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Dreikönigstreffen


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EMTB - epaper ⋅ Ausgabe 6/2022 vom 06.12.2022

TEST REIFEN-KOMBIS

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Bildquelle: EMTB, Ausgabe 6/2022

Qual der Wahl

Welchen Einfluss nehmen Karkasse und Gummimischung auf das Verhalten eines Reifens? Um das herauszufinden, haben wir von den drei marktführenden Herstellern Continental, Maxxis und Schwalbe jeweils zwei Reifen-Kombis zum Test gebeten. Profil und Reifendimension sind dabei jeweils identisch, lediglich Reifenaufbau und Gummimischung ändern sich. Heraus kommen drei Allround- und drei Extrem-Kombis.

Ein Mountainbike-Reifen ist ein einziger Kompromiss. Hoher Pannenschutz, oder geringes Gewicht? Massig Grip und Traktion, oder gute Haltbarkeit und leichter Rollwiderstand? All diese Eigenschaften lassen sich mit modernster Technik zwar optimieren – doch von dem einen Reifen, der alles perfekt kann, müssen wir Biker wohl ewig träumen. Also: Prioritäten setzen. Welcher Reifen der beste für den persönlichen Einsatzbereich ist, hängt dabei entscheidend vom Reifenaufbau und der ...

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... Gummimischung ab. Das Profil, also die Größe, Form und Positionierung der Stollen, ist längst nicht das entscheidende Kriterium. Man könnte sagen: Die wahre Stärke eines Pneus bleibt von außen unsichtbar. Eine Maxxis-Kombi aus Assegai und Minion DHR II sieht auf den ersten Blick immer gleich aus. Doch wer an der Ladentheke steht, muss sich theoretisch für eine von 48 (!) möglichen Kombinationen dieser zwei Profile entscheiden. Bei unseren zwei Testkandidaten von Schwalbe sind es gar 54 Varianten. Verschiedene Laufradgrößen und Reifenbreiten sind dabei übrigens noch nicht mit eingerechnet.

Warum Maxxis, Schwalbe und Conti? Laut unserer aktuellen Leserumfrage decken diese drei Marken 90 Prozent des Kaufinteresses ab, alle anderen Fabrikate landen bei niedrigen einstelligen Prozentwerten. Um herauszufinden, wie stark sich die unterschiedlichen Karkassen, Seitenwandkonstruktionen und Gummimischungen voneinander unterscheiden – und ob man die Unterschiede in der Praxis wirklich spürt – haben wir von diesen drei Herstellern jeweils zwei Reifen-Kombis zum Test gebeten: eine Allround-Kombi und eine Extrem-Kombi. Der Clou: Profil und Reifendimension sind jeweils identisch. Die Unterschiede liegen ausschließlich im Reifenaufbau und der Gummimischung. Von jeder Marke haben wir dabei die gängigsten und vielseitigsten Profile für Trail- bis Enduro-E-MTBs ausgewählt. Von Maxxis die beiden Klassiker Assegai und Minion DHR II; von Schwalbe den Magic Mary und Big Betty; und vom deutschen Gummi-Riesen Continental aus der neuen Gravity-Serie die Allround-Kombi aus Kryptotal Fr (Front) und Re (Rear). Augenscheinlichster Unterschied in den markeninternen Duellen: das Gewicht. Die jeweils leichten Reifen wiegen als 29er gut 1000 Gramm, die schweren Pneus landen bei rund 1300 Gramm. Die leichten Varianten eignen sich für den Allround-Einsatz auf anspruchsvollen Touren und Trails. Die Extrem-Kombis brillieren im harten Enduro-Gelände mit garstigen Steinfeldern und in Bikeparks, wenn maximaler Grip und Pannenschutz gefragt sind. Je schwerer der Biker und je wilder der Fahrstil, desto mehr macht eine dicke Kombi Sinn. Doch das hohe Gewicht der Reifen macht das Bike-Handling behäbiger. Und damit sind wir wieder beim Thema Kompromiss. Um den wird man nie herumkommen, doch unser ausführlicher Labor- und Praxistest macht die Vor- und Nachteile der einzelnen Kompromisslösungen bestmöglich sichtbar.

