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Dragon Ball Z: Kakarot


Play5 - epaper ⋅ Ausgabe 3/2020 vom 05.02.2020

Der neueste Saiyajin-Ableger liefert die gesamte Z-Saga des Animes - als Action-Rollenspiel in einer semi-offenen Welt. Wie gut das funktioniert, klären wir hier.


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Bildquelle: Play5, Ausgabe 3/2020

ACTION-ROLLENSPIEL Ach, wie schön war es damals, nach der Schule die kurze Fernsehzeit zu nutzen, um sich auf den neuesten Stand in Dragon Ball Z zu bringen - hier ein längst überfälliges „Danke“ an das tolle Fernsehprogramm von RTL 2 Anfang der 2000er! Einer der größten Wünsche vieler Kinder war damals, selbst in die Rollen des legendären Kriegers Son-Goku und seiner Freunde zu schlüpfen, die ikonischen Angriffe wie das Kamehameha per ...

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ACTION-ROLLENSPIEL Ach, wie schön war es damals, nach der Schule die kurze Fernsehzeit zu nutzen, um sich auf den neuesten Stand in Dragon Ball Z zu bringen - hier ein längst überfälliges „Danke“ an das tolle Fernsehprogramm von RTL 2 Anfang der 2000er! Einer der größten Wünsche vieler Kinder war damals, selbst in die Rollen des legendären Kriegers Son-Goku und seiner Freunde zu schlüpfen, die ikonischen Angriffe wie das Kamehameha per Knopfdruck in die Visage der unzähligen Feinde zu hämmern und voller Abenteuerdrang in die fantastische Welt von Akira Toriyama abzutauchen. Das beliebte Dragon-Ball-Franchise hat zwar schon einige Spiele-Ableger in der Vergangenheit hervorgebracht, Entwickler Cyber Connect 2 möchte aber alle genannten Punkte endlich auf dem Bildschirm miteinander vereinen. Dragon Ball Z: Kakarot möchte ein Action-Rollenspiel sein, welches all die tollen Sachen bietet, die Genre-Nachbarn auch so haben. Charakter-Entwicklung, eine Menge Nebenquests und frei erkundbare Gebiete. Auf dem Papier klingt das nach einer Menge Potenzial, aber klappt das auch?

Die volle Ladung Saiyajin

In Dragon Ball Z: Kakarot spielen wir zum allerersten Mal in einem Videospiel die gesamte Handlung der Anime-Vorlage nach. Wie auch in der Serie beginnt die Geschichte viele Jahre nach den Ereignissen der „Prequel“-Serie Dragon Ball. Son-Goku ist bereits erwachsen, mit Chichi verheiratet und Vater des kleinen Jungen Son-Gohan.

In der Spielwelt kann man Zutaten sammeln, diverse Rezepte kochen und natürlich angeln. Wie? Natürlich mit dem affenartigen Saiyajin-Schweif!


Während der ungefähr 35 bis 40 Stunden langen Geschichte trifft man auf unzählige Haupt- und Nebencharaktere der beliebten Anime-Vorlage.


Namek, der Heimatplanet von Piccolo und Gott, ist während des Freezer-Arcs als offene Welt verfügbar und frischt den Spielverlauf angenehm auf.


In der ersten Spielhälfte fallen die Kämpfe für erfahrene Spieler oft leicht aus, mit dem Auftauchen der Cyborgs und Cells steigt der Anspruch aber an.


