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Drei Neonicotinoide verboten: Was nun?


TASPO - epaper ⋅ Ausgabe 22/2018 vom 02.06.2018

Künftig wird der Einsatz der drei Neonicotinoid-Wirkstoffe Imidacloprid, Thiamethoxam und Clothianidin im Freiland verboten sein. Nun stellt sich die Frage, was das für die einzelnen Sparten des Gartenbaus bedeutet. Für PflanzenschutzberaterRainer Wilke macht das Verbot die Zulassungssituation für die Betriebe, die Zierpflanzen, Stauden oder und Ziergehölze anbauen, noch einmal deutlich schwieriger.


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Bildquelle: TASPO, Ausgabe 22/2018

Die kleine Pflaumenlaus Brachycaudus helichrysi ist jetzt schon im Freiland bei Zierpflanzen sehr schwer zu bekämpfen.

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Foto: Rainer Wilke

Bekanntlich hat der Ständige Ausschuss der EU für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel, in dem alle EU-Mitgliedstaaten vertreten sind, mit Mehrheit der Mitgliedstaaten einem Verordnungsvorschlag der EU-Kommission zugestimmt, diese drei Wirkstoffe nicht weiter für Kulturen im Freiland zu genehmigen (siehe TASPO 18/18 ). Aber welche Alternativen stehen den Betrieben dann noch zur Verfügung? In welchen Bereichen wäre ein genereller Verzicht auf Neonicotinoide möglich, was bedeutet das für die Praxis?

Die folgende erste Einschätzung der Bekämpfungssituation nach Wegfall der drei Neonicotinoid-Wirkstoffe im Freiland bei Zierpflanzen – einschließlich Stauden und Ziergehölzen – liefert uns hierzu Rainer Wilke vom Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen:

Einsatz schon deutlich zurückgegangen

Seit dem Auftreten des Bienensterbens im Raps im Jahr 2013 und den daraus resultierenden Auflagen NB501, NB502, NB504 sowie dem Verbot der Wirkstoffe durch viele Discounter des Lebensmitteleinzelhandels auf Basis des „Bye Bye Biene-Reports“ von Greenpeace ist die Verwendung der oben genannten Wirkstoffe seither in Nordrhein-Westfalen bereits sehr stark zurückgegangen. Diese und andere Gründe haben regional darüber hinaus zu einem Selbstverzicht des Einsatzes von Imidacloprid im Zierpflanzenbau geführt. Falls überhaupt, dann konnten Produkte mit dem Wirkstoff Imidacloprid im Gewächshaus und Freiland nur von Betrieben mit Direktabsatz oder Großmarktabsatz noch bei nichtblühenden Pflanzen eingeschränkt verwendet werden. Der Wirkstoff Clothianidin hatte in der Vergangenheit keine Freilandzulassung für Zierpflanzen und Containergehölze; Thiamethoxam war in diesen Kulturen bisher nicht zugelassen. Daher hat das Freilandanwendungsverbot der oben genannten Wirkstoffe aktuell nur noch in Einzelfällen erhebliche Konsequenzen.

Zahl einsetzbarer Wirkstoffe darf sich nicht weiter verringern

Betrachtet man allerdings die aktuelle Gesamtsituation von Insektizid-Zulassungen im Freiland für die Produktion von Zierpflanzen und Ziergehölzen, so verringert sich die Anzahl einsetzbarer und gut wirksamer Wirkstoffe und Wirkstoffgruppen zunehmend. Nach jetzigem Stand werden beispielsweise für den Zierpflanzenbau wichtige Produkte wie Pirimor Granulat und Plenum 50 WG mindestens ihre Freilandzulassung verlieren, sodass sich dadurch die Anzahl einsetzbarer Wirkstoffgruppen für ein echtes Resistenzmanagement wieder ein Stück reduzieren wird.

Daher darf die Wirkstoffpalette beziehungsweise die Anzahl Wirkstoffgruppen im Zierpflanzenbau nicht noch weiter schrumpfen. Ein Verbot der verbleibenden Neonicotinoid-Wirkstoffe Thiacloprid und Acetamiprid wäre aus nachvollziehbaren Gründen deshalb in der Produktion nicht so einfach kompensierbar (Beispiel dazu siehe nebenstehende Tabelle).

Der Autor

Rainer Wilke, Spezialberatung Pflanzenschutz im Zierpflanzenbau beim Pflanzenschutzdienst NRW, Köln