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Drei Tage in London


Weltkunst - epaper ⋅ Ausgabe 164/2019 vom 29.10.2019

Gestern noch Empire, morgen vielleicht schon die Einsamkeit des Brexit. In London ist die Zukunft stets von Geschichte bestimmt. Wer durch die Megametropole flaniert, erlebt nicht nur in der Kunst Freud und Leid am Widerspruch


Artikelbild für den Artikel "Drei Tage in London" aus der Ausgabe 164/2019 von Weltkunst. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Weltkunst, Ausgabe 164/2019

Dämmerung über der Themse, von der Millennium Bridge aus betrachtet


1 Ein urenglisches Vergnügen: Afternoon Tea im Wolseley


2 Mark Bradfords Gemälde »The path to the river belongs to animals« (2019) ist aktuell in der Galerie Hauser & Wirth zu sehen


3 In den Houses of Parliament tobt der Kampf um den Brexit


1. TAG

Mörderische Distanzen. Dichtes Gewimmel in den Straßen. Wer London zu Fuß ...

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... erobern will, ist Tourist – oder wahnsinnig. Zumindest in den Augen der Einheimischen. Flaniert wird in Paris, die Londoner sausen seit 1863 durch ihre hassgeliebten U-Bahn-Röhren. Und doch: Verstehen kann man sie eigentlich nur beim aufmerksamen Spazierengehen, diese vielfältige, geschichtsträchtige und höchst eigensinnige Monsterstadt, die seit Jahrhunderten die Fantasie der Literaten beflügelt und in diesen Tagen wieder zur Bühne eines besonderen Schauspiels wird – des Brexit-Dramas. Ob das Vereinigte Königreich am 31. Oktober wirklich »bye-bye!« zur EU gesagt hat, liegt bei Redaktionsschluss dieses Textes noch im berühmten Londoner Nebel. So oder so wird der Scheidungsprozess noch Jahre andauern. Die erste Tagesetappe führt uns thematisch durch ebendieses innerbritische Spannungsfeld zwischen Prime Minister, Parlament und Krone: Wir starten mit Blick auf die feine Spitztürmchenarchitektur der Houses of Parliament, die ab 1840 nach einem verheerenden Brand von Charles Barry im neogotischen Stil neu aufgebaut wurden. Im House of Commons verlaufen die Brexit-Debatten oft lautstark. Wer in dieser Kammer die Mehrheit hat, bestimmt das Schicksal des Landes, denn 1689 traten mit der Bill of Rights die Regenten William III. und Mary II. ihre Souveränität ans Parlament ab, das seitdem volle Gesetzesmacht besitzt. Auch Premierminister Boris Johnson darf das Parlament nicht aushebeln, wie Lady Brenda Hale unlängst per Urteil erklärte. Die Spinnenbrosche am Pullover von Großbritanniens oberster Richterin hätte dem hemdsärmligen Premier vielleicht eine Warnung sein können.

Der Weg führt nach Norden die Parliament Street hinauf und an der Downing Street vorbei, wo hinter der Tür mit der Nummer 10 Boris Johnson seine Pläne schmiedet. Als Mahnung, was Staatsoberhäuptern blühen kann, steht einige Meter weiter das Banqueting House von 1622 als einzig erhaltener Teil des einst riesigen Palace of Whitehall. Vor der hübschen Renaissancefassade, mit der der Architekt Inigo Jones in London den Palladianismus einführte, büßte Charles I. im Jahr 1649 seinen Kopf ein. Der katholische König hatte versucht, fünf Parlamentsabgeordnete verhaften zu lassen, damit den Englischen Bürgerkrieg ausgelöst – und diesen aus Geldmangel gegen die finanzstarke protestantische Mehrheit in der Hauptstadt verloren. Den Fehler, die Launen Londons zu unterschätzen, hat sich seitdem kein englischer Regent mehr geleistet.

Wir flanieren nun ein Stück die Themse entlang nach Osten – mit einem Zwischenstopp in der Courtauld Gallery im Somerset House mit ihrer Sammlung alter Meister und französischer Impressionisten – und dann durch die Gassen des Temple-Bezirks, wo Scharen von Anwälten das komplizierte britische Fallrecht studieren. Unser Ziel ist das kurioseste Museum der Stadt am weitläufigen Platz Lincoln’s Inn Fields: Hier baute der Architekt Sir John Soane Anfang des 19. Jahrhunderts sein Wohnhaus zu einer Wunderkammer um, innovative Lichtschächte inklusive. Heute glänzt das Sammelsurium aus Antiken, Architekturmodellen und bedeutenden Gemälden wie dem Zyklus »A Rake’s Progress« (1733–1735) von William Hogarth als Paradebeispiel für Londoner Exzentrik.