Außerdem genießt er nun eine einigermaßen enge Freundschaft mit „Ex-Nemesis“ Piccolo. Zudem scheint es so, dass die Welt sich in einer sehr friedlichen Phase ihrer Existenz befindet. Kenner wissen, das hält im Universum von Dragon Ball nicht wirklich lange an. Unser Abenteuer beginnt mit schön verpackten Tutorials, die uns die unterschiedlichen Gameplay-Mechaniken für den perfekten Spieleinstieg näher bringen. Wir kämpfen in einer Erinnerung noch einmal gegen Piccolo und lernen kurz darauf mit dem Sohnemann auf dem Arm die Spielwelt kennen. Zum Beispiel, wie man richtig angelt. Nach guter Saiyajin-Manier benutzt man dafür natürlich keine Angelrute, sondern den affenartigen Schweif, den wir einfach eine Zeitlang im Wasser wackeln lassen. Haben wir genug Zutaten gesammelt, die wir für das Abendessen benötigen, kehren wir auch schon zurück zu Son-Gokus Haus. Die Geschichte beinhaltet neben den vielen ikonischen Schauplätzen, wie das Kame-Haus oder Gottes Versteck, natürlich auch eine Menge Antagonisten. Insgesamt umfasst Dragon Ball Z: Kakarot dabei die gesamte Original-Geschichte. Wir treffen zuallererst auf Son-Gokus Bruder Radditz, auf den in der ca. 40-stündigen Story Vegeta, Freezer, Cell und sogar Boo folgen.

Die verschiedenen Kämpfe und Situationen werden dabei mit an den Anime erinnernden Zwischensequenzen verbunden. Die sind eine ganz große Stärke des Titels. Beim direkten Vergleich mit der Vorlage wird schnell klar: Das Entwicklerteam hat sich bei der Adaption ordentlich Mühe gegeben.

Beeindruckend ist, dass selbst Laien der Handlung problemlos folgen können sollten, was bei all den Charakteren und Hintergrundinformationen gar nicht so leicht ist. Jedoch richtet sich Dragon Ball Z: Kakarot natürlich in erster Linie an eingeschworene Fans. Die Geschichte ein weiteres Mal zu erleben, macht verdammt viel Spaß. Imposante Ereignisse wie Gokus erste Verwandlung zum Super-Saiyajin stehen dem Anime in nichts nach und entfachen erneut die Leidenschaft der alten Tage. Zusätzlich sorgen die Original-Musik sowie die japanische und englische Sprachausgabe für die perfekte Atmosphäre. Fliegt man zum ersten Mal auf Son-Gokus Wolke Jindujun über die Landschaften und hört dabei die Instrumental-Version des Titelsongs „Chala Head Chala“, dann ist das ein ganz großer Spielemoment. Cyber Connect 2 hat in all den kleinen Bereichen, die für eine gute Adaption wichtig sind, einen exzellenten Job gemacht, aber vor allem, wenn all die kleinen Puzzleteile zusammenkommen, entfaltet sich die Qualität von Dragon Ball Z: Kakarot erst so richtig.

Charaktere wie Krillin oder Tenshinhan sind leider nicht spielbar, sie helfen aber im Kampf mit ikonischen Spezialangriffen wie der Sonnenfaust.


Die Welt ist zwar nicht so gefüllt, wie man es von vollwertigen RPGs gewohnt ist, sie erfüllt aber ihren Zweck und kann durchaus unterhalten.


Zum ersten Mal geliebte und toll gestaltete Orte wie das Kame-Haus oder Gottes Versteck zu besuchen, gibt ein enorm befriedigendes Fan-Gefühl.


Unendliche Macht

Mittelpunkt des Spiels, wie auch des Animes, ist aber natürlich das Kämpfen. Während des gesamten Abenteuers schlüpfen wir immer mal wieder in unterschiedliche Charaktere. Wir spielen Son-Goku, Son-Gohan, Piccolo, Vegeta und sogar das Frischlings-Duo der Truppe: Trunks und Son-Goten. Das ist aber noch nicht alles, selbst Fusions-Charaktere wie Vegetto und Gotenks gehören zu den spielbaren Helden. Die fühlen sich zwar alle größtenteils gleich an, unterscheiden tun sie sich aber natürlich bei ihren Spezialattacken, die sich simpel per Knopfdruck aktivieren lassen. Son-Goku setzt dabei zum Beispiel auf das Kamehameha der Schildkrötenschule oder sein Genkidama, Trunks hingegen auf eine Vielzahl von Angriffen, die seinem Schwertstil entsprechen. Dabei baut sich enorm schnell ein Gefühl der Übermenschlichkeit auf, was richtig viel Freude bereitet. Das Kampfsystem hat eine gute Balance zwischen Zugänglichkeit und Abwechslung und die enorm gelungene Präsentation der Super-Angriffe sorgt für grinsende Fan-Gesichter. Feuern wir das Genkidama während eines Kampfes auf einen Gegner, dann ist phasenweise der komplette Bildschirm voll mit Lichteffekten, was enorm befriedigend ist. Zusätzlich können wir uns auf gut eingebundene Unterstützungscharaktere wie Krillin oder Tenshinhan verlassen, die nach Abklingzeit per Knopfdruck mit speziellen Attacken zu unserem Sieg beitragen. Ein zusätzliches Spielelement ist das sogenannte Community-Board. Während unseres Abenteuers stehen uns immer wieder Nebenquests von diversen Dragon-Ball-Charakteren zur Verfügung. Meist werden wir mit Charakter-Münzen belohnt, die wir auf den unterschiedlichen Boards verteilen können, um zusätzliche Boosts für unsere Spielfiguren freizuschalten. Dabei ist es enorm wichtig, die verschiedenen Münzen sinnvoll zu kombinieren. Legen wir zum Beispiel die Münze von Son-Goku neben die von Son-Gohan, erhalten wir den „Vater- und-Sohn“-Effekt. Das klingt möglicherweise im ersten Moment etwas einseitig, macht aber beim Kombinieren enorm viel Spaß.