So testet EMTB

Labor Um die harten Fakten unter vergleichbaren Bedingungen abzuklopfen, haben wir alle Reifen im Testlabor von Reifenhersteller Continental getestet. Alle Tests wurden bei einem Reifendruck von 1,6 bar auf einheitlichen Felgen durchgeführt. Beim Durchschlagtest saust ein 10,1-Kilo-Fallbeil auf den Reifen. Dabei wird die Fallhöhe so lange erhöht, bis dem Schlauch die Luft ausgeht. Je höher die Fallhöhe, desto besser der Durchschlagschutz. Um einen Durchstich oder ein Aufschlitzen des Reifens zu simulieren, dringt ein Metalldorn durch den Reifen. Einmal auf der Lauffläche und einmal an der Seitenwand. Dabei wird die maximale Kraft gemessen, bis die Karkasse durchstoßen ist. Der Rollwiderstand wird auf einem Trommelprüfstand bei 30 km/h und einer Last von 50 Kilo ermittelt. Dieses Prozedere bildet den Rollwiderstand auf Asphalt und sehr harten Untergründen ab.

Praxis Für unseren Praxistest standen uns drei baugleiche Scott Ransom eRide 910 zur Verfügung. Mit identischem Setup konnten wir schnell und unkompliziert zwischen den Reifenpaarungen wechseln und die Gummis im direkten Vergleich gegeneinander testen. Drei zusätzliche 29er-Laufradsätze ermöglichten es uns, alle 18 Gummis back to back und im ständigen Wechsel in definierten Geländesituationen zu fahren und die Unterschiede detailliert herauszufiltern. Vom Kurven-Grip auf harten und losen Böden, über die Traktion in steilen Anstiegen oder auf Wurzeln und das Bremsvermögen im Downhill haben insgesamt vier Tester die relevanten Fähigkeiten einer Reifen-Kombi überprüft. Die herbstlichen Bedingungen boten perfekte Voraussetzungen, auch dem Nass-Grip der Gummis und den Selbstreinigungsfähigkeiten der Profile auf den Grund zu gehen.

Das sagen die Tester

Max Fuchs, Testredakteur BIKE

„Minimaler Luftdruck ist maximaler Fahrspaß, weil der Grip massiv ansteigt! Das funktioniert aber nur mit einem stabilen Reifen, deshalb hat bei mir Pannenschutz höchste Priorität. Am E-MTB stören mich das höhere Gewicht und mehr Rollwiderstand dicker Pneus sowieso nicht. Wenn alles passen muss, greife ich selbst am Heck zum weichen Gummi.“

Laurin Lehner, FREERIDE-Magazin

„Zugegeben: Im direkten Vergleich spürt man den Vorteil der weichen Gummimischungen. Doch das sind nur Nuancen. Der erhöhte Verschleiß steht dazu in keinem Verhältnis. Geldbeutel und Umwelt danken es Euch, wenn Ihr zum härteren Gummi greift - gerade am E-MTB, wo die Reifen im Zeitraffer runtergehobelt werden.“

Florentin Vesenbeckh, Testleiter EMTB

„Viel hilft viel? Einfach blind zum dicken und schweren Reifen zu greifen, macht keinen Sinn. Das höhere Gewicht an den Laufrädern macht das Handling spürbar träger. Je nach Einsatzbereich und Fahrweise ein echter Nachteil, das gilt insbesondere an Light-E-MTBs. Je wilder Gelände und Fahrstil, desto mehr lohnt sich ein dicker Schlappen.“

So unterscheiden sich die Reifen-Kombis

Pannenschutz

Im Schnitt bieten die schweren Kombis 50 Prozent mehr Durchschlagschutz als ihre leichten Pendants. Das erreichen die Pneus über stabilere Karkassen (1), also mehrere Gewebelagen übereinander und stichfeste Schutzschichten (2) oder Gummieinlagen (3). Mehr Material, mehr Pannenschutz. Dadurch steigt auch das Gewicht. Im Schnitt allerdings nur um 24 Prozent. Auf guten Durchschlagschutz sollte man besonders am Hinterrad achten, denn das Heck trifft meist mit weniger Bedacht und dafür umso mehr Schwung auf grobe Hindernisse.

Grip und Traktion

Neben dem Profil (4) hat vor allem die Gummimischung (5) Anteil am Kurvenhalt und der Traktion der Reifen. Insbesondere auf harten Untergründen oder bei Nässe. Ein weicher Gummi passt sich dem Boden deutlich besser an und verzahnt sich förmlich mit Hindernissen. Besonders am Vorderrad erhöht das die Fahrsicherheit spürbar. Mit dicker Karkasse sind zudem niedrigere Luftdrücke möglich, das steigert den Grip zusätzlich.

