationale, das Naturhafte und Leibliche stärker zum Zuge kämen. Sie wurde von Johann Georg Hamann (1730–1788), Johann Gottfried Herder (1744–1803) sowie vom jungen Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) initiiert und im Weiteren stark von der Naturphilosophie Friedrich Wilhelm Joseph Schellings (1775–1854) geprägt. Als wesentlicher Vorläuferbegriff des romantisch-vitalen Unbewussten kann das Konzept der »Lebenskraft « gelten. Für Christoph Wilhelm Hufeland (1762–1836) ist die Lebenskraft »der Grundquell, aus dem alle übrigen Kräfte der physischen, wenigsten organischen Welt fließen. Sie ist’s, die alles hervorbringt, erhält, erneuert…Sie ist’s, die – verfeinert und durch eine vollkommene Organisation exaltiert – sogar die Denkund Seelenkraft entflammt und dem vernünftigen Wesen zugleich mit dem Leben auch das Gefühl und das Glück des Lebens gibt« (Hufeland, 1797, S. 36). Der Begriff des »Unbewussten « selbst (als Substantiv) taucht erstmals im Jahre 1800 in Schellings »System des transzendentalen Idealismus« auf. Die Schelling-Schule hat den Begriff des Unbewussten vornehmlich im Hinblick auf die »Nachtseite der Natur und der Seele« gebraucht, wozu die Geisteskrankheiten, speziell der Wahnsinn, die Träume, das Genie und auch parapsychologische Phänomene gehören.

Bei Carl Gustav Carus (1789–1869) findet sich dann die erste Systematisierung einer Psychologie des Unbewussten. Er unterscheidet in seinem WerkPsyche. Zur Entwicklungsgeschichte der Seele von 1846 dasabsolut Unbewusste als zentrale Region des Seelenlebens, in die kein Strahl des Bewusstseins vordringe, dasrelativ Unbewusste als das vorübergehend unbewusst Gewordene, das jederzeit wieder ins Bewusstsein zurückkehren könne, sowie dasBewusstsein , das gleichbedeutend mit Gefühl, Erkenntnis und Handlung sei. Das Unbewusste wird hier – im Unterschied zu Leibniz – als abgegrenzter, mit dem Leiblichen aufs Engste verbundener Bereich betrachtet.

Diedritte Traditionslinie, die Philosophie einestriebhaftirrationalen Unbewussten, die ihre Wurzeln in der Metaphysik des »Willens« hat, ist aus einer Gegenposition sowohl zur idealistischen Vernunftmetaphysik als auch zur romantischen Naturphilosophie erwachsen. An Schellings Neubestimmung des »Willens« als Drang, Trieb und Begierde anknüpfend, haben Arthur Schopenhauer (1788–1860) und Friedrich Nietzsche (1844–1900) der Vorstellung von der gefährlichenTriebnatur des Menschen zum Durchbruch verholfen. Innerhalb dieser »Wende zur Wirklichkeit« verlor die Natur, wie Odo Marquard (1928–2015) schreibt, »die Attribute der Harmonie, der Ichhaftigkeit, der Zweckmäßigkeit, des vernünftig-Geschichtlichen und organisch-Heilen. (…) Diesen Vorgang kann man die ›Entzauberung der Romantiknatur‹ nennen « (Marquard, 1987, S. 199). Egoismus, Aggression und Kampfbereitschaft – und damit auch das lange Zeit tabuisierte »Böse« – wurden nunmehr der menschlichen Triebnatur zugerechnet. Im Hinblick auf Schopenhauer und Nietzsche kann man von der Denktradition eines »triebhaft-irrationalen« Unbewussten sprechen.


Der Trieb ist das materielle Substrat des Unbewussten.


Niederschläge der Philosophiegeschichte in Freuds Werk

Diese drei Traditionslinien lassen sich mit Freuds ursprünglicher Konzeption des Unbewussten, dessen Abwandlungen in der mittleren Schaffensperiode und in seinem Spätwerk in Verbindung bringen.

