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DRESSUR UND SPRINGEN: Cavaletti Arbeit mit Köpfchen


Mein Pferd - epaper ⋅ Ausgabe 70/2019 vom 06.06.2019

Ab in die Mucki-Bude – das Training überBodenricks bringt viel Spaß und unterstützt dabei auch noch den Muskelaufbau des Pferdes. Wie Sie die Cavalettis in der Dressur-und Springarbeit richtig einsetzen, erklärt die Olympiasiegerin Ingrid Klimke


Artikelbild für den Artikel "DRESSUR UND SPRINGEN: Cavaletti Arbeit mit Köpfchen" aus der Ausgabe 70/2019 von Mein Pferd. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Mein Pferd, Ausgabe 70/2019

Cavalettis sind echte Alleskönner: Sie können auch in der Dressurarbeit hervorragend eingesetzt werden


Die Entwicklung der Muskulatur ist von Bewegungsreizen abhängig. Muskeln werden durch gezieltes Bewegen gestärkt“, schreibt Ingrid Klimke in ihrem Buch „Cavaletti – Dressur und Springen“, und sie führt anschließend weiter aus: „Wenn sie nicht beansprucht ...

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... werden, schwinden sie. Die Cavaletti-Arbeit ist deswegen zur Ausbildung der Muskulatur so hervorragend geeignet, weil sie die Pferde zu bestimmten, kontrollierbaren Bewegungsabläufen veranlasst.“ Durch das dynamische An-und Abspannen der unterschiedlichen Muskelgruppen werden sämtliche für den Bewegungsvorgang wichtigen Muskeln des Pferdes gekräftigt. Wichtig ist, dass die Cavaletti-Arbeit richtig gestaltet und der Aufbau der Bodenricks dem natürlichen Bewegungsrhythmus des Pferdes angepasst wird. Warum? Muskeln wachsen durch Bewegung nur, wenn sie entsprechend ihrer Lage und ihrem Aufbau in ihrer natürlichen Funktion beansprucht werden. Hingegen verlieren sie an Umfang (atrophieren), wenn sie in falscher, krampfhafter Anspannung eine Arbeit verrichten müssen, die sie auf die Dauer nicht vollbringen können. Aus diesem Grund kann nur eine systematische, langsam gesteigerte Cavaletti-Arbeit die Muskelbildung des Pferdes beschleunigen. Gleichzeitig kann das Training mit Bodenricks aber auch helfen, Muskeln zu lockern und Steifheiten zu beseitigen.

Ausdauer und Trittsicherheit

Doch das ist noch nicht alles: Durch die Cavaletti-Arbeit wird der gesamte Pferdekörper und somit auch das Herz-Kreislauf-System trainiert. „Langsame und stetige Bewegungssteigerung erhöht die Belastungsfähigkeit des Kreislaufs und führt zum Gewinn von Ausdauer“, betont Ingrid Klimke. Pferde, die über Bodenricks geritten werden, erlangen spielerisch immer mehr Trittsicherheit, da sie ihre Schritte, Tritte und Sprünge nach den festliegenden Stangen richten müssen. „Sie lernen außerdem, ihren Schwerpunkt rasch und sicher zu verschieben. Da das Gleichgewicht durch das erhöhte Abfußen ständig wechselt, wird zugleich die Balance weiter gefördert und das Pferd zum sicheren Gehen auch auf unebenem Gelände vorbereitet“, so unsere Expertin. Das Abfußen in bestimmten Abständen erfordere Aufmerksamkeit und genaues Taxieren. Durch den wechselnden Aufbau und unterschiedliche Abstände lernt das Pferd, bestimmte Aufgaben selbstständig zu lösen. „Im Rahmen der Dressurausbildung sind Cavalettis vor allem geeignet zur Förderung der Grundgangarten Schritt und Trab. Konstante Abstände zwischen den einzelnen Bodenricks dienen zur Verbesserung von Takt und Gleichmaß der Bewegungen“, erklärt Ingrid Klimke und fügt hinzu: „Schwung und Ausdruck werden allein schon durch das höhere Treten vermehrt.“

