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DRILLS FÜR MEHR DYNAMIK


tennisMAGAZIN - epaper ⋅ Ausgabe 70/2018 vom 19.06.2018

Athletikübungen sind alltäglich in der Tennis Academy von Patrick Mouratoglou. Seinen Schülern fordert er einiges ab. Hier verrät der Star-Coach seine besten acht Übungen, um schneller, beweglicher und stärker auf Sand zu werden


Artikelbild für den Artikel "DRILLS FÜR MEHR DYNAMIK" aus der Ausgabe 70/2018 von tennisMAGAZIN. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: tennisMAGAZIN, Ausgabe 70/2018

AUF DIE PLÄTZE, FERTIG, LOS! Patrick Mouratoglou beim Athletiktraining, das in seiner Akademie einen großen Stellenwert einnimmt.


WARMUP

LEICHTES HÜPFEN: Im Doppelkorridor wärmen sich Emily und Fengming mit keinen Schritten und Sprüngen auf.


TIEF RUNTER: Beim Ausfallschritt wird gleichzeitig die Muskulatur im Rumpf auf die spätere Belastung vorbereitet.


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1 RUTSCHEN MIT BALL

TEMPO UND KOORDINATION: Fengming muss im Rutschen den Ball durch die Übungshürde fädeln.


Die erste Übung kombiniert mehrere Aspekte, die für das Sandplatztennis unerlässlich sind. Zum einen geht es um das Gefühl für das richtige Rutschen auf Sand. Zum anderen werden Schnelligkeit und Koordination geschult. Gestartet wird an der Grundlinie mit einem Sprint bis ins Halbfeld – inklusive Ball in der Hand. Dort befindet sich eine Trainingshürde, die aber nicht übersprungen wird. Fengming und Emily müssen die Hürde „anrutschen“ und gleichzeitig den Ball durch sie hindurchstecken. Bevor sie zurück zur Ausgangsposition rennen, müssen sie den Ball auf einer kleinen runden Zielfläche einmal prellen. Wichtig: Der Ball darf während der Übung nicht aus der Hand flutschen. Und: Die Laufstrecken müssen im vollen Tempo absolviert werden – ohne Verzögerung. Fünf bis sieben Durchgänge werden empfohlen.

2 SCHNELLE LEITER

ERST SPRINGEN, DANN FANGEN: Auch hier wird Hand-Augen-Koordination trainiert.


Jetzt kommt die Koordinationsleiter ins Spiel. Emily und Fengming müssen sie mit kleinen schnellen Schritten durchlaufen. Im Anschluss überspringen sie eine kleine Hürde und müssen dann weiter nach vorne kommen und den Ball erreichen, den der Coach kurz nach dem Sprung fallen lässt. Wichtig: Der Ball darf nicht auf dem Boden aufkommen! Entweder nimmt man nach dem Sprung noch einmal kurz Tempo auf oder man rutscht mit einem langen Ausfallschritt in Richtung Coach und fängt dann den Ball. Wieder fünf bis sieben Durchgänge.

3 HÜTCHENLAUF

Eine ideale Übung zu zweit. Fengming und Emily beginnen hinten an der Grundlinie und müssen von dort parallel ihren eigenen kleinen Slalom-Parcours durchlaufen. Danach geht es darum, wer als Erstes ein Hütchen kurz vor dem Netz erreicht, auf dem ein Ball liegt. Wer schließlich den Ball in der Hand hält, hat das kleine Wettrennen gewonnen. Hier lässt sich gut ein richtiges Duell austragen: Wer gewinnt zuerst fünf Rennen? Wichtig: Es dürfen keine Hütchen umgeworfen werden, das ist gleichbedeutend mit einem Sieg für den Trainingspartner. Der Ball auf dem Hütchen muss „angerutscht“ werden, wobei auch diese Pylone nicht umgestoßen werden darf.

WETTRENNEN: Emily und Fengming starten mit einem Slalomlauf …


… und wollen jeweils als Erster den Ball vom Hütchen holen.


4 MEDIZINBALLSCHLÄGE (GRUNDLINIE)

TROCKENÜBUNG: Mit einem Medizinball werden die Bewegungen bei Grundschlägen nachempfunden.


Als nächstes Element kommt der Medizinball mit ins Spiel, mit dem man perfekt dynamische Übungen ausführen kann, die insbesondere den Rumpf stärken und stabilisieren. An der Grundlinie werden zwei Hütchen im Abstand von zwei bis drei Metern aufgestellt. Emily und Fengming müssen sie in Form einer Acht mit schnellen Sidesteps durchlaufen. Dann wirft Athletikcoach Nicolas einen drei Kilo schweren Medizinball zunächst nur auf die Rückhandseite zu. Er muss gefangen und mit beiden Armen zurückgeworfen werden, wobei der Bewegungsablauf dem einer normalen Rückhand entsprechen sollte. Wichtig: Das Zurückwerfen erfolgt weniger mit der Kraft der Arme – sondern durch die Rotation des Oberkörpers. Nach fünf bis sieben Durchgängen wird gewechselt. Im Anschluss daran ist die Vorhandseite dran.

5 MEDIZINBALLSCHLÄGE (AUS DEM FELD)

STOSSRICHTUNG NACH VORNE: Bei nachgeahmten Schlägen aus dem Feld.