In derEntstehungsphase der Psychoanalyse war Freuds Aufmerksamkeit auf die Aspekte der Wirksamkeit und der Erkennbarkeit des psychisch Unbewussten zentriert. In diesem Kontext war für ihn die Traditionslinie des kognitiven Unbewussten wichtig, sein Hauptaugenmerk galt aber – und das war seine genuine Entdeckung – demdynamischen oder Verdrängungs-Unbewussten, das ganz andere motivationale Hintergründe hat (s. u.). Darum vertrat er in Abgrenzung von Leibniz die Auffassung, dass das Prinzip der Kontinuität nicht auf das eigentliche Unbewusste anwendbar sei. Bei einer bloß kognitiven Auffassung bleibt die Aufklärung auf der Stufe des Vorbewusstseins stehen und ist allzu sehr dem Modell des Bewusstseins verhaftet.

In dermittleren Schaffensperiode führte Freud den Trieb als »Grenzbegriff zwischen dem Somatischen und dem Psychischen« (Freud, 1915c, S. 214) ein und berücksichtigte den genetischen Aspekt frühkindlicher »Triebschicksale «. Dadurch erfuhr das Unbewusste eine erste Abwandlung in Richtung einesgenetisch-triebhaften Unbewussten. Hier kam es zu einer gewissen Annäherung an die Tradition des romantisch-vitalen Unbewussten. Freud erkannte aber die damit verbundene Gefahr einer »Ontologisierung « des Unbewussten, als er kritisch davon sprach, dass das Unbewusste für die (romantischen) Philosophen »etwas Mystisches, nicht Greifbares und nicht Aufzeigbares « (Freud, 1913j, S. 406) gewesen sei. Zudem sah er die Macht des Unbewussten – im Anschluss an Darwin – in den grundlegenden Trieben der Selbst- und Arterhaltung begründet. Daher ist Freuds triebpsychologische Konzeption in erster Linie materialistisch-evolutionär zu verstehen. Der Trieb ist sozusagen das materielle Substrat des Unbewussten. Punktuell räumte Freud aber bereits in dieser Periode Übereinstimmungen mit den Philosophen des triebhaft-irrationalen Unbewussten ein.

ImSpätwerk Freuds tritt an die Stelle der Dialektik von Bewusstem und Unbewusstem nunmehr diejenige von Selbst- und Fremdbestimmung. Die Autonomie des »Ich« wird angesichts des »Es« als gefährlicher Triebnatur und des »Über-Ich« als Vermittler einer repressiven Kultur radikal infrage gestellt. In diesem Kontext wird Freuds Affinität zum »Willen«, wie er in Schopenhauers und Nietzsches Lebensphilosophie vorgeprägt ist, immer deutlicher erkennbar.

Die zwei Formulierungen des psychischen Apparates

Nach diesen philosophiegeschichtlichen Erkundungen ist es angezeigt, dass wir uns genauer die Rolle des Unbewussten in Freuds beiden grundlegenden Ausformulierungen des psychischen Apparates vergegenwärtigen. Zusammengefasst werden die damit verbundenen Theoriestücke der Psychoanalyse unter dem Stichwort desstrukturellen bzw., wie Freud bevorzugte zu sagen, um die Beweglichkeit der Instanzen mehr zu betonen, destopologisches Gesichtspunkts der Metapsychologie (so nannte Freud den allgemeinen theoretischen Rahmen seiner Lehre, der zusätzlich noch einendynamischen und einenökonomischen Gesichtspunkt enthält) abgehandelt. Er ging davon aus, dass bei der Erklärung aller psychologischen Phänomene auch Strukturen aufgeführt werden müssen, und seine These lautet ganz allgemein: Die Psyche ist strukturiert und in Systeme differenziert. Diese Systeme haben umschriebene Eigenschaften sowie Funktionen und sind in einer bestimmten Reihenfolge zueinander angeordnet, was es gestattet, sie metatheoretisch als psychische Orte zu betrachten, denen man eine räumliche Vorstellung geben kann. Diese Annahme wurzelt, was hier allerdings nur angedeutet werden kann, im naturwissenschaftlichen Kontext des 19. Jahrhunderts, speziell in den physiologisch-anatomischen Theorien der zerebralen Lokalisation. Freud hat allerdings in Kritik dieser Theorien – so erstmals in seiner kleinen und exquisiten StudieZur Auffassung über Aphasien von 1891, in der er sich mit Carl Wernicke (1848–1905), Ludwig Lichtheim (1845–1928) und Theodor Meynert (1833–1892) auseinandergesetzt hat – betont, dass die Instanzen etwas Bewegliches sind und energetisch-dynamisch erklärt werden müssen. Später hat er hervorgehoben, was sehr modern anmutet, diese psychischen Orte seien eher »virtuell« (Freud, 1900a, S. 616) und somit keineswegs identisch mit umgrenzten Hirnregionen.

