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DREI-FLÜSSE-TOUR


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Kanu Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 50/2022 vom 03.08.2022

Der beinahe verwirrende Verlauf von diversen Flüsschen, Gräben, Umflutern und Wehr-Rückstauen ist allein auf einer hochauflösenden Karte zu erkennen. Nicht alle Abschnitte sind »schiffbar« im Sinne einer Kanu- oder Schlauchboot-Tour, dennoch kann man zwischen Weißem Schöps, Schwarzem Schöps, Spree und Ruhlmühle eine wahrlich erschöpfende Drei-Flüsse-Tour durch die Oberlausitz unternehmen. Insiderwissen ist gefragt, die Route allein anhand der Karte zu entscheiden, bringt manchmal wenig. Oder führt in die Irre ...

Der Boots-Service des Unternehmens Ruhlmühle setzt uns in den frühen Morgenstunden an der steilen Böschung zu einem rasch dahin schießenden Wiesengraben ab. Der Schwarze Schöps ist hier nur zwei oder drei Meter breit. Doch das Wasser rast so rasch dahin, dass es einen erwachsenen Mann schon beinahe umreißt, der beim Boot beladen oberschenkeltief im Wasser steht.

So etwa östlich der Brücke, ...

Artikelbild für den Artikel "DREI-FLÜSSE-TOUR" aus der Ausgabe 50/2022 von Kanu Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Kanu Magazin, Ausgabe 50/2022

Malerische Baumgruppen und Waldstücke säumen den Schwarzen Schöps kurz vor der Einfahrt nach Kringelsdorf. Bild unten: kleines Stromdreieck ? von rechts fließt der Schwarze, von links der Weiße Schöps heran. Wo sich die Schöpse vereinigen, steht eine Biwak-Hütte.
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... die die Thomaswälder Straße in Richtung Reichwalde über den Schwarzen Schöps führt, setzen wir das Kanu ein. In der flotten Strömung wehen malerisch Wasserstern und Durchwachsenes Laichkraut. Und schon sausen wir geschwind mit dem Kanu flussabwärts davon.

INFO OBERLAUSITZER DREI-FLÜSSE-TOUR

Anreise: Das beschriebene Flussgebiet liegt nördlich von Bautzen rund um den Kraftwerksstandort Boxberg. Für die Anreise zu einem Startpunkt bieten sich die A4 Dresden-Bautzen sowie die B156 an. Dennoch ist noch eine gewisse Strecke über kleine Landstraßen zurückzulegen.

Bootsvermietung: Das Unternehmen Bootstouren Ruhlmühle bietet verschieden große Schlauchboote für die Fluss-Touren an. Dafür wurden Tourenvorschläge allein für die Spree, für zwei oder für drei Flüsse ausgearbeitet, die wie gewünscht nur Stunden, halbe oder ganze Tage dauern können. Auf ausdrückliche Terminvereinbarung bringt der Bootsservice Ruhlmühle Gäste per Transporter und Bootstrailer sowohl mit Leihboot als auch mit eigenem Boot zum gewünschten Startpunkt. Dabei kann das Auto am Gelände der Ruhlmühle stehen bleiben, und es wird stets auf verschiedenen Strecken in Richtung Ruhlmühle stromabwärts gepaddelt. Das ist sinnvoll, denn ab Ruhlmühle stromabwärts folgt erst einmal wieder ein sehr steiniger und flacher, nicht boots-tauglicher Abschnitt der Spree. Alle Vereinbarungen zu Boots-Ausleihe, Boots-Transport und Übernachtungsbuchungen über www.bootstouren-ruhlmuehle.de, Telefon 03 57 27-5 77 05 oder mobil 0172-3 12 26 62.

Unterkunft: Auf dem Gelände der Ruhlmühle befindet sich ein Zeltplatz mit Grillhütte, Outdoor-Gastronomie und einer Naturbadestelle an der Spree. Die schöne Anlage bietet auch geeignete Plätze für Camper und Wohnmobile. In der Nähe der Spree sind einige Überbleibsel einer historischen Papiermühle als Technisches Denkmal zu sehen. Mail: info@trendline-entertainment.de.

Neben der beeindruckenden Wehranlage können wir wasserwirtschaftliche Erläuterungen lesen, uns in einem kleinen offenen Pavillon über vorkommende Fischarten informieren und die Fischtreppe ansehen. Links neben dem Wehr führt ein mit groben Natursteinen gepflasterter Fahrweg bis zum Tosbecken unterhalb des Wehres. Im Still- und Kehrwasser wachsen hier diverse Röhricht-Arten und sogar Igelkolben. An diesem Platz können wir das Boot gut wieder einsetzen.