Rollwiderstand

Die Extrem-Kombis rollen im Schnitt um 49 Prozent zäher als die Allrounder. Den größten Anteil daran hat die weichere Gummimischung. Die weichen Stollen kleben förmlich am Boden. Wer auf effizientes Rollen Wert legt und weitere Strecken auf Asphalt oder harten Untergründen zurücklegt, sollte zumindest am Hinterrad auf einen härteren Gummi setzen. Denn hier lasten rund 75 Prozent des Drucks. Der Rollwiderstand des Vorderreifens kostet also deutlich weniger Energie. Auch eine steifere Karkasse erhöht den Rollwiderstand, da zusätzliche Walkarbeit anfällt. Der Einfluss ist bei den Testreifen aber geringer als der des Gummis.

Verschleiß

Das kennt jeder aus der Schule: Ein weicher Radiergummi rubbelt sich schnell ab. So ist es auch bei Reifen. Die Zauberworte Ultrasoft, Supersoft oder MaxxGrip versprechen massig Traktion, doch die weichen Mischungen verschleißen auch deutlich schneller. Gerade am E-Bike nicht optimal. Auch hier gilt: Das Hinterrad ist besonders betroffen. Hier sollte ein superweicher Gummi nur wohlüberlegt zum Einsatz kommen.

Leicht oder schwer?

Dicke oder dünne Karkasse? Weicher oder harter Gummi? Wir haben gecheckt, wie sehr die Unterschiede zu spüren sind.

Das Testlabor spricht eine ganz klare Sprache: 50 Prozent mehr Durchschlagschutz, 49 Prozent höherer Rollwiderstand, 24 Prozent schwerer. Die drei Extrem-Kombis im Test verhalten sich gänzlich anders als ihre drei leichteren Pendants. Die Unterschiede zwischen den Marken und somit auch zwischen den Profilen fallen im Labor deutlich geringer aus. Aber was sagt der Praxistest? Sind die Unterschiede auch beim Fahren spürbar? Beim Back-to-back-Vergleich zwischen leicht und schwer fällt im normalen Fahrbetrieb am deutlichsten der Gewichtsunterschied auf. Knapp 300 Gramm mehr rotierende Masse pro Laufrad machen die Fahrt deutlich träger. Lenkbewegungen bei langsamer Fahrt oder spielerische Fahrmanöver wie Sprungeinlagen werden spürbar zäher. Doch auch im Positiven tut sich etwas. Bei schneller Fahrt auf ruppigem Untergrund liegen die Bikes mit den dicken Pneus satter. Und auch der höhere Grip durch die weichen Gummis fällt im direkten Vergleich deutlich auf. Und das selbst bei identischem Luftdruck. Lässt man etwas Luft aus den Reifen, was die dickeren Karkassen locker zulassen und zum Teil sogar erfordern, steigen Grip und Traktion noch weiter. So liegt die subjektive Fahrsicherheit und der Kurvenhalt bei allen drei Extrem-Kombis spürbar über der griffigsten Allround-Kombi (Maxxis). Bei langsamer Fahrt haben die dicken Karkassen aber noch einen Nachteil. Die steife Konstruktion schmälert den Fahrkomfort, da sich der Reifen weniger an Unebenheiten anschmiegt. Gerade in technischen Uphills kann das ein Nachteil sein. Am deutlichsten war dieser Effekt bei den supersteifen Contis mit DH-Karkasse zu spüren. Maxxis schafft es hingegen, auch der schweren Kombi erstaunlich viel Komfort einzuhauchen.

Alle Karkassen

Neben den getesteten Kombis haben wir auch die weiteren Karkassen der drei Hersteller durchs Labor1 geschleust. Das gibt den kompletten Überblick über Gewichte, Durchschlagschutz und Rollwiderstand der gesamten Produktpaletten und hilft bei der Auswahl der passenden Reifen.

Continental Kryptotal Re

Die noch junge Gravity-Palette ist in ihrer Modellvielfalt übersichtlich. Drei Karkassen und drei Gummimischungen stehen zur Auswahl. Die leichte Trail-Karkasse und die mittlere Enduro-Variante gibt es jeweils nur mit einer Gummimischung (Endurance bzw. Soft). Nur bei der robusten DH-Karkasse besteht die Wahl zwischen softem und supersoftem Compound – wir haben uns für soft entschieden. Die Trail-Reifen sind die leichtesten und bieten den geringsten Durchschlagschutz. Die dicken DH-Schlappen setzen den Höchstwert beim Pannenschutz, gehören aber auch zu den schwersten.

