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Dramatische REISE


HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 31/2021 vom 30.07.2021

TV-AKTUELL

Artikelbild für den Artikel "Dramatische REISE" aus der Ausgabe 31/2021 von HÖRZU. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: HÖRZU, Ausgabe 31/2021

BARRIERE DDR-Arbeiter erhöhen die Sektorensperre an der Bernauer Straße

Der Bau der Berliner Mauer war schon des Öfteren Thema in Spielfilmen. Doch die Art und Weise, wie in dem ARD-Drama „3 ½ Stunden“ (siehe TV- Tipp Seite 14) jetzt an den 60. Jahrestag des Ereignisses erinnert wird, ist neu und sehr überraschend. Erzählt wird die Geschichte einer ganzen Reihe von Reisenden aus der DDR und der BRD, die am 13. August 1961 mit dem Interzonenzug von München nach Ostberlin fahren. Während der Fahrt spricht sich herum, dass die DDR-Führung eine Mauer hochziehen lässt. In dreieinhalb Stunden wird der Zug auf das Gebiet der DDR rollen. Bis dahin müssen die aus der DDR stammenden Passagiere eine Entscheidung treffen, die ihr Leben verändern wird: Weiterfahren oder aussteigen?

Drehbuch nach wahren ...

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„Die Grundidee zu diesem Film basiert auf einem Erlebnis meiner Großeltern, die in Dresden lebten“, sagt Drehbuchautor Robert Krause beim Interview mit HÖRZU. „Auf der Rückreise von einem Besuch im Westen im August 1961 erfuhren sie vom Mauerbau. Sie haben sich dafür entschieden weiterzufahren.“ Krause wuchs in der DDR auf und flüchtete 1989 im Alter von 19 Jahren mit seiner Freundin über Ungarn in den Westen. „Viele Figuren in dem Drehbuch und auch viele Fragmente und Themen haben wir anhand von Begebenheiten in meiner Familie, meinem Freundeskreis und meinem Alltag in der DDR entwickelt“, sagt er. So hatte er tatsächlich einen homosexuellen Freund, seine Freundin war eine talentierte Turnerin, sein Großvater ein ehemaliger Nazi. Und diese Figuren spielen jetzt auch im Film entscheidende Rollen. Das Drehbuch schrieb Krause gemeinsam mit der Autorin Beate Fraunholz, die aus dem Westen stammt und keinen persönlichen Bezug zu diesem Thema hat. „Durch unsere unterschiedlichen Biografien und Sichtweisen hat sich eine kreative Dynamik entwickelt, die ich so noch nie erlebt habe“, erinnert sie. „Das Zusammenspiel von westlicher und östlicher sowie männlicher und weiblicher Perspektive war äußerst fruchtbar für unsere Arbeit.“ In ihrem Drehbuch haben sie durch die Vielzahl an Personen einen Mikrokosmos der deutsch-deutschen Gesellschaft im Jahr des Mauerbaus entwickelt. Der Regisseur Ed Herzog setzte die Drehbuchvorlage gekonnt um. Er schuf eine besondere Stimmung, die zwischen bedrückender Enge, Schwere und mitreißender Leichtigkeit pendelt.

Ein besseres Land – das ist die Hoffnung

In einer der interessantesten Rollen ist Susanne Bormann zu sehen. Sie spielt die Kommunistin Marlis Kügler, die mit ihrem Mann Gerd (Jan Krauter) und ihren Kindern reist. Ihr Mann ist Flugzeugbauer und möchte wegen besserer beruflicher Möglichkeiten in den Westen. Für Marlis, die im Staatsapparat einen wichtigen Posten hat, kommt das nicht infrage. „Marlis glaubt daran, dass sich mit dem Sozialismus in der DDR eine bessere Gesellschaft aufbauen lässt“, sagt Bormann im Gespräch mit HÖRZU. „Sie wünscht sich einen Gegenentwurf zum Kapitalismus und dessen egozentriertem Denken. Deshalb verzweifelt sie daran, dass die Men­ schen in Scharen abhauen und ihr geliebtes Land zu Maßnahmen greift, die sie nicht vertreten kann.“ Zudem steht Marlis vor einem weiteren, unlösbaren Problem: „Wenn ihre Familie sich für die Weiterfahrt in den Osten entscheidet, wird ihr Mann unglücklich. Bleiben sie im Westen, gibt sie ihre große Vision auf. Außerdem würde sie ihren Vater, einen hochrangigen Volkspolizisten aus Ostberlin, in unzumutbare Schwierigkeiten stürzen. Wie sie es macht, macht sie es falsch.“

Bormann wuchs in Kleinmachnow in der DDR auf und war zehn Jahre alt, als die Mauer fiel. „Meistens werden in Filmen über den Osten nur Menschen gezeigt, die aus der DDR fliehen wollen“, sagt sie. „Aber viele wollten aus unterschiedlichen Gründen auch bleiben. Ich kenne das aus meiner eigenen Familie. Mein Vater war vom Bau der Mauer entsetzt und hat darunter gelitten, dass er seinen in den Westen geflüchteten Bruder nie sehen konnte. Gleichzeitig hat er die Ideale des Sozialismus hochgehalten und gehofft, dass sein Land ein besseres wird. Dieser Konflikt hat ihn innerlich zerrissen.“ Nur eine von unzähligen Geschichten, die viele Menschen mit der Mauer verbinden. Gut, dass auch heute noch daran erinnert wird.

SVEN SAKOWITZ