1 Abgesang auf die Segelschif fahrt in der National Gallery: »The Fighting Temeraire«, gemalt 1839 von J. M. William Turner


2 Ein Paradebeispiel für Londoner Exzentrik ist das Sir John Soane’s Museum


3 Künstlerin Kara Walker vor ihrem Werk »Fons Americanus« (2019) in der Tate Modern


Wir gönnen uns nun eine kurze U-Bahn-Fahrt von Holborn zum Leicester Square. Wenige Minuten später betreten wir die National Gallery, die seit 1837 mit ihrem klassizistischen Portikus und der stattlichen Kuppel den Trafalgar Square dominiert. Zu den weltberühmten Gemälden, die hier bewahrt werden, gehören Jan van Eycks »Arnolfini-Hochzeit«, J. M. William Turners »The Fighting Temeraire« oder Vincent van Goghs »Sonnenblumen«. Der Bau des Architekten William Wilkins sollte eigentlich auch die 1768 gegründete Royal Academy of Arts beherbergen. Aus Platzmangel befindet sich diese jedoch seit 1868 gut zehn Gehminuten entfernt im Burlington House an der belebten Piccadilly Street. Die Sonderausstellungen der Royal Academy lohnen eigentlich immer (derzeit steht mit Lucian Freud und Antony Gormley die britische Nachkriegskunst im Fokus). Nördlich beginnt das gediegene Mayfair-Viertel mit Galerien wie David Zwirner, Pace, Sprüth Magers, Thaddaeus Ropac oder Hauser & Wirth, die den Rang Londons als Herz der globalen Kunstwelt belegen.

Auf der Piccadilly Street belohnen wir uns jetzt mit einer Pause beim urenglischen Vergnügen des Afternoon Tea im Wolseley, bevor wir nach einem Spaziergang durch den Green Park den Buckingham Palace erreichen. In der Queen’s Gallery würdigt ab 15. November eine Schau King George IV. (1762–1830) als Kunstsammler. Die aktuelle Kronenträgerin Elizabeth II., die wegen der Brexit-Querelen um den Zusammenhalt ihres Reichs fürchten muss, verbringt in ihren Gemächern vielleicht die eine oder andere schlaflose Nacht. Wir ruhen hingegen – das passende Budget vorausgesetzt – nach der Tour königlich im Como Metropolitan London oder einem anderen Luxushotel an der Park Lane.

2. TAG

1 Der White Tower wurde um 1078 von Wilhelm dem Eroberer errichtet. In der Festungsanlage mit den berühmten Raben werden heute die Kronjuwelen verwahrt


2 Brutalistische Betonarchitektur lässt den Wohnkomplex Barbican abweisend wirken. Ins Innere locken jedoch ein großes Tropenhaus und ein vielfältiges Kulturangebot


Von Imperien und Splendid Isolation träumen die »Brexiteers«. Die Ursprünge des britischen Weltmachtanspruchs sind das Thema des zweiten Tages, und dafür starten wir in der City – dem ältesten Teil Londons –, wo traditionell das innige Verhältnis von Macht undmoney den Ton angibt. Die Römer bauten hier um das Jahr 200 eine Stadtmauer, deren Reste als London Wall bekannt sind. An ihrem Ostende errichtete 878 Jahre später der Normanne Wilhelm der Eroberer den White Tower aus hellem Kalkstein, um sich, seinen Königshof und seine Schatzkammer vor den noch nicht vollständig ergebenen angelsächsischen Londonern zu schützen. Die Anlage wurde in den folgenden Jahrhunderten zum Tower of London erweitert.

Wer das Funkeln der dort verwahrten britischen Kronjuwelen erleben will, sollte früh aufstehen – die Schlangen vor den Kassen sind lang. Wir laufen über die Tower Bridge und begegnen am Südufer der Themse einem Ei aus Glas: In der City Hall, dem Rathaus der Stadt, herrschte bis 2016 ein gewisser Bürgermeister Johnson, der die Londoner primär mit einem Leihfahrradsystem (»Boris Bikes«) beeindruckte. Wir befinden uns im einst von Bärenkämpfen, Prostitution und Shakespeares Theatertruppe geprägten Stadtteil Southwark, folgen dem Themse-Verlauf nach Westen und legen an den Imbissständen des Borough Market eine kulinarische Pause ein. Nur 100 Meter weiter erinnert uns der Nachbau von Francis Drakes Galeone Golden Hind daran, dass es Freibeuter wie Drake waren, die einst im Auftrag der Krone England die Seewege öffneten.