Erstes topologisches Modell

Es sind, wie bereits angedeutet, bei Freud zwei topologische Modelle bekannt. Der erste Konzeption wird im VII. Kapitel seinerTraumdeutung (Freud, 1900a, S. 513–626) entwickelt und geht von der Unterteilung inunbewusst ,vorbewusst undbewusst aus. Jede dieser Instanzen hat ihre Funktion, ihre Abwehrform, ihre typische Besetzungsenergie und ist durch einen typischen Inhalt ausgezeichnet. Zwischen jede dieser Instanzen platziert Freud Kontaktschranken und Zensuren, die den Übergang von einem zum anderen in spezifischer Weise hemmen, kontrollieren und ermöglichen.

DasUnbewusste (das System Ubw): Dieses wird gebildet aus verdrängten Inhalten, denen der Zugang zum System Vorbewusst-Bewusst durch den Vorgang der Verdrängung verwehrt ist. Seine Inhalte sind vor allem Wünsche bzw., in einer späteren Terminologie, »Triebrepräsentanzen «, also Abkömmlinge triebhafter Vorgänge, die unverträglich sind und verdrängt werden müssen. Es gilt überhaupt, dass in den meisten Schriften vor der zweiten Topik das Unbewusste eigentlich dem Verdrängten gleichgesetzt wird. Zudem geht Freud davon aus, dass das Unbewusste weitgehend das Infantile in uns ist. Er fügt später im Rahmen seiner weit ausholenden kulturtheoretischen Forschungen schließlich noch hinzu, dass in ihm eine gleichsam »archaische Erbschaft«, also phylo- und epigenetisch vererbte Inhalte eingelassen sind. Die so umschriebenen infantilen und archaischen Inhalte werden beherrscht durch das, was Freud den»Primärvorgang« genannt hat – in ihm zirkuliert die Energie frei, es gibt keine Negation, keinen Zweifel, keine Vergänglichkeit sowie keine Kausalität. Die Mechanismen, die ihn bestimmen, sind vornehmlich die Verdichtung und die Verschiebung, die Freud in der Deutung von Träumen aufgedeckt hat. Demnach werden die latenten Traumgedanken einer besonderen Form der Bearbeitung unterworfen, sie werden in den manifesten Trauminhalt »ent-stellt«.

Sigmund Freud (1856–1939)


© Wikimedia Commons

DasVorbewusste (System Vbw): Das System Vorbewusst wird vom Sekundärvorgang (gebundene Energie, logisches Denken) beherrscht. Es ist vom Unbewussten durch eine Zensur getrennt, die es den unbewussten Inhalten und Vorgängen nicht erlaubt, ohne vorherige Umwandlung bzw. Aufhebung der Verdrängung ins Vorbewusste zu gelangen. Eine andere, weitere Zensur trennt sie vom Bewusstsein. Hier ist die Aufhebung der Zensur allerdings nicht an die Überwindung einer Verdrängung gebunden, sondern passiert durch Auswahl und Aufmerksamkeitslenkung (Denken wir etwa an das automatisierte Autofahren: Die einzelnen Handlungen können nach genügender Fahrpraxis ohne Bewusstseinslenkung ausgeführt werden, lassen sich aber einfach, und das heißt ohne Überwindung einer Verdrängungsschranke, bewusst machen.). Die vorbewussten Inhalte sind also grundsätzlich bewusstseinsfähig. Stärker noch theoretisch formuliert können wir sagen, dass es deskriptiv-phänomenologisch keine Unterscheidung zwischen dem Unbewussten und dem Vorbewussten gibt, topisch und dynamisch aber sehr wohl. Und hier zeigt sich im Übrigen der deutlichste Unterschied zu anderen Konzeptionen des Unbewussten im Feld der Psychotherapie, so wie sie etwa in der Verhaltenstherapie paradigmatisch formuliert werden: Meistens geht es hier um automatisierte Verhaltens- und Denkgewohnheiten, die durch gezielte Aufmerksamkeit und Achtsamkeit aufgelöst werden sollen (die Psychoanalyse hingegen betont, dass für die Bearbeitung des eigentlich Unbewussten eine ganz andere Art der Anstrengung notwendig ist, nämlich die Überwindung des Verdrängungswiderstandes im Rahmen einer langwierigen therapeutischen Übertragungsbeziehung, in der die verdrängten Inhalte und ihre Abwehr aktualisiert werden).


