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DREI ROTKÄPPCHEN UND NICHT DER GOLF


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auto Test - epaper ⋅ Ausgabe 10/2021 vom 29.09.2021

VERGLEICHSTEST | Kompakte

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Drei Golf-Alternativen mit Potenzial: Mazda 3, Ford Focus und Kia Ceed (von links)

WÄREN WIR MÄRCHEN- ONKEL oder -tanten, hätten wir an dieser Stelle natürlich den „bösen“ Golf mitgenommen. Schon allein wegen der Spannung. Weil wir das Märchenerzählen aber anderen überlassen und der Klassenprimus in der von uns gewählten Leistungsliga als 1.5 TSI mit 150 PS dann doch fast 20 Prozent unter dem stärksten Teilnehmer (Mazda 3/186 PS) gelegen hätte, muss er draußen bleiben. Was im weiteren Verlauf aber überhaupt nicht stört, denn unsere drei kompakten Rotkäppchen (das Orange des Kia werten wir dabei großzügig als Rot-Ton) liefern auch so beste Unterhaltung.

Der gerade überarbeitete Mazda 3 tritt dazu mit seinem technisch einmaligen e-Skyactiv- X-Motor an, der statt bisher 180 jetzt 186 PS leistet. Ein Benziner, bei dem die Zündkerze nur geringfügig beschäftigt wird, und der in bestimmten Lastzuständen quasi wie ein Selbstzünder arbeitet.

Der Kia Ceed fährt ...

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... hier noch in der bekannten Verpackung vor. Das Facelift steht zwar schon in den Startlöchern (siehe Kasten auf der folgenden Seite), technisch bewegt sich der kompakte Koreaner aber auch in der aktuellen Fassung auf einem angemessenen Niveau. Sein 1,5- Liter-Turbo bringt mit 160 PS zwar die geringste Leistung ansonsten erwarten wir den Kia aber mindestens auf Augenhöhe.

Herrlich, wie einfach sich diese Kompakten im Alltag bewegen lassen. Denen fehlt es an nichts

Der Focus mischt schon seit drei Jahren in der Kompaktliga mit, das Facelift dreht bereits Probe-Runden. Und das ist absolut kein Nachteil. Ausgereift und nach wie vor angenehm agil versucht er mit seinen 182 PS, die durchaus gebotene Vernunft mit ein bisschen Vergnügen zu versüßen.

DAS BIETEN SIE: DIE SCHÖNE FORM KOSTET MAZDA PUNKTE

Für einen Kompakten beansprucht vor allem der Mazda ganz schön viel (Park-)Raum. Die ohne jeden Zweifel sehr elegante und hübsch anzusehende Karosserie streckt sich auf 4,46 Meter, lässt im Profil fast ein bisschen Coupé durchblitzen. Und genau da liegt das Problem. Denn beim Platzangebot kann der 3er nicht ganz mithalten, vor allem im Fond fehlt Kopffreiheit. Die flachen Fenster und eine riesenhafte C-Säule sorgen zudem für ein beklemmendes Raumgefühl und versperren dem Fahrer beim Schulterblick massiv die Sicht. Abbiegen in der Stadt wird so zur gefährlichen Zitterpartie. Auch beim Kofferraum kostet die schöne Schale den Japaner einen Punkt, mit maximal 1026 Litern bleibt er doch klar hinter Kia (1291 Liter) und Ford (1354 Liter) zurück. Da hilft auch ein Anhänger nur begrenzt, mit 1,3 Tonnen darf der Japaner nämlich die geringste Last ziehen. 1410 Kilogramm beim Ceed und 1500 Kilogramm beim Focus erlauben etwas mehr.

„Der Mazda 3 konzentriert sich bei Design, Bedienung und Antrieb auf das Wesentliche – gefällt mir.“

Gerald Czajka, Redakteur

FACELIFT FÜR DEN KIA CEED

NEUE OPTIK, MEHR ASSISTENTEN

Wohl ab Oktober kommt das Facelift für den Ceed (inklusive Sportswagon und ProCeed) zu den Händlern. Vorn wie hinten sorgen neue Leuchtengrafiken sowie neu gestaltete Schürzen für einen deutlichen Unterschied zum bisherigen Modell.

Je nach Ausstattung gibt es Voll-LED-Scheinwerfer, Nebelleuchten und Tagfahrlicht nutzen ebenfalls die moderne Technik. Bei Letzterem ersetzen drei senkrechte Elemente die bisherigen vier Punktstrahler und übernehmen auch die Blinkerfunktion.

Wer GT Line (Fotos) oder GT ordert, bekommt Rückleuch-ten mit 48 einzelnen LED-Elementen, die als Lauflicht die Fahrtrichtung anzeigen.

Felgen, Farben und Lacke wurden ebenfalls aufgefrischt. Automatikmodelle können mit Autobahnassistenten, navigationsbasiertem Tempomat (inkl. Stop-and-go) und einzeln aktivierbarem Stauassistenten (künftig auch für Handschalter) aufgerüstet werden. Totwinkel- und Querverkehrswarner greifen nun auch bremsend ein.

Die Preise werden aller Voraussicht nach leicht steigen, die 100-PS-Basis startet bisher bei 16 990 Euro.

FORD FOCUS

Den Focus mit 182-PS- Benziner gibt es erst ab Ausstattung Titanium und nicht als Handschalter, sondern nur mit Automatik per Drehrad. Digitale Instrumente fahren dann im Titanium X mit. Der einzige Dreizylinder im Feld gibt sich akustisch zurückhaltend. Platzangebot und Sitzposition in der zweiten Reihe durchaus ordentlich, Kofferraum mit 375 bis 1354 Litern für Einkauf und Urlaub ausreichend. Die Ergonomiesitze vorn mit ausziehbarer Beinauflage kosten 500 Euro, sind zu dünn gepolstert.