Das Britische Empire nährte sich auch vom Blut Millionen afrikanischer Sklaven, die in die amerikanischen Kolonien verschleppt wurden. Die Künstlerin Kara Walker thematisiert das mit ihrer Brunnenskulptur »Fons Americanus«, die bis zum 5. April in der Turbinenhalle der Tate Modern zu sehen ist. Ein Pflichtbesuch – auch angesichts der spektakulären Dimensionen des stillgelegten Ölkraftwerks von 1963, das heute eine erlesene Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst präsentiert und daneben noch spielend Platz findet für temporäre Ausstellungen des dänischen Ökokünstlers Olafur Eliasson und des koreanischen Videokünstlers Nam June Paik. Die filigrane Millennium Bridge von Norman Foster bietet anschließend nicht nur eine tolle Aussicht die Themse hinab, sondern bringt die Spaziergänger auch zurück ins historische Zentrum: Christopher Wrens Kathedrale St. Paul’s lohnt unbedingt eine Stippvisite.

Danach biegen wir auf der Straße Cheapside nach Osten ab, um zwei Gebäude anzuschauen, die als weltliche Wahrzeichen der Handelsstadt London errichtet wurden: Auf einem dreieckigen Grundstück zwischen Cornhill und Threadneedle Street eröffnete 1570 Queen Elizabeth I. die Royal Exchange, deren Arkadengänge zum wichtigsten Umschlagplatz von Waren aus den Kolonien wurden. Zweimal brannte die Börse nieder, zuletzt wurde sie 1844 im klassizistischen Stil wiederaufgebaut. Heute finden sich hier Luxusboutiquen. Finanziert wurden Kriege und Seeabenteuer von zahlreichen Privatbanken und der ältesten Zentralbank der Welt, der 1694 gegründeten Bank of England. Für diese errichtete John Soane ab 1790 in der Threadneedle Street ein großzügiges Gebäude. Dessen Säulengänge blieben vor dem heutigen Bankhaus erhalten – als prachtvolles Symbol, dass einst der ganze Welthandel vom Geld aus London abhing.

Die gegenwärtige City mit ihren Glasfassadengebirgen wirkt etwas seelenlos. Wir nehmen deshalb die U-Bahn in der Station Bank zum Barbican, dem einzigen großen Wohngebiet im Viertel. Der brutalistische Betonkomplex mit seinen Drillingstürmen bietet neben Londons zweitgrößtem Tropenhaus und einer Sonnenterrasse mit künstlichem See vor allem viel Kultur – von Kino, Konzerten und Theater bis zu Ausstellungen und der Dauerpräsentation des Museum of London.

Den Tag ausklingen lassen wir im nahen St. John Restaurant, wo Sternekoch Fergus Henderson seit 1994 das »nose to tail eating« propagiert, also die umweltfreundliche Komplettverwertung tierischer Produkte. In der Cocktailbar Duck & Waffle im 42. Stock des Heron Tower blicken wir danach in gottgleicher Perspektive auf die Lichter der nächtlichen Stadt hinab.

1 Eine Institution im East End: Der Brick Lane Beigel Bake serviert jüdische Teigkringel


2 Das Lego-Piratenschiff aus dem Jahr 1989 nimmt Besucher im V & A Museum of Childhood mit auf die Reise in die Kindheit


3 Nicholas Hawksmoor baute 1729 die Christ Church, die noch heute das East End überschaut


3. TAG

Immigration ist ein Kernthema in der Brexit-Debatte, und London profitierte stets von seinen Einwanderern. Entsprechend haben in der Hauptstadt 60 Prozent für den Verbleib in der Europäischen Union gestimmt. Das Lebensgefühl der Londoner erkunden wir am dritten Tag, dazu lassen wir das touristische Zentrum hinter uns und nehmen die U-Bahn zur Station Angel. Als erste Vorstadt der City entstand Islington um 1735.

Die dreistöckigen Häuser im georgianischen Stil, die damals an der Upper Street gebaut wurden, werden heute von der gehobenen Mittelschicht bewohnt und beherbergen im Erdgeschoss oft charmante kleine Geschäfte. Man shoppt großbürgerlich, gewählt wird jedoch rot: Am Ende der Upper Street beginnt mit dem Park High bury Fields der Wahlkreis von Labour-Chef Jeremy Corbyn. Ein absoluter Lieblingsort auf der Upper Street ist das Restaurant des bekannten israelischen Kochs Yotam Ottolenghi, wo wir beim Brunch Energie sammeln. Mit beschwingtem Schritt bummeln wir anschließend an den Trödelgeschäften der Camden Passage entlang und erreichen am Ende der Duncan Street hinter einem unscheinbaren Gatter den Treidelpfad des Regent’s Canal. Ab 1820 versorgten hier Kanalboote die Fabriken Ost-Londons mit Kohle. Am Ende des Industriezeitalters wurden die Boote zu schwimmenden Häusern umgebaut, und der Treidelpfad verwandelte sich zur grünen Flanieridylle im Großstadtstress.