Im Primärvorgang zirkuliert die Energie frei, es gibt keine Negation, keinen Zweifel, keine Vergänglichkeit sowie keine Kausalität.


Gruppenfoto vor der Clark University: Sigmund Freud, Stanley Hall, C.G.Jung; Hinten: Abraham A. Brill, Ernest Jones, Sandor Ferenczi.


© Wikimedia Commons


Das Bewusstsein ist, wie Freud bündig formuliert, »ein Sinnesorgan zur Wahrnehmung psychischer Qualitäten«.


DasBewusstsein (System W-Bw): Das Bewusstsein, das Freud, anders als die ganze Psychologie (und weite Teile der Philosophie) vor und nach ihm, stark relativiert hat, befindet sich gewissermaßen an der Oberfläche des psychischen Apparates und nimmt nur dessen kleinsten Teil ein. Es steht den Systemen des Unbewussten und des Vorbewussten insofern gegenüber, als es in ihm keine Erinnerungsspuren gibt, es ist bestimmt durch seine augenblickshafte Wahrnehmungsqualität: Es dient der Wahrnehmung äußerer und innerer Reize; die Gedächtnisbildung hingegen findet vornehmlich im System Unbewusst statt. Das Bewusstsein ist, wie Freud bündig formuliert, »ein Sinnesorgan zur Wahrnehmung psychischer Qualitäten« (ebd., S. 620). Alles Bewusste hat eine unbewusste Vorstufe, und für Freud kann der Schluss nur lauten, dass lediglich das Unbewusste »das eigentlich reale Psychische« (Freud, 1900a, S. 617) und von maßgeblicher Bedeutung ist. Später fasste Freud diesen Schluss in die bekannte Formel, der Mensch sei nicht »Herr in seinem eigenen Haus« (Freud, 1917a, S. 11), und sah in dieser starken Relativierung der Bedeutung des Bewusstseins eine weitere narzisstisch-psychologische Kränkung der Menschheit, die sie zu bewältigen habe (neben der gleichsam kosmologischen Kränkung durch Kopernikus, dass sich die Sonne nicht um die Erde drehe, und der biologischen durch Darwin, dass der Mensch in der Tierreihe stehe).

Zweites topologisches Modell (Strukturtheorie)

Bis weit in die 1910er-Jahre hinein hatte Freud die Begriffe unbewusst, vorbewusst und bewusst eher im substantivischen respektive im Sinne von Systemen gebraucht. Später verwendete er die Termini hingegen eher adjektivisch, was unmittelbar mit der Entwicklung der zweiten Topik zusammenhängt. Diese zeichnete sich etwa seit Beginn der 1920er in den Werken Freuds ab, wobei gesagt werden muss, dass sich schon in den Arbeiten zuvor Vor- und Frühformen seiner neuen Auffassungen finden lassen. Ab 1923, mit der SchriftDas Ich und das Es unterschied Freud nun zwischen demEs , demIch und demÜber-Ich . Eine wesentliche Veranlassung für seine Neukonzeption lag darin, dass sich die Psychoanalyse im Laufe der Theorieentwicklung vom Verdrängten aus mehr und mehr dem Verdrängenden zugewendet hatte, und es unabweisbar wurde, dass auch im Ichunbewusste Funktionen, nämlich die Abwehrmechanismen wirksam sind. Die Pole des Abwehrkonflikts stimmten nicht mehr mit den früher definierten Systemen überein, nämlich der weitgehenden Gleichsetzung des Unbewussten mit dem Verdrängten sowie des Systems Vorbewusst-Bewusst mit dem Ich. Ein weiterer, vielleicht noch gewichtigerer Grund für die Umarbeitung der Theorie bestand in der Entdeckung der verschiedenen Identifizierungen bei der Konstituierung der Person und den permanenten Bildungen innerhalb dieser Person (Ideale, kritische Instanzen, Selbstbilder). Mit der neuen Unterscheidung, die verschiedene Subsysteme kennt, waren nicht mehr nurinter systemische Konflikte und Beziehungen (zwischen unbewusst und vorbewusst etwa) interessant, sondern es rücktenintra systemische Beziehungen in den Vordergrund (zwischen Ideal-Ich und Ich-Ideal, zwischen Gewissen und Ich-Ideal usw.). Wichtig zu betonen ist schließlich noch, dass Freud sich mit diesem zweiten topologischen Modell noch weitergehend von den klassischen Naturwissenschaften entfernt hat. Das intrasubjektive Feld wird nach dem Vorbild von intersubjektiven Beziehungen verstanden, die Systeme werden gleichsam als Personen in der Person vorgestellt. So kann es etwa sein, dass sich das Über-Ich sadistisch gegenüber dem Ich verhält und es unausgesetzt quält. Hiermit nähert sich die metapsychologische Theorie eher dem (inter-) subjektiven Erleben an und wird vollends zu einem Beziehungsdenken.