Unterhalb des Schlauchwehrs Kringelsdorf ist die Strömungsgeschwindigkeit unseres Mini-Flusses wieder hoch und das Flussbett noch ein Stück mit Bruchsteinen gesichert. Für ein paar Meter Fließstrecke nach dem Wehr kann es noch einmal so flach werden, dass ein Kanu besser ohne Personen darin getreidelt wird. In Mini-Flüssen wie diesem muss man darauf gefasst sein, das Kanu an der Leine zu führen und ein Stück im Flussbett entlang zu laufen. Dies macht sich mit Neopren-Stiefeln an den Füßen am besten. Ich lasse das Kanu am Seil in der Strömung tanzen und probiere jeden Schritt voran: Ein Schritt zu viel, und ich würde plötzlich in hüft- bis brusttiefem Wasser stehen. Wir erreichen den Wald, und sogleich ist das Wasser wieder tief genug zum Paddeln.

Der Schwarze Schöps fließt nun deutlich mäandernd durch einen Hochwald mit Kiefern, Schwarzerlen, Weiden und Eichen. Das Schilf am Flussufer ist durchsetzt mit »Lianen« aus wildem Hopfen. Immer wieder gibt es Röhricht-Ab- schnitte mit darin stehenden Schwanenblumen und mannshohen, gelb blühenden Topinambur-Pflanzen.

Nicht wenige Bäume sind über den Fluss gebrochen. So kämpfen wir uns immer wieder einmal durch das Gezweig und Laub frisch gestürzter Baumriesen und suchen eine Stelle, wo das Kanu flott über den nassen Stamm rutschen kann. Wir ringen mit Riesenspinnweben, verstaubter Belaubung und den Hinterlassenschaften der Vögel. Gelegentlich glückt es der Strömung, das Kanu mit der Breitseite an solche Hindernisse zu drücken, und dann wird es anstrengend. Besonders beindruckt uns ein gebogener Stamm, der im Flussbett gleichsam »atmet«: Ganz regelmäßig steigt er auf und sinkt wieder ab, mit einem sichtbaren »Hub« von vielleicht 30 Zentimetern über der Wasseroberfläche.

SCHÖPS IST NICHT GLEICH SCHÖPS

Bald erreichen wir ein »Stromdreieck«: Von rechts oder von Osten fließt der Weiße Schöps heran, der breiter ist und mehr Wasser zu führen scheint. Genau im Eck der beiden Schöpse steht eine Biwak-Hütte. Hier können wir gut mit dem Boot anlegen und zu den Vorräten greifen. Dann fahren wir den Weißen Schöps ein Stück stromauf bis weit hinter die Brücke der Wilhelmsfelder Straße. Im Fluss wehen die Ranken von langwüchsigem Durchwachsenem Laichkraut beeindruckend in der Strömung. Wir hätten die Tour auch auf dem Weißen Schöps starten können, doch dann hätten wir einige wunderbare Waldabschnitte des Schwarzen Schöps nicht gesehen. Durch die umliegenden Tagebaue haben sich die Zugänge zu den Wasserläufen verändert und werden immer weiter variiert.

Der Weiße und der Schwarze Schöps entspringen beide im Umfeld des Reichenbacher Ortsteils Sohland am Rotstein. Die beiden Flüsse nehmen unterschiedliche »Routen« und gestalten das Landschaftsbild zwischen Weißwasser und Görlitz sehr deutlich mit.

Für uns geht es weiter mit der Strömung, in etwa nach Westen. Obwohl der Weiße Schöps mehr Wasser heranzubringen scheint, geht sein Name mit dem Zusammenfluss verloren. Der Flusslauf heißt weiterhin Schwarzer Schöps. Der Gewässername kann kurz vor Boxberg von Karte zu Karte etwas unterschiedlich sein, denn genau genommen fahren wir an dieser Stelle bereits auf dem Vereinigten Schöps oder nur Schöps. Aber das sagt eben niemand so. Bei Boxberg nimmt der Schwarze oder Vereinigte Schöps schließlich auch das abfließende Wasser des Bärwalder Sees auf.