Vorteile für den Reiter

Auch als Reiter profitieren Sie von der Cavaletti-Arbeit: Die vielfältigen Aufbaumöglichkeiten bieten eine willkommene Abwechslung und fördern die Konzentration: „Bereits nach kurzer Zeit kann man beobachten, dass der Reiter geschmeidig und losgelassen in die Bewegung des Pferdes eingeht“, sagt Ingrid Klimke. Gerade junge, unerfahrene Reiter stehen vor der Schwierigkeit, ihr Pferd durch den Sitz nicht zu stören. Fast jeder Anfänger neigt dazu, mit der Hand und mit dem Oberkörper zurückzugehen, wenn das Pferd eine ungleiche Bewegung macht. Die Hände müssen jedoch nachgeben, damit sich das Pferd im Hals ausbalancieren kann. „Deshalb muss der Reiter lernen, in solchen Situationen geschmeidig nach vorn in die Bewegung des Pferdes einzugehen“, erklärt unsere Expertin. Sie betont, dass Knieschluss und Ausbalancieren am Anfang nicht oft genug geübt werden können, und erläutert: „Da die Springbewegung des Pferdes beim Galoppieren über Bodenricks nicht so groß ist wie beim Springen über ein Hindernis, kann die Arbeit mit Cavalettis hierfür besonders empfohlen werden. Abgesehen davon schult sie das Gefühl für den schwingenden Pferderücken.“ Doch auch fortgeschrittene Reiter sollten immer wieder ihren Sitz schulen, um dem Ziel, stets in voller Harmonie mit dem Pferd zu sein, näherzukommen. Ein weiterer Pluspunkt: Springreiter können bei dem Training über Bodenricks zugleich den Blick für die richtige Distanz schulen.

Grundschule auf geraden Linien

Zu Abbildung 1 & 2:
Vor jeder Reitstunde sollten Sie sich kurz Gedanken darüber machen, was Sie im Laufe der Stunde erreichen möchten, und den dazu passenden Cavaletti-Aufbau wählen. Für die Arbeit auf geraden Linien haben sich laut Ingrid Klimke fünf verschiedene Aufbauformen bewährt: Der einfachste Aufbau ist das Aufstellen mehrerer Cavalettis hintereinander unmittelbar an der Wand einer langen Seite oder – im Freien – unmittelbar an der Reitplatzeinfassung, senkrecht zum Hufschlag (Abbildung 1). „Der Vorteil besteht darin, dass die Pferde dann auf dem gewohnten Hufschlag bleiben können und daher nicht so leicht versuchen werden, seitwärts auszuweichen“, so die Expertin. Infolgedessen brauchen Sie weniger auf Ihr Pferd zu achten und können das Augenmerk vermehrt auf den eigenen Sitz richten. Reiter und Pferde mit weniger Erfahrung sollten sich daher zunächst auf diese Art und Weise mit den Bodenricks vertraut machen. Bereits etwas schwieriger ist die Überwindung von Cavalettis, die innen neben dem Hufschlag aufgestellt sind (Abbildung 2). „Sie haben den Vorzug, dass man nicht in jeder Runde darüber zu reiten braucht, erfordern aber auch jedes Mal ein Abwenden vom Hufschlag. Zur Erleichterung können die Seiten mit Fängen eingefasst werden“, rät Ingrid Klimke und fügt hinzu: „Ältere Pferde bedürfen dieser Vorsichtsmaßnahme nicht. Ebenso kann darauf verzichtet werden, wenn man junge Reiter auf älteren Pferden vor die Aufgabe stellen will, das Pferd vom Hufschlag abzuwenden und über die frei stehenden Cavalettis zu reiten.“

Ab auf die Mittellinie

Zu Abbildung 3:
Den Aufbau von Cavalettis auf der Mittellinie hält Ingrid Klimke für besonders geeignet, da der Reiter so jeweils mit Handwechsel durch die Länge der Bahn von beiden Händen über die Ricks reiten kann. Diese Variante erfordert vermehrte Aufmerksamkeit, denn auf der Diagonalen fällt es oft schwer, geradeaus zu reiten. Beim Aufbau sollte darauf geachtet werden, dass die Bodenricks genau senkrecht zur gedachten Diagonallinie aufgestellt werden. „Wegen dieser erhöhten Anforderungen empfehle ich diese Variante als Geschicklichkeitsaufgabe für junge Reiter auf älteren Pferden“, so die erfahrene Ausbilderin. Wer sich Cavalettis für Schritt und Trab gleichzeitig aufbauen möchte, spart sich den Umbau während der Reitstunde. Die Bodenricks können auf der langen Seite neben dem Hufschlag oder neben der Mittellinie aufgebaut werden.