Das intrasubjektive Feld wird nach dem Vorbild von intersubjektiven Beziehungen verstanden, die Systeme werden gleichsam als Personen in der Person vorgestellt.


DasEs: Das Es bildet den Triebpol der Persönlichkeit. Seine Inhalte, psychischer Ausdruck der Triebe, sind unbewusst, einesteils erblich und angeboren, andernteils erworben und verdrängt. Ökonomisch gesehen ist das Es für Freud das Hauptreservoir der psychischen Energie; dynamisch gesehen liegt es im Konflikt mit dem Ich und dem Über-Ich; genetisch gesehen sind beide Abkömmlinge des Es. Freud hat den Begriff von Georg Groddeck (1866–1934) übernommen, dem Freud wohl fälschlicherweise unterstellt hat, er habe ihn wiederum von Nietzsche. Freud war von diesem Begriff gefesselt, weil er den Grundgedanken veranschaulicht, wonach »das, was wir unser Ich heißen, sich im Leben wesentlich passiv verhält, daß wir ›gelebt‹ werden von unbekannten, unbeherrschbaren Mächten« (Freud 1923b, S. 251). Schließt man bestimmte phylogenetisch vererbte Inhalte (und auch das, was Freud das »Urverdrängte« nannte) aus, so ist das Es weitgehend mit dem Verdrängten der ersten Topik identisch.

DasIch: Topisch gesehen ist das Ich ebenso von den Ansprüchen des Es abhängig wie von den Befehlen des Über-Ich und den Forderungen der Realität. Obwohl es als Mittler der Interessen der ganzen Person auftritt, ist seine Autonomie doch relativ begrenzt. Meistens hebt Freud die Heteronomie des Ich, manchmal aber auch dessen relative Autonomie hervor. Es stehe »unter dreierlei Dienstbarkeiten und leidet demzufolge unter den Drohungen von dreierlei Gefahren, von der Außenwelt her, von der Libido des Es und von der Strenge des Über-Ichs. Als Grenzwesen will das Ich zwischen der Welt und dem Es vermitteln, das Es der Welt gefügig machen und die Welt mittels seiner Muskelaktionen dem Es-Wunsch gerecht machen« (ebd., S. 286).Dynamisch gesehen stellt das Ich im neurotischen Konflikt in besonderem Maße den unbewussten Abwehrpol der Persönlichkeit dar. »Wir haben im Ich selbst etwas gefunden, was auch unbewußt ist, sich gerade so benimmt wie das Verdrängte, das heißt starke Wirkungen äußert, ohne selbst bewußt zu werden, und zu dessen Bewußtmachung es einer besonderen Arbeit bedarf« (ebd., S. 244). Im Vergleich mit der ersten Topik umfasst das Ich also jetzt mehr als das System Wahrnehmung-Bewusstsein, da seine Abwehroperationen zum großen Teil unbewusst sind. Hier weist Freud den Weg in einen Bereich, den seine Nachfolger (insbesondere seine Tochter Anna Freud und überhaupt die sogenannten »Ich-Psychologen«) gründlicher noch erforschen sollten: Man beschrieb Abwehrmechanismen des Ich, die unbewusst nicht nur in dem Sinne sind, dass das Subjekt deren Motive und ihre Mechanismen nicht kennt, sondern weil sie mit einem zwanghaften, repetitiven, irrealen Verhalten einhergehen, das sie mit dem Verdrängten, gegen das sie kämpfen, verbindet.