? Kryptotal Re Trail Endurance: 1011 g / 675 mm / 47, 5 W

? Kryptotal Re Enduro Soft: 1163 g / 875 mm / 67 W

? Kryptotal Re DH Soft: 1342 g / 1250 mm / 69,4 W

Maxxis Minion DHR II

Fünf Reifenkonstruktionen, drei Gummimischungen, zahllose Kombinationsmöglichkeiten: die Qual der Wahl bei Maxxis. EXO, EXO+ und Doubledown liegen im Labor sehr nahe beeinander. Deutlich höheren Pannenschutz gibt’s erst bei der DH-Karkasse. Verschleißtipp: die härtere Dual-Gummimischung auf der DH-Karkasse mit Drahtkern. Top für den Dauereinsatz in hartem Gelände und zudem günstiger.

? Minion DHR II EXO MaxxTerra: 1030 g / 825 mm / 58,3 W

? Minion DHR II EXO+ MaxxTerra: 1052 g / 850 mm / 61,2 W

? Minion DHR II DD MaxxTerra: 1140 g / 875 mm / 63,2 W

? Minion DHR II DH MaxxGrip: 1359 g / 1150 mm / 95 W

? Minion DHR II DH Draht Dual: 1358 g / 1050 mm / 71,5 W

Schwalbe Magic Mary

Bei Schwalbe mussten wir für den Vergleich zum Vorderreifen greifen, denn den Magic Mary gibt es in allen vier relevanten Karkassen, während der Big Betty erst ab Supertrail verfügbar ist. Bei Supertrail und Supergravity besteht die Wahlmöglichkeit zwischen den Gummimischungen Soft und Ultrasoft. Überraschend: In unserem Labortest bot die schwere Superdownhill-Bauweise nicht mehr Pannenschutz als die etwas leichtere Supergravity-Variante.

? Magic Mary Superground Soft: 1012 g / 725 mm / 54,3 W 

? Magic Mary Supertrail Soft: 1136 g / 825 mm / 56,9 W

? Magic Mary Supergravity Ultrasoft: 1321 g / 1150 mm / 86 W

? Magic Mary Superdownhill Ultrasoft: 1407 g / 1150 mm / 90,8 W

Fazit Florentin Vesenbeckh, Testleiter EMTB

Selten war es nach einem Test so schwierig, einen klaren Favoriten zu benennen. Zum einen sind die Stärken und Schwächen der leichten und schweren Kombis sehr vom Einsatzbereich abhängig. Zum anderen liegen die Kontrahenten von Maxxis, Schwalbe und Conti supereng zusammen. Besonders bei den drei Extrem-Kombis ist das Rennen sehr knapp. Der Unterschied zwischen leicht und schwer fällt dagegen bei allen drei Marken deutlich aus. Im Labortest – aber auch in der Fahrpraxis – machen Reifenaufbau und Gummimischung in unserem Vergleich einen größeren Unterschied als Marke und Profil.

Durchschlag

Um durchschnittlich 50 Prozent steigt der Durchschlagschutz im Labortest bei den Reifen mit dicker Karkasse an. Am drastischsten ist die Differenz bei Continental, die in der Trail-Variante den geringsten und in der DH-Variante den höchsten Pannenschutz aller getesteter Reifen bietet. Unter den leichten Kombis hält Maxxis am meisten Sicherheit vor Durchschlägen bereit.

Gewicht

Viel Pannenschutz erreicht man nur mit viel Masse. Entsprechend sind die Gewichte grob an den Durchschlagschutz gekoppelt. Der Unterschied zwischen den leichten und schweren Kombis fällt an der Waage mit durchschnittlich 24 Prozent aber deutlich niedriger aus als beim Fallbeiltest. Die leichte Conti-Kombi landet vorne, am schwersten fallen die dicken Maxxis-Schlappen aus.

Allround-Kombis

Geringes Gewicht und gute Laufeigenschaften

Leichteste Kombi, niedrigster Rollwiderstand – aber auch der geringste Pannenschutz, das ist die Kurzfassung der Labordaten zur Kryptotal-Kombi in der Trail-Variante. Auch im Praxistest landet der Conti auf der zahmen Seite. Traktion und Kurvenhalt liegen mit dem harten Gummi hinter der Konkurrenz. Doch der Kryptotal agiert sehr berechenbar und gutmütig. Im Grenzbereich bleibt er leicht beherrschbar und erspart dem Fahrer damit Schrecksekunden auf dem Trail. Wer seine Prioritäten auf Gewicht, Rollwiderstand und nicht zuletzt den Preis setzt, ist hier richtig. Aus der Praxis wissen wir: Der Verschleiß ist gering. Tipp für Trail-Fans: Für mehr Grip eher zur griffigeren Enduro-Variante mit Soft-Gummi greifen (siehe S. 87).