Es ist zu früh für ein Bier im engen Pub The Narrowboat, deshalb biegen wir auf die Brücke der Wharf Road ab, um uns anzuschauen, wie die Galeristin Victoria Miro ein Fabrikgebäude aus dem 19. Jahrhundert zum White Cube mit Wasserzugang umgestylt hat. Bis 20. Dezember sind hier Einzelausstellungen mit Doug Aitken und Celia Paul zu sehen.

1 Auf dem Regent’s Canal wurde einst Kohle transportiert. Heute ist Nord-Londons Wasserader eine begehrte Wohnlage


2 »Lucian and Me« (2019) von Celia Paul. Victoria Miro zeigt im Herbst die zarten Malereien von Lucian Freuds Lebenspartnerin


Wir haben die unsichtbare Grenze zum East End überschritten, Londons traditionellem Wohnbezirk der Armen und Einwanderer, der in den letzten 30 Jahren auf radikale Weise gentrifiziert und verändert wurde. Doch es gibt noch sehenswerte Relikte – wie die Apartmenthäuser aus orangefarbenem Backstein, die ab 1890 als eines der ersten Projekte des sozialen Wohnungsbaus am kreisrunden Park Arnold Circus entstanden. Hinter der Tür zu einem ehemaligen Fahrradschuppen verbirgt sich das empfehlenswerte Mittagsrestaurant Rochelle Canteen, das sich bury harmonisch ins Nachbarschaftsgefüge integriert hat.

Wir haben nun zwei Möglichkeiten: Unser inneres Kind drängt auf einen kleinen Schlenker über die Bethnal Green Road zum V & A Museum of Childhood, um sich dort mit der großen Spielzeugsammlung zu amüsieren. Alternativ visieren wir mit der Brick Lane direkt das Herz des East End an, wo Spuren diverser Einwanderungswellen zu finden sind. Eine echte Institution ist der 24 Stunden geöffnete Brick Lane Beigel Bake, wo man auch nachts für wenige Pfund Teigkringel in der jüdischen Tradition bekommt – wenn man sich traut, die scharfzüngigen Ladys hinter dem Tresen anzusprechen.

Die jüdische Community ist aus dem Viertel fast verschwunden, es zogen Einwanderer aus Bangladesch nach, die nun vor allem das südliche Ende der Brick Lane mit Moscheen und Curry-Restaurants prägen. Die Seitenstraßennamen Fournier Street oder Fashion Street erinnern an hugenottische Seidenweber, die im 17. Jahrhundert nach London flohen. Um sie vom Anglikanismus zu überzeugen, baute 1729 Nicholas Hawksmoor die Christ Church – mit seinen Bauklotzformen eines der eigenartigsten Sakralgebäude Londons.

Das East End bot früher billigen Arbeitsraum für Kreative. In der Fournier Street lebt seit 1968 das extravagante Künstlerduo Gilbert & George, und in den Neunzigerjahren hatten die Young British Artists Tracey Emin und Sarah Lucas auf der Brick Lane einen Kunstladen. Viele Künstler hat es mittlerweile in andere Viertel verschlagen. Geblieben ist die Whitechapel Gallery, wo 1956 mit der Schau »This Is Tomorrow« die Pop-Art erfunden wurde. Im Moment füllen Sounds der Sixties die Räume – gemixt vom noch unbekannten Duo Eileen Simpson und Ben White. Eine gelungene Metapher für die Stadt, in der sich Alt und Neu so kunstvoll vermischen.


Bild links: Milton Cogheil/Alamy Stock Photo; Bilder rechts: Photo: Joshua White, © Mark Brad-ford, Courtesy of the artist and Hauser & Wirth; David CC/Alamy Stock Photo; The Wolseley

Bilder links: The National Gallery, London; Ben Fisher; Sir John Soane’s Museum; rechts: Historic Royal Palaces; Max Colson

Bilder links: Neil Setchfield/Alamy Stock Photo; Tim James-VIEW/Alamy Stock Photo; The Lego Group/Victoria and Albert Museum, London; rechts: James Hadley/Alamy Stock Photo; Celia Paul/Courtesy of the artist and Victoria Miro, London-Venice