DasÜber-Ich: Die Rolle des Über-Ich ist vergleichbar mit der eines Richters oder Zensors des Ich. Es umfasst primär drei Funktionen: 1. das Gewissen, 2. die Selbstbeobachtung und 3. das Ich-Ideal. Auch diese Funktionen sind zum Teil unbewusst. So ging Freud schon früh von einem »unbewussten Schuldgefühl« aus und schrieb bereits 1907: »Man kann sagen, der an Zwang und Verboten Leidende benimmt sich so, als stehe er unter der Herrschaft seines Schuldbewußtseins, von dem er allerdings nichts weiß, eines unbewußten Schuldbewußtseins also, wie man es ausdrücken muß mit Hinwegsetzung über das Sträuben der hier zusammentreffenden Worte« (Freud, 1907b, S. 135). Freud kam zum Über-Ich besonders über vertiefte Einsichten in die Melancholie/Depression bzw. die pathologische Trauer, in der das Über-Ich gegen das Ich aufgerichtet wird und gegen es wütet (Freuds berühmte Formel lautet: »Der Schatten des Objekts fiel [so] auf das Ich« – Freud, 1916–17g, S. 435). Nach Freud besteht eine enge Verbindung zwischen der Bildung des Über-Ich und dem Untergang des Ödipuskomplexes: Das Kind, das auf die Befriedigung seiner mit Verbot belegten ödipalen Wünsche verzichtet (Inzest- und Beseitigungswünsche), wandelt die libidinöse Besetzung der Eltern in eine Identifizierung mit ihnen um und verinnerlicht darüber das von diesen ausgehende Verbot. Das Über-Ich ist in diesem Sinne also der Niederschlag und das Residuum der ersten Objektwahlen des Es sowie gleichzeitig eine energische Reaktionsbildung gegen die mit ihnen verbundenen Wünsche.

Heute geht man davon aus, dass die Über-Ich-Bildung sehr viel früher einsetzt, jedenfalls nicht erst in der im engeren Sinne ödipalen Phase (3. bis 5. Lebensjahr). So zeigte etwa Sándor Ferenczi (1873–1933), dass die Verbote der Erziehung schon viel früher einsetzen, speziell durch die Verinnerlichung dessen, was er die »Sphinktermoral« (Ferenczi, 1925, S. 255) genannt hat (Beherrschung der analen und urethralen Ausscheidungsfunktionen, an denen frühe Erziehungspraktiken ansetzen). Nach Ansicht der Schule von Melanie Klein (1882–1960) besteht seit der oralen Phase ein Über-Ich (»Gewissensbisse «), das sich durch das Wechselspiel von Projektionen und Introjektionen der »guten« und der »bösen« Objekte bildet und besonders geprägt ist durch die Hochblüte des frühinfantilen Sadismus. Die Kennzeichen dieses frühen Über-Ich sind eine persekutorische Angst vor Rache gemäß demlex talionis (siehe dazu zusammenfassend Klein, 1932). Hier wird die Genese des Über-Ich in Verbindung gebracht mit dem, was Freud seit 1920 denTodestrieb (Freud, 1920g) nannte (dies war auch eines der zentralen Themen seiner späteren, 1930 erschienenen SchriftDas Unbehagen in der Kultur ).


Freud erkannte aber die damit verbundene Gefahr einer »Ontologisierung« des Unbewussten, als er kritisch davon sprach, dass das Unbewusste für die (romantischen) Philosophen »etwas Mystisches, nicht Greifbares und nicht Aufzeigbares« gewesen sei.