Viel hilft viel! Beim stollenbepackten Profil des beliebten Vorderreifens Assegai trifft dieses Motto zu. Der Kurvenhalt ist super, insbesondere auf harten Böden. Auch wenn das Profil weniger danach aussieht, gibt es auch bei tieferen Bedingungen gute Führung. Nur die Bremstraktion ist bei den anderen Reifen etwas besser. Das Klassiker-Profil DHR II am Hinterrad bietet die beste Traktion im Test. Die Kombi ist die schwerste unter den Allroundern, auch der Rollwiderstand fällt am höchsten aus. Dafür gibt’s hier auch den besten Durchschlagschutz. Die Seitenwand ist aber wenig robust. Tipp: Den Assegai Exo+ gibt es auch mit dem klebrigen MaxxGrip-Gummi. Diese Option gibt’s bei den anderen Marken nicht.

Schwalbes Supertrail-Reifen haben deutlich abgespeckt. Über 100 Gramm leichter als in unserem letzten Test vor zwei Jahren. Außerdem neu: der Magic Mary in der dünneren Superground-Variante. Wer einen leichten Vorderreifen mit top Traktion und gutem Kurvenhalt sucht, kommt um diesen Reifen kaum herum. Zumal auch Durchschlagschutz und Rollwiderstand auf gutem Niveau liegen. Der Big Betty am Hinterrad konnte im Praxistest nicht ganz so begeistern. In Summe bietet diese Kombi einen guten Kompromiss aus Gewicht, Pannenschutz und Fahreigenschaften. Der Vorderreifen funktioniert mit seinem aggressiven Profil auch bei tiefen Böden hervorragend, ist aber weniger gutmütig als seine Konkurrenten.

Extrem-Kombis 

Massig Grip und Pannenschutz für extremes Gelände

In der DH-Variante kommt der Kryptotal im Praxistest deutlich näher an die Kombis von Schwalbe und Maxxis heran. Grip und Kurvenhalt sind mit dem weichen Gummi top. Beim Durchschlagschutz erntet Conti sogar Bestwerte, dank der sehr steifen Karkassenkonstruktion. Bei niedriger Geschwindigkeit und identischem Luftdruck fährt sich der Reifen unkomfortabler als die dicken Schlappen der Konkurrenz. Vorteil: Auch bei extrem geringem Luftdruck bleibt der Reifen stabil auf der Felge und knickt in Anliegern nicht weg. Perfekt für härteste Gangart in rauem Gelände. Mit Soft-Gummi gute Traktion im Uphill. Auch in dieser Variante sehr gutmütig und berechenbar. Trotz weicher Mischung gute Verschleißwerte.

Im Praxistest entpuppte sich diese Kombi als absoluter Liebling der Tester. Der Kurvenhalt ist unschlagbar, und noch dazu bleibt der Reifen im Grenzbereich extrem gut kontrollierbar und gutmütig. Ein echter Sicherheits-Boost. Und auch die Traktion am Hinterrad setzt die Benchmark für diesen Test. Das bissige DHR-Profil bekommt den Bonus der superweichen MaxxGrip-Mischung, das spürt man. Allerdings rollt der Reifen damit auch am zähesten, und der Verschleiß fällt hoch aus. Nichts für Kilometersammler und Vielfahrer. Weiterer Punktverlust im Labor: Kein Bestwert beim Pannenschutz, dennoch schwerste Kombi im Test. Gut: geschmeidige Karkasse mit hohem Fahrkomfort auch bei niedriger Geschwindigkeit.

Schwalbes Magic Mary ist ein absoluter Klassiker im All Mountain- und Enduro-Segment. In der sehr weichen Ultrasoft-Mischung steckt der Reifen aber nur an ganz wenigen Rädern. Der Kurvenhalt ist extrem stark und die Bremstraktion überragend – besonders auf tiefen Böden. Der zahmer ausgelegte Big Betty kann da nicht ganz mithalten. Dafür legt er den mit Abstand niedrigsten Rollwiderstand der sechs dicken Reifen auf die Rolle. Auch das Gewicht bleibt im Rahmen, was allerdings auch mit dem schwächsten Durchschlagschutz der drei Extrem-Hinterreifen einhergeht. Auffällig: Magic Mary ist schwerer und pannensicherer als Big Betty. Die Supergravity-Seitenwand ist die mit Abstand robusteste im Stichtest!