Die Charaktere lassen sich natürlich − ganz wie es sich für ein Rollenspiel gehört − während unseres Abenteuers stetig weiterentwickeln. Wir schalten neue Saiyajin-Stufen frei oder gar komplett neue Angriffe, die immer imposanter und effektiver werden. Dafür müssen wir lediglich die offenen Teilbereiche der Spielwelt (richtig gelesen, Dragon Ball Z: Kakarot bietet keine „richtig“ offene Spielwelt, sondern viele Teilbereiche, die durch eine Weltkarte verbunden sind) nach bestimmten Gegenständen absuchen. Allen voran benötigen wir nämlich sogenannte Z-Orbs, die in unterschiedlichen Farben in der Welt verteilt sind.

Die diversen Städte wie Orange City oder Ingwerstadt sehen zwar ziemlich cool aus, enttäuschen aber mit viel Langeweile und Monotonie. Schade!


&Die schönen Zwischensequenzen sind nah an der Vorlage und schaffen es wie schon der Anime, den Momenten die richtige Kraft und Emotion zu geben.


Eine große Stärke von Dragon Ball Z: Kakarot sind die visuell toll inszenierten Spezialattacken wie das Genkidama oder das Kamehameha.


Eine volle leere Welt

Die Z-Orbs existieren in unterschiedlichen Farben und lassen sich in den dazu passenden Naturzonen finden. Über und unter Wasser finden wir blaue Z-Orbs, die wir beim Fliegen einsammeln können. Das ist überraschenderweise mit eine der spaßigsten Aktivitäten in der Spielwelt. Abseits davon finden wir Kochgegenstände, mit denen wir an Lagerfeuern oder bei Charakteren wie Chichi Gerichte herstellen können, die uns zeitweise einen Buff auf Angriffs- oder Abwehrkraft geben. Mechanikgegenstände können ebenfalls gefunden werden, diese nutzen wir im Gebäude der Capsule Corporation in West City, wo Bulma uns neue Fahrzeuge herstellen und aufwerten kann. In Dragon Ball Z: Kakarot gibt es nämlich auch Autos und Laufroboter, mit denen wir durch die Spielwelt gleiten und springen. Das ist zwar ganz nett, viel mehr Spaß macht aber das Fliegen. Aktivieren wir nämlich unseren Geschwindigkeits-Boost, so hinterlassen wir eindrucksvolle Spuren auf der Oberfläche der Landschaften oder können sogar ganze Steinmassen zerbersten lassen.