Unterscheiden lassen sich von der Lehre der Lebensund Todestriebe aus zwei unterschiedliche Formen des Über-Ich: Das archaisch-sadistische, noch unreife Über-Ich ist nicht nur zu verstehen als der Niederschlag rigider verinnerlichter Gebote, sondern auch und vornehmlich als Ausdruck der inneren Destruktivität und kann gleichsam zur »Reinkultur des Todestriebes« (Freud, 1923b, S. 283) werden. Noch anders gesagt: Je rigider und grausamer das Über-Ich ist, umso stärker ist die innere Destruktivität und die Rigidität ihrer Abwehr ausgeprägt. Ein reiferes Über-Ich ist hingegen gekennzeichnet durch die Fähigkeit, depressive Schuld empfinden zu können – das Schuldgefühl schützt die inneren und äußeren Objekte vor der eigenen aggressiven Destruktivität – und ist in der Lage zu Trauer, Bedauern und Wiedergutmachung.

Paradoxale Verfassung – das Unbewusste als »inneres Ausland«

In der Neuen Folge der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse (Freud, 1933a, S. 62) hat Freud das Unbewusste mit einer schillernden Formulierung ein »inneres Ausland« genannt. Die Freud’sche Formel ist wahrhaft paradox, da deren Aussage ihre eigene Unmöglichkeit bezeichnet. Wie kann ein Ausland, das per definitionem im Außen, jenseits der eigenen Grenzen liegt, sich zugleich im Inneren befinden? Noch anders gesagt: Wie kann ein Ausland im Inland ein Ausland sein? Doch genau diese Formulierung trifft das Wesentliche des psychoanalytischen Verständnisses des gleichsam atopischen Unbewussten, das weder eindeutig innen noch eindeutig außen und damit ohne festen Ort ist. Es ist weder einfach etwas Implizites oder Latentes noch eine zweite Person oder ein zweites Bewusstsein; es ist auch kein Unterbewusstsein (ein Term, den Freud mit Bedacht immer vermieden hat), also keine psychische Hinter- oder Unterwelt. Es lässt sich eher als die Artikulation und Arbeitsweise einer Differenz verstehen, nämlich etwa der zwischen dem Latenten und dem Manifesten. Und weiter: Das Unbewusste entsendet zwar (Vorstellungs- und Affekt-)Repräsentanten, doch es ist nirgendwo als solches präsent. Das Unbewusste existiert nicht an sich, sondern nur in der und durch die Arbeit seiner Entstellung und seinen Entzug im Zwischenbereich von Innen und Außen. Es ist nur in seinem Entzug und in der Negation anwesend und positiv nicht dingfest zu machen. Beziehen wir diese Einsichten auf die zu Beginn erwähnten vorgängigen philosophischen Einflusslinien, so können wir vielleicht sagen, dass Freud das Unbewusste weder ontologisiert, wie es in der romantischen Tradition geschieht, noch es als etwas (kognitiv) bloß Ungewusstes rationalisiert. Zwischen Rationalisierung und Ontologisierung findet er eine dritte Möglichkeit, die das Unbewusste als eine grundlegende dynamische Arbeitsweise des Seelischen fasst und zugleich jeglichem bewussten Erkennen eine unaufhebbare Grenze setzt (vgl. dazu auch Hegener, 2014, Kap. 1).

Wenden wir uns in einem nächsten Schritt einer ausgewählten Weiterentwicklung der Konzeptionalisierung des Unbewussten in der Psychoanalyse nach Freud zu, die für viele Psychoanalytiker sowohl für das theoretische als auch für das klinische Verständnis maßgeblich geworden ist und die Erfahrung eines »inneren Auslands« in ihrer verstörenden Möglichkeit als Grenzenlosigkeit jenseits eines bedeutungsvollen, dreidimensionalen psychischen Raumes beschrieben hat. Der britische Psychoanalytiker Wilfred R. Bion (1897–1979) geht in seinen Überlegungen (Bion, 1962 und 1963) von Freuds Begriff der Kontaktschranke aus, die sich ständig neu bildet und der die Funktion einer semipermeablen Membran zukommt, die die seelischen Phänomene in zwei Gruppen teilt: Sie schaffe eine Grenze zwischen unbewusst und bewusst, zwischen Schlafen und Wachen, Vergangenheit und Gegenwart sowie zwischen Fantasie bzw. Traum und Realität. Die Kontaktschranke ist das wesentliche Merkmal des normal-neurotisch funktionierenden psychischen Apparates, wie ihn Freud im bereits erwähnten siebten Kapitel seiner Traumdeutung beschrieben hat. Wenn sich hingegen keine Kontaktschranken entwickeln konnten (wie bei Patienten mit psychotischen Strukturen oder bei sogenannten »Grenzfällen«), dann verschwimmen die genannten Unterschiede, und es kann sich auch keine normale Abwehr herausbilden und kein Lernen stattfinden. In gewisser Weise kann dann kein bedeutungsvoller dreidimensionaler psychischer Raum entstehen, in dem emotionale Elemente verarbeitbar und speicherungsfähig werden. Kennzeichnend ist dann das quälende Erleben von Unendlichkeit und Grenzenlosigkeit oder »namenloser Angst«, und das Erleben von Unbewusstem (wenn davon in einem distinkten Sinne überhaupt noch die Rede sein kann) erhält andere, verstörende Qualitäten. Damit hat Bion den Verständnisraum des »emotionalen Unbewussten« erheblich erweitert und die Kartierung des »inneren Auslandes« vorangetrieben.