Dann endet rechts vom Fluss der Kiefernforst, und wir paddeln durch eine eher locker mit Weiden, Birken und Schwarzerlen bewachsene Fluss-Aue. Boxberg kündigt sich mit langsamer werdendem Wasser an. Der Fluss wird breiter. Zahlreiche prächtige Trauerweiden hängen über die Flussufer. Die Schilfzone wird links ebenfalls breiter, zuweilen gibt es noch freie Wasserflächen vom Fahrwasser aus gesehen hinter dem Schilf. Wir beobachten Phragmites-Schilf, Große Rohrkolben und ungeheure Mengen von Schwanenblumen und Topinambur. Dann paddeln wir ein Stück durch Boxberg und sehen insbesondere rechts zahlreiche parkähnliche Grundstücke »Marke Schöps-Idyll«. Der Fluss verbreitert sich beinahe zu einem Stausee. Mitten im Fluss oder Wehr-Rückstau wachsen ebenfalls Röhricht-Werder.

VOLLER LEBEN: FORST UND FLUSS

Das Wehr Boxberg ist in der Ferne zu sehen. Es sieht altertümlich verbaut und gefährlich aus. Kurz vor der Wehranlage kommt rechts eine mit Hölzern befestigte Anlegestelle in Sicht, hinter der gemähte Uferstreifen und ein kleiner Stadtpark liegen. Wir nehmen das Boot auf der rechten Flussseite heraus. Das Wehr Boxberg präsentiert sich sehenswert mit einer großen, schon historisch anmutenden Zifferblatt-Anzeige. Wir rollen das Kanu nördlich der Schöps-Brücke für die Alte Bautzener Straße hinüber auf die andere, sehr viel tiefer liegende Wehrseite.

Hier geht es über einen Parkplatz im Grünen und dann eine Treppe zum Fluss hinunter. Die erste Treppe zum Tosbecken unterhalb des Wehres lässt sich mit daneben laufendem Bootswagen und Leinenhilfe passieren, die zweite Treppe taugt nicht zum Boot einsetzen. Nach der ersten Treppe folgen wir einem wild-buckligen Wald-Pfad halbschräg nach Süden, der endlich zu einer brauchbaren Einsetzstelle führt.

Nun rauschen wir wieder mit flotter Strömung dahin durch den schattigen, ja beinahe dunklen Hochwald. Unterhalb des Boxberger Wehres ist der Fluss zum Teil mit ins Ufer gerammten Pfählen und Steinen befestigt, links oberhalb erstreckt sich so etwas wie eine wilde Gartenanlage.

Nun kurvt der Vereinigte Schöps mit vielen Bögen und engen Kurven durch den Wald, und wir treiben mit dem Kanu über den Fluss und in die Wälder. Im Forst kämpfen hohe alte Kiefern und Eichen um Licht, Schwarzerlen und Eichen dicht an den Ufern ragen weit über den Fluss und gestalten schattige Tunnel. An abgerissenen Steilufern liegt der Lehm frei. Uferschwalben und Eisvögel bauen hier ihre Röhren.

Im flachen, hellen Wasser über den Sandufern sehen wir vom Boot aus viele Fischarten umherflitzen. Die flachen Sandgründe des kleinen Flusses mit ihren Wasserpflanzen und Kleintieren sind bei guter Sicht im Wasser ein toller Schnorchel-Platz. Allerdings kommt man hierher wirklich nur mit dem Boot. In diesem kleinen Fluss der Oberlausitz sollen mindestens die Fischarten Aal, Barsch, Bachforelle, Barbe, Döbel, Giebel, Gründling, Hecht, Plötze, Schleie, Wels und Zander leben. Wo so viele Fische zuhause sind, geht es natürlich auch dem Fischotter, unserem einheimischen Wassermarder, gut.

Nach dem Unterqueren der Brücke mit der B156 paddeln wir noch lange durch eine Landschaft mit dem herrlichsten »Röhricht-Schwanenblumen-Topinambur-Stillleben« an den Ufern. Manchmal sind kegelförmig abgeknabberte Baumstümpfe zu sehen, welche die im Moment unsichtbare Anwesenheit von Bibern beweisen. Der Fluss wird bald breiter und langsamer, die nächste Staustufe kündigt sich an.

IN DIE SPREE

Am linken Ufer weist ein orangefarbenes Paddel den Weg zum Umtragen. Das Kanu muss gefühlte 200 Meter über eine dicht bewachsene und sehr unebene Waldlichtung bewegt werden. Bald kommt oberhalb von Fluss und Wehr eine grüne Jagdhütte in Sicht. Von dort können wir das Wehr und eine beeindruckende Fischtreppe aus Findlingen und Felsbrocken betrachten. Hier wird Elektroenergie erzeugt, und mitten im Wald stehen mächtige Stahl-Spundwände beinahe wie an einem Hafen-Kai.