Während wir uns in der Übung zuvor mit den Bewegungsmustern bei reinen Grundschlägen beschäftigten, gehen wir nun weiter ins Feld hinein. Der Schwerpunkt liegt jetzt noch mehr auf der Oberkörperrotation – für krachende Gewinnschläge aus dem Halbfeld etwa. Zwischen Grundlinie und T-Linie stehen im gleichen Abstand drei Hütchen. Jedes von ihnen wird „angerutscht“, dann muss der Medizinball gefangen werden und gleich wieder mit Schwung und nach vorne gerichteter Bewegung zurückgeworfen werden. Nach jedem Wurf geht es zurück an die Grundlinie, bis alle drei Positionen im Feld absolviert sind. Nach zwei bis drei Durchgängen auf der Rückhand wird die gleiche Übung auch für die Vorhand durchgezogen. Wichtig: Kontrollierte und präzise Bewegungsabläufe!

6 SCHLÄGE MIT SCHWUNGGEWICHT

Eine Übung für Fortgeschrittene und in der Mouratoglou-Akademie die letzte Stufe, um Bewegungsabläufe von Grundschlägen zu trainieren. Das Hilfsmittel ist etwas speziell: Es handelt sich um ein Behältnis, das mit Wasser gefüllt wird. Dadurch lässt sich das Gewicht individuell bestimmen. Der Gewichtssack wird an zwei Riemen an der Vorderseite festgehalten. Das Schwierige: Wenn man damit Schwungübungen ausführt, pendelt das Wasser im Trainingsgerät hin und her. Man muss die Bewegungen des Wassers mit einem starken Rumpf ausgleichen, gleichzeitig aber auch die tennistypischen Abläufe sauber durchführen – das ist nicht einfach! An der Grundlinie stehen drei Hütchen, an jedem von ihnen muss eine voll durchgezogene Vorhand nachgeahmt werden. Danach das gleiche mit der Rückhand. Wichtig: Die Übung ist eher geeignet für gut trainierte Spieler, die noch mehr Power für ihr Schläge haben wollen.

SCHWERSTARBEIT: Fengming muss mit einem Gewichtssack, der mit Wasser gefüllt ist, Grundschläge nachahmen. Er muss dabei stabil im Oberkörper und gebeugt in den Knien bleiben.


INFOS MOURATOGLOU TENNIS ACADEMY

An der Côte d‘Azur, eine halbe Autostunde von Nizza entfernt, liegt die Tennis-Academy von Patrick Mouratoglou – ein Paradies für Tennisspieler: mit 17 Hardcourts, 17 Sandplätzen, Indoor- und Outdoor-Fitnessstudio, Laufbahn, 85 Zimmern und Klassenräumen für die Schüler. Der Coach von Serena Williams will dort Tennisspieler jeden Alters und Niveaus mit seinen Trainerteam verbessern. Europas größte Tennis-Akademie ist längst zur Anlaufstelle vieler Talente geworden.Weitere Infos: www.mouratoglou.com

7 HÜTCHEN-QUADRAT

AN DER LEINE: Emily muss dem Widerstandsband trotzen und sich möglichst schnell den einzelnen Hütchen nähren, …


… um dort noch im Rutschen eine ordentliche Schlagbewegung auszuführen.


Besser lässt sich die Dynamik auf dem Platz kaum trainieren: Mit einem Widerstandsband, das Emily um die Taille geschnallt wurde, muss sie die vier über den Platz verteilten Hütchen ansteuern. Athletikcoach Nicolas kann jederzeit den Widerstand vergrößern, indem er sich in die entgegengesetzte Richtung bewegt. Oder er gibt etwas nach, um es für Emily einfacher zu gestalten. Gestartet wird mit einem Splitstep in der Mitte der vier Pylonen. Nicolas sagt immer die Richtung an, Emily sprintet los, erreicht ein Hütchen und muss dort im Rutschen eine saubere Vor- oder Rückhandbewegung vollziehen. Dann geht es zurück zur Startposition. Je nach Fitnessgrad sollte die Übung nicht länger als 30 Sekunden durchgeführt werden.

8 FANG DEN BALL

REAKTIONSSCHNELLIGKEIT: Emily hat in jeder Hand einen Ball, Fengmings Hände sind über ihren. Voll konzentriert blickt er auf die Bälle…


…und muss dann blitzschnell reagieren, sobald Emily einen Ball fallen lässt.


Zum Abschluss der Athletikeinheit steht noch einmal Koordination und Reaktionsschnelligkeit auf dem Programm. Emily und Fengming stehen sich mit ausgestreckten Armen gegenüber. Beide sind in den Knien leicht gebeugt. Emily hält in jeder Hand einen Ball, Fenmings Hände sind über ihren. Nun lässt sie einen der Bälle fallen und Fengming muss ihn fangen, bevor er den Boden berührt. Emily darf dabei natürlich antäuschen und ihren Trainingspartner verladen. Die Königsdisziplin: beide Bälle gleichzeitig oder leicht versetzt fallen lassen. Wer dann noch beide sicher auffängt, ist ein Koordinationskönner. Nach acht bis zehn Durchgängen wird gewechselt.


FOTOS FRANK MOLTER