Literatur :

Bion, W. R. (1962).Lernen durch Erfahrung . Frankfurt am Main 1990: Suhrkamp Verlag.
– (1963).Elemente der Psychoanalyse . Frankfurt am Main 1992: Suhrkamp Verlag.
Carus, C. G. (1846).Psyche. Zur Entwicklungsgeschichte der Seele . Jena 1926. Diederichs Verlag.
Ferenczi, S. (1925). Zur Psychoanalyse von Sexualgewohnheiten (mit Beiträgen zur therapeutischen Technik). InBausteine der Psychoanalyse. Band III: Arbeiten aus den Jahren 1908–1933 (S. 245–293). Frankfurt am Main, Berlin, Wien 1984: Ullstein Verlag.
Freud, S. (1891b).Zur Auffassung der Aphasien. Eine kritische Studie . Frankfurt am Main 1992: Fischer Verlag.
– (1900a).Die Traumdeutung .GW II/III.
– (1907b). ›Zwangshandlungen und Religionsübungen‹.GW VII, 129–139.
– (1913j). ›Das Interesse an der Psychoanalyse‹.GW VIII, 389–420.
– (1915c). ›Triebe und Triebschicksale‹.GW X, 210–232.
– (1916–17g). ›Trauer und Melancholie‹.GW X, 428-446.
– (1917a). ›Eine Schwierigkeit der Psychoanalyse‹.GW XII, 3–12.
– (1920g).Jenseits des Lustprinzips .GW XIII, 3–69.
– (1923b):Das Ich und das Es .GW XIII, 237–289.
– (1930a).Das Unbehagen in der Kultur .GW XIV, 419–513.
– (1933a).Neue Folge der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse .GW XV.
Gödde, G. (1999).Traditionslinien des »Unbewußten«. Schopenhauer – Nietzsche – Freud . Tübingen: edition diskord.
Gödde, G. & Buchholz, M. (Hrsg.) (2011).Unbewusstes . Gießen: Psychosozial-Verlag.
Hegener, W. (2014).Unzustellbar. Psychoanalytische Studien zu Philosophie, Trieb und Kultur . Gießen: Psychosozial-Verlag.
Hufeland, Ch. W. (1797).Makrobiotik oder Die Kunst, das menschliche Leben zu verlängern . Frankfurt am Main 1984: Insel Verlag.
Klein, M. (1932).Die Psychoanalyse des Kindes .Gesammelte Schriften , Band II. Stuttgart: frommann-holzboog.
Leibniz, G. W. (1765).Neue Abhandlung über den menschlichen Verstand . Stuttgart 1993: Reclam Verlag.
Marquard, O. (1987).Transzendentaler Idealismus, Romantische Naturphilosophie, Psychoanalyse . Köln: Dinter Verlag.

Zum Autor

PD Dr. Wolfgang Hegener. Psychoanalytiker und Lehranalytiker sowie Privatdozent für Psychoanalytische Kulturwissenschaften an der HU Berlin. Letzte Buchveröffentlichungen: »Unzustellbar. Psychoanalytische Studien zu Philosophie, Trieb und Kultur«, »Heilige Texte. Psychoanalyse und talmudisches Judentum« und »Schuld-Abwehr. Psychoanalytische und kulturwissenschaftliche Studien zum Antisemitismus«.

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