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Dreistimmig zu Platin


Gitarre & Bass - epaper ⋅ Ausgabe 8/2021 vom 23.07.2021

Ibanez

AE410-LGS

Es ist einige Bewegung auf der E-Acoustic-Szene. Modelle mit Effekten und Speakern, Sound-Samples, besondere sion-Ausrichtung, mehrere Outputs, extra-günstig, richtig Percusteuer ... da wollen wir doch mal schauen, ob diese nicht ganz billige Ibanez mit drei Pickups, Made in China, eine interessante Alternative darstellt.

GENAU HINSEHEN

Die AE410 entstammt der neuen Platinum Collection. Vieleses ist neu bzw. anders, aber der AE-Korpus in seiner ureigenen Form ist bewährte Ibanez-Tradition. Er besteht aus einer massiven Sitka- Fichtendecke, die mittels X-M-Bracing Stabilität und Resonanzstärke mitbringt, sowie Zargen und Boden aus massivem afrikanischem Mahagoni. Schöne, fein gemaserte Hölzer wurden da ausgesucht, die Dank des Satin-Finish bestens zur Geltung kommen. Die Deckenoptik wird dann noch durch die perfekt gearbeitete ...

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... Schalllochumrandung aufgewertet, die mit ihrem Mix aus Abalone, dunklem Holz und feinen Linien überzeugt. Das durchsichtige, matte Schlagbrett sorgt dabei für Schutz, ohne optisch zu stören. Auch der Steg aus Macassar-Ebenholz hat eine Besonderheit zu bieten – er ist unterhalb jeder Saite ausgehöhlt, was einerseits das Gewicht verringert, andererseits die Schwingungsübertragung optimieren soll. Die Saiten sind mit schicken Ebenholzpins im Steg fixiert und gehen über die kompensierte Stegeinlage aus Knochen Richtung Hals.

Der wirkt in seiner 5-streifigen Ausführung (Mahagoni/Pau Ferro) sehr stabil und griffig, ist am 14. Bund angesetzt und – wie die ganze Gitarre – matt versiegelt. Ein weiterer Leckerbissen ist das Griffbrett aus Macassar-Ebenholz. Es ist wunderbar an den Kanten verrundet (Advanced Comfort Grip), die 20 Jumbo-Bünde sind tadellos eingesetzt, poliert und der rundlichen Griffbrettkante angepasst. Alles wie aus einem Guss! Richtig gut gefallen mir auch die dezenten Inlays und das hauchdünne Purfling aus hellem Holz. Ein Highlight im wahrsten Sinne sind dann noch die fluoreszierenden Dots in der Griffbrettkante – kein Blindflug auf dunklen Bühnen! Über den Knochensattel gehen die Saiten zur klassisch geprägten Kopfplatte mit eingelegtem Firmenschriftzug und Lilien-Logo aus Abalone. Gestimmt wird mit eher unauffälligen Die-Cast-Tunern, die schön sahnig laufen und mit einer Übersetzung von 18:1 präzise zu Werk gehen.

Jetzt noch etwas wirklich Besonderes: Es sind nicht weniger als drei unterschiedliche Pickups an Bord. Unmittelbar am Griffbrettende sitzt ein schlanker Magnet-Tonabnehmer, unter der Stegeinlage ruht ein Piezo-Pickup – der dritte im Bunde ist ein Kontakt-PU innen auf der Decke zwischen Schallloch und Steg. Zur Regelung stehen auf der Zarge drei unbeschriftete Drehknöpfe zur Verfügung.

Übersicht

Der Clou: Es handelt sich um jeweils einen Volume- Regler pro Pickup – fertig. Der Klang wird praktisch durch das Mischungsverhältnis der drei Tonabnehmer geregelt. Da gibt's aber noch mehr Möglichkeiten. Unten am Korpusende gibt es eine Klinke- Output/Gurtpin-Kombi – da laufen alle drei Signale zusammen. Es sei denn, man belegt auch den zweiten Klinke-Out gleich daneben, dann wird das Magnet-Pickup-Signal von den anderen beiden getrennt und kann gesondert abgemischt werden. Für moderne Player mit Hang zu perkussiven Spielweisen ist das sicher hochinteressant.

Es sei noch erwähnt, dass die AE410 in einem Koffer kommt, der so stabil wie ein Tresor wirkt, und dass sie insgesamt in Sachen Verarbeitung, Werkseinstellung und Finish nicht den geringsten Makel aufweist.

GENAU HINHÖREN

So eine Ibanez-AE-Steelstring ist eine total ausgereifte Sache. Wie die Gitarre auf dem Schoß liegt oder an den günstig platzierten Gurtpins hängt – da gibt es nichts zu mäkeln. Dazu gehört auch noch, wie selbstverständlich einem der Hals in der Spielhand liegt, als hätte man die 410 schon ewig in Besitz. Man spielt relaxt drauflos, und beim unverstärkten Akustikklang kommt mächtig Freude auf. Richtig satt, warm und volltönend kommen die ersten Akkorde zutage. Der Korpus schwingt merklich und es ist die enorme Dynamik zu spüren, die man hier wie ein Ass im Ärmel hat. Das verleiht auch Singlenotes und Soli ordentlich Druck, Lautstärke und Durchsetzung. Und so spiele ich eine ganze Weile frohgemut vor mich hin, bis mir einfällt: ach ja, die Pickups! Dann also zwei (!) Kabel hervorgeholt und schauen, was geht.

Wie gesagt, über den Gurtpin-Out kann man auf Anlage gehen und alle drei Signale an der Gitarre ins gewünschte Verhältnis setzten – klappt gut, klingt gut. Aber der „real deal“ ist die getrennte Behandlung des Sounds auf zwei Kanälen. Da kann ich mir beim Kontakt-PU Luft und Natürlichkeit holen und ihm mit etwas reduzierten Bässen den Feedback- Zahn ziehen. Das Low-End und den Biss verschafft mir schön knackig und tight der Piezo-Abnehmer.

Dann noch einen Schuß Mitten und Wärme vom Magnet-Pickup – da ergibt sich ein richtig überzeugender Gesamtklang, der wirklich gar nichts vermissen lässt. Stark. Wenn man jetzt noch die beiden Kanäle am Pult im Panorama auseinanderdreht ...

RESÜMEE

Die AE410 aus der Platinum Collection überzeugt bei eingehender Betrachtung immer mehr. 2000 Euro sind eine Stange Geld, aber man bekommt was dafür.

Schönes Design, makellose Verarbeitung, vorzügliche Bespielbarkeit und große klangliche Möglichkeiten ergeben schlussendlich genau diese interessante Alternative, nach der ich anfangs fragte. Sollte man in aller Ruhe antesten. ●

+ Plus

● Hölzer, Hardware

● Design, Finish

● Hals mit toller Haptik

● cleveres Pickup-Konzept

● kraftvoller akustischer Klang

● fein justierbarer komplexer E-Sound