Über einen offenbar viel begangenen 45-Grad-Wiesenhang lassen wir das Kanu an einer Leine hinunter zum Fluss gleiten. Das sieht kritisch aus, ist aber die einzige Möglichkeit zum Wiedereinstieg. Unten am Fluss muss das Kanu vorsichtig über Steinpackungen ins Wasser gesetzt werden. Unter dem intensiven Rauschen dieses kameragesicherten E-Werk-Wehres stechen wir wieder in See respektive den Fluss. Im steinigen Flussbett nimmt die Strömungsgeschwindigkeit wieder zu, und wir rasen geradezu über eine riskant aussehende Sohlschwelle.

Bald fahren wir unter einer hohen Brücke durch, welche die Dorfstraße von Sprey trägt. Unter der Brücke existieren Festmacher-Ringe, um sicher anlegen zu können. Wer möchte, kann die Gaststätte zum Heidekrug für eine Stärkung aufsuchen oder im Ort zur Schrotholzkirche Sprey wandern. Dieses besondere Gotteshaus wurde nach einer Baugenehmigung aus dem Jahre 1520 bis 1522 errichtet. Die ganze Kirche ist ohne eiserne Nägel nach Blockhausart aus rohem, axtbehauenem Holz erbaut.

Nicht weit westlich des Dorfes Sprey geht der Schwarze Schöps in der von links beziehungsweise von Süden heran fließenden Hauptspree auf. Diese Flussmündung gilt als der nördlichste Punkt des Biosphärenreservates »Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft«. Die Spree »rast« in diesem Bereich dahin, denn sie ist nach diversen Verlegungen wegen Tagebauen ausgebaut wie eine Wasser-Schnellstraße. Wir erleben drei lange, gerade Flussabschnitte mit nur zwei leichten Biegungen dazwischen. Nach den ruhigen Waldfahrten auf den Schöps-Fluten ist die hohe Fließgeschwindigkeit beeindruckend. Die breiten Uferstreifen der Spree werden als Heuwiesen bewirtschaftet, Espen und Pappeln stehen im Hintergrund. Der Truppenübungsplatz Oberlausitz ist nicht weit, wie diverse Schilder und eine betonierte Flussdurchfahrtsstelle beweisen.

Mit vergleichsweise »unheimlicher« Geschwindigkeit nähern wir uns einem weiteren Wehr, das mittels amtlicher Schilder als gefährlich bezeichnet wird. Es befindet sich in Höhe der früheren Ortslage Tzschelln. Vielleicht 100 Meter vor der gut sichtbaren Wehrkante, hinter der die Spree tief zu fallen scheint, ziehen wir das Kanu auf die Uferwiese und setzen es auf den Bootswagen. Rechts am Wehr vorbei müssen wir einen Hügel überqueren. Aus dem Weg ragen grobe Natursteine und machen die Bootsbewegung mühsam.

Unterhalb von Tzschelln ist die Spree in ihrem ursprünglichen, natürlichen Flussbett zurück und fließt in leichten Bögen durch eine offene Heidelandschaft mit kleinen Waldstücken. Bemerkenswert sind riesige Flächen von Bachbunge, die sich beinahe wie tropische Gewächse im Flachwasser vor der Schilfzone zu interessanten Formationen türmen. Endlich kommt das Gelände der Ruhlmühle in Sicht, und wir freuen uns auf ein wohl verdientes Abschluss-Bier.

Die Gesamtstrecke dieses Paddeltages zu den Fluss-Schnorchel-Plätzen der Oberlausitz liegt bei über 20 Fluss-Kilometern, davon sieben auf der Hauptspree.

VOM FRIED-ZUM RAUBFISCH

In sandigen Mulden sieht man auf dieser Tour zuweilen kleine Döbel (Squalius cephalus). Dieser Fisch zählt eigentlich zu den Karpfenartigen Weißfischen und wäre somit ein Friedfisch. Doch erwachsene Döbel entwickeln sich regelmäßig zu Raubfischen, die sich von kleineren Fischen, Laich und Lurchen ernähren. Auch sonst ist der Döbel ein wandelbarer Geselle: In der Jugend fühlt er sich im Schwarm wohl, im Alter entwickelt er sich zum Einzelgänger. Döbel werden üblicherweise 30 bis 40, selten 60 Zentimeter groß.

FALK WIELAND