Abgesehen davon hat die Spielwelt aber leider recht wenig zu bieten. Ab einem gewissen Punkt im Abenteuer können wir, wie auch im Anime, verteilt in der Spielwelt die Dragon Balls finden, womit wir uns unterschiedliche Wünsche erfüllen dürfen. Wer sich jetzt schon die wildesten Träume ausmalt, sollte die Bremse ziehen, die Wünsche beziehen sich lediglich auf eine kleine Liste, die zum Beispiel ein Rematch mit bereits bekämpften Gegnern beinhaltet oder Dinge wie eine große Menge Z-Orbs. Auch die Nebenquests sind enttäuschend und kaum der Rede wert. Meistens drehen sie sich um Botengänge oder darum, Roboter in die Flucht zu schlagen. Schade, ein durchdachteres Questdesign und mehr Abwechslung hätten Dragon Ball Z: Kakarot auf ein weitaus höheres Niveau gehoben. Die Vorlage gibt nämlich eigentlich mehr her.

Überall in der Welt verteilt findet man Erinnerungen an die Abenteuer aus Son-Gokus Kindheit, getreu im Look der „Prequel-Serie“ Dragon Ball.


Nur was für echte Fans?

Alles schön und gut, aber an wen richtet sich denn jetzt Dragon Ball Z: Kakarot? Ein weiteres Videospiel für die Fangemeinschaft oder gar darüber hinaus relevant? Die Antwort fällt schwierig aus. Für Fans ist Dragon Ball Z: Kakarot ganz klar ein Pflichtkauf, da die Vorlage mit enorm viel Liebe umgesetzt wurde. Darüber hinaus gelingt es dem Entwicklerteam, den Mythos Dragon Ball selbst für Nichtkenner angenehm zu transportieren. Jedoch sollte man kein vollwertiges Rollenspiel erwarten. Die Welt erfüllt ihren Zweck, nicht mehr und nicht weniger. Die eigentlich tolle Handlung ist zwar großartig präsentiert, leidet aber unter starken Pacing-Problemen. Phasenweise zwingt uns eine Quest dazu, im Minutentakt auf den Wartebildschirm zu starren. Wer aber grundsätzlich etwas mit Shōnen-Anime anfangen kann und Interesse hat, auf spielerische Art in das Franchise einzutauchen, der ist hier genau richtig aufgehoben.

Ihr habt Dragon Ball Z nie gesehen, aber Lust auf das Spiel? Kein Problem, die Geschichte wird in Dragon Ball Z: Kakarot selbst für Laien gut erzählt.


Meinung


„Wow, eine Anime-Adaption so nah an der Faszination des Originals!“


Maci Naeem Cheema Volontär

Lasst uns Tacheles reden: Dragon Ball Z: Kakarot ist vielleicht nicht der erhoffte Meilenstein der Anime-Adaptionen, aber muss es das denn sein, um ein gelungenes und wirklich gutes Action-Rollenspiel zu ergeben? Nein, Cyber Connect 2 hat einen richtig guten Job gemacht, Kindheitsträume von Dragon-Ball-Fans (mich inklusive) zu erfüllen. Es ist so enorm befriedigend, mit voller Kraft über das von Muten-Roshi, Lunch und der Schildkröte bewohnte Kame-Haus zu fliegen. Noch viel mehr, die unterschiedlichen Entwicklungen der ikonischen Charaktere mitzuerleben, allen voran von Son-Gohan, der vom weinerlichen Bub zum großen Saiyaman heranwächst. Hier entsteht ein Nostalgie-Gefühl, das seinesgleichen sucht. Einmal wieder Kind sein und sich so unbeschwert fühlen wie damals kauernd vorm Fernseher. Danke dafür, Cyber Connect 2!

Pro & Contra

+ Das Gefühl der Vorlage großartig eingefangen

+ Sympathische Charaktermodelle

+ Leicht zugängliche, doch enorm spaßige Kämpfe mit visuell toller Inszenierung

+ Großer Spielumfang

+ Sehr viel Fan-Service, selbst beliebte Filler-Folgen haben es ins Spiel geschafft

+ Akira Toriyamas Welt mit sehr viel Charme im Anime-Look eingefangen

- Spaßiges, aber sehr monotones Erkunden

- Die Geschichte ist zwar toll erzählt, leidet aber unter starken Pacing-Problemen

- Lange Ladezeiten

- Nebenquests wurden enttäuschend umgesetzt

Wertung

8von 10

Infos

TERMIN 17. Januar 2020

USK ab 12 Jahren

PREIS ca. 60 Euro

HERSTELLER Bandai Namco

ENTWICKLER Cyber Connect 2