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DREIMAL FREUNDLICHKEIT ALS GESCHÄFTS-PRINZIP


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Mollie Makes - epaper ⋅ Ausgabe 74/2022 vom 03.08.2022

Kreativgespräch

Artikelbild für den Artikel "DREIMAL FREUNDLICHKEIT ALS GESCHÄFTS-PRINZIP" aus der Ausgabe 74/2022 von Mollie Makes. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Mollie Makes, Ausgabe 74/2022

THE HAPPY NEWSPAPER EMILY COXHEAD

01 (Foto links) The Happy Newspaper ist eine Plattform, auf der nur positive News geteilt werden.

02 Auch im Angebot: Heitere Accessoires, die uns zum Lächeln bringen.

Hi Emily! Erzählst du uns ein bisschen mehr über dich und The Happy News?

Hallo, und vielen Dank! Ich bin Illustratorin, Designerin und möchte gute Laune verbreiten. The Happy Newspaper habe ich im Jahr 2015 gegründet. Ansonsten gestalte und verkaufe ich hauptsächlich Grußkarten. Ich habe auch viele Produkte entworfen, die lizenziert wurden und in vielen wunderbaren Geschäften wie John Lewis verkauft werden. Außerdem habe ich mir einen Traum verwirklicht, nämlich zwei Bücher geschrieben und illustriert. „Make Someone Happy“ und „You Are Incredible Just As You Are“ sagen eigentlich alles über die Marke The Happy News und meine Sicht auf die Welt.

Wie bist du auf die Idee gekommen, nur ...

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... gute Nachrichten zu verbreiten?

Als ich eine schwierige Zeit durchmachte, fiel mir auf, wie sehr Nachrichten und soziale Medien mich deprimierten. Also fing ich gezielt an, nach guten Nachrichten zu suchen. Ich spürte einfach die positive Wirkung auf mich, und ich bemerkte, was ich auslöste, wenn ich die positiven Nachrichten teilte. Wenn wir Gutes sehen, hören und tun, entsteht ein Dominoeffekt der Freundlichkeit, der wirklich unglaublich ist.

Du stellst immer wieder Alltagshelden vor.

Warum ist dir das wichtig? Mir war von der ersten Ausgabe an wichtig, einen Bereich zu schaffen, in dem die Helden des Alltags gefeiert werden. Mir gefällt vor allem die Idee, dass die LeserInnen jemanden aus ihrem Umfeld für diese Rubrik nominieren können. Ich finde es so wichtig, diese Menschen herauszuheben, denn die wenigsten von ihnen erwarten, dass man sie für ihre Arbeit lobt, sondern machen einfach nur ihren Job. Diese Menschen sind es, die uns in Erinnerung bleiben und unser Leben positiv beeinflussen, und sei es auch nur im Kleinen.

03 Emily stellt Geschichten für die nächste Ausgabe zusammen.

Welche Rolle spielt die Kreativität für deine Selbstfürsorge?

Zeichnen und Schreiben waren für mich schon immer so etwas wie eine Therapie. Es hat mir in vielen Situationen geholfen, mich durch Worte oder Zeichnungen auszudrücken, um Probleme zu meistern oder Dinge besser zu verstehen. Ich glaube, das wird sich für mich nicht ändern. Manchmal ist es schwierig, die Kreativität zum Beruf zu machen, weil sich dann Job und Privatleben schlechter trennen lassen. Aber für mich ist die Kreativität so wichtig, dass ich mir immer ein Stück davon nur für mich selbst reserviere.

04 Emilys Mission: Den ganzen Planeten mit etwas Glück und Freude besprenkeln.

Was könnte jede/r tun, um einen anderen Menschen zum Lächeln zu bringen?

In meinem Buch „Make Someone Happy“ geht es um die kleinen Gesten der Freundlichkeit, die wir oft übersehen, die aber anderen Menschen den Tag retten können. Das kann ein Lächeln sein, das man einem Fremden schenkt, ein handgeschriebener Zettel für einen Freund, die Lieblingsschokolade für den Kollegen oder einfach, jemandem zu sagen, dass man für ihn da ist oder ihm zuhört. Wir können nicht die ganze Welt verändern, aber für unsere direkten Mitmenschen können wir viel tun.

Was bedeutet Freundlichkeit für dich und dein Business?

Alles! Mein Label würde ohne Freundlichkeit nicht existieren. Von den Freiwilligen, die in den Anfangstagen für The Happy News geschrieben haben, bis hin zu den vielen Geschichten, mit denen wir in jeder Ausgabe an die Kraft der Freundlichkeit erinnern – Freundlichkeit ist der Kern von allem, was wir tun. In den letzten Jahren haben wir in diesem Zusammenhang eine Schulinitiative gestartet. Dank der freundlichen Unterstützung durch die Bupa Foundation konnten wir im März 2021 über 28 000 Zeitungen an Schulen in Großbritannien versenden, was wirklich unglaublich ist. Darüber hinaus finanzieren wir für jede Zeitung, die wir an eine/n AbonnentIn schicken, die Pflanzung eines Baums. Insgesamt haben wir bisher die Pflanzung von über 20 000 Bäumen unterstützt.

Wer The Happy Newspaper für sich oder als Geschenk abonnieren möchte, schaut auf thehappynewspaper. com. Auch auf Instagram @thehappynewspaper verbreitet Emily gute Laune.

AVELANE WALL ART RINA MATSUMURA

Hallo Rina! Deine Wandbehänge sind wunderschön. Erzähl uns etwas über dich und deine Arbeit.

Hi! Ich bin japanisch-kanadischer Abstammung, lebe in Calgary und baue meine Webrahmen selbst. Meine Lieblingsmotive sind Berglandschaften und Silhouetten. Außerdem arbeite ich seit fast 20 Jahren als Krankenschwester in der Psychiatrie. Das Weben verbindet meine Leidenschaften für Kreativität und die Förderung der psychischen Gesundheit, indem es meiner Kunst einen Sinn gibt. Es ist mir sehr wichtig, der Gemeinschaft etwas zurückzugeben und den freundlichen Umgang miteinander zu fördern.

Wie hast du das Weben für dich entdeckt?

Ich habe 2017 einen AnfängerInnenkurs in meinem Lieblings-Wollladen besucht, und es war wohl Liebe auf den ersten Schuss. Danach habe ich verschiedene Techniken ausprobiert und versucht, einen Stil zu finden, der ausdrückt, wer ich bin und was ich durch meine Kunst vermitteln möchte. Es war eine wunderbare Entdeckungsreise, auf der ich viel über mich selbst gelernt habe.

Welche Rolle spielt die Weberei für deine Psyche?

Eine sehr große. Beim Weben kann ich Stress und Ängste ablegen. Wenn ich am Webstuhl sitze, kann ich auftanken und die emotionale Schwere, die die Arbeit mit leidenden Menschen mit sich bringt, verarbeiten. Die einfachen Handbewegungen beim Weben sind meditativ und geben mir Raum, meine Dankbarkeit zu erkennen und mit offenem Herzen und Verstand weiterzugehen.

Einen Teil deines Gewinns spendest du an Organisationen für psychisch Kranke. Warum ist dir das wichtig?

Mir ging es von Anfang an darum, meine Leidenschaften für Kunst und psychische Gesundheit miteinander zu verbinden. Kreativität hat in meinem eigenen Leben eine große Rolle gespielt, darum möchte ich der Gemeinschaft etwas zurückgeben. Ob ich nun Programme zur Förderung der psychischen Gesundheit mit Geldspenden unterstütze oder Programmen, die Hilfsbedürftige mit Dingen wie Socken oder Bustickets versorgen, mir ist wichtig, dass auch kleine Gesten der Freundlichkeit einen Unterschied machen können.

01 Details und Text urenvon Rinas Wandbehängen aus der Nähe.

02 Solche Untersetzer entstanden in einem Live-Workshopin Zusammenarbeit mit Vogue Knitting.

03 Rina probiert neue Techniken aus, um Stress abzubauen.

04 Selbstgebaute Webrahmenan der Wand von Rinas  Atelier. Atelier.Atelier.

„Es ist mir wichtig, etwas zurückzugeben und den freundlichen Umgang miteinander zu fördern.“

Fließt dein Engagement für psychische Gesundheit in deine Webarbeiten ein?

Ja, dafür steht das kleine grüne Herz, das ich in die untere rechte Ecke jedes Bilds nähe. Meine Kunst erzählt die Geschichten meiner Kämpfe und meiner Erfahrungen bei der Unterstützung anderer, die sich in Schwierigkeiten befinden. Manchen Arbeiten lege ich eine Karte mit der Geschichte hinter dem Werk bei. Auf Instagram und in meinen Kursen erzähle ich von meiner Leidenschaft für psychische Gesundheit.

sWelche Rolle spielt Freundlichkeit für dich und dein Label?

Sie ist unglaublich wichtig. In meinem Kunstverständnis bedeutet sie Inklusivität und Unterstützung statt Konkurrenz. Ich unterstütze andere, die das Weben ausprobieren wollen, oder sich über meine Kunst und meine Arbeit erkundigen möchten. Ich versuche, Gelegenheiten für Freundlichkeit zu finden, da ich weiß, dass sie lange nachwirkt.

Auf Insta @avelanewallart – kannst du Rinas Wandbehänge sehen und mehr über ihre Kurse und Workshops erfahren.

SILLY GIRL CLUB NIKKI MILLAR

01 (Foto oben) Nikki schneidert witzige Kleider aus alter Bettwäsche.

02 Auch Ohrringe und andere Accessoires fertigt Nikki aus Altmaterialien.

03 Silly Girl Club produziert konsequent umweltfreundlich.

04 Nikki beim Zuschneiden eines ihrer nachhaltigen Modelle.

Hallo Nikki! Wir lieben deine witzige Mode. Erzähl uns mehr über den Silly Girl Club und über dich.

Hallo Mollie Makes, danke für das Gespräch! Ich heiße Nikki und mache in meinem Atelier in den Midlands Neues aus ausgemusterten Dingen. Hauptsächlich verarbeite ich alte, nostalgische Bettwäsche, damit die Menschen den Wert von Dingen erkennen, die sie vorher für wertlos hielten.

Wie bist du darauf gekommen, Mode aus alter Bettwäsche zu machen?

Als Teenager war ich verrückt nach Auto-Motiven und gab mein Taschengeld für coole Bettwäsche aus, vor allem für Bezüge mit Retro- und Cartoon-Motiven. Dann habe ich angefangen, daraus Kleidung für mich selbst zu nähen. Während des Studiums habe ich dann das Schneidern gründlicher gelernt, und plötzlich wollten Leute mir meine Kleider abkaufen. Da wusste ich, dass ich auf dem richtigen Weg war. Ich gab meinen Job als Kellnerin auf und widme mich seitdem hauptberuflich der Wiederverwertung von Textilien.

Tust du dir mit dem Entwerfen und Schneidern auch selbst etwas Gutes?

Kreativ sein ist meine Freizeit. Ich liebe meinen Job so sehr, dass es mir schwerfällt, abzuschalten, wenn mir neue Ideen durch den Kopf spuken. Es ist toll, jeden Tag mit einem Gefühl der Dankbarkeit zur „Arbeit“ zu gehen. Einmal habe ich ein paar Tazos zu einem Festival mitgenommen, weil ich morgens, wenn alle anderen noch schliefen, Ohrringe machen wollte. Ich denke, mein Job ist meine Selbstfürsorge. Ich wüsste nicht, was ich ohne ihn tun würde, denn er passt perfekt zu mir.

Dir liegt Nachhaltigkeit am Herzen. Warum?

Über 75 % der 53 Millionen Tonnen Textilien, die weltweit produziert werden, landen jedes Jahr auf dem Müll. Zum Vergleich: Ein Kleinwagen wiegt eine Tonne. Kleidung darf kein Wegwerfartikel sein. Die weltweite Abfallproduktion wird bis 2050 voraussichtlich um 70 % steigen, und ich möchte dazu nicht beitragen. Ein großes Online-Publikum ist eine großartige Plattform, um die Menschen darüber zu informieren, was wir besser machen können. Die Leute kommen oft wegen der farbenfrohen, auffälligen Kleidung und stellen dann fest, dass sie auch etwas lernen. Das ist für mich genauso wichtig wie die Herstellung der Kleidung selbst.

Was sollte jede/r über die Auswirkungen von Fast Fashion auf die Erde wissen?

Dass unsere Kleidung von Menschen gemacht wird. Wir bekommen von der Produktion nichts mit und hinterfragen sie selten. Aber die ArbeiterInnen sind oft unterbezahlt und genießen keinen Arbeitsschutz. Der Gedanke, dass die Kleidung, die ich trage, von den unglücklichen Händen eines Menschen berührt wurde, gefällt mir nicht.

Was bedeutet Freundlichkeit für dich und für dein kleines Unternehmen?

Freundlichkeit steht im Mittelpunkt. Ich beziehe so viel wie möglich aus der Region – meine Etiketten und Anhänger werden direkt in der Nachbarschaft hergestellt. Meine T-Shirts und Pullover werden mit Ökostrom produziert, mein Jeansstoff wird wiederverwendet, und sogar die Knöpfe sind aus Nüssen, die biologisch abbaubar sind. Ich möchte größeren Labels zeigen, dass es möglich ist, ethische, erschwingliche Kleidung zu produzieren, ohne dass dies auf Kosten der Menschen und der Erde geht.

Nikkis Kleider, Taschen, Scrunchies, Pullover und Shirts gibt es auf sillygirlclub.com und auf Insta @sillygirlclub zu sehen.