Focus und Kia machen an dieser Stelle noch mehr richtig. Schon vorn sind beide luftiger als der Mazda, in der zweiten Reihe willst du zwar nicht unbedingt von Hamburg nach München reisen, bis an die Ostsee hältst du es aber locker aus (also wenn man in Hamburg startet ...)

Da beschwert sich am Ende des Tages wohl nur der Focus-Fahrer, denn Ford polstert seine großen und vielfältig verstellbaren Sitze deutlich zu dünn. Das können sowohl Mazda als auch Kia deutlich besser. Vorteil für die Asiaten auch bei der Bedienstruktur. Klare Regler, noch überschaubare Touchmenüs im Ceed, zentraler Dreh- Drück-Steller plus wenige Knöpfe im 3er – das passt. Im keinesfalls schlechten Focus stört der zuweilen verschachtelte Menüaufbau. Bei der Sprachsteuerung zei-gen alle drei noch Nachholbedarf. Frei formulierte Befehle bleiben zu häufig unverstanden, Fahrzeugfunktionen lassen sich kaum über die Stimme steuern. Und der Ceed mahnt darüber hinaus viel zu oft, dass die Umgebungsgeräusche zu laut sind. Auch im Stand.

KIA CEED

Als 1.5 T-GDI leistet der Ceed 160 PS. Für 1600 Euro lässt sich ein Siebengang- Doppelkuppler ordern, den es auch mit 48-Volt- Bordnetz gibt (750 Euro). GT Line immer mit 4,2-Zoll-Bildschirm zwischen den Instrumenten. Der Turbo liefert ausreichende Fahrleistungen, klingt aber etwas hemdsärmelig. Das Platzangebot in der zweiten Reihe liegt auf dem guten Niveau des Ford, der Kofferraum fällt mit 395 bis 1291 Litern ebenfalls vergleichbar groß aus. Sitze vorn ausreichend groß und fest gepolstert.

SO FAHREN SIE: AUTOMATIK FÜR FORD KEIN VORTEIL

Weil anders nicht verfügbar, tritt der Focus hier als Einziger mit einer Automatik an. Eine Wandlerbox mit acht Stufen – klingt nach Vorteil, ist es aber nicht. Denn der Automat schaltet nicht besonders flüssig, ruckelt in den kleinen Fahrstufen mitunter dezent. So schneidet der Ford bei den Beschleunigungswerten und auch beim Verbrauch am schlechtesten ab. Immerhin schaffen es die Kölner, den einzigen Dreizylinder im Test akustisch kaum als solchen auffallen zu lassen. Der Vierzylinder im Ceed klingt jedenfalls hemdsärmeliger, rauer. Dafür geht er trotz geringster Leistung im Vergleich richtig gut zur Sache, stürmt in 8,8 Sekunden auf Tempo 100 und knöpft seinen stärkeren Mitstreitern eine halbe Sekunde ab.

MAZDA 3

Den e-Skyactiv X gibt es auch mit Allrad (ab 33 440 Euro), ein Sechsstufenautomat kostet 2000 Euro. Die klassischen Zeigerinstrumente sind super ablesbar, es fehlen natürlich die Darstellungsoptionen eines digitalen Cockpits. Der Zweiliter-Motor geht betont sanft und gleichmäßig zu Werke. Kopffreiheit hinten spürbar eingeschränkt, Kofferraum hier ebenfalls der kleinste (351-1026 l). Die Sitze vorn gefallen mit ordentlicher Passform und Komfort, mehr Einstellmöglichkeiten wären allerdings schön.

Erstaunlich, zumal die Schaltung zwar nicht störrisch, aber auf langen Wegen arbeitet. Wie Handschaltung sein muss, zeigt Mazda: ganz kurze Wege, kaum Widerstände, Gangwechsel locker aus dem Handgelenk. Auch der Zweiliter-Vierzylinder nimmt eine Sonderstellung ein. Weil ohne Turbo, bleibt der Anfahr-Punch begrenzt, die 186 PS entfalten sich aber herrlich gleichmäßig über das ganze Drehzahlband. Dabei bleibt der 3er meist angenehm leise, hält sich auch beim Verbrauch mit 6,6 Litern vornehm zurück.

Beim Federungskomfort erhalten zwar alle drei die gleiche Punktzahl, unterscheiden sich jedoch im Detail. Straff und agil, aber bei kurzen Absätzen etwas harsch der Focus; geschmeidiger, aber auch stärker schwankend der Ceed; gut zwischen hart und zart vermittelnd, aber auf welliger Piste etwas unbeholfen der 3er.

DAS KOSTEN SIE: DAS BESTE ANGEBOT KOMMT VON KIA

Der Ceed kostet Test-ready faire 27 780 Euro – zusammen mit sieben Jahren Garantie (Mazda drei, Ford zwei Jahre) Preis-Leistungs-Sieger. Mit 28 290 Euro im Testtrimm ist der Mazda kaum teurer, der Ford verschlingt als Titanium X mit Automatik 33 500 Euro. Wartung dafür nur alle zwei Jahre, die Asiaten rufen doppelt so häufig.

FAZIT

GERALD CZAJKA, BEREND SANDERS

Der Golf ist längst nicht mehr alternativlos, das beweisen Kia, Ford und Mazda eindrücklich. Der Ceed punktet nicht mehr nur über den Preis, sondern auch in allen anderen Kapiteln. Der 3er bringt das gewisse Etwas in die Kompaktliga, der Focus überzeugt mit hoher fahrdynamischer Reife.