Los geht’s im Schritt

Beginnen Sie im Schritt mit einem Cavaletti und geben Sie Ihrem Pferd zunächst völlige Zügelfreiheit. Die treibenden Hilfen richten sich nach dem Vorwärtsdrang des Pferdes. „Das erste Anreiten muss zügig genug erfolgen, notfalls mit Unterstützung der Stimme. Vom zweiten Mal an ziehen Pferde meistens von selbst an und brauchen kaum noch getrieben zu werden“, erklärt Ingrid Klimke. Ihr Oberkörper sollte ein wenig nach vorn geneigt sein, damit er bei einem möglichen Sprung des Pferdes nicht im Rücken stört. Bleibt das Pferd ruhig, wird im Abstand von 0,8 bis 1,0 Metern ein zweites Bodenrick aufgestellt, kurz darauf ein drittes, dann ein viertes und so weiter, bis der vorgesehene Aufbau erreicht ist. „Sind die Pferde an Bodenricks schon gewöhnt, können sie den fertigen Aufbau gleich von Anfang an bewältigen. Bei den ersten Malen bleiben die Zügel nach Möglichkeit hingegeben. Das Pferd soll sich frei und ungehindert ausbalancieren können. Schreitet es gleichmäßig über die einzelnen Ricks, ist der Zwischenabstand richtig; andernfalls muss der Abstand korrigiert werden“, so unsere Expertin. Das gleichmäßige Schreiten über Bodenricks festigt die natürliche Fußfolge des Schritts.

Weiter geht’s im Trab

Wenn Sie die Cavaletti-Arbeit im Schritt gut vorbereitet haben, können Sie im Trab sofort über mehrere Cavalettis nach dem eingangs beschriebenen Aufbau reiten. Andernfalls müssen die Anforderungen zunächst von einem bis auf vier Cavalettis im Trab gesteigert werden. Der Abstand zwischen den Ricks beträgt nun etwa 1,3 bis 1,5 Meter. Die niedrigste Höhe von 20 Zentimeter wird anfangs beibehalten. „Eine der wertvollsten Übungen für den Reiter ist das Traben – und später Galoppieren – über Cavalettis zur Schulung des leichten Sitzes“, sagt Ingrid Klimke. Probieren Sie zunächst folgende Übung: Sie traben leicht, neigen sich kurz vor den Bodenricks etwas nach vorn und fassen mit den Händen in die Mähne. Beim nächsten Mal schieben Sie eine Hand in Richtung Pferdemaul vor und schließlich beide Hände, bis Sie sich völlig sicher fühlen. Mit der nächsten Übung verbessern Sie den Knieschluss: Zuerst fassen Sie wieder in die Mähne, bis Sie sich mit fest anliegendem Knie und Unterschenkel unabhängig von der Bewegung des Pferdes im Gleichgewicht halten können. Nach und nach lassen Sie die Hände wieder los und schieben sie in Richtung Pferdemaul vor. Dabei bleibt eine leichte Berührung der inneren Hand mit dem Pferdehals bestehen. Wenn Sie gelernt haben, sich stehend im Bügel auszubalancieren, und den Bewegungen des Pferdes geschmeidig folgen können, folgt als dritte Übung das Verschränken der Arme, damit die völlige Unabhängigkeit mit der Hand erlernt wird. „Das Ziel ist erreicht, wenn der Reiter mit dem Oberkörper während des Leichttrabens über den Cavaletti nicht mehr hinter die Senkrechte zurückfällt und die Hände nicht mit dem Oberkörper aufund abwärts gehen“, sagt Ingrid Klimke. „Erst dann kann der Reiter von sich behaupten, dass er den leichten Sitz beherrscht und damit die Grundvoraussetzung für das Galoppieren und Springen erfüllt.“

Und schließlich folgt der Galopp

Das Reiten über Bodenricks im Galopp ist im Grunde nichts anderes als Springen über niedrige Hindernisse, die in bestimmten Abständen hintereinander aufgestellt sind. „Cavaletti-Arbeit im Galopp eignet sich hervorragend zur Verbesserung des Galoppsprungs, auch bei Dressurpferden. Gerade Pferde, die Probleme haben, sich zu setzen, lernen hierbei, mehr Last mit den Hinterbeinen aufzunehmen“, erklärt Ingrid Klimke. Beim Reiten über Bodenricks müssen sie fleißiger durch-und aktiver mit der Hinterhand unterspringen. Der Galoppsprung wird dadurch ausdrucksstärker. Fortge-schrittene Dressurreiter können nach der Cavaletti-Arbeit im Galopp auf dem Zirkel versammelnde Lektionen wie Galopptraversalen und Galopppirouetten anschließen lassen. Eine Übung, mit der Ingrid Klimke positive Erfahrungen gemacht hat, sind In-Outs auf dem Zirkel. „Hierfür werden vier Cavalettis auf der Zirkellinie platziert. Der Abstand beträgt innen zwei und außen drei Meter“, so die Ausbilderin. Zunächst galoppieren Sie eine Runde auf dem Zirkel und dann über die Hindernisse. Dabei achten Sie auf eine optimale Zirkellinie und einen passenden Rhythmus. Ihr Pferd lernt, sich besser auszubalancieren, und gleichzeitig kann die Versammlung gefördert werden. „Nach einer gelungenen Übung ist eine Schrittpause mit viel Lob wichtig! Das Cavaletti-Training im Galopp ist gerade für ungeübte Pferde anstrengend, deshalb sind kurze Reprisen mit Erholungspausen nötig“, hebt Ingrid Klimke hervor.

Im Grunde ist das Reiten über Cavalettis im Galopp nichts anderes, als über niedrige Hindernisse zu springen, die in gleichmäßigen Abständen aufgestellt sind. Die Bodenricks sollten dabei entsprechend hoch sein, damit das Pferd nicht ausfällt


Reiten über Cavalettis auf gebogenen Linien sieht zwar einfach aus, hat aber einen hohen Trainingseffekt. Die Abstände können dabei je nach Trittlänge des Pferdes variiert werden

GRUNDREGELN FÜR DIE CAVALETTI-ARBEIT

Um die Gesundheit des Pferdes bei der Cavaletti-Arbeit optimal zu fördern, sollten einige Grundregeln beachtet werden.

Die richtigen Bodenricks wählen

• Cavalettis bestehen aus Holz-oder Kunststoffstangen, die an beiden Enden auf niedrigen Ständern befestigt sind. Dabei sollten die Stangen dick, rund und hart sein, damit sie vom Pferd gut wahrgenommen werden. Sie dürfen nicht splittern.
• In der Regel beträgt die günstigste Länge 2,5 bis 3,5 Meter. Je länger die Stangen sind, desto schwieriger wird es, die Pferde über den Cavalettis geradeaus zu halten.
• Die Ständer an den Seiten können drei Formen haben: rechteckig, quadratisch oder als Kreuz. Die kreuzweisen und quadratischen Auflagen haben den Vorteil, dass sie in drei verschiedenen Höhen aufgebaut werden können.
• Die Cavalettis sollten schwer genug sein, damit sie nicht verrutschen.
• Von Aluminiumstangen rät Ingrid Klimke ab: Wenn ein Pferd daran anschlägt, entsteht ein sehr lautes Geräusch, sodass junge Pferde leicht Angst bekommen und ältere schneller abstumpfen.
• Würfelständer reduzieren die Verletzungsgefahr: Wenn das (junge) Pferd an dem Cavaletti vorbeiläuft und die kreuzweisen Auflagen streift, kann es sich an den scharfen Kanten verletzen. Gerade für die Arbeit an der Longe haben die Würfel den Vorteil, dass die Longe sich nicht in ihnen verheddern kann.
• Die niedrigste Höhe, die gleichzeitig als das normale Maß anzusehen ist, beträgt 20 Zentimeter. Sie dient besonders der Schritt-und Trabarbeit. Für den Galopp empfiehlt sich das Verstellen auf 40 Zentimeter, damit dem Galoppsprung der nötige Ausdruck verliehen wird und die Pferde von vornherein zur Aufmerksamkeit erzogen werden.

Auf die Bodenverhältnisse achten

• Ein zu tiefer Boden erhöht die Belastung, besonders der Bänder und Sehnen des Pferdes.
• Sehr harter Boden federt nicht, überlastet die Gelenke und birgt die Gefahr des Einknickens bei ungleichen Tritten.
• Optimal ist ein nicht zu tiefer Sandboden.
• Die Cavalettis müssen auf ebenem Untergrund stehen, der keine Löcher hat. Nur so können die Pferde vertrauensvoll und losgelassen auf das Hindernis zutreten und sich bei möglichen Fehlern ohne zusätzliche Verletzungsgefahr aus der misslichen Situation retten.

ÜBUNG 1: IM SCHRITT DEN RAUMGRIFF FÖRDERN

Über Bodenricks kann der Raumgriff gefördert werden, weil der Zwischenabstand die Schrittlänge vorschreibt.

• Stellen Sie eine weiche Verbindung zum Pferdemaul her. Sobald Ihr Pferd den Hals fallen lässt und sich willig an den Zügel dehnt, können die Cavalettis angeritten werden. Dabei halten Sie die Hände ruhig über dem Widerrist.
• Etwa eine Pferdelänge vor den Ricks geht Ihre Hand etwas in Richtung Pferdemaul vor, damit sich Ihr Pferd nicht eingeengt fühlt. Neigen Sie den Oberkörper zur Entlastung leicht nach vorn.
• Richtig ausgeführt, schreitet das Pferd mit tiefer Nase und losgelassener Rückenmuskulatur über die Stangen.
• Ist das nicht der Fall, probieren Sie folgende Korrektur: Reiten Sie vor den Cavalettis eine Volte oder eine Acht und versuchen Sie, Ihr Pferd in der Wendung durch geschickte Hilfengebung und Übertretenlassen zum Nachgeben zu bringen.
• Dann reiten Sie aus der Wendung gerade auf die Cavalettis zu und lassen die Zügel kurz vorher oder über den Ricks aus der Hand kauen. Meistens streckt sich das Pferd dann erleichtert nach vorn, senkt den Kopf, um zu schauen, wohin es tritt, und entspannt dadurch die wichtigsten Rückenmuskeln.
• Loben Sie jede gute Ausführung durch leichtes Klopfen oder Streichen am Hals. Anschließend wiederholen Sie die Übung einige Male, bis der erstrebte Erfolg erreicht ist.

Die Aufgaben, die der Reiter beim Traben über Cavalettis zu beachten hat, sind also grundsätzlich:

1. Geradeausreiten

2. Ruhiges und eiliges Tempo

3. Tiefe Halseinstellung mit leichter Anlehnung am langen Zügel und tiefer Hand

4. Eingehen mit dem Oberkörper in die Bewegung des Pferdes, möglichst im Leichttraben

ÜBUNG 2: ARBEIT AUF GEBOGENEN LINIEN

Der Einsatz von Bodenricks auf gebogenen Linien fördert die Längsbiegung und die Geschmeidigkeit in den Rippenpartien. Das Pferd muss vorher die Arbeit über Cavalettis auf geraden Linien kennengelernt haben.

• „Cavalettis auf gebogenen Zirkellinien dienen dem taktmäßigen, elastischen Abfedern in Richtung unter den Schwerpunkt. Während des Tretens über Bodenricks hat das Pferd kaum Gelegenheit, mit den Hinterbeinen seitlich auszuweichen“, erklärt Ingrid Klimke. Das Abfußen und die Trittlänge seien durch die Ricks so vorgegeben, dass die Pferde von selbst den natürlichen Rhythmus ihrer Bewegung beibehielten.
• Beachten Sie, dass das Reiten über Cavalettis auf gebogenen Linien hohe Anforderungen an das Pferd stellt und besonders der innere Hinterfuß sehr stark belastet wird. Ein falsches oder zu intensives Training kann dem Pferd schaden.
• Am besten beginnen Sie mit der guten Seite und wechseln dann auf die schlechtere Seite. „Die Erfahrung hat gelehrt, dass ein gelegentlicher Handwechsel ebenso der steifen Seite zugutekommt, sei es auch nur, um die Gedanken von der schwierigen Seite wegzulenken und das Pferd wieder willig und zufrieden zu machen“, verrät Ingrid Klimke.