Lesezeit ca. 5 Min.

DREIMAL MIT ALLES BITTE!


Logo von Auto Bild
Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 18/2022 vom 05.05.2022
Artikelbild für den Artikel "DREIMAL MIT ALLES BITTE!" aus der Ausgabe 18/2022 von Auto Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
Große Diesel mit unter acht Litern Verbrauch und Reichweiten um 800 Kilometer -die drei sind die idealen Partner im Alltag

ALLRAD, PLATZ, POWER – bei bis zu sieben Sitzen und satten 2,5 Tonnen Anhängelast muss man wirklich kein SUV-Freund sein, um den Erfolg des Skoda Kodiaq zu verstehen. Doch das Flaggschiff der tschechischen VW-Tochter wird auch nicht jünger. Nach fünf Jahren an der Familienfront werden erste Altersfältchen sichtbar. Zur Straffung bekam er dafür eine überarbeitete Front mit schmaleren LED-Scheinwerfern, einen vertikaler ausgelegten Kühlergrill und mehr Feinschliff im Innenraum. Schön, aber reicht das, um beim Armdrücken gegen die starke Konkurrenz von Kia und Renault zu gewinnen?

Das Problem mit den Jahren kennen allerdings auch die Franzosen. Auch der Koleos wurde 2016 vorgestellt und ab dem zweiten Quartal des Folgejahrs bei uns verkauft. Im Vergleich mit den beiden Senioren hat der erst Ende 2020 präsentierte Sorento fast noch Babyspeck.

Aber manchmal zählt ja auch die Erfahrung. Und davon hat ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 1,99€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Auto Bild. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1000 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 18/2022 von PENDELN GEHT, WENN MAN WAS FÜR PENDLER MACHT. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
PENDELN GEHT, WENN MAN WAS FÜR PENDLER MACHT
Titelbild der Ausgabe 18/2022 von EINE GROSSE NUMMER FÜR MAZDA .... Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
EINE GROSSE NUMMER FÜR MAZDA ...
Titelbild der Ausgabe 18/2022 von GELB ALLEIN MACHT NICHT GLÜCKLICH …. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
GELB ALLEIN MACHT NICHT GLÜCKLICH …
Titelbild der Ausgabe 18/2022 von MUSTANG IM FOCUS. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
MUSTANG IM FOCUS
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
DAS E-AUTO IST NICHT DAS PROBLEM
Vorheriger Artikel
DAS E-AUTO IST NICHT DAS PROBLEM
NEUES AUS DEM DAUERTEST
Nächster Artikel
NEUES AUS DEM DAUERTEST
Mehr Lesetipps

... Skoda mehr als genug. Gerade wenn es um clevere Raumausnutzung geht. Obwohl der Tiguan-Bruder Kodiaq auf der kompakten MQB-Plattform steht, bietet er üppig Platz, lässt gefühlt keinen Millimeter liegen. Mit seinem opulenten Fußraum im Fond gelingt es ihm sogar, den elf Zentimeter längeren Kia auf Distanz zu halten. Zudem bietet er mit schlanken Pfosten die beste Übersicht. An der bodenständigen Herkunft können dagegen auch die fleißigen Tschechen nichts ändern. Ein neuer Bildschirm und modifizierte Oberflächen können nicht über den Rotstift im Detail hinwegtäu-schen. Auf schlechter Piste knistert es vernehmlich, unterhalb der Blicklinie wuchert das Hartplastik, in den unverkleideten Rahmen der Fenster leuchtet uns das Blech entgegen.

SKODA KODIAQ

Die Sportline-Sitze sehen wilder aus, als sie sind, gefallen mit hohem Komfort. Das DSG überzeugt weniger, verhaspelt sich immer mal wieder. Überarbeitetes Cockpit mit perfektionierter Ergonomie

KIA SORENTO

Große Sessel mit weitem Verstellbereich und feinem Leder dominieren den Innenraum. Schöne Verarbeitung im Detail. Die klassische Klimabedienung am wuchtigen Cockpit ist schnell erlernt

Letzteres gilt allerdings auch für die Kontrahenten, wobei der Kia insgesamt immer eine halbe Klasse drüber wirkt. In der edlen Platinumausstattung bleibt mit 20-Zöllern, fein verarbeitetem Nappaleder und vielem mehr kaum ein Wunsch offen. Alles wirkt hier eine Spur wuchtiger und wertiger. Besonders wenn man anschließend in den Renault umsteigt. Von außen noch durchaus repräsentativ und auf Augenhöhe, fällt der Koleos im Innern stark ab. Die Kunststoffe sind von der einfachen Sorte, auf schlechtem Pflaster übernehmen lautstarke Klappergeister die Regie. Etwas gestrig wirkt auch das nur teildigitale Kombiinstrument und der mit 8,7 Zoll eher klein geratene Monitor mit TomTom-Navi. Wie auch beim Kia gibt es keine Sprachaktivierung, Sprachbefehle werden kaum verstanden. Im Kia lassen sich Telefone zudem nur im Stand koppeln. Das beste System steckt im Skoda. Mit dem Business-Columbus-Paket für 2490 Euro kann er bei den Onlinefunktionen mit WLAN, kabelloser Android-/Car- Play-Kopplung und brauchbarer Spracherkennung punkten.

Das geht weiter mit den Sitzen der Sportline-Ausstattung. Obwohl sich die Auflage nicht in der Länge verstellen lässt und die Kopfstützen starr sind, sind sie deutlich bequemer, als sie aussehen, und harmonieren gut mit dem sehr komfortabel ausgelegten Fahrwerk. Als Einziges im Vergleich verfügt es über eine adaptive Dämpfung und bügelt raue Fahrbahnoberflächen am geschliffensten glatt. Die weiche Welle geht allerdings zu Lasten der Fahrdynamik. Einmal angerissen taucht der Kodiaq vorne tief ein, das Heck wird leicht, und das ESP hat alle Regler voll zu tun, den schweren Tschechendampfer auf Kurs zu halten.

Der Kia ist das Gegenteil. Hier wecken die breiten, sehr kuscheligen Sessel mit überschaubarem Seitenhalt Erinnerungen an amerikanische Gleiter, die anschließend vom strammen Fahrwerk brüsk über Bord geboxt werden. Die Agilität, mit der der Sorento durch die Pylonen wieselt, mag Sicherheit vermitteln, auf Reisen dürfte er sich gerne etwas versöhnlicher zeigen.

SPRACH-BEDIENUNG

Mit „Hey Laura“ lässt sich der Kodiaq aktiv ansprechen und nimmt Befehle für Navi, Audio oder Fahrzeugeinstellungen entgegen.

VERKEHRS-ZEICHEN-ERKENNUNG

Sie liefert auch die Infos für die automatische Geschwindigkeitsanpassung. Im Test traten jedoch immer wieder Fehler auf.

RENAULT KOLEOS

Die weichen Sessel bieten den geringsten Seitenhalt und auch sonst wenig Kontur. Das verschachtelte Kombiinstrument ist schlecht ablesbar. Hier ist dem Koleos sein Alter deutlich anzumerken

Das gelingt schon eher bei Renault. Sämig und nachsichtig schwingt sich der charmante Franzose von einer Bodenwelle zur nächsten. Kommt es im Grenzbereich hart auf hart, greifen seine Systeme energisch ein, lassen nichts anbrennen. Das mag den Fahrspaß auf der Rennstrecke begrenzen, für kompakte SUV, die mit Sport eh nicht viel am Hut haben, wirkt die Abstimmung aber ziemlich gelungen.

Beim Antrieb fällt das Urteil weniger einhellig aus. Der Zweiliter mit 183 PS läuft zwar angenehm kultiviert und harmonisch, leidet aber unter der CVT-Automatik. Während das stufenlose Getriebe im Stadtverkehr noch für ruckfreien und sämigen Vortrieb sorgt, nötigt es dem Motor unter Last unnötig hohe Drehzahlen ab. Auch die mit zwei Tonnen im Vergleich niedrigste Anhängelast enttäuscht in dieser Klasse. Zudem genehmigt sich der Franzose mit – immer noch sehr fairen – 7,9 Litern im Test am meisten.

Ganz anders, aber auch nicht ideal agiert das DSG im Kodiaq. Neben dem typischen Anfahrrucken verstört es im Fahrbetrieb immer wieder mit endlosen Gedenksekunden bei plötzlichen Gasbefehlen. Als Fahrer spürt man förmlich, wie es sich hinter den Kulissen erst mal neu sortieren muss. Dafür rennt der kernige TDI mit 200 PS am schnellsten. Den besten Kompromiss bietet der Kia. Sein 2,2-Liter mit 202 PS läuft sehr kultiviert. Das achtstufige Doppelkupplungsgetriebe agiert schnell und unauffällig. Dank größtem Tank kommt er mit 880 Kilometern am weitesten.

NAVIGATION

Das R-Link-System im Koleos setzt auf ein integriertes Navi von Tom-Tom. Darstellung und Eingabe sind okay, freie Straßen werden nicht angezeigt.

SKODA

KIA

RENAULT

Mit 650 bis 2065 Litern und 705 bis 2100 Litern sind Skoda und Kia die Tanzsäle ihrer Klasse. Deutlich kleiner, wenn auch keineswegs eng fällt das Heckabteil des Renault aus, das zwischen 498 und 1706 Liter schluckt. Zudem patzt der Franzose bei der Zuladung sowie der Variabilität

! Das Konzept kompakter SUV geht am besten mit einem Diesel unter der Haube auf

Nicht mehr weit her ist es dagegen mit den günstigen Preisen bei den Koreanern. Stattliche 57 790 Euro werden für den Sorento fällig. Dazu kommen die höchsten Festkosten. Die siebenjährige Garantie ist da nur noch ein Trostpflaster. Mit einem Testwagenpreis von 52 800 Euro auch nicht gerade ein Schnäppchen ist der Koleos. Weil ihm zudem noch der höchste Wertverlust droht, schmiert auch er im Kostenkapitel ab. Das gewinnt souverän der Kodiaq. Für ihn werden 52 140 Euro fällig, die Folgekosten sind am niedrigsten. Das sichert den Sieg vor zwei charmanten Alternativen – echte Alleskönner eben.

PLATZIERUNG Punkte maximal 800

1. Skoda Kodiaq 2.0 TDI Viel Platz, hoher Komfort, kraftvoller Motor, angenehm sparsam. Verschlafenes DSG. 561 Punkte

2. Kia Sorento 2.2 CRDi Reichlich Ausstattung, kultivierter Antrieb, gute Qualität. Hoher Preis und hartes Fahrwerk. 544 Punkte

3. Renault Koleos Blue dCi 185 Motor geschmeidig, Getriebe mäßig, einfache Machart, am wenigsten Platz. 483 Punkte

FAZIT

MALTE BÜTTNER, MIRKO MENKE

Mit toller Raumökonomie und guten Fahrleistungen zum fairen Kurs ist der Kodiaq klarer Sieger. Dafür hätte es das Facelift nicht gebraucht. Der opulente Sorento gefällt mit viel Ausstattung und Qualität, patzt aber etwas bei der Feinabstimmung und dem hohen Preis. Der gemütliche Koleos schwächelt im Detail. Ihm bleibt